Montag, 19. März 2018

Gebell zu: Foster vergessen



Allgemeine Infos

OriginaltitelForgetting Foster
Originalsprache: Englisch
Autor/in: Dianne Touchell
Verlag: Königskinder
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Familie, Drama
Erscheinungsjahr: 2018
Seiten: 253
Preis: 16,99 €
ISBN: 9783551560421




Klappentext:
Es beginnt ganz schleichend. Dass Fosters Vater Sachen vergisst, den Herd auszustellen zum Beispiel. Oder einen wichtigen Termin bei der Arbeit. Und zu Anfang macht sich Foster noch keine Gedanken deswegen, denn schließlich vergisst er selbst auch manchmal was. Doch dann häufen sich die Vorfälle und Foster versteht einfach nicht, warum das Gedächtnis seines Vaters immer löchriger wird und mehr und mehr Sachen daraus verschwinden. Und was, wenn er auch ihn, Foster, irgendwann ganz vergessen wird?


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2018
Status: Gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Zu lesen begonnen: 16.03.2018
Beendet am: 17.03.2018
Gebraucht: 2 Tage

Lob und Tadel
Titel: Der Titel passt. In diesem Buch geht es um Foster, der Angst hat, dass sein Vater ihn vergisst, denn Malcolm hat Alzheimer.
Cover: Das Cover ist schlicht in Bordeauxrot gehalten. Am unteren Rand sieht es aus, als wäre ein schwarzer Stift ausgelaufen. Der Titel ist in weißen Großbuchstaben aufgedruckt, wobei die E´s im Wort vergessen ausgelassen sind. Das finde ich einen gelungenen Bezug zum Thema. Mir gefällt dieses Cover richtig gut. Etwas Buntes hätte nicht zu dieser Geschichte gepasst. Eine Besonderheit erkennt man, wenn man den Schutzumschlag abnimmt. Auf der Vorder- und Rückseite sind Wörter in Rot aufgedruckt. Während die Wörter auf der Vorderseite vollständig sind, fehlen bei denen auf der Rückseite wieder Buchstaben.
Einstieg: Das Buch beginnt, als Foster Vater Malcolm vergisst, den Herd auszuschalten. Zu dieser Zeit ahnt noch niemand der Familie, dass es keine Schusseligkeit war.
Ich fühle sofort mit den Charakteren und will sie gerne auf ihrem weiteren Weg begleiten.
Idee und Umsetzung: Die Idee, Alzheimer in ein Jugendbuch einzubauen, gefällt mir sehr gut. Die Umsetzung ist gelungen. Die Autorin beschreibt die Situationen sehr authentisch. Man versteht die Verzweiflung der Familie.
Schreibstil und Stilmittel: Der Schreibstil ist flüssig, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Die Dialoge sind realistisch. Es wird nichts umschrieben, sondern klar ausgesprochen.
Gestaltung: Die Kapitel sind betitelt. Die Titel sind als Alliterationen angelegt und beschreiben jeweils kurz, worum es in den einzelnen Kapiteln geht.
Charaktere:
Foster: Der Protagonist ist eine sehr sympathische Figur. Er zählt nicht unbedingt zu den beliebtesten Mitschülern. So genießt er es, als er wegen den unerklärlichen Merkwürdigkeiten seines Vaters im Mittelpunkt steht. Als die Diagnose Alzheimer feststeht, wird er deswegen von den Mitschülern gehänselt. Er versucht, sich diese Kränkung nicht anmerken zu lassen. Mit seinem Vater geht er normal um, als hätte dieser kein Alzheimer. Ich bewundere seine Stärke.
Mutter: Fosters Mutter kommt überhaupt nicht mit der Erkrankung ihres Mannes zurecht. Sie reagiert oft gereizt, manchmal auch aggressiv. Doch dahinter steckt nur diese Verzweiflung. Für mich war sie ein authentischer Charakter. Es ist sicher nicht leicht für sie, dass ihr Mann immer mehr vergisst. Jeder reagiert anders auf so eine Diagnose.
Tante Linda: Sie ist eine tolle Nebenfigur. Sie unterstützt die Familie und reagiert ganz anders auf die Alzheimer-Erkrankung. Durch ihr Verhalten bleibt der Vater oft ruhiger.
Handlung: Die Handlung zeigt das Leben einer Familie, bei denen der Vater an Alzheimer erkrankt ist. Es wird nichts beschönigt. Immer weiter schreitet die Erkrankung fort. Fosters Mutter und Tante Linda versuchen, Maßnahmen zu finden, um Malcolm zu schützen. Er muss ständig beschäftigt sein und abgelenkt werden.
Das Ende scheint ein kleiner Hoffnungsschimmer zu sein. Alzheimer ist eben nicht heilbar, aber man kann lernen, als Angehöriger damit zu leben.
Spannung und Lesespaß: Das Buch ist kein Unterhaltungsroman, sondern beschäftigt sich mit einem ernsten Thema. Mir hat es sehr gut gefallen. Die Autorin beschreibt das Leben nach der Erkrankung, ohne sich darüber lustig zu machen.
Sie zeigt, dass es nicht leicht ist, für die Angehörigen, aber auch für den Erkrankten selbst. Sie zeigt auch, dass es keine Schande ist, wenn man mit dieser Situation überfordert ist, und Hilfe aufsucht.
Es ist nicht hoffnungslos, man muss sich nur darauf einstellen.
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Das könnte mein Monats-Highlight werden.
Fazit: Ein ernsthafter Roman, der sich respektvoll mit Alzheimer auseinandersetzt.
Bewertung


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