Montag, 15. Juni 2026

Schiggy unterwegs... Der allmächtige Handkäs in Fulda

 



1. Eckdaten zur Vorstellung
Titel der Veranstaltung: Der allmächtige Handkäs
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Domplatzarena Fulda
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Domplatzarena Fulda
Sprache: Deutsch
Besuch: 11.06.2026
Beginn: Ca. 22:50 Uhr
Dauer: ca. 40 Minuten
Reihe / Platz: Block C, Reihe 1 Platz 45
Vorlage: /
Besuch: 11.06.2026
Beginn: Ca. 22:50 Uhr
Dauer: ca. 40 Minuten
Reihe / Platz: Block C, Reihe 1 Platz 45
Vorlage: /
Wichtige Hinweise: lief im Rahmen der Best of Spotlight Gala. Preview


2. Die Besetzung der Preview

Doc Bembel: Henni Nachtheim
KI Ursula: Pamina Lenn
Sandiana: Sandy Mölling
Rudi Völler: Jogi Kaiser
Goethe: Volker Metzger
Commander Clara: Tina Haas
Bonifatius: Ethan Freeman
Elvis Presley: Dennis Henschel
Soldat Franz: Franz Habersack
Waldemar Hartmann: Tobias Farnung
Heinz Schenk: Johannes Scherer
André Haedicke: Wilhelm Grimm
Samuel Jonathan Bertz: Jakob Grimm
Alida Will: Chalotte Grimm
Maja Dickmann: Technikerin Justine

Ensemble:
Emma Sophie Adelmann, Anja Backus, Sophie Bauer, Irene Eggerstorfer, Jo Rackham, Jenny Schlensker, Christopher Dederichs, Stefano Francabandiera, Antonello Papagno, Niklas Schurz, Nicor Schweers, Steven Seale, Lars Wandres



3. Mein Eindruck von der Show

Erbarmen – zu spät - die Hesse singe… und Schiggy war dabei.
Nachdem ich bereits den Beitrag zur Best of Gala online gestellt habe, möchte das für meinen Bericht zum Musical nachholen.
Der allmächtige Handkäs wurde eigens für den Hessentag geschrieben und hatte seine offizielle Premiere am 12. Juni. Wir haben die Preview einen Tag früher besucht.
Als wir die Tickets für die Gala gekauft haben, war noch nicht die Rede von diesem Stück gewesen. So war ich sehr überrascht, als ich den Hinweis auf der Spotlight-Website entdeckt habe. Die Beschreibung klang für mich zu abstrus und nicht nach etwas, das mir gefallen könnte. Aber das könnte ich ja nicht wissen, wenn ich dem Kurz-Musical nicht wenigstens eine Chance geben würde.
Die Handlung beginnt im Jahr 2126. Der Handkäs, der für die Energieversorgung der Welt zuständig ist, verliert seine Kraft. Der Weltuntergang steht damit kurz bevor. Doc Bembel soll das verhindern. Dafür reist er in verschiedene Zeitepochen der Vergangenheit, um hessische Persönlichkeiten zur Hilfe zu rufen. Unterstützung erhält er dabei von KI Ursula.
Die ersten zwei Minuten war ich noch unsicher, was ich davon halten soll. Aber das Musical konnte mich schließlich sehr zügig von sich überzeugen.
Ich fand es eine interessante und lehrreiche Zeitreise. Wir überraschen Rudi Völler bei einem Interview 2003 in Island und Heinz Schenk bei einer Folge „Zum blauen Bock“ im Jahr 1974.
Doc Bembel und Ursula reisen immer weiter zurück und landen so auch bei Goethe, Chalotte Grimm und deren Brüdern Wilhelm und Jakob und schließlich beim Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, in dem hessische Söldner für Großbritannien kämpften.
Später stößt auch Bonifatius zur Gruppe dazu.
Obwohl ich die Show „Zum blauen Bock“ nicht kannte, konnte ich lachen. Wer sie kennt, konnte sicher noch mehr Lustiges entdecken. Das merkte ich, weil der Mann hinter mir teilweise Sätze mitsprach. Es scheint also Zitate und Anspielungen gegeben zu haben, wohl auch welche vom Comedy-Duo Badesalz, das ich ebenfalls vorher nicht kannte.
Gelacht habe ich wirklich viel während des gesamten Stückes. Besonders die KI Ursula war dafür verantwortlich. Die Darstellerin sprach bei dieser Rolle abgehackt und monoton und bewegte sich eher steif, fast schon wie ein Roboter. Herrlich, wie sie auf alles zunächst ohne jegliche Emotion reagiert, aber nach und nach menschlicher wird. Am Ende überrascht sie sogar mit hessischer Mundart.
Das Zusammenspiel mit Doc Bembel war amüsant, etwa, wenn er sie Uschi nannte (Mein-Name-ist-Ursula.), sie zum Biertrinken animierte oder sagt, dass sie „jetzt schon“ ein Geschlecht hat.
Doc Bembel ist ein chaotischer, unbeschwerter Erfinder, der an einen verrückten Professor erinnert. Er gibt anderen gerne Spitznamen, sogar Goethe, den er Wolfi nennt.
Goethe wird als leicht arroganter Schnösel dargestellt, der sich für etwas Besseres als die Brüder Grimm hält, und es sichtlich genießt, angehimmelt zu werden. Das hat mich an Shakespeare aus Something Rotten! erinnert.
Die Brüder Grimm zeigen sich aber auch nicht gerade kreativ bei der Entwicklung ihrer Geschichten. Am Ende werden alle immer vom Wolf gefressen, egal ob Schneewittchen, Hänsel und Gretel oder der Prinz aus Rapunzel. In einer Geschichte wird dieser allerdings selbst verschlungen. Von wem? Na, von einem noch größeren Wolf!
Doc Bembel entscheidet deshalb, statt diesen „Flachpfeifen“ deren Schwester neben Goethe mitzunehmen.
Doch trotz all dieser Hessen scheint es keine Rettung für den Handkäs (und damit die gesamte Welt) zu geben. Doch Uschi, entschuldigt, Mein-Name-ist-Ursula, weiß die Lösung und verschwindet kurz. Da war ich wirklich sehr gespannt. Wen wird sie wohl herbringen? Etwa doch noch die Brüder Grimm?
Nein, Überraschung, es ist Elvis, der eine Zeitlang in Bad Nauheim gelebt hat und deshalb als Hesse zählt. Dieser singt „Love me Handkäs“ und „You ain´t nothing but a Handkäs.“ Zum Schießen.
Warum gelingt die Reaktivierung dadurch? Na, in Hessen ist Handkäs mit Musik doch eine Spezialität. Diesen Zusammenhang fand ich sehr kreativ umgesetzt.
Überhaupt hat mich dieses kurze Musical positiv sehr überrascht. Die Sache mit den Söldnern war mir z. B. auch ganz neu. So habe ich dann also noch etwas gelernt.
Die Lieder sind eine Mischung aus neu geschriebenen Nummern, z. B. die Handkäs-Hymne, und bereits vorhandenen Songs, wie z. B. „Es gibt nur ein‘ Rudi Völler“ oder „Die Hesse komme“. Ali Neander, Gitarrist der Band Rodgau Monotones, von der letzterer Song stammt, spielte übrigens im Orchester mit.
Bühnenbild gibt es auch, womit ich nicht gerechnet hatte: z. B. den Fusionsreaktor und den Zeitreisebogen. Im Hintergrund werden passende Videos auf die Wand projiziert, etwa den Countdown zum Weltuntergang oder ein flippiges, comicartiges Bild bei Doc Bembels Erscheinen.
Tische, Bänke und kleinere Requisiten runden das Ganze ab.
Das Lichtkonzept taucht die Bühne oft in knallige Farbe und unterstreicht, dass das Musical selbstironisch und nicht ernst gemeint ist.
Die Kostüme haben mich ebenfalls positiv überrascht. Während die Menschen der Zukunft optisch einen Mix aus High-Tech-Sci-Fi und ABBA verkörpern, waren die anderen entsprechend ihrer Zeitepoche gekleidet. So trägt Bonifatius seine Robe, die Soldaten tragen Uniform und Goethe ein historisches Gewand samt Perücke.
Gerade, wenn alle in der Zukunft versammelt sind, fällt der Kontrast der verschiedenen Zeiten sehr auf.
Insgesamt ist das Zusammenspiel aller Komponenten sehr stimmig.
Ich bin wirklich froh, dass ich mich nicht von der Beschreibung abschrecken gelassen habe. Das witzige Musical mit seinen kreativen Ideen hat mir sehr gut gefallen. Es hat auch gezeigt, dass man nicht unbedingt alles kennen und alle Anspielungen verstehen muss, um einen tollen Abend zu haben.

Schiggy unterwegs... Best of Spotlight Gala in Fulda

 


1. Eckdaten zur Vorstellung
Titel der Veranstaltung: Best of Spotlight Gala
Art der Veranstaltung: Konzert
Ort: Domplatzarena Fulda
Art der Veranstaltung: Konzert
Ort: Domplatzarena Fulda
Sprache: Deutsch
Besuch: 11.06.2026
Beginn: 20:30 Uhr (bzw. 20:45 Uhr)
Dauer: ca. 3 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Block C, Reihe 1 Platz 45
Vorlage: u. a. die Romane Die Päpstin, Die Schatzinsel
Besuch: 11.06.2026
Beginn: 20:30 Uhr (bzw. 20:45 Uhr)
Dauer: ca. 3 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Block C, Reihe 1 Platz 45
Vorlage: u. a. die Romane Die Päpstin, Die Schatzinsel
Wichtige Hinweise: Preview



 
2. Die Besetzung
Solistinnen (alphabetisch nach Nachnamen)
Pamina Lenn
Verena Mackenberg
Femke Soetenga
 
Solisten (alphabetisch nach Nachnamen)
Tobias Bieri
Philipp Büttner
Ethan Freeman
André Haedicke
Dennis Henschel
Jogi Kaiser
Sascha Kurth
Volker Metzger
Chris Murray
 
Ensemble (alphabetisch nach Nachnamen)
Emma Sophie Adelmann
Anja Backus
Sophie Bauer
Samuel Jonathan Bertz
Christopher Dederichs
Maja Dickmann
Irene Eggerstorfer
Stefano Francabandiera
Tina Haas
Antonello Papagno
Raphaela Pekovsek
Jo Rackham
Robin Scheel
Jenny Schlensker
Niklas Schurz
Nico Schweers
Steven Seale
Lars Wandress
Alida Will


