Donnerstag, 3. September 2026

10 Bücher mit einem Gebäude im Titel

   Die Aktion


findet auf dem Blog Weltenwanderer statt.


Heutige Aufgabe:


*~*  Zeige uns 10 Bücher, in deren Titel ein Gebäude genannt wird (z. B. Schloss, Hotel, Schule etc.) *~*



Hallo,

eigentlich hätte ich diese Woche wieder ausgesetzