Mittwoch, 9. September 2026

Ins Wochenende mit... einer Nanny und einer Amme


Hallo,

da ich morgen die ganztägige Schulung und am Freitag in Düsseldorf bin, verabschiede ich mich bereits heute ins Wochenende. Eine Verfilmung oder ein Spiel habe ich mir für dieses Wochenende nicht vorgenommen. Ich denke, dazu werde ich keine Zeit finden.


Ich verabschiede mich ins Wochenende mit...

... diesem Buch




Keiner kann die frechen Braun-Kinder bändigen. Selbst im Krankenhaus treiben sie nur Unfug. Also muss Nanny Matilda zurück! Mit ihrem Stock klopft sie auf den Boden - und plötzlich ist alles verändert. Zur Erholung fährt Nanny Matilda mit den Kindern ans Meer. Und wirkt dem nahenden Unheil mit ihrer ganz besonderen Magie entgegen.



... dieser Bühnenadaption





Nie war Julia so wild, nie war Romeo so sexy, nie war Mercutio so verliebt. Nach einer erfolgreichen Spielzeit in Berlin mit über 500.000 Zuschauer*innen geht das gefeierte Musical von Peter Plate und Ulf Leo Sommer Romeo und Julia – Liebe ist alles auf große Deutschland-Tour! Verbotene Leidenschaft, atemberaubende Musik und eine Liebe, die stärker ist als Hass, Herkunft und Konvention. Basierend auf Shakespeares weltberühmter Tragödie inszeniert das Musical die Geschichte in einer kraftvollen, modernen Fassung – mit zahlreichen Songs aus dem Werk von Rosenstolz, darunter der emotionale Titelsong „Liebe ist alles“.


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße
Tinette

Dienstag, 8. September 2026

Aktuell lese ich... Nanny Matilda geht in die Stadt

 Hallo,





... zwei Bücher.

Mein aktuelles Lesefutter





📖 Die Kinder der Familie Braun sind frech – unglaublich frech! Nur Nanny Matilda hat es geschafft, sie zu zähmen und ihnen gutes Benehmen beizubringen. Doch das hat nicht lange angehalten: Nun sind die Kinder frecher denn je! Tora schmiert Klebstoff auf die Butterbrote, David setzt eine Kröte in die Milchkanne, und Tim bindet die Schnürsenkel der Kinderschwester am Stuhlbein fest. Ihr Aufenthalt in London mit Großtante Adelheid Stich verspricht, eine einzige Katastrophe zu werden. Da kann nur Nanny Matilda mit ihrem Stock helfen!


Lesezeichen





🔖Aktuell bin ich auf Seite 28 von 117. <Der Nachmittag neigte sich dem Ende zu, die Sonne ging langsam unter, bald würde keine Minute mehr bleiben, um im Garten zu spielen.> (Zweites Kapitel)

Warum dieses Buch?




❓Nach dem Wälzer und dem Nibelungenlied hatte ich Lust auf etwas Kurzes zwischendurch. Das ist der 2. Teil der Nanny Matilda-Reihe, die jeweils nur rund 120 Seiten haben. Deshalb ziehe ich die Reihe in einem Rutsch durch.

Was gibt es sonst noch zu sagen?



💬Die beiden Verfilmungen weichen wirklich sehr von den Büchern ab bzw. hat der zweite Film außer der Nanny mit ihrem Stock eigentlich gar nichts mehr damit gemeinsam. Es sind Kinderbücher, die sich flott lesen lassen. Mal schauen, welche Streiche sich die Braun-Kinder dieses Mal ausdenken...

Was ist sonst noch passiert?



Nachher habe ich eine dreistündige Schulung, am Donnerstag eine ganztägige.


Liebe Grüße
Tinette

Montag, 7. September 2026

Schiggy unterwegs... Der Schimmelreiter in Fulda (3. Besuch)

 

Schiggy war wieder unterwegs und ist zum dritten und vorerst letzten Mal der Spur des geheimnisvollen weißen Pferdes gefolgt. Nach zwei Besuchen von „Der Schimmelreiter“ stand nun die Dernière im Schlosstheater Fulda auf dem Programm.
Vor Beginn der Show wurden Mini-Lichter mit einer kurzen Anweisung, wann sie zum Einsatz kommen sollten, verteilt. So etwas finde ich immer schön und war schon sehr gespannt auf die entsprechende Szene.


