Dienstag, 4. August 2026

Aktuell lese ich... Der Tod liegt in der Luft/Der verschwundene Buchladen

 Hallo,





... einen Reihenauftakt/ein Einzelband.

Mein aktuelles Lesefutter






Der junge Sherlock Holmes soll seine Sommerferien auf dem Land verbringen – bei Tante Anna in Farnham. Stundenlang dauert die Reise und nichts als Gerstenfelder weit und breit. Noch öder geht es ja wohl kaum, Sherlock ist stocksauer. Doch dann kommt alles ganz anders und plötzlich ist er mittendrin in seinem ersten Fall. Mysteriöse Todesfälle, prügelnde Muskelprotze und ein böser Baron – das erste Abenteuer des jungen Meisterdetektivs beginnt.


Zu lange waren Opaline, Martha und Henry nur Nebenfiguren in ihrem eigenen Leben. Doch als diese drei ahnungslosen Fremden einen mysteriösen, verschwundenen Buchladen entdecken, wird alles anders. Dieser magische Ort zieht sie in ihren Bann und lässt sie erkennen, dass ihre eigenen Geschichten genauso außergewöhnlich sind wie die auf den Seiten ihrer geliebten Bücher. Während sie Geheimnisse lüften, tauchen sie in eine Welt voller Wunder ein, in der nichts so ist, wie es scheint.

Lesefortschritt




Aktuell bin ich auf Seite 73 von 416. <Amyus Crowe zog ein Taschentuch aus seiner Tasche und reichte es Sherlock.> (Kapitel 4)



Aktuell bin ich auf Seite 5 von 418. <Die verregneten Straßen von Dublin waren an einem kalten Wintertag kein Ort, an dem ein kleiner Junge herumtrödeln sollte, außer dieser Junge hatte seine Nase gegen die Scheibe eines höchst faszinierenden Buchladens gepresst.> (Prolog)

Warum dieses Buch?




Aus der Vorwoche... bzw. hatte ich es doch erst am Samstag begonnen, obwohl ich es schon letzten Dienstag anfangen wollte...


Ich habe auf der Arbeit drei sehr negative Stimmen zu diesem Buch gehört. Es liegt schon eine Weile auf dem SuB. Da dachte ich, dann lese ich es auch mal. Mal schauen, ob ich es genau wie die drei sehe...

Was gibt es sonst noch zu sagen?



Die Geschichte hat mich noch nicht gepackt. Ich dachte, ich gebe der Geschichte noch Zeit bis Seite 120. Dann hätte ich das 5. Kapitel beendet. Wenn es mich dann immer noch nicht gepackt hat, werde ich es abbrechen...



Die Kapitel sind schon mal eher kurz. Das mag ich. Kapitel 5 endet auf Seite 37. Mal schauen, ob es mich bis dahin packen kann.

Was ist sonst noch passiert?

Ich weiß nicht, ob sich noch jemand an diese Erzählung von mir erinnert... (Davon hatte ich letzten Oktober an dieser Stelle erzählt...



Ja, und das Konzert war am Sonntag. Ich wusste nicht mal, was eine Brass Band genau ist. Ich habe mir tatsächlich nur wegen des Videos die Tickets gekauft. :-D
Das Konzert an sich war klasse... Nur einige Besucher mal wieder. Das fing schon draußen an. Wir saßen auf einer Bank. Alle anderen Bänke waren noch frei. Ein Pärchen kommt, geht erst vorbei, sieht sich um und hockt sich dann ohne zu fragen zu uns, und dann geht das "Interview" los. "Scha-atz, sind wir heute eigentlich mit dem Bugatti oder dem Ferrari gefahren?" usw. Und ich denke nur: HILFE, nicht das schon wieder!
Auf der Tribüne geht es weiter. Ein anderes Pärchen, das hinter uns sitzt, prahlt mit den vierstelligen Preisen pro Ticket und dass sie selbst erfolgreiche Musiker und Sänger wären. Nur warum sagt der Mann dann, dass ein Tenor tiefer als ein Bariton klingt? Das weiß ja selbst ich als total unmusikalische Unwissende, dass das falsch ist. Sie sangen dann auch noch verschiedene Lieder an - eher schief als schön. (Ist aber meine Meinung als Laie.)
Und dann beim Rockmusik-Finale jedes Lied kommentiert und mitgesungen. 
Das Beste war aber dann nach dem Konzert. Ich höre nur: "So eine unverschämte Person. Keinen Respekt. Wenn sie noch einmal neben mir hockt, dann gehe ich aber." Da dachte ich, das wäre die Frau, die neben dem Pärchen saß und habe mich zum zustimmenden Nicken umgedreht. Da sehe ich, das ist ja diese Plaudertasche, die das Konzert kommentiert und mitgesungen hat. Was war ihr Problem, warum sie die Besucherin neben ihr als respektlos empfand? Die Frau hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass das Filmen verboten ist und ihr damit ihre schöne Aufnahme verdorben. Da konnte ich nur den Kopf schütteln. Das sagt nämlich gerade die Richtige mit Respektlosigkeit. 
Zum Glück hat das Pärchen laut genug verkündet, dass sie immer genau auf diesen Plätzen sitzen. Da weiß ich fürs nächste Jahr: unbedingt weit genug weg sitzen!!!





