1. Eckdaten zur Vorstellung
Titel der Veranstaltung: Tischlein, deck dich
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Amphitheater Hanau
Sprache: Deutsch
Besuch: 24.05.2026
Beginn: 18:30 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden inklusive Pause
Reihe / Platz: Reihe 1, Platz 32
Vorlage: gleichnamiges Märchen der Gebrüder Grimm
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Amphitheater Hanau
Sprache: Deutsch
Besuch: 24.05.2026
Beginn: 18:30 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden inklusive Pause
Reihe / Platz: Reihe 1, Platz 32
Vorlage: gleichnamiges Märchen der Gebrüder Grimm
2. Besetzung der besuchten Vorstellung
Björn Schneider: Andreas Bieber
Alfons Knickel: Tim-Al-Windawe
Dabra Caprana: Sophia Euskirchen
Thekla Knickel: Annette Potempa
Tim Knickel: Sebastian Prange
Katharina Schneider: Josefine Rau
Elisabeth Schneider: Charlotte Katzer
Philipp Schneider: Tim Taucher
Gundik, Eva Christensen: Antje Eckermann
Hugo Czerwinksi u.a.: Jonas Balowetz
Adriana Herford u.a.: Antonia Wortberg
Olivia Block u.a.: Verena Bonnkirch
Marco Mazza, Knüppel: Timo Stacey
Alfons Knickel: Tim-Al-Windawe
Dabra Caprana: Sophia Euskirchen
Thekla Knickel: Annette Potempa
Tim Knickel: Sebastian Prange
Katharina Schneider: Josefine Rau
Elisabeth Schneider: Charlotte Katzer
Philipp Schneider: Tim Taucher
Gundik, Eva Christensen: Antje Eckermann
Hugo Czerwinksi u.a.: Jonas Balowetz
Adriana Herford u.a.: Antonia Wortberg
Olivia Block u.a.: Verena Bonnkirch
Marco Mazza, Knüppel: Timo Stacey
Live-Band
Dominik Franke, Stefan Keuscher, Malte Bechtold, Elias Bollinger, Christian Lauterbach, Valentin Scheffzek
3. Mein Eindruck der Show
Schiggy war wieder unterwegs. Dieses Mal ging es zu den 42. Brüder Grimm Festspielen in Hanau.
Nachdem mich bereits Die Gänsemagd (2024), Die Bremer Stadtmusikanten sowie Hänsel und Gretel (2025) überzeugen konnten, habe ich mir in diesem Jahr fast das komplette Programm gebucht.
Den Auftakt machte dabei das Musical Tischlein, deck dich im Amphitheater Hanau.
Bereits vor Vorstellungsbeginn wurde per Aushang bekannt gegeben, dass Svea Harder (Rolle: Luisa Higgs u.a.) krankheitsbedingt ausfällt und ihre Rollen von verschiedenen Ensemblemitgliedern übernommen werden. Zusätzlich trat der Intendant vor Beginn auf die Bühne und informierte das Publikum darüber, dass sich Andreas Bieber, Darsteller des Björn Schneider, den Fuß gebrochen habe, aber trotzdem spielen werde. Die Choreografien seien entsprechend angepasst worden.
Nachdem mich bereits Die Gänsemagd (2024), Die Bremer Stadtmusikanten sowie Hänsel und Gretel (2025) überzeugen konnten, habe ich mir in diesem Jahr fast das komplette Programm gebucht.
Den Auftakt machte dabei das Musical Tischlein, deck dich im Amphitheater Hanau.
Bereits vor Vorstellungsbeginn wurde per Aushang bekannt gegeben, dass Svea Harder (Rolle: Luisa Higgs u.a.) krankheitsbedingt ausfällt und ihre Rollen von verschiedenen Ensemblemitgliedern übernommen werden. Zusätzlich trat der Intendant vor Beginn auf die Bühne und informierte das Publikum darüber, dass sich Andreas Bieber, Darsteller des Björn Schneider, den Fuß gebrochen habe, aber trotzdem spielen werde. Die Choreografien seien entsprechend angepasst worden.
Die Einschränkung fiel während der Vorstellung kaum auf. Ohne die Ankündigung hätte man sie vielleicht für einen Teil der Inszenierung gehalten. Auch die Choreografien wirkten schwungvoll und durchweg stimmig.
Die Inszenierung hat zunächst nur den Titel mit dem bekannten Märchen gemeinsam und überrascht stattdessen mit einer modernen, gesellschaftskritischen Interpretation mit unübersehbaren Parallelen zur heutigen Zeit.
Diese wirken aber nicht belehrend oder zu gewollt, sondern regen zum Nachdenken an.
Der Wirt Alfons Knickel, der Bier mit Wasser streckt und Rechnungen fälscht, möchte durch Hetzkampagnen und Lügen Bürgermeister werden, u.a. indem er das Virus, welches sämtliches Nutzvieh getötet hat, infrage stellt.
Gemeinsam mit der Hexe Dabra Caprana spinnt Knickel Intrigen gegen die Familie Schneider. Durch die verwandelte Ziege werden die Kinder der Familie beschuldigt, das Tier hungern zu lassen, woraufhin sie Grimmweiler verlassen.
An diesem Punkt wird der direkte Bezug zum Originalmärchen deutlich. Es bleiben typische Elemente wie „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt“, das Tischlein, der Goldesel und der Knüppel aus dem Sack erhalten.
Die Umsetzung fand ich insgesamt sehr gelungen. Das Musical zeigt, wie leicht Menschen durch Lügen und falsche Versprechungen manipuliert werden können, aber auch, dass man manche Dinge erst zu schätzen weiß, wenn sie verschwunden sind.
Besonders deutlich zeigt sich das in der Handlung rund um die gefällte Eiche. Während sich die Bewohner über die Hitze beklagen, wird ihnen bewusst, wie sehr ihnen der alte, mächtige Baum als Schattenspender fehlt. Dabras trockener Kommentar, man könne es den Leuten ohnehin nie recht machen, war dabei gar nicht so unberechtigt. Schließlich wollten sie die Eiche ja unbedingt loswerden.
Trotz der politischen Untertöne kommt auch der Humor nie zu kurz. Es gibt zahlreiche lustige Szenen, selbst rund um die Antagonisten der Geschichte.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Dabra in ihrer Ziegengestalt. Kleine Sprünge, Bewegungen wie scharrende Hufen und ihre Körpersprache erinnerten tatsächlich an eine Ziege und machten die Darstellung sehr lebendig.
Auch der Goldesel sorgte allein mit seinen Grimassen regelmäßig für Lacher.
Überraschend fand ich die Umsetzung des Knüppels aus dem Sack. Statt eines gewöhnlichen Knüppels wird die Figur als Boxer dargestellt, inklusive Boxerhandschuhen und sackartigem Umhang.
Sobald der Knüppel „aus dem Sack“ kommt, wird die Szene wie ein Boxkampf inszeniert. Gerade diese unerwartete Idee sorgte im Publikum für Szenenapplaus.
Ebenfalls starken Applaus erhielt die Szene, in der das Tischlein scheinbar auf magische Weise ein gebratenes Hühnchen erscheinen lässt. Der Effekt ist simpel, funktioniert aber hervorragend.
Die Inszenierung hat zunächst nur den Titel mit dem bekannten Märchen gemeinsam und überrascht stattdessen mit einer modernen, gesellschaftskritischen Interpretation mit unübersehbaren Parallelen zur heutigen Zeit.
Diese wirken aber nicht belehrend oder zu gewollt, sondern regen zum Nachdenken an.
Der Wirt Alfons Knickel, der Bier mit Wasser streckt und Rechnungen fälscht, möchte durch Hetzkampagnen und Lügen Bürgermeister werden, u.a. indem er das Virus, welches sämtliches Nutzvieh getötet hat, infrage stellt.