 
3. Mein Eindruck von der Show
Schiggy war wieder unterwegs… Dieses Mal ging es nach Fulda zu einem Konzert mit Musicals von Spotlight.
Die Karten für die Gala am Freitag waren ja blitzschnell ausverkauft, aber wir konnten Plätze für die Preview ergattern, deren Verkauf später startete.
Von den Spotlight Musicals habe ich bisher Die Päpstin, Robin Hood und Der Schimmelreiter vor Ort gesehen, außerdem die Aufzeichnungen von Friedrich und Kolpings Traum.
Die Musik kommt im Schlosstheater ja immer vom Band. Deshalb war ich schon sehr gespannt, wie die Lieder live mit großem Orchester klingen.
Laut Karte war der Einlass um 18:00 Uhr. Als wir auf dem Gelände waren, wollte ich mir erst mal einen Überblick verschaffen. Andere Besucher gingen zu den Essens- und Getränkeständen. Plötzlich kam jemand von der Security und schimpfte, dass der Veranstalter das Gelände noch nicht freigegeben hätte. Der Einlass war vorerst wieder geschlossen worden. Die ersten Besucher standen direkt am Eingang, während die anderen vor der Ticketkontrolle warten mussten.
Dann fing es auch noch zu regnen an. Wir konnten uns dann wenigstens unterstellen.
Gegen 18:15 Uhr wurde der Einlass wieder geöffnet. Ich traute der ganzen Sache noch nicht so wirklich und bewegte mich eher vorsichtig, weil ich dachte, gleich gäbe es wieder einen Rüffel.
Die Bühne war sehr hoch. Das Hochschauen war dann auch etwas anstrengend in der ersten Reihe. Ich war aber trotzdem froh, nicht weiter hinten zu sitzen. Von beiden Seiten neben uns wurde ständig gefilmt oder fotografiert. Das hätte mich weiter hinten sicher noch mehr abgelenkt. Wer weiß, wie viele Leute außerdem noch gefilmt haben.
Die Preview fing schließlich eine Viertelstunde später an und begann mit der Ouvertüre zu Bonifatius.
Die Musicals wurden weder chronologisch noch blockweise präsentiert, sondern bunt gemischt. Kolpings Traum war nicht vertreten gewesen.
Der Geschäftsführer von Spotlight Peter Scholz erzählte zu jedem Song bzw. Block etwas Kurzes, etwa, wann und wo die Stücke erstmalig aufgeführt wurden. Sein Partner Dennis Martin, der Komponist der Songs, saß übrigens am Keyboard und begleitete das Orchester. Besonders auffällig war für mich die musikalische Leitung durch eine Dirigentin, da ich bei Konzerten bisher ausschließlich Dirigenten erlebt hatte.
Auch den Chor darf ich natürlich nicht unerwähnt lassen. Er stand nur hinter dem Orchester und war dadurch etwas verdeckt. Das fand ich etwas schade.
Die Songliste fand ich abwechslungsreich. Es gab langsame Lieder, wie Wann trägt der Wind mich fort?, Hinter hohen Klostermauern oder Sanssouci ebenso wie schwungvolle Nummern, die die Leute zum Klatschen animierten, wie etwa Salz der Erde, Bristol City oder Komm, wir lassen Fünfe g’rade sein. Eine gelungene Mischung aus acht der neun Musicals, darunter auch nicht so bekannte Stücke.
Die komplette Songliste habe ich nach meinen persönlichen Highlights angefügt, falls euch das interessiert.
Im Hintergrund wurde zu Beginn jedes Liedes Titel und Interpreten sowie das Stück, aus dem die Nummer stammt, eingeblendet. Die Namen der Interpreten waren dabei nicht immer zu erkennen, weil der Chor davorstand. Sie wurden aber auch kurz vorher genannt.
Der Ton war gut. Das Orchester übertönte den Gesang nicht. Der Chor war zu hören, aber er blieb eher im Hintergrund.
Bei Mein Weg war im Refrain das Wort „Weg“ kaum zu hören, weil der Sänger das Mikrofon immer etwas vom Mund weghielt. Das war aber der einzige Punkt, bei dem ich das bemerkt habe. Ansonsten war alles immer gut zu verstehen, egal bei welchem Lied.
Beim Musical Friedrich von 2012 waren zwei Darsteller der Erstaufführung vertreten. Ansonsten waren viele Darsteller von Der Schimmelreiter dabei. Bei diesem Block wurde am Schluss auch der Schimmel auf die Bühne gebracht. Es gab scheinbar viele, die das Stück noch nicht gesehen haben, denn ich hörte um mich herum erstaunte Laute.
Die Stimmen gefielen mir durchweg sehr gut. Die Soli waren allerdings nicht gleichmäßig verteilt. Manche Darsteller hatten einfach mehr Gelegenheiten, sich als Solisten zu präsentieren, und waren dadurch präsenter als andere.
Verena Mackenberg sang zum Beispiel Wann trägt der Wind mich fort?, Das bin ich und Einsames Gewand, während Femke Soetenga mit Starke Frauen nur ein Solo hatte. Beide haben starke Stimmen. Erstere bekam einfach mehr Gelegenheiten, ihre Stimme zu präsentieren. So war es auch bei anderen Sängern.
Ich könnte mich gar nicht entscheiden, welcher der Songs mein persönlicher Favorit ist. Ich fand alle schön.
Da Robin Hood eins meiner Lieblings-Musicals ist, habe ich mich natürlich gefreut, dass es mit drei Songs vertreten war. Auch wenn ich es insgesamt 20x gesehen habe, werde ich der Lieder nicht müde. Interessant fand ich übrigens auch die Interpretation von Freiheit für Nottingham. Das Lied wurde von den drei Robin-Darstellern des vergangenen Jahres als Terzett gesungen.
Mir gefiel außerdem, dass auch Musicals, die ich (bisher noch) nicht gesehen habe, dabei waren. Die Lieder aus Bonifatius haben jedenfalls Lust auf das Stück gemacht. Der Geschäftsführer erwähnte dabei einen Fünfjahresrhythmus. Demzufolge müsste Bonifatius 2029 wieder auf dem Domplatz gespielt werden. Sollte Bonifatius tatsächlich auf den Domplatz zurückkehren, wäre ich auf jeden Fall dabei.
Meine Schwester mochte die Songs aus Friedrich. Sie meinte, das könnte ein Musical für sie sein.
Im zweiten Akt wurden weniger Lieder gesungen, weil dort das eigens für den Hessentag geschriebene 40-minütige Musical Der allmächtige Handkäs gezeigt wurde. Dazu möchte ich aber einen eigenen Beitrag schreiben.
Bei den Kostümen habe ich mir die gleiche Frage wie bei This is the greatest Show gestellt. Das Konzept verstehe ich nicht ganz. Teilweise treten die Sänger in Abendkleidung, teilweise in den Original-Kostümen auf. In die Wertung fließt das natürlich nicht ein, weil es ja keinen Unterschied macht, was sie tragen.
Mit Es fühlt sich nach Heimat an wurde ein passendes Lied für den Abschluss gewählt, vor allem in Bezug auf den Hessentag, der einen Tag später begann.
Den Abend fand ich insgesamt sehr gelungen. Es war ein schöner Abend, wenn auch ein sehr kalter. An eine Decke hätte ich vielleicht denken sollen. Falls es noch einmal eine Gala dieser Art geben sollte, bin ich gerne wieder dabei.



 
4. Persönliche Highlights
Bestes Solo: Schwierige Entscheidung. Eigentlich fand ich alle Soli sehr gut. Deshalb nenne ich an dieser Stelle gleich vier: Wann trägt der Wind mich fort?, weil es eine schöne, ruhige Ballade ist, die ich vorher noch nicht gehört hatte. Starke Frauen, weil es eine kraftvolle Powernummer ist. Hinter hohen Klostermauern, weil ich das Lied einfach mag und es an diesem Abend richtig stark gesungen wurde. Und schließlich Woran kann ich noch glauben?, weil es für mich das stärkste Solo aus Robin Hood ist.
Bestes Duett: Sternenmeer. Es war eines von nur zwei Duetten. Mir gefiel das Lied schon im Musical sehr gut. Dort musste es sich allerdings Glaubst du noch an mich? geschlagen geben.
Beste Ensemblenummer: Heihoo, weil es eine schwungvolle Piratennummer ist. Es gewinnt für mich knapp gegen Bristol City, da mich dieses Lied von der Melodie eher an einen Saloon im Wilden Westen als an Piraten erinnert.



 
5. Die Songliste – sortiert nach den chronologischen Erstaufführungen
 
Da ich mir die genaue Reihenfolge der Lieder nicht notiert habe, habe ich die Songliste nach den Uraufführungen der einzelnen Musicals sortiert.
 
Bonifatius – 2004 – Schlosstheater Fulda
Ouvertüre
Wann trägt der Wind mich fort?
Starke Frauen
Gib mir Kraft
Salz der Erde
 
Elisabeth – Legende einer Heiligen – 2007 – Landestheater Eisenach
Wunder oder Wahrheit
 
Die Päpstin – 2011 – Schlosstheater Fulda
Hinter hohen Klostermauern
Das bin ich
Einsames Gewand
 
Friedrich – Mythos und Tragödie – 2012 – Metropolishalle Potsdam
Sanssouci
Sterbekittel
Ebenbild
 
Kolpings Traum – 2013 – Schlosstheater Fulda
Nicht vertreten
 
Die Schatzinsel – 2015 – Schlosstheater Fulda
Bristol City
Heihoo
 
Der Medicus – 2016 – Schlosstheater Fulda
Mein Weg
Das Herz dieser Stadt
Es fühlt sich nach Heimat an
 
Robin Hood – 2022 – Schlosstheater Fulda
Komm, wir lassen Fünfe g’rade sein
Woran kann ich noch glauben?
Freiheit für Nottingham
 
Der Schimmelreiter – 2026 – Schlosstheater Fulda
Sternenmeer
Deichgraf seines Weibes wegen
Weiter als zuvor

Dienstag, 9. Juni 2026

Aktuell lese ich... 2x Ilias und Caspar und die Träne des Phönix

 Hallo,





... einen Klassiker und einen Reihenauftakt.

Mein aktuelles Lesefutter




Homers Epos Ilias erzählt in 24 Kapiteln (Gesängen) die zehnjährige Eroberungsgeschichte Trojas und beruht auf Mythen und Erzählungen um den Trojanischen Krieg. Die »Ilias« ist das älteste nahezu vollständig erhaltene Zeugnis der europäischen Literatur. Sie entstand im 8. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und schildert in 24 Gesängen die zehnjährige Eroberungsgeschichte Trojas. Die unübertroffene Erzählkunst Homers bescherte dieser Dichtung eine überwältigende Wirkung und macht die »Ilias« zu einem bis heute lebendigen Meisterwerk. »Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus«, lautet der berühmte erste Vers, hier eingebunden in feinem Cabra-Leder mit Goldprägung.


Die »Ilias« erzählt vom über zwanzig Jahre währenden Trojanischen Krieg. Der Kampf der Archäer gegen Troja, die Abenteuer des Achill und der Zorn der olympischen Götter gehören zu den Höhepunkten der Weltliteratur. Wie die »Odyssee« kann auch die gewaltige und schillernde »Ilias« in dieser modernen Prosafassung als das gelesen werden, was sie wirklich ist: ein fesselnder Roman.


Caspar hasst Abenteuer. Am liebsten sitzt er in der Schulbibliothek und liest. Doch als er sich eines Tages vor den beiden Klassenfieslingen in der alten Standuhr versteckt, geschieht das Unglaubliche: Er findet sich in einem hohlen Baum wieder und vor ihm steht ein Mädchen mit Sommersprossen, die wie Sterne aussehen. Sie heißt Wilda Undank und bringt ihn unverzüglich vor die Zauberer von Wolkenstern. Damit nicht genug. Caspar muss die Rätsel der Nieselhexen löse...

Lesefortschritt



Aktuell bin ich auf Seite 242 von 445. <Nestor vernahm das Geschrei, auch sitzend am Trunk nicht achtlos; Schnell zu Asklepios' Sohn die geflügelten Worte begann er: Denke doch, edler Machaon, wohin wende sich die Sache!.> (XIV. Gesang)



Aktuell bin ich auf Seite 120 von 520. <Nun wurde ohne Götter weitergekämpft.> (Sechster Gesang)



Aktuell bin ich auf Seite 227 von 330. <Arlo stieß sich vom Korbrand ab, schlüpfte durch die Gitter vor dem Höhleneingang und flatterte Wilda in die Arme.> (Kapitel 20)

Warum dieses Buch?



Aus der Vorwoche... Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, auf die Prosaform umzusteigen. Im Geschäft war die nicht vorrätig und wurde bestellt. Deshalb wollte ich dann so lange hier weiterlesen. Nachdem ich dann aber die Hälfte geschafft habe (das Prosabuch kam erst gestern an), habe ich beschlossen, es jetzt durchzuziehen.

Das Buch habe ich gestern Abend erst in der Buchhandlung abgeholt. Nachdem ich jetzt so weit bei der Gedichtsform gekommen bin, hätte ich sie eigentlich doch nicht gebraucht. Aber dann dachte ich mir, dass ich sie jetzt nicht im Regal verstauben lasse, sondern direkt beginne. Der Vergleich zwischen beiden Ausgaben ist vielleicht ganz interessant.



Das 2. Buch aus der Vorwoche. 

Was gibt es sonst noch zu sagen?




Vielleicht sage ich hier mal zum Vergleich den 1. Satz im 6. Gesang in der Gedichtsform, der ja bei der Prosaform schlicht "Nun wurde ohne Götter weitergekämpft", lautet: Einsam war der Troer und Danaer schreckliche Feldschlacht. - Ein noch vergleichsweise kurzer Satz. :-D


Und hier dann noch das Gegenstück zum 14. Gesang in Prosaform: In Nestors Zelt ließen sich's der alte Herr und der verwundete Armeearzt Machaon wohlsein.



Es ist spannend, und Caspar ist ein netter Protagonist. Die Geschichte reißt mich aber nicht zu Euphoriestürmen auf. Gut, aber kein Highlight. Ein nettes Buch für zwischendurch.

Was ist sonst noch passiert?



Beim Test hatte ich ein paar Fehler. Ich wiederhole deshalb gerade wieder die Lektionen 10 bis 12. 











Eine Kollegin hatte sich den Power-Sprachkurs Französisch 1 gekauft und beendet, allerdings die Aufgaben nicht im Buch ausgefüllt. Sie hat mir das Buch dann geschenkt. Ich hatte ja den Power-Sprachkurs für Englisch gemacht. Damit kam ich gut zurecht. Aus Neugier habe ich dann mit diesem Französisch-Buch begonnen. Ein interessanter Vergleich zum Langenscheidt-Kurs, weil hier ganz anders vorgegangen wird. Ich denke, es schadet ja nicht, wenn ich davon 1 bis 2x die Woche eine Lektion mache.

Liebe Grüße
Tinette

Montag, 8. Juni 2026

Schiggy unterwegs... Der Schimmelreiter in Fulda

 

1. Eckdaten zur Vorstellung
Titel der Veranstaltung: Der Schimmelreiter
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Schlosstheater Fulda
Sprache: Deutsch
Besuch: 07.06.2026
Beginn: 14:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Parkett, Reihe 3, Platz 55
Vorlage: Gleichnamige Novelle von Theodor Storm




2. Besetzung der besuchten Vorstellung
Hauke Haien / Reisender: Sascha Kurth
Elke Volkerts: Pamina Lenn
Ole Peters: Dennis Henschel
Vollina Harders: Anja Backus
Schulmeister / Tede Haien: Tobias Korinth
Trin Jans: Kaatje Dierks
Deichgraf / Arzt: Volker Metzger


Ensemble
Schimmel
Kopf: Christopher Dederichs
Herz: Antonello Papagno
Hinten (Hind): Robin Scheel