1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel der Veranstaltung: Der Schimmelreiter
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Schlosstheater Fulda
Sprache: Deutsch
Besuch: 06.09.2026
Beginn: 14:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Orchestergraben, Reihe A, Platz 15
Vorlage: Gleichnamige Novelle von Theodor Storm


2. Mein Eindruck von der Show


Für die letzte Vorstellung in Fulda (vor der Winterspielzeit in Hameln) hatten wir die Plätze 15 und 16 in Reihe A. Zunächst befürchtete ich, dass die Sicht so weit am Rand noch schlechter sein würde als zuletzt auf Platz 12. Doch das Gegenteil war der Fall: Da die Sitzreihen in einer leichten Welle verlaufen, blickt man schräg zur Bühne. Das erlaubte einen Blick zwischen den Darstellern hindurch ins Bühnengeschehen.
Ich konnte Elkes Gesicht im Wochenbett sehen, das mir letzte Woche durch das hohe Bettende verdeckt geblieben war. Ihre Schmerzen so mitzuerleben, verlieh der Szene mehr Emotion. 
Meiner Schwester gefiel es, dass wir bei Duetten beide Darsteller gleichzeitig im Blick hatten, ohne ständig den Kopf hin und her drehen zu müssen.

Bei diesem dritten Besuch fielen mir übrigens wieder einige neue Details auf:
So erkannte ich erstmals, dass Trins Katze tatsächlich ein Gesicht hat. Das war mir bei den beiden vorherigen Vorstellungen überhaupt nicht aufgefallen, obwohl ich im Programmheft bereits entdeckt hatte, dass sie Augen hat.
Nachdem Trin dem Vater von Hauke entsetzt zeigt, dass Hauke ihre Katze erschlagen hat, und den blutigen Sack loslässt, ist zu sehen, dass ihre Hand rot ist. Tede Haien spricht seinen Sohn darauf an und zieht dessen Ärmel hoch. Die Kratzspuren sind dabei ganz deutlich zu erkennen.
Als Trin einmal direkt vor uns stand und ihren durchdringenden Blick über die Reihen schweifen ließ, hatte ich für einen kurzen Augenblick die Illusion, dass sie mich direkt ansieht. Unweigerlich bin ich im Stuhl zurückgewichen.
Der unbekannte, vermummte Mann stand bei Trins Todesszene im Hintergrund. Das unterstützt die Theorie meiner Schwester, dass es sich dabei um den Tod handeln könnte. Aufgefallen ist uns, dass er eine tiefe Sprechstimme hat.
Elkes Solo „Für wen?“ fand ich bereits letzte Woche sehr emotional. In dieser Vorstellung kämpfte allerdings nicht nur Elke mit den Tränen. Auch Haukes Augen wirkten verdächtig wässrig und gerötet. Darauf war ich überhaupt nicht vorbereitet.
Meiner Schwester fiel außerdem auf, dass Hauke über Elkes Babybauch streichelte und das Kind in seinen Armen schaukelte. Sie meinte dazu, daran würde man merken, dass der Darsteller selbst Vater sei.

Einige Dinge waren mir bereits letzte Woche aufgefallen, nur hatte ich vergessen, sie zu erwähnen. Nachdem ich sie nun auch bei der Dernière wieder bemerkt habe, möchte ich sie an dieser Stelle noch ergänzen.
Wenn der Schimmel seitwärts mit dem Kopf nach links stand, erschien mir das Auge durchscheinend, als wäre das Mondlicht darin gefangen. Dadurch entstand ein unheimlicher und mysteriöser Eindruck. In diesen Momenten hätte nur noch Nebel gefehlt, und man hätte tatsächlich anfangen können, an seinem Verstand zu zweifeln und sich zu fragen, ob dieses Pferd überhaupt ein gewöhnliches Tier sei
Die Darstellung des Schimmels mit den Kopfbewegungen, dem Wiehern und dem Prusten gefiel meiner Schwester diesmal deutlich besser als letzte Woche. Es wirkte auf sie natürlicher.
Außerdem muss ich meinen Bericht zur zweiten Vorstellung korrigieren: Ich war danach ja überzeugt gewesen, dass das Pferd aus drei Einzelteilen besteht. So sah der Effekt zumindest zu Beginn für mich aus – übrigens auch in dieser letzten Vorstellung wieder.
Meine Schwester ist allerdings sicher, dass der Schimmel aus einem Stück besteht. Sie sah, wie dieser in der Anfangsszene auf Rollen weggezogen wurde. Sie vermutet lediglich einen zusätzlichen Kopf.
Die Stimme von Haukes Vater beziehungsweise dem Oberdeichgrafen (Doppelrolle) finde ich angenehm tief. Das war mir damals schon bei „Robin Hood“ aufgefallen, als der Darsteller Robins Vater sowie John Little spielte. Diese Doppelrolle habe ich insgesamt 16 Mal gesehen. Besonders der Gesang gefällt mir in dieser Stimmlage sehr gut. Ich mag einfach tiefe Stimmen.