Gemeinsam mit der Hexe Dabra Caprana spinnt Knickel Intrigen gegen die Familie Schneider. Durch die verwandelte Ziege werden die Kinder der Familie beschuldigt, das Tier hungern zu lassen, woraufhin sie Grimmweiler verlassen.
An diesem Punkt wird der direkte Bezug zum Originalmärchen deutlich. Es bleiben typische Elemente wie „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt“, das Tischlein, der Goldesel und der Knüppel aus dem Sack erhalten.
Die Umsetzung fand ich insgesamt sehr gelungen. Das Musical zeigt, wie leicht Menschen durch Lügen und falsche Versprechungen manipuliert werden können, aber auch, dass man manche Dinge erst zu schätzen weiß, wenn sie verschwunden sind.
Besonders deutlich zeigt sich das in der Handlung rund um die gefällte Eiche. Während sich die Bewohner über die Hitze beklagen, wird ihnen bewusst, wie sehr ihnen der alte, mächtige Baum als Schattenspender fehlt. Dabras trockener Kommentar, man könne es den Leuten ohnehin nie recht machen, war dabei gar nicht so unberechtigt. Schließlich wollten sie die Eiche ja unbedingt loswerden.
Trotz der politischen Untertöne kommt auch der Humor nie zu kurz. Es gibt zahlreiche lustige Szenen, selbst rund um die Antagonisten der Geschichte.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Dabra in ihrer Ziegengestalt. Kleine Sprünge, Bewegungen wie scharrende Hufen und ihre Körpersprache erinnerten tatsächlich an eine Ziege und machten die Darstellung sehr lebendig.
Auch der Goldesel sorgte allein mit seinen Grimassen regelmäßig für Lacher.
Überraschend fand ich die Umsetzung des Knüppels aus dem Sack. Statt eines gewöhnlichen Knüppels wird die Figur als Boxer dargestellt, inklusive Boxerhandschuhen und sackartigem Umhang.
Sobald der Knüppel „aus dem Sack“ kommt, wird die Szene wie ein Boxkampf inszeniert. Gerade diese unerwartete Idee sorgte im Publikum für Szenenapplaus.
Ebenfalls starken Applaus erhielt die Szene, in der das Tischlein scheinbar auf magische Weise ein gebratenes Hühnchen erscheinen lässt. Der Effekt ist simpel, funktioniert aber hervorragend.
Auch musikalisch konnte die Produktion überzeugen. Die Songs sind abwechslungsreich und reichen von schwungvollen Ensemblenummern, lustigen Lieder (die Schneiders beim Kuchenessen) „schmierigen“ Solos (wenn Knickel über den Betrug an den Besuchern singt), bis hin zu emotionalen Balladen. Wie die Titel lauten, weiß ich nicht. Ich habe keine Songliste gefunden.
Besonders stark fand ich das Duett zwischen Schneider und Knickel gegen Ende des zweiten Akts. Beide Darsteller begegnen sich darin gesanglich auf Augenhöhe.
Emotional im Gedächtnis geblieben ist außerdem die ruhige Ballade von Katharina und Tim über den „gleichen Mond“. Das Lied handelt davon, trotz räumlicher Trennung miteinander verbunden zu bleiben. Gegen Ende des Stücks greift Katharina dieses Lied erneut auf, um den verzauberten Tim an die gemeinsame Vergangenheit zu erinnern.
Dabra fragt, ob Katharina ihr jetzt auch vorsingt und dann eine Zeile daraus spöttisch nachäfft, mit passend angewidertem Gesicht. Ein weiterer sehr lustiger Moment.
Das Bühnenbild arbeitet mit zwei Ebenen und drehbaren Elementen, die schnell zwischen verschiedenen Schauplätzen wechseln können — darunter das Wirtshaus, Häuserfassaden im Grimmweiler, das Bürgermeisterbüro, Dabras Haus oder das Speisezimmer der Familie Schneider.