Liebe Grüße
Tinette

Montag, 3. August 2026

Schiggy unterwegs... Brass Band Hessen in Bad Vilbel


Schiggy war wieder unterwegs … und das nur wegen eines Instagram-Videos, das nicht einmal eine Minute lang war.
Bei unserem Besuch von Robin Hood in Fulda am 2. August 2025 waren wir etwas zu früh dran. Meine Schwester zeigte mir spontan ein Video, das kurz zuvor in ihrem Instagram-Feed aufgetaucht war. Zu sehen war die Brass Band Hessen bei ihrem Auftritt in der Wasserburg Bad Vilbel. Trotz eines heftigen Unwetters spielten die Musiker unbeirrt weiter. Der Dirigent, inzwischen komplett durchnässt, warf irgendwann sogar sein klatschnasses Jackett auf den Bühnenboden.
Dieser Einsatz hat mich damals so nachhaltig beeindruckt, dass für mich feststand: Beim nächsten Mal muss ich selbst dabei sein!
Und ich habe es nicht nur gesagt – ich habe es tatsächlich wahr gemacht. Und das, obwohl ich damals noch gar nicht wusste, was eine Brass Band eigentlich genau ist …

1. Eckdaten

Titel: Brass Band - Tour 2026
Art: Konzert
Ort: Wasserburg Bad Vilbel
Sprache: -
Datum: 02.08.2026
Beginn: 12:00 Uhr
Reihe / Platz: Reihe 10, Platz 15
Dauer (inkl. Pause): ca. 2,5 Stunden
Vorlage: -
Hinweise: Sämtliche aufgeführten Kompositionen wurden an diesem Tag erstmals für eine Brass Band arrangiert und aufgeführt. Es handelte sich also ausschließlich um Weltpremieren.

2. Mein Eindruck 

Wir kamen besser durch den Verkehr als gedacht und erreichten die Wasserburg Bad Vilbel deshalb früher als geplant.
Wir setzten uns noch eine Weile auf eine Bank in der Nähe und hörten von dort aus der Band beim Einspielen zu. Das klang bereits sehr vielversprechend und ließ meine Vorfreude weiter steigen.

Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn durften wir unsere Plätze einnehmen. Obwohl sie überdacht waren, brannte die Sonne erbarmungslos darauf. Ein älteres Ehepaar stand kurz darauf auf und meinte, sie würden sich lieber in den Schatten setzen. So kamen wir ins Gespräch. Sie erzählten mir, dass sie normalerweise weiter hinten sitzen würden, diesmal aber erst spät Karten gekauft hätten und nur noch Plätze bekommen hätten, weil jemand seine Tickets zurückgegeben hatte. Außerdem empfahlen sie uns das Konzert des Jugendorchesters, das zwei Wochen später ebenfalls in der Wasserburg stattfindet. Leider passt dieser Termin für mich nicht. Für das nächste Jahr habe ich mir den Besuch aber bereits fest vorgenommen.

Besonders schön fand ich, dass sie uns später noch einmal zunickten, als sie auf ihre Plätze zurückkehren konnten. Inzwischen war die Sonne weitergewandert und dort lag nun endlich Schatten. Auch nach der Pause lächelten sie uns wieder freundlich zu. An diese nette Begegnung werde ich mich gerne erinnern.