Auf eine Szene habe ich dieses Mal besonders geachtet: Meine Schwester hatte bei der zweiten Vorstellung das Gefühl, dass die Bühne noch stärker schwankt als bei der ersten Show, während ich davon überhaupt nichts bemerkte. Sie hatte allerdings auf Trin geachtet, während ich die Tänzer im Hintergrund beobachtete.
Deshalb wollte ich ein kleines Experiment starten und habe bewusst Trin fixiert. Und tatsächlich: Für einen Moment glaubte ich ebenfalls, dass sich die Bühne hebt, wenn auch nicht so stark wie damals bei unserem ersten Besuch. Meine Schwester nahm es ebenfalls nicht lange wahr.

In zwei Szenen sind mir Handlungen aufgefallen, bei denen ich mir unsicher bin, ob sie bereits in den vorherigen Vorstellungen so gespielt wurden oder ob es sich vielleicht sogar um Dernierenscherze handelte.
Nach der Verkündung von Elkes und Haukes Verlobung schnappt sich Vollina ein volles Tablett und stampft damit von der Bühne. Das sorgt für einige Lacher im Publikum.
Bei der Feier zum Bau des neuen Deiches erschien Ole wie immer betrunken. Außerdem fiel er um und blieb ausgestreckt auf dem Boden liegen. Da habe ich mich gefragt, ob er das bei den vorherigen Vorstellungen auch schon so gemacht hat. Meine Schwester konnte sich ebenfalls nicht mit Gewissheit daran erinnern, da sie darauf nicht besonders geachtet hatte.
In dieser Szene ist allerdings auch wirklich viel los auf der Bühne: Der Oberdeichgraf erscheint und erhält von Wienke einen Blumenstrauß, während die Dorfbewohner ausgelassen feiern und tanzen.

Beim Duett „Sternenmeer“ machten wir dann wie verabredet unsere Mini-Lichter an. Elke und Hauke waren zunächst ganz auf sich konzentriert, bis sie sich schließlich in Richtung Publikum drehten. Elke war sichtlich überrascht, was man deutlich an ihrem Gesichtsausdruck erkennen konnte. Das brachte die Zuschauer in dieser eigentlich besinnlichen Szene zum Lachen.
Ich drehte mich zwar kurz um, konnte das Lichtermeer von meinem Platz aus aber nicht wirklich gut erkennen. Später zeigte mir meine Schwester ein Foto von Instagram, das jemand aus dem Hintergrund der Bühne aufgenommen hatte. Das sah wirklich toll aus. Da kann ich mir gut vorstellen, wie schön dieser Anblick live für die beiden Darsteller gewesen sein muss. Es passte jedenfalls perfekt zum Titel des Liedes.
Nach dem Showdown sollte das Licht erneut erstrahlen. Das fand ich allerdings nicht mehr ganz so wirkungsvoll. Es war einfach zu kurz vor dem Ende. Da suchte so mancher Zuschauer vermutlich schon nach dem Handy, um pünktlich den Schlussapplaus filmen zu können.

Leider war das Publikum bei dieser Vorstellung nicht so angenehm wie letzte Woche. Teilweise gab es mal wieder dieses Gerede über die besten Plätze oder die eigenen Leistungen. Es wurde auch damit geprahlt, wen man von den Darstellern alles persönlich kennt. So etwas nervt mich immer, selbst wenn es vor oder nach der Show oder in der Pause stattfindet.
Auch „Quietschies“, wie ich die Hyper-Fans eines bestimmten Darstellers gerne nenne, waren wieder da. Das fällt mir immer besonders auf: Bei ihrem „Star“ wird laut gejubelt, die Hände werden hochgerissen und gerne auch „Herzchen“ geformt, während andere Darsteller nur mit einem müden, fast schon gelangweilten Applaus bedacht werden.
Meiner Schwester klingelten jedenfalls die Ohren, weil ihre Sitznachbarin ständig so laut schrie und pfiff. Meine Sitznachbarin war zum Glück nicht ganz so laut. Ihre „Wuhhh“-Rufe klangen allerdings immer eher nach „Buh“.
Außerdem packte sie während der Pause ständig im Wechsel ihr Handy aus der Hosentasche und steckte es wieder zurück. Dabei fuhr sie jedes Mal ihren Ellbogen aus und war so nah an meinem Gesicht, dass ich in Deckung gehen musste, um nicht noch ein Veilchen zu kassieren.
Dass sie damit nicht die einzige Rücksichtslose im Saal war, musste meine Schwester anschließend schmerzhaft erfahren. Eine Frau stapfte hinter uns vorbei und traf meine Schwester dabei ziemlich hart am Kopf. Sie fasste sich danach an den Hinterkopf, worauf die Frau nur gackernd meinte: „Die Frisur sitzt noch.“
Nach der Show drängelten sich dann Personen nach vorne, nur um anschließend mitten im Weg stehen zu bleiben. Das sind mir immer die Liebsten.
Oder jemand schubste mich mit der Begründung „Muss zur Stagedoor!“ zur Seite. Ach ja, die Quietschies… Sie wären eigentlich auch ein gutes Thema für ein Musical.

Die Show selbst war wirklich gut. Allerdings hat uns die Vorstellung letzte Woche besser gefallen, was vor allem am Publikum lag. Das Lichtermeer bei „Sternenmeer“ war eine wunderschöne Idee, konnte das Verhalten einiger Zuschauer aber leider nicht wettmachen.
Das Musical verliert deshalb insgesamt einige Punkte in meinem Ranking – bedingt durch die Atmosphäre – und kommt nun nur noch auf 173 Punkte. Damit landet es auf Platz 10.


3. Persönliche Highlights
Highlight des Tages:
Trin Jans' Solo „Die Sündenflut“
Bestes Solo:
„Für wen?“ (Elke)
Bestes Duett:
„Glaubst du noch an mich?“
Ohrwurm des Tages:
Keiner. Die Lieder gefielen mir insgesamt, aber keines blieb dauerhaft hängen.
Beste Ensemblenummer:
„Für die Marsch, für die Geest“
Lustigster Moment:
Die Szene mit dem Deichgrafen und dem Oberdeichgrafen.
Emotionalster Moment:
„Für wen?“

 

4. Besetzung der besuchten Vorstellung

Schiggy saß im Publikum – aber wer stand eigentlich auf der Bühne?

Hauke Haien / Reisender: Sascha Kurth
Elke Volkerts: Pamina Lenn
Ole Peters: Dennis Henschel
Vollina Harders: Anja Backus
Schulmeister / Tede Haien: Thorsten Tinney
Trin Jans: Kaatje Dierks
Deichgraf / Arzt: Volker Metzger

Ensemble
Schimmel
Kopf: Christopher Dederichs
Herz: Antonello Papagno
Hinten (Hind): Robin Scheel

Magd Ann Grete: Maja Dickmann
Magd Geschke: Emma Sophie Adelmann
Magd Wiebke: Sophie Bauer
Leiterin Else: Jenny Schlensker
Dienstmagd / Lene: Jo Rackham
Dienstmagd / Mareike: Irene Eggerstorfer
Witwe Wohlers: Tina Haas
Iven Johns: Samuel Jonathan Bertz
Jeve Manners / Unbekannter: Nico Schweers
Lütten: Tobias Korinth
Carsten: Niklas Schurz
Wirt Friedrich: Steven Seale
Pastor Jansen: André Haedicke
Wiens: Torsten Paul
Junger Hauke: Rosa
Wienke: Nora

 

Tibi liest: Die Krone der Meere

 


Allgemeine Infos:



Originaltitel: Die Krone der Meere
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Johanna Dorn
Übersetzt von: ///
Verlag: blanvalet
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 704
Preis: 15,00 € (Taschenbuch)
ISBN:  978-3-7341-1217-1




Klappentext:
1593. Die Hanse kämpft um ihr Überleben, misstrauisch beäugen die Kaufleute Lübecks den Aufstieg des rivalisierenden Amsterdam. Der junge Arjen, unehelich in eine Lübecker Kaufmannsfamilie geboren und voller Neugier auf die weite Welt, macht sich auf, um in der niederländischen Metropole das Glück zu finden. Dank seinem Geschäftssinn erarbeitet er sich schnell Reichtum und Respekt. Doch als er sich ausgerechnet in Marianna verliebt, die längst einem anderen versprochen ist, muss Arjen erkennen, dass Erfolg seinen Preis hat und man die Vergangenheit niemals ganz hinter sich lassen kann ...

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 24.08.2026
Beendet: 05.09.2026
Gebraucht: 13 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext von Die Krone der Meere klingt durchaus interessant. Allerdings hatte hatte ich in diesem Jahr bisher kein besonders glückliches Händchen bei meiner Bücherauswahl. Entsprechend vorsichtig bin ich an diesen Roman herangegangen und hatte durchaus die Befürchtung, am Ende wieder enttäuscht zu werden.

 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover ist passend zum Thema in verschiedenen Blautönen gehalten. Im unteren Bereich sind zahlreiche Schiffe zu sehen, die auf Lübeck beziehungsweise die Hanse zufahren.
Der Roman ist in vier Teile mit jeweils mehreren Kapiteln gegliedert. Die Kapitel sind nicht nummeriert, sondern mit Monat, Jahr und Ort versehen. Das hat mir gut gefallen, denn dadurch weiß man immer sofort, wann und wo die Handlung gerade spielt. Gerade bei einer Geschichte, die sich über mehrere Jahre und verschiedene Schauplätze erstreckt, ist das sehr hilfreich.
Auch die Schriftgröße empfand ich als angenehm.
 
~*~Charaktere~*~
Besonders gut gefallen haben mir Agnes und Thilo.
Agnes ist ein Waisenkind in Lübeck, das wir im Alter von zwölf Jahren kennenlernen. Sie ist gewitzt, selbstbewusst und weiß sich zu behaupten. Am liebsten ist sie allein unterwegs, denn andere sind ihrer Meinung nach ohnehin nur eine Behinderung – insbesondere beim Stehlen. Gleichzeitig hat sie aber auch eine soziale Seite und setzt sich für andere ein. Sie redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und wirkte auf mich dadurch sehr authentisch. Insgesamt fand ich Agnes angenehm vielschichtig und sie gehörte für mich eindeutig zu den interessantesten Figuren des Romans. Ihre Geschichte habe ich am liebsten verfolgt.
Thilo stammt dagegen aus einem wohlhabenden Elternhaus. Als seine Eltern ermordet werden und er selbst unter Verdacht gerät, muss er fliehen und landet schließlich auf der Straße. Dort ist er zunächst völlig überfordert und auf Agnes' Hilfe angewiesen. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich jedoch weiter und lernt, mit seiner neuen Lebenssituation zurechtzukommen. Sein Schicksal ist eng mit dem von Agnes verbunden, weshalb ich auch seine Geschichte gerne verfolgt habe.
Arjen ist unehelich geboren und wächst bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf, der ihn immer wieder spüren lässt, dass er nicht sein leiblicher Sohn ist. Schließlich macht Arjen sich auf den Weg nach Amsterdam, um dort seinen Vater zu finden und sich ein eigenes Leben aufzubauen.
Mit Arjen bin ich leider von Anfang an nicht richtig warm geworden. Seine Geschichte konnte mich deshalb deutlich weniger fesseln als die von Agnes und Thilo. Obwohl seine Entwicklung durchaus interessant ist, habe ich seine Kapitel im weiteren Verlauf eher halbherzig verfolgt.
Es gibt noch viele weitere Personen. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, näher auf alle einzugehen.

 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung erstreckt sich über die Jahre 1593 bis 1606 und führt an verschiedene Orte. Neben Lübeck spielen unter anderem Hamburg, Amsterdam und Genua eine Rolle.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Die Grundidee des Romans hat mir gut gefallen. Ich hatte mir einen spannenden Einblick in die Welt der Kaufleute und in die Zeit der Hanse im ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhundert erhofft – und grundsätzlich konnte mich das Buch in dieser Hinsicht auch überzeugen.
Besonders gut gelungen ist für mich der Einstieg. Die Geschichte beginnt mit der zwölfjährigen Agnes, die in ein wohlhabendes Haus einbricht, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Dabei wird sie Zeugin eines Mordes. Der Junge des Hauses, Thilo, folgt ihr anschließend nach draußen, denn plötzlich steht er selbst unter dem Verdacht, seine Eltern ermordet zu haben.
Von diesem Moment an sind die beiden miteinander verbunden und müssen ihren Weg gemeinsam bestreiten. Ich habe Agnes und Thilo gerne begleitet und war gespannt darauf, was als Nächstes passieren würde und wie sich ihr Leben weiterentwickelt. Auch ihr treuer Begleiter Albrecht, ein großer, struppiger Hund, ist mir dabei ans Herz gewachsen.
Neben Agnes und Thilo fand ich auch die Geschichten der Familien Schellbach und Hinnerk interessant. Generell hat mir gefallen, dass der Roman verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensumständen begleitet. Dadurch bekommt man einen recht vielfältigen Einblick in die damalige Zeit.
Weniger interessant fand ich dagegen Arjens Geschichte. Während mich Agnes und Thilo schnell für sich gewinnen konnten, hat mich sein Weg nach Amsterdam und sein dortiger Aufstieg zum erfolgreichen Kaufmann kaum gefesselt. Irgendwann habe ich seine Kapitel deshalb eher überflogen, anstatt sie wirklich aufmerksam zu lesen. Auf diese Handlung hätte ich persönlich auch verzichten können.
Etwas zwiespältig stand ich außerdem den Liebesszenen gegenüber. Sie sind keineswegs peinlich oder unangenehm beschrieben, allerdings waren sie mir gerade in der Mitte des Romans zu häufig. Für meinen Geschmack hätte es davon deutlich weniger gebraucht.
Insgesamt hat mir die Handlung aber gut gefallen. Besonders positiv fand ich, dass die Geschichte nicht alles beschönigt und auch nicht in einem typischen, rundum glücklichen Ende endet. Stattdessen bleiben einige Fragen offen und auch das Schicksal einzelner Figuren wird nicht vollständig geklärt. Das passte für mich aber gut zur Geschichte und ihrer eher realistischen Grundstimmung.

 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines personalen Erzählers. Dabei wechseln die Perspektiven zwischen verschiedenen Figuren, sodass man die unterschiedlichen Lebenswege und Sichtweisen kennenlernen kann.
Der Schreibstil ist eher einfach und dadurch sehr angenehm zu lesen. Gleichzeitig wirkte die Sprache für mich authentisch und passend zur Geschichte. Auch die verschiedenen Handlungsorte wurden anschaulich beschrieben, sodass sie während des Lesens gut vor meinem inneren Auge entstanden sind.
 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich hätte gerne gewusst, was aus XXX geworden ist.
Fazit
Ein spannender historischer Roman mit größtenteils interessanten und authentischen Charakteren, der mich vor allem mit der Geschichte rund um Agnes und Thilo überzeugen konnte.

Bewertung:

 

Ein paar Sätze zu... Das Nibelungenlied

 







Das um 1200 entstandene »Nibelungenlied« ist das bekannteste deutsche Heldenepos: Jeder kennt Siegfrieds Tarnkappe und seine Haut aus Drachenblut, das Schwert Balmung, den Schatz der Nibelungen und die fürchterliche Rache der Kriemhild. Wie kaum ein anderes Werk diente das »Nibelungenlied« als Vorlage für Literatur, Kunst und Film: Spätestens seit dem Welterfolg von »Der Herr der Ringe« sind die sagenhaften Bilderwelten fester Bestandteil moderner Populärkultur.




Ich habe mich dazu entschieden, Das Nibelungenlied in der Prosaform zu lesen. Die Strophen sind in dieser Ausgabe auf 39 Kapitel aufgeteilt.
Wir mussten damals in der Schule Das Nibelungenlied auf Mittelhochdeutsch lesen, was ich deutlich schwieriger fand. Die Prosaform war für mich daher wesentlich angenehmer und ließ sich flüssiger lesen. Der Schreibstil, vor allem die Dialoge, orientiert sich dabei durchaus an der damaligen Zeit, ohne schwer verständlich zu sein.
Besonders gut gefallen hat mir, dass sich die Sprache für mich tatsächlich nach Mittelalter angefühlt hat. Ich habe schon historische Romane gelesen, bei denen ich manchmal das Gefühl hatte, dass die Figuren eigentlich viel zu modern sprechen oder bestimmte Begriffe eher aus unserer heutigen Zeit stammen. Das war hier anders. Natürlich handelt es sich um eine moderne Prosafassung, trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Geschichte in einer anderen Zeit verankert ist.
Die grobe Handlung des Nibelungenlieds war mir noch bekannt, auch wenn ich mich längst nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern konnte. Umso schöner war es, beim Lesen immer wieder auf Stellen zu stoßen, bei denen ich dachte: „Stimmt, daran kann ich mich noch erinnern.“ Insgesamt konnte ich der Handlung gut folgen, und vieles fühlte sich dadurch überraschend vertraut an.
Interessant fand ich auch einen Gedanken, über den ich durch eine Dokumentation am Wochenende noch einmal neu nachgedacht habe. In der Schule hatte ich das Nibelungenlied immer mit den Ereignissen um die Burgunder im 5. Jahrhundert verbunden. Dabei entstand das Epos selbst erst um 1200 – also viele Jahrhunderte später. In der Dokumentation wurde erklärt, dass der Verfasser offenbar eigene Erfahrungen und Eindrücke aus seiner Zeit in die Geschichte einfließen ließ. Gerade die ausführlichen Beschreibungen bestimmter Orte können darauf hindeuten.
Dieser Gedanke hat für mich noch einmal dazu beigetragen, dass sich das Buch trotz der modernen Prosafassung erstaunlich authentisch anfühlt. Es erzählt zwar eine Geschichte, deren Stoff auf eine viel ältere Zeit zurückgeht, wurde aber von jemandem niedergeschrieben, der selbst im Mittelalter gelebt hat. Vielleicht ist es genau das, was ich beim Lesen in der Sprache gespürt habe.
Nach der eigentlichen Geschichte gibt es noch ein Nachwort, das ich ebenfalls sehr interessant fand. Auch die Geschichte der Übersetzung hat mir gut gefallen und war für mich eine schöne Ergänzung zur eigentlichen Lektüre.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die Prosafassung war für mich eine angenehme Möglichkeit, das Nibelungenlied noch einmal neu zu entdecken – diesmal, ohne mich durch das Mittelhochdeutsche kämpfen zu müssen.



Ein paar Sätze zu... Nanny Mathilda

 

 





Keiner kann die frechen Braun-Kinder bändigen. Selbst im Krankenhaus treiben sie nur Unfug. Also muss Nanny Matilda zurück! Mit ihrem Stock klopft sie auf den Boden - und plötzlich ist alles verändert. Zur Erholung fährt Nanny Matilda mit den Kindern ans Meer. Und wirkt dem nahenden Unheil mit ihrer ganz besonderen Magie entgegen.



Nachdem ich letztes Jahr beide Filme gesehen hatte, wollte ich auch unbedingt die Bücher dazu lesen. Auf Deutsch konnte ich sie allerdings weder neu noch gebraucht bekommen. Dann wurde ich bei einer Aktion wieder an die Filme erinnert und habe einfach noch einmal geschaut, ob es die Bücher inzwischen gibt. Und tatsächlich: Ich habe alle drei Bände gebraucht bekommen.
Teil 1 hat 117 Seiten, auf denen teilweise Illustrationen abgebildet sind. Die Schrift ist nicht zu klein und lässt sich gut lesen.
Die Kinder der Familie Braun sind wirklich unmöglich. Frech finde ich da noch viel zu nett ausgedrückt. Die Eltern und sämtliche Kindermädchen sind restlos überfordert. Da kann nur Nanny Mathilda helfen. Mit ihrem Stock kann sie Magie einsetzen und den Kindern so einige Lektionen in Sachen gutes Benehmen erteilen.
An manchen Stellen erscheint mir die Geschichte etwas zu sprunghaft. Insgesamt liest sich das Buch aber flott weg. Eine nette Geschichte für zwischendurch. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.




5 am Montag #2: Glück

 


 
Hallo,

zum Wochenstart gibt es heute wieder 5 Bücher zu einem bestimmten Motto. Diese Woche hat es Luisa vorgeschlagen, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte.

Für das heutige 5 am Montag hat sie Glück gewählt.


Und hier sind meine 5 am Montag:

1. Ziegen bringen Glück

Zum Einstieg habe ich es mir sehr einfach gemacht und einen Titel gewählt, in dem das Wort „Glück“ vorkommt. Meine Rezension dazu findet ihr hier.