Die Ausstattung wirkt dabei nie überladen, was ich sehr positiv finde. Es braucht auch nicht viel. Einzelne Requisiten wie Essen, Biergläser oder Wahlplakate reichen völlig aus, um die Szenen stimmungsvoll wirken zu lassen.
Auch die Kostüme unterstützen die Figurenzeichnung sehr gut. Björn Schneider wirkt im Anzug jederzeit seriös, während Alfons Knickel trotz seines politischen Ehrgeizes optisch immer der Wirt bleibt.
Gelungen fand ich außerdem Theklas Wandel vom bodenständigen Auftreten hin zum feineren Kostüm nach dem Wahlsieg.
Dabra fällt mit ihrem auffälligen blauen Kostüm und später als Ziege auf.
Schauspielerisch und gesanglich wirkte das gesamte Ensemble durchweg überzeugend. Besonders heraus stach für mich Dabra mit ihrer facettenreichen und extrem ausdrucksstarken Mimik, durch die viele Szenen zusätzlich an Komik gewannen. Ein Beispiel ist die Szene, in der Knickel von seinem neuen Büro erzählt: Dabra sitzt am vorderen Bühnenrand und kommentiert das Geschehen ausschließlich über ihre Mimik – etwa mit einem stummen „Wow“ und einem übertrieben beeindruckten Gesichtsausdruck. Auch das Publikum schien das ähnlich zu sehen, denn sie erhielt am Schluss den lautesten Applaus.
Die Live-Band war auf der linken oberen Bühnenseite platziert und begleitete die Songs souverän, ohne jemals den Gesang zu übertönen. Auch der Ton funktionierte in der besuchten Vorstellung problemlos. Alle Darsteller waren jederzeit gut verständlich.
Dank der niedrigen Bühne und guten Entfernung zwischen Sitzplätzen und Bühne konnte ich wie immer in Hanau die 1. Reihe buchen. So hatte ich weder Sichteinschränkungen noch Genickstarre, was für mich besonders wichtig ist, da größere Personen vor mir sonst häufig die Sicht einschränken. (Ich bin nun einmal nicht gerade groß.)
Nur die Sitze könnten etwas bequemer sein. Gerade am Rücken finde ich die Klappstühle nicht so angenehm.
Die Inszenierung von Tischlein, deck dich hat mich von Anfang an mitgenommen und durchgehend begeistert. Nach der Vorstellung wurden wie jedes Jahr Spenden gesammelt, unter anderem für das Kinderhospiz Hanau. Normalerweise werfe ich mein Geld einfach nur ein und sage außer „Hallo“ und „Tschüss“ nichts, weil ich eher zurückhaltend bin. Dieses Mal musste ich der Darstellerin von Thekla aber einfach sagen, wie begeistert ich von dem Stück war. Ihre Antwort: „Das hören wir gerne.“
Den Eintrittspreis finde ich für das Gebotene wirklich mehr als gerechtfertigt.
Damit hat Tischlein, deck dich für mich tatsächlich Mrs. Doubtfire von Platz 1 verdrängt und ist aktuell mein persönliches Jahres-Highlight. Umso gespannter bin ich jetzt auf die weiteren Produktionen in Hanau.
4. Persönliche Highlights
Lieblingsszene: Dabra als verwandelte Ziege
Bestes Duett: Schneider / Knickel gegen Ende des 2. Akts
Überraschendste Idee: Der Knüppel als Boxer
Beste Ensemblenummer: Die Eröffnungsnummer
Emotionalster Moment: Katharina versucht, Tim an seine wahre Identität zu erinnern
Bestes Duett: Schneider / Knickel gegen Ende des 2. Akts
Überraschendste Idee: Der Knüppel als Boxer
Beste Ensemblenummer: Die Eröffnungsnummer
Emotionalster Moment: Katharina versucht, Tim an seine wahre Identität zu erinnern