Magd Ann Grete: Alida Will
Magd Geschke: Emma Sophie Adelmann
Magd Wiebke: Sophie Bauer
Leiterin Else: Jenny Schlensker
Dienstmagd / Lene: Maja Dickmann
Dienstmagd / Mareike: Irene Eggerstorfer
Witwe Wohlers: Raphaela Pekovsek
Iven Johns: Samuel Jonathan Bertz
Jeve Manners / Unbekannter: Nico Schweers
Lütten: Lars Wanders
Carsten: Niklas Schurz
Wirt Friedrich: Steven Seale
Pastor Jansen: André Haedicke
Wiens: Torsten Paul
Junger Hauke: Rosa
Wienke: Tilda




3. Mein Eindruck von der Show
Schiggy war wieder unterwegs und hat sich auf die Spur eines geheimnisvollen weißen Pferdes begeben.
Die Buchvorlage habe ich letztes Jahr gelesen. Meine Rezension dazu findet ihr hier. Die Handlung war mir allerdings nicht mehr besonders präsent. Da wäre ein kurzes Auffrischen der Handlung kurz vorher vielleicht hilfreich gewesen. Dass es doch nicht notwendig war, zeigte sich im Laufe der Vorstellung.
Vor Vorstellungsbeginn gab es leider einige kleine Ärgernisse. 
Im Foyer scheiterte unser Plan, Erinnerungsfotos an der Fotowand zu machen, an einem ungeduldigen und rücksichtslosen Besucher.
Im Saal folgten die üblichen Platzdiskussionen, und kurz nach Beginn sorgte ein hell leuchtendes Handydisplay für eine unnötige Debatte. Dadurch verpasste ich leider den kompletten Anfang der Show.
Zum Glück blieb es die einzige Störung des Nachmittags.
Die Erinnerungen an die Novelle kamen während der Vorstellung schnell zurück, beispielsweise bei der Szene, in der Hauke Trins Katze erschlägt. Die Handlung hält sich wirklich sehr eng an die literarische Vorlage.

Vier Szenen sind mir dabei besonders in Erinnerung geblieben.
Zum einen Trin Jans' Solo „Die Sündenflut“ im ersten Akt. Es gab einen Moment, in dem ich tatsächlich das Gefühl hatte, die Bühne würde sich immer weiter anheben. Dabei handelte es sich lediglich um eine optische Täuschung. Meine Schwester erzählte später, dass ihr davon sogar leicht schwindelig geworden sei, als würde sie sich auf einem schwankenden Schiff befinden.
Zusammen mit dem düsteren Licht, dem Nebel und den maskierten Geister- bzw. Dämonengestalten im Hintergrund entstand eine wirklich unheimliche Atmosphäre.
Sehr emotional fand ich außerdem Szene 12 „Kindbettfieber“ im zweiten Akt. Elke liegt schwer krank im Wochenbett, und ihre Situation wirkt aussichtslos. Obwohl Hauke nicht an Gott glaubt, fleht er ihn an: „Lass sie leben.“ Er kniet auf dem Boden, faltet die Hände zum Gebet, und in seinen Augen glitzern Tränen. Man spürt förmlich, wie groß seine Liebe zu Elke ist und wie sehr er um ihr Leben bangt.
Auch Szene 15 „Wienke“ prägte sich bei mir ein. Während die Bühne sonst meist in kühlen Blau- und Grautönen gehalten ist, dominieren hier warme Herbstfarben. Hauke und Elke sitzen gemeinsam auf einer Bank, daneben steht ein großer Baum, der seine Blätter verliert. Ihre Tochter Wienke spielt im herabfallenden Laub. Auf den ersten Blick wirkt alles friedlich und harmonisch, doch unter der Oberfläche schwingen Elkes Sorgen um die Zukunft ihrer stillen Tochter mit.
Die Szene, in der Hauke mit dem Schimmel in den Deich stürzt, weckte bei mir starke Erinnerungen an den Beginn von Disneys Tarzan. Hauke, Elke und Wienke werden an Seilen befestigt von der Decke herabgelassen. Besonders Elkes Bewegungen wirkten auf mich nahezu identisch zu denen von Tarzans Eltern beim Schiffbruch. Meine Schwester bemerkte später sogar, dass die Geräusche des Wassers sie ebenfalls daran erinnert hätten.
Ihr gefiel außerdem die Darstellung des Eisboselns sehr gut. Teile des Wettkampfs werden in Zeitlupe gezeigt, was einen interessanten Effekt erzeugt.

Das Musical bleibt durchgehend ernst. Humorvolle Momente gibt es nur wenige. Gerade deshalb fallen die Szenen rund um Elkes Vater besonders auf. Mit seinem norddeutschen Schlag und seiner Vorliebe fürs Essen sorgt er für die meisten Lacher. Als Hauke sich als Kleinknecht bewirbt, interessiert ihn zunächst vor allem, wann die nächste Mahlzeit serviert wird. Haukes Anstellung erfolgt beinahe nebenbei. Besonders komisch wird es, als der Oberdeichgraf auftaucht und beide statt eines echten Gesprächs lediglich mit „Jo, jo, jo“ reagieren. Die beiden verbindet offensichtlich die Liebe zu einem gut gefüllten Magen. Das war die einzige Stelle, an der ich wirklich herzhaft lachen musste.
Auch die Szene, in der Elke den ahnungslosen Hauke mit ihrer Verlobung überrascht, sorgt für einen gelungenen humorvollen Moment. Solche Szenen lockern die Handlung auf, ohne aufgesetzt oder albern zu wirken.
Am Ende wird Hauke wieder zum Reisenden. Meine Schwester erklärte mir später, dass dies bereits zu Beginn der Vorstellung so gewesen sei und die Geschichte daraus hervorging. Da ich den Anfang nicht vollständig mitbekommen hatte, war mir das entgangen. Mir gefällt jedoch, dass sich dadurch der Kreis schließt und die Handlung wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkehrt.
Am Ende bleibt dieselbe Frage, die auch der Reisende stellt: Ist alles wirklich so geschehen oder handelt es sich lediglich um eine Legende?
Etwas gestört hat mich allerdings, dass der Reisende beziehungsweise Hauke am Schluss den Sinn der Geschichte recht deutlich erklärt. Meiner Meinung nach sollte jeder Zuschauer die Möglichkeit haben, seine eigene Interpretation zu entwickeln. Dadurch fühlte ich mich ein wenig bevormundet.

Darstellerisch und gesanglich konnten mich alle Beteiligten überzeugen. Auf jede einzelne Rolle einzugehen, würde den ohnehin schon umfangreichen Bericht noch weiter verlängern. Deshalb möchte ich nur einige Figuren hervorheben.
Hauke ist ehrgeizig und verfolgt beharrlich sein Ziel, einen neuen Deich zu errichten, um die Menschen zu schützen. Besonders deutlich wird dies im Lied „Weiter als zuvor“, in dem er von seinen Visionen singt. Dabei verliert er jedoch seine hochschwangere Frau zunehmend aus dem Blick. Selbst als Elke zu ihm kommt, bleibt sein Fokus auf seinen Plänen und Berechnungen. Wie sehr beide unter dieser Situation leiden, zeigt das Duett „Glaubst du noch an mich?“ sehr eindrucksvoll. Die Stimmen harmonieren wunderbar miteinander, und man spürt die Liebe ebenso wie die Belastung, die zwischen ihnen steht.
Ole Peters fungiert als Haukes Gegenspieler. Nicht nur beim Eisboseln, als er Hauke verspottet, nachdem dieser durch die Sonne geblendet wurde und den Ball fallen lässt, zeigt sich sein unangenehmer Charakter. Sein arrogantes Auftreten lässt ihn nicht sympathisch wirken. Auch später stachelt er die Menschen gegen Hauke auf und versucht, dessen Stellung zu untergraben. Besonders in seinem Solo „Deichgraf seines Weibes wegen“ entsteht der Eindruck, dass er selbst gerne an Haukes Stelle stehen würde.
Vollina passt hervorragend zu ihm. Sie ist ebenso berechnend und fördert gezielt den Aberglauben der Dorfbewohner, insbesondere im Lied „Das Teufelspferd“.
Der Oberdeichgraf hatte offenbar an einer Stelle einen kleinen Texthänger, den er souverän abfing. Er stockte kurz und sprach dann weiter, als wäre nichts gewesen.  
Erwähnen möchte ich außerdem Trin Jans. Ihr durchdringender Blick sorgte immer wieder für echtes Unbehagen und machte die Figur besonders eindrucksvoll.
Am Schlussapplaus ist mir aufgefallen, wie nervös und unsicher das Mädchen, das Wienke spielte, wirkte. Während der Vorstellung war ihr das nicht anzusehen. Sie war als unbeschwertes, zugleich aber sehr schüchternes Kind ausgesprochen authentisch. Laut Programmheft ist sie erst acht Jahre alt. Davon war während der Vorstellung nichts zu merken. Da ziehe ich meinen Hut davor, wie souverän sie diese Aufgabe gemeistert hat.

Die Musik kommt vom Band. Das ist in Fulda üblich und stört mich grundsätzlich nicht, auch wenn ich Live-Musik immer bevorzuge.
Leider lief technisch nicht alles perfekt. In der Szene am herbstlichen Baum fiel kurzzeitig Haukes Mikrofon aus.
Auch beim Duett von Ole und Vollina hatte ich den Eindruck, dass etwas mit dem Ton nicht stimmte. Die ansonsten klare und kraftvolle Stimme der Darstellerin klang in „Wir müssen nur geduldig sein“ stellenweise merkwürdig und undeutlich. Dadurch wirkte das Duett für einen Moment unausgewogen. Da das Problem nur kurz auftrat, gehe ich von einem technischen Fehler aus.
Da es erst die dritte reguläre Vorstellung dieser Produktion war, ist es möglich, dass die Abläufe und die technische Abstimmung noch nicht ganz eingespielt waren.