Leider sorgten nicht alle Besucher für so angenehme Begegnungen. Darauf möchte ich später noch eingehen. Zunächst möchte ich aber das Positive hervorheben: Das Konzert hat mich so begeistert, dass ich im nächsten Jahr unbedingt wiederkommen möchte.

Arsenal von Jan van der Roost ist der traditionelle Eröffnungsmarsch der Band. Für mich als Erstbesucher war das Stück natürlich vollkommen neu. Umso gespannter bin ich, ob ich es im nächsten Jahr wiedererkenne.

Nach diesem Auftakt erzählte der Moderator, der sich später als Simon Dillmann vorstellte, etwas über das erste Konzertstück: Fate of the Gods von Steven Reineke. Als dabei das Wort „Edda“ fiel, musste ich kurz grinsen, weil ich dieses Werk erst vor gar nicht allzu langer Zeit gelesen hatte, um mich näher mit der nordischen Mythologie zu beschäftigen.

Ich fand die kurzen Anmoderationen sehr hilfreich, weil ich mit Brass Bands und sinfonischer Blasmusik überhaupt nicht vertraut bin. Deshalb fand ich auch die Informationen über den musikalischen Hintergrund der Komponisten – etwa, dass Steven Reineke selbst Trompeter ist – besonders interessant.

Schon während dieses ersten Stücks entstanden vor meinem inneren Auge lebendige Bilder. Ich hörte nicht einfach die einzelnen Instrumente – ich hörte Thors Donnerschläge und sah die nordischen Götter förmlich vor mir. Gegen Ende hatte ich sogar das Gefühl, als würde gerade einer dieser Götter sterben. Die Musik klang so dramatisch, dass sie auf mich wie ein letzter, verzweifelter Todeskampf wirkte.

Beim nächsten Stück bin ich mir beim Titel leider nicht ganz sicher. Ich glaube, es war Pirates Revenge von Adrian B. Sims, hundertprozentig sicher bin ich mir allerdings nicht. Ich habe mir die Titel nämlich erst in der Pause beziehungsweise auf dem Nachhauseweg notiert.

Lustig fand ich die Moderation, in der Simon Dillmann versuchte, den Bogen von der Hölle zum Thema Wasser zu schlagen. Schließlich erzählte er einfach, dass die Band am Vortag in der Nähe eines Weihers gewesen sei und dort spontan schwimmen gegangen wäre.

Ob es nun tatsächlich dieses Stück oder doch ein anderes mit „Revenge“ im Titel war – beim Hören hatte ich sofort Piraten vor Augen. Zunächst schien das Schiff noch durch ruhige Gewässer zu fahren, doch schon bald peitschte die Gischt gegen den Rumpf und die See wurde immer stürmischer. Ich sah die Piraten mit erhobenen Säbeln vor mir, bereit, jedes Schiff zu entern, das ihren Weg kreuzte. Die Musik klang für mich nach entschlossenen, furchtlosen Seeräubern, während ihre schwarze Flagge im Wind flatterte.

Das dritte Stück beginnt im Original mit einem Klarinettensolo. Da dieses Instrument in einer Brass Band nicht vertreten ist, hatte Hans-Reiner Schmidt diesen Part für das Euphonium umgeschrieben. Als der Moderator das erwähnte, jubelten einige Besucher. Daraufhin sagte er augenzwinkernd: „Dass es Glück ist, dass niemand bei uns Klarinette spielt, spiegelt nicht unbedingt die Meinung eines Bandmitglieds wider. Was Sie daraus schließen, ist Ihre Sache. Klarinettenspieler sind auch Menschen.“

Interessant fand ich, dass es zwischen klassischem Orchester und Brass Band offenbar eine kleine, humorvolle Rivalität gibt. Als ich einer Bekannten, die Klarinette und Oboe spielt, von meinem geplanten Konzertbesuch erzählt hatte, schnaubte sie ebenfalls nur verächtlich. Mein Standpunkt dazu ist allerdings ganz einfach: Ich bin wie die Schweiz – neutral. Ich höre beides sehr gerne.

Hier konnte ich zum ersten Mal ein Euphonium als Soloinstrument erleben. Vor diesem Konzert kannte ich das Instrument überhaupt nicht. Bei meiner anschließenden Recherche erfuhr ich, dass die Bezeichnung aus dem Griechischen stammt und „wohlklingend“ bedeutet. Einen passenderen Namen könnte ich mir kaum vorstellen, denn genau so habe ich seinen Klang empfunden.

Der nächste Block bestand aus vier zusammenhängenden Teilen und nahm das Publikum mit auf eine musikalische Reise nach Irland. Die Klänge zogen mich so sehr in ihren Bann, dass ich nach dem ersten Teil bereits dachte, das Stück sei zu Ende. Ich klatschte sogar kurz – allerdings nur gemeinsam mit zwei oder drei anderen Besuchern. Niemand sonst? Ach ja, das war ja erst der erste Teil! Ich hatte völlig vergessen, dass noch drei weitere folgen würden. Auch nach den nächsten Abschnitten musste ich mich immer wieder beherrschen, nicht erneut zu applaudieren. Vereinzelt passierte genau das auch anderen Zuhörern. Nach dem Finale drehte sich Hans-Reiner Schmidt grinsend zum Publikum um und zeigte mit vier ausgestreckten Fingern nach oben – eine humorvolle Erinnerung daran, dass das Werk aus vier Teilen bestanden hatte.

Als Zugabe vor der Pause kam schließlich echtes Riverdance-Feeling auf. Dieses Stück kannte ich sofort und verband es unmittelbar mit der berühmten Tanzshow. Nach und nach rückte jede Instrumentengruppe mit einem eigenen musikalischen Part in den Mittelpunkt. Dabei erhoben sich die jeweiligen Musiker von ihren Plätzen, bis schließlich die gesamte Band gemeinsam mit voller Kraft spielte. Da brauchte es keine Stepptanzgruppe mehr, um sich nach Irland versetzt zu fühlen.

Auf das Mitklatschen des Publikums hätte ich zwar gut verzichten können – davon bin ich grundsätzlich kein großer Fan –, aber ich kann verstehen, dass sich viele von der Musik mitreißen ließen. So sorgte das Stück für einen schwungvollen und fröhlichen Abschluss des ersten Konzertteils.

Zu Beginn des zweiten Konzertteils glaubte ich schließlich, endlich ein Instrument zu erkennen: ein Akkordeon, das der Musiker Wassily auf seinem Weg vom linken Eingang zur Bühne spielte. Spoiler: Ich lag daneben. Wie er später erklärte, handelte es sich nicht um ein Akkordeon, sondern um ein Bajan. Ich bin eben kein Experte.

Das Stück erkannte ich sofort wieder, weil wir es bereits draußen während des Einspielens gehört hatten. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte mich die Melodie an einen Tango erinnert, dieser Eindruck verstärkte sich nun noch. Das Schaben über das Güiro ließ mich dagegen an quakende Frösche denken. Vor meinem inneren Auge entstand deshalb das Bild von zwei Menschen, die barfuß über eine Wiese Tango tanzen, während sie an einem Teich voller Frösche vorbeiziehen.

Das Stück heißt übrigens Adiós Nonino von Astor Piazzolla, der es nach dem Tod seines Vaters komponierte. Mit diesem Wissen bekam die Musik für mich im Nachhinein noch eine ganz andere emotionale Tiefe.

Zur Einstimmung hatte der Moderator zuvor wieder eine kleine Anekdote erzählt, die für einige Lacher sorgte: Es gebe zwei Länder, in denen der Tango als Nationaltanz gelte – Argentinien und … Finnland. Tatsächlich erfreut sich der Tango dort großer Beliebtheit. Seit 1985 findet in Finnland sogar ein eigenes Tango-Festival statt.

Wer sich über Zugverspätungen ärgert, sollte sich vielleicht Rail Riffs von Brian Balmages anhören. Vielleicht vergisst man bei dieser Melodie seinen Frust für einen Moment.

Mich erinnerte das Stück an eine Fahrt mit einer alten Dampflok. Ich sah förmlich den Rauch in den Himmel aufsteigen, hörte das Zischen des Dampfes und das rhythmische Rattern der Räder über die Schienen. Selbst die Kuppelstangen schienen sich vor meinem inneren Auge zu bewegen. Die Fahrt wirkte angenehm und gleichmäßig – nicht so schnell, dass man in einer Kurve Angst um eine Entgleisung haben müsste, aber auch nicht so langsam, dass man befürchten würde, nie am Ziel anzukommen. Mit dieser Dampflok würde ich jederzeit noch einmal mitfahren.

Der Moderator kündigte anschließend etwas fürs Herz an: eine Komposition, bei der wir uns zurücklehnen und entspannen sollten, denn für das darauffolgende Stück würden wir diese Ruhe dringend brauchen.

Appalachian Morning von Robert Sheldon nimmt uns mit auf einen Spaziergang durch die Wälder und Berge des Cumberland Gap. Vor meinem inneren Auge ritt ich auf einem Pferd durch die weite Landschaft, während die aufgehende Sonne die Umgebung in warmes Licht tauchte und ihre ersten Strahlen sanft die Nase kitzelten. Es war eine wunderbar ruhige Komposition, die eindrucksvoll zeigte, wie vielseitig eine Brass Band sein kann.

Vor meinem Besuch hatte mir jemand gesagt: „Eine Brass Band kann nur eins: laut sein.“ Nach diesem Stück kann ich nur sagen: Nein, eben nicht. Appalachian Morning ist für mich der beste Gegenbeweis.

Simon Dillmann meinte vor dem letzten Block, dass er uns in diesem Jahr wahrscheinlich zum letzten Mal durch ein Konzert begleiten würde. Daraufhin war aus dem Publikum ein bedauerndes „Ohhh“ zu hören. Er nickte lächelnd und sagte, dass er diese Reaktion sehr zu schätzen wisse.

Es folgte Time Machine – Meilensteine der Rockgeschichte, wie der „junge Mann“ Hans-Reiner Schmidt dieses Medley betitelt hatte. Kurz darauf nahm Simon Dillmann das „jung“ jedoch wieder zurück und sprach nur noch vom „Mann“. Der Dirigent deutete daraufhin scherzhaft an, dass ihm das Kreuz wehtue.

Da der Moderator noch weitersprechen wollte, wurde aus der Pommesgabel kurzerhand der Schweigefuchs. „Nur eine Mini-Änderung der Handposition, und schon wird aus Jubeln Ruhe“, kommentierte er augenzwinkernd.

Bevor das Medley begann, wurde das Publikum eingewiesen. Immer wenn der Dirigent eine geballte Faust zeigte, sollten wir laut „Thunder!“ rufen. Wer mit dem englischen „th“ Schwierigkeiten hätte, könne stattdessen einfach „Fanta!“ rufen – das würde in der Menge ohnehin niemand merken. Darüber musste ich innerlich lachen, weil wir in der fünften Klasse ständig „th, th, th, th, th“ üben mussten, um genau diesen Laut richtig auszusprechen. Daran sollte es also nicht scheitern. Allerdings sollte der Ruf möglichst tief und kräftig klingen – und da war ich mit meiner eher hohen Stimme dann doch etwas im Nachteil.

Neben Thunderstruck waren unter anderem auch Wind of Change, Smoke on the Water, Another One Bites the Dust, We Are the Champions, (I Can't Get No) Satisfaction, I Was Made for Lovin’ You und Highway to Hell als Brass-Band-Arrangements zu hören. Welche dieser Nummern letztlich die Zugabe war, weiß ich allerdings gar nicht mehr. Dafür waren die Eindrücke an diesem Nachmittag einfach zu vielfältig.

Etwas schade fand ich, dass nach nahezu jedem Solo applaudiert wurde. Dadurch gingen die unmittelbar anschließenden musikalischen Übergänge teilweise unter. Hinzu kam, dass hinter mir ein Mann und eine Frau immer wieder mitsangen – meinem Empfinden nach allerdings eher schief als schön. Die Frau nannte zudem bei fast jedem Titel den Namen des Liedes und erzählte ihrer Begleitung, dass sie es kenne. Mich hat das leider etwas aus dem Konzert gerissen. Ich wollte mich ganz auf die Musik der Brass Band konzentrieren, und solche Gespräche oder Gesangseinlagen lenkten davon ab.

Und damit komme ich zu der bereits angedeuteten weniger angenehmen Begegnung mit anderen Zuschauern. Diese beiden hatten bereits vor Beginn der Vorstellung sowie in der Pause lautstark erzählt, welche Veranstaltungen sie schon besucht hatten. Sie nannten dabei immer wieder den vierstelligen Preis pro Person und berichteten den Zuschauern um sie herum, welche Instrumente sie spielten und dass sie selbst Sänger seien. Titel aufgezählt – und losgesungen.

Das ließ mich zwar regelmäßig die Augen verdrehen, aber damit hätte ich noch leben können, wenn sie während des Konzerts ruhig geblieben wären. Leider war das nicht der Fall.

Der Mann erklärte dann noch, dass er beispielsweise Tenorhorn spiele, das wie ein Bariton klinge, nur eben tiefer. Ich dachte ja immer, dass ein Tenor höher als ein Bariton wäre. Aber gut – ich habe schließlich auch das Bajan zunächst für ein Akkordeon gehalten.

Das Konzert an sich hat mich wirklich begeistert. Wucht und Dynamik wechselten sich mit leisen, sanften Tönen ab. Insgesamt war es ein äußerst abwechslungsreiches Konzert. Auch meine Schwester fand es großartig und hatte nur die gleichen negativen Punkte, die ja ausschließlich das Publikum betrafen.

Wir wollen nächstes Jahr unbedingt wieder hin. Da die beiden Störenfriede verkündet haben, dass sie immer auf genau diesen Plätzen sitzen, können wir dieses Erlebnis zumindest verhindern, indem wir uns Sitze weit genug entfernt aussuchen. Das nette Pärchen vom Anfang erzählte, dass sie sonst immer bei der Technik hocken. Das wäre doch eine Überlegung wert.

Besonders schön fand ich, dass Hans-Reiner Schmidt jeden einzelnen Musiker umarmte, bevor diese die Bühne wieder über den linken Gang verließen. Ganz nebenbei hatte das noch einen angenehmen Nebeneffekt: Die Zuschauer, die sonst am liebsten schon vor dem letzten Applaus nach draußen stürmen, mussten dieses Mal warten. Ich finde dieses voreilige Verlassen einer Veranstaltung – ganz gleich welcher Art – den Künstlern gegenüber immer etwas unhöflich.

Beim Moderator hakte sich der Dirigent schließlich unter und fasste sich mit der freien Hand ans Kreuz. Mit sichtlichem Augenzwinkern spielte er den alten, klapprigen Herrn und sorgte damit noch einmal für Lacher.

Am Ausgang wartete Hans-Reiner Schmidt anschließend auf die Besucher und verabschiedete sich persönlich von allen, die ihm zum Abschied die Hand geben wollten. Ein sympathischer Abschluss eines rundum gelungenen Konzertnachmittags.

Ich freue mich schon auf das Konzert 2027!

Tibi, Tawny und Schiggy blicken zurück... auf den Juli 2026

 

 

Hallo,

im Juli war ich auf Zeitreise und habe dabei einige spannende Orte besucht: das antike Griechenland, Frankfurt in den 1920ern, Frankreich im 19. Jahrhundert, Deutschland im Jahr 2029 und Wien im 18. Jahrhundert. Und ausgerechnet mir als Hundemensch sind dabei mehrfach Katzen über den Weg gelaufen. Außerdem habe ich einen Marathon absolviert – wenn auch nicht unbedingt in der Form, die man sich normalerweise darunter vorstellt.

Der Juli in drei Worten: Zeitreise – Katzen – Marathon.

~*~ Tibis Leseecke ~*~


1. Mein SuB und ich


Der SuB zum Monatsbeginn 

📚 46 Printbücher
📱 0 E-Books
➡️ Insgesamt: 46 Bücher


Zugänge

    



Abgänge
aussortiert:
keine

gelesen:
1. Klänge einer neuen Zeit von Eva Wagendorfer, 429 Seiten
2. Odyssee von Homer (Poesieform), 335 Seiten
3. Odyssee von Homer (Prosaform), 456 Seiten
4. Katzenmond von Antonia Michaelis, 318 Seiten
5. Robin - Heldin wider Willen von Ben Miller, 286 Seiten


begonnen:
keins

abgebrochen:
1. Der Wald von Gina Mayer nach 92 von 238 Seiten


Der SuB zum Monatsende

📚 46 Printbücher
📱 0 E-Books
➡️ Insgesamt: 46 Bücher
📉 Veränderung: 0

2. Gebell

Neu hinzugekommen sind folgende Rezensionen: 

3. Reihen

🆕Begonnen 
1. Die Radioschwestern

📖Fortgeführt 
keine Reihe

Beendet
keine Reihe

Abgebrochen
1. Wilderland

4. Statistiken

📄Gelesene Seiten (inkl. gel. Seiten abgebrochener Bücher): 1.916
📚 Gelesene Bücher: 5
📖Ø Seiten pro Buch: 383
📅 Seiten pro Tag: 61


5. Buchverfilmungen (erstmals geschaut)

Ich zeige immer zuerst die Romanvorlage und daneben dann das Cover der Verfilmung.  