Als die 11-jährige Kid mit ihren Eltern nach New York kommt, um auf den Hund eines Verwandten aufzupassen, bemerkt sie auf dem Dach des Hochhauses etwas, das aussieht wie eine kleine weiße Wolke. Man munkelt, dass dort oben eine Bergziege leben soll. Aber kann das wirklich sein? Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Will macht Kid sich auf die Suche und sammelt bei den faszinierenden wie schrulligen Hausbewohnern nach Hinweisen – denn demjenigen, der die Ziege sieht, winken sieben Jahre Glück!






2. Schatten und Licht

Das Buch hätte ich wohl nicht ohne eine Freundin gelesen. Zum Glück hat sie mich gebeten, es gemeinsam mit ihr zu lesen, damit sie eine Challenge-Aufgabe („lire avec des amis“) erfüllen konnte. Fräulein Gold ist zu einer meiner Lieblings-Reihen geworden. Inzwischen fiebere ich jedem weiteren Teil entgegen. Die Rezension dazu findet ihr hier.

1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.


3. Siren

Kahlen – meine liebste „Hass-Protagonistin“, die das Glück gepachtet zu haben scheint. Es gibt ja nichts, was sie angeblich nicht kann – außer mir sympathisch zu sein. Sie steht sehr in der Gunst der See. Und sie hat das „Glück“, den tollsten Freund aller Zeiten (Akinli alias die „Pfütze“) zu bekommen. Ich mag sie wirklich überhaupt nicht, aber sie hat es immerhin geschafft, dass ich sogar eine meiner Hennen nach ihr benannt habe. (Diese hält sich auch für die Größte. ;-D)
Meine Rezension findet ihr hier.



Kahlens Familie kommt bei einem Schiffsunglück ums Leben. Sie selbst wird als Einzige gerettet – von drei betörenden jungen Frauen: Sirenen. Wunderschön und unsterblich. Von nun an ist Kahlen eine von ihnen. Scheinbar ein ganz normales Mädchen, doch ihr Leben gehört dem Meer. Jeder Mensch, der ihre Stimme hört, muss sterben. Und so schweigt sie. Bis sie Akinli begegnet, einem jungen Studenten, der Kahlen auch völlig ohne Worte versteht. Nach nur wenigen Stunden haben nicht nur ihre Herzen, sondern auch ihre Seelen zu einander gefunden. Und als Akinli schwer erkrankt, droht auch der eigentlich unsterblichen Kahlen der Tod.




4. DinoPark

Man kann doch wirklich von großem Glück sprechen, wenn man diese Insel wieder lebend verlassen konnte und nicht als Dino-Snack geendet ist.
Zu meiner Rezension gelangt ihr hier.


Stellen Sie sich folgendes vor: Sie kaufen für hundert Dollar eine Tageskarte, setzen mit dem Boot auf eine kleine Insel über und verbringen einen ganzen Tag in der Urzeit. Subtropische Vegetation, Erlebnisbahnen, die Sie über die ganze Insel fahren, hin zu fünfzehn verschiedenen Arten von echten, lebenden Dinosauriern, riesigen und winzigen, gefährlichen und harmlosen. Ein Traum? In DinoPark wird er unheimliche Wirklichkeit. Oder jedenfalls beinahe…







5. Elisabeth - Kaiserin wider Willen


Es gab sicher Zeitgenossen, die überzeugt waren, dass Elisabeth großes Glück hatte, als sie den Kaiser von Österreich geheiratet hat. Sie selbst sah das ganz anders, wie man in dieser Biografie nachlesen kann. 
Meine Rezension findet ihr hier.


Elisabeth, Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn, war eine der gebildetsten und interessantesten Frauen ihrer Zeit. Häufig entfloh sie der verhaßten Wiener »Kerkerburg«, weil sie nicht bereit war, sich von den Menschen »immer anglotzen zu lassen«. Statt dessen war sie monatelang auf Reisen, lernte Sprachen und trieb – im Rittersaal auf der Hofburg – Sport.Schon vor dem Attentat, das 1898 ihr Leben beendete, war sie zur Legende geworden.








Mit diesen fünf Büchern wünsche ich euch einen guten Start in die Woche.

Liebe Grüße
Tinette

Schon gelesen?

Ins Wochenende mit... einer Nanny und einer Amme

Hallo, da ich morgen die ganztägige Schulung und am Freitag in Düsseldorf bin, verabschiede ich mich bereits heute ins Wochenende. Eine Verf...