Vollkommen überzeugen konnte mich hingegen das Bühnenbild. Während Robin Hood eher spartanisch ausgestattet war, wurde hier deutlich größer aufgefahren. Die Projektionen auf der Videowand sind abwechslungsreich und stimmungsvoll. Meist sieht man das Meer – mal ruhig, mal leicht bewegt. Während des Sturms peitscht die Gischt dramatisch empor. Die Farbgestaltung bewegt sich überwiegend in kühlen Blau- und Grautönen, während Gefahrensituationen in kräftigem Rot dargestellt werden. Die Herbstszene hebt sich mit ihren warmen Farben besonders ab.
Auch das Lichtkonzept ist auf die einzelnen Szenen abgestimmt und ergänzt die Videoprojektionen wirkungsvoll.
Nebel kommt vor allem in den düsteren Szenen zum Einsatz und verstärkt die unheimliche Stimmung zusätzlich.
Besonders interessant fand ich die beiden unterschiedlichen Wände, die von oben herabgelassen werden: eine Konstruktion, die mich an eine Pergola mit Laternen erinnerte, sowie eine Wand mit Uhren, die das Haus der Volkerts darstellt.
Ein kleines Detail, das mir besonders gefiel, war der grüne Kaminofen. Einen Kamin verbinde ich automatisch mit Behaglichkeit und Geborgenheit. Dadurch wirkte das Haus sofort gemütlich, selbst wenn draußen schlechtes Wetter herrschte.
Hinzu kommen zahlreiche weitere Requisiten wie Tische, Bänke, Schreibtische, Laternen, Speisen oder die Katze mit ihrem beweglichen Schwanz.
Auch den Deich kann man durch die angedeuteten Mauern erkennen.
All diese Elemente sorgen dafür, dass die Bühne nie leer wirkt, gleichzeitig aber nie überladen erscheint. Für mich ergibt sich daraus ein sehr stimmiges Gesamtkonzept aus Bühnenbild, Licht und Videowand.
Die Szenenwechsel verliefen schnell und reibungslos und lenkten nie von der folgenden Szene ab.
Auch die Kostüme haben mir gut gefallen. Im Gegensatz zu Robin Hood, wo sie teilweise recht modern wirkten, passen sie hier wirklich zur dargestellten Epoche.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Regenmäntel. Sie sind so gestaltet, dass sie aussehen, als wären sie vom Regen durchnässt. Vor allem in Kombination mit den Regeneffekten auf dem Vorhang entstand so ein sehr realistischer Eindruck.
Ob dieser Effekt auch aus nächster Nähe überzeugt, werde ich Ende August erfahren, wenn ich in Reihe A sitzen werde.

Auf einige Lieder bin ich bereits eingegangen. Deshalb hier noch ein paar kurze Anmerkungen zu weiteren Musiknummern.
„Wer nicht deichen will, muss weichen“ ist eine schwungvolle Nummer mit einer Choreografie, die mich stellenweise an irischen Tanz erinnerte. Eine Besucherin war davon offenbar so begeistert, dass sie spontan mitklatschte.
In „Für die Marsch, für die Geest“ geht es um die beiden konkurrierenden Mannschaften beim Eisboseln.
„Deichgraf sein ist eine Bürde“ zeigt humorvoll das angeblich schwere Leben eines Deichgrafen, der allerdings ein gutes Essen der Arbeit vorzieht und diese andere erledigen lässt.
„Sternenmeer“ ist eine schöne Ballade, in der sich die Liebe zwischen Hauke und Elke entwickelt.
„Sturm, komm auf“ ist Haukes kraftvolles Solo über seine Überzeugung, dass die alten Deiche künftigen Stürmen nicht mehr standhalten werden.
Insgesamt sind die Lieder abwechslungsreich und passend zur Handlung. Einen echten Ohrwurm konnte ich allerdings nicht mitnehmen. „Das Teufelspferd“ erinnerte mich stellenweise stark an „Mörder, Mörder“ aus Jekyll & Hyde. Meine Schwester bestätigte diesen Eindruck später. Sie meinte sogar scherzhaft, dem Komponisten scheine dieses Musical besonders gut zu gefallen, da bereits bei Robin Hood das Lied „Das Dinner“ deutliche Erinnerungen an „Fassade“ geweckt hatte.
Positiv hervorheben möchte ich das hochwertige Programmheft für zwölf Euro, das neben Informationen zu Cast und Kreativteam auch zahlreiche Szenenfotos enthält.

Insgesamt hat mir das Musical gut gefallen. Es handelt sich um eine gelungene Umsetzung der Novelle. Für die Spitzenplätze meines Jahresrankings wird es allerdings nicht reichen, da mich andere Produktionen stärker überrascht haben und Ohrwürmer boten. Dennoch freue ich mich bereits auf meinen zweiten Besuch und bin gespannt, welche Eindrücke ich dann gewinnen werde.


ausgestelltes Modell der Bühne im Foyer



4. Persönliche Highlights
Besonders in Erinnerung geblieben:
Trin Jans' Solo „Die Sündenflut“, weil ich tatsächlich das Gefühl hatte, die Bühne würde sich erheben.
Bestes Solo:
„Für wen?“ (Elke) – Eine ruhige, melancholische Nummer mit einem Fünkchen Hoffnung
Bestes Duett:
„Glaubst du noch an mich?“ – Hauke verliert sich in seiner Arbeit, während Elke sich zunehmend vernachlässigt fühlt. Ein emotionales und sehr gelungenes Duett.
Ohrwurm des Tages:
Keiner. Die Lieder gefielen mir insgesamt, aber keines blieb dauerhaft hängen.
Beste Ensemblenummer:
„Für die Marsch, für die Geest“ – Die musikalische Umsetzung des Eisboselns zeigt schwungvoll die Konkurrenz zwischen den Bewohnern der Marsch und der Geest.
Lustigster Moment:
Die Szene mit Deichgrafen und Oberdeichgrafen. Dazu sage ich nur: „Jo, jo, jo.“
Emotionalster Moment:
„Lass sie leben“ – Der ungläubige Hauke betet um das Leben seiner schwer kranken Frau.

 

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