 


6. 

  

💛Top vs.  Flop

 vs. 

Mein allererstes Highlight in diesem Jahr: Katzenmond! Dafür gab es mit Der Wald aber leider auch einen Abbruch.

Positive Überraschung vs. größte Enttäuschung

 
/// vs. ///

Diese Kategorie bleibt diesen Monat unausgefüllt, weil ich weder das eine noch das andere gelesen habe.



📏Kürzestes Buch vs. längstes Buch


vs. 


Robin hat 286 Seiten, Odyssee (Prosaform) 456 Seiten.


👀Schönstes Cover vs. "hässlichstes" Cover

  vs. ////

Das Cover der Poesieausgabe wirkt durch den Goldton auf dem dunkelblauen Hintergrund schlicht und edel. Weniger ist manchmal eben einfach mehr. Schrecklich fand ich kein Cover.

💚Liebling des Monats vs. Unsympath des Monats


 vs. 


Ich mochte den Pilz-Experten Nathan von der ersten Sekunde an. Bei Wilderland wurde ich dagegen mit keinem der Charaktere warm.

~*~ Tawnys Spielecke ~*

 



🎲Spiel des Monats

UNENTSCHIEDEN



Begründung:
Gar nicht so einfach, weil wir insgesamt nur zwei verschiedene Spiele auf dem Tisch hatten.
The Game hat uns jedes Mal aufs neue herausgefordert. Wir haben uns Hausregeln ausgedacht, um es auch einmal zu besiegen. Das Spiel, das uns am meisten herausgefordert hat.
Stadt - Land - Tod hat für viele lustige Momente gesorgt, bei denen wir so richtig kreativ sein durften. Das Spiel, bei dem wir am meisten gelacht haben.
Deshalb dieses Mal keine Entscheidung.



~*~ Schiggy unterwegs ~*~

Im Juli habe ich Folgendes besucht:

4. Juli - Opernhaus Bonn 

Wie im Himmel - 12. Juli - Wasserburg Bad Vilbel

18. Juli - Amphitheater Hanau

24. Juli - Amphitheater Hanau

25. Juli - Amphitheater Hanau

26. Juli - Wasserburg Bad Vilbel


📸 Highlight 



Das Musical Schneewittchen hat mich mit der pfiffigen, erfrischend Inszenierung komplett überzeugt. Den vollständigen Bericht dazu findet ihr hier.

---

Im Juli habe ich meine Reise durch die griechische Mythologie mit der Odyssee fortgesetzt, die ich zugänglicher als die Ilias fand. Überhaupt bin ich dank Buch- und Theatergeschichten durch die verschiedensten Epochen gereist. Katzen – oder zumindest ihre Geräusche – sind mir dabei erstaunlich oft begegnet: im Buch von Antonia Michaelis, bei der Feuerzangenbowle in Bad Vilbel und sogar Mozart miaute wie eine Katze.
Zum Monatsende folgte dann noch ein dreitägiger Kultur-Marathon, der zwar anstrengend, aber wirklich großartig war. Ich bin schon sehr gespannt, welche Buch- und Theaterwelten mir im August begegnen werden!

Liebe Grüße
Tinette

Freitag, 31. Juli 2026

Kurz gebellt zu: Robin - Heldin wider Willen

  



   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Robin Hood aged 10 3/4
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Ben Miller
Übersetzt von: Leena Flegler
Verlag: arsEdition
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Kinderbuch
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 286
Preis: 14,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-8458-6692-5





Klappentext:
Charlie ist neu an der Schule und hat keine Freunde. Sie ist eher schüchtern und verbringt ihre Zeit am liebsten mit Büchern – bis sie plötzlich in der Schulbibliothek in eine magische Welt hineingezogen wird. Dort soll sie eine entführte Königin retten und die Waldbewohner vor einem finsteren Sheriff beschützen, der ihrem strengen Lehrer verdächtig ähnelt. Zum Glück ist sie nicht allein: Ein mutiger Mitschüler, ein schlauer Rabe und unerwartete Verbündete stehen ihr zur Seite. Mit Pfeil und Bogen stellt sie sich der Ungerechtigkeit entgegen – und erkennt, dass wahre Stärke in uns allen steckt, wenn wir nur den Mut haben, über uns hinauszuwachsen.



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 21.07.2026
Beendet: 26.07.2026
Gebraucht: 6 Tage

Kurz gebellt


Nach meiner zweifachen Odyssee-Lektüre war mir nach etwas Leichtem und Unterhaltsamem für zwischendurch. Beim Stöbern stieß ich auf dieses Kinderbuch – und bei einer Robin-Hood-Adaption bin ich natürlich direkt am Start.

Die knapp 290 Seiten verteilen sich auf 32 Kapitel. Diese angenehme Kürze sorgt für einen tollen Lesefluss. Die liebevollen Illustrationen von Elisa Paganelli lassen die Szenen zudem direkt vor dem inneren Auge lebendig werden. Die Schrift ist kinderbuchtypisch groß gedruckt – was nach den dicht gesetzten Versen der Odyssee eine wahre Wohltat für die Augen war.

Im Mittelpunkt steht die fast 11-jährige Charlie. Sie ist neu an der Schule, hat noch keinen Anschluss gefunden und wird zu allem Überfluss von den Zwillingen (ohne Namen) sowie Mitschülerin Aruna gemobbt. Die Beklemmung ist förmlich greifbar: Charlie macht sich in ihrer Gegenwart regelrecht klein, in der Hoffnung, einfach übersehen zu werden. Umso schöner ist ihre Entwicklung, nachdem sie durch das magische Portal schlüpft. Anfangs noch überfordert, erwacht nach und nach ihr Mut. Es tut richtig gut mitzuerleben, wie sie über sich hinauswächst, es mit stärkeren Gegnern aufnimmt und dabei erfrischend offen bleibt, ihre Meinung über andere zu revidieren.

Nathan, ebenfalls ein Mobbingopfer, ist mir besonders ans Herz gewachsen. Seine Begeisterung für Pilze wirkt ansteckend. Da sehe ich förmlich das Funkeln in seinen Augen, wenn er in sein Lieblingsthema eintaucht. Ich hätte ihm stundenlang zuhören können, weil es ein herrlich unverbrauchtes Hobby für einen Buchcharakter ist. Zudem verleiht ihm seine leicht tollpatschige Art unheimlich viel Charme.

Auch Aruna zeigt Tiefe: Schnell wird klar, dass sie eher als Mitläuferin agiert, um nicht selbst ins Visier der schikanierenden Zwillinge zu geraten. Wie diese drei Kinder nach und nach Vorurteile abbauen, Vertrauen fassen und echte Freunde werden, finde ich wunderschön erzählt. Komplettiert wird die Gruppe durch Widsith: In der realen Welt ein gewöhnlicher Rabe, verwandelt er sich hinter dem Portal in einen klugen, sprechenden Begleiter mit feinem Gespür für Gefahren und einer wunderbar sarkastischen Ader.

Einen besonderen Pluspunkt verdient das Nachwort des Autors. Er betont dort ausdrücklich, dass Nathan ein Experte ist und man keinesfalls unbedacht Pilze im Wald sammeln darf. Das hat mich schmerzlich an mein eigenes kleines Pilzabenteuer erinnert: Inspiriert von erfolgreichen Sammlern zog ich voller Vorfreude selbst los. Zur Sicherheit zeigte ich meine Ausbeute meinem Vater, der sich damit auskennt. Das ernüchternde Ergebnis: Jedes einzelne Exemplar war giftig und landete direkt im Müll. Die Enttäuschung war riesig – aber die Lektion gelernt. Man sollte das Thema wirklich nicht unterschätzen!

Ein durchweg gelungenes Kinderbuch! Eine magische, kindgerechte Robin-Hood-Adaption, die zeigt, wie viel Stärke in jedem von uns steckt. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, lässt aber genau das richtige Hintertürchen für ein neues Abenteuer offen. Ich wäre bei einer Fortsetzung jedenfalls sofort wieder an Charlies, Nathans und Arunas Seite.



Zitate, die im Kopf geblieben sind

keine

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Da könnte der Autor doch ein zweites Buch über die Freunde schreiben.
Fazit: Eine herzliche, magische Geschichte über Mut, Freundschaft und zweite Chancen.
Bewertung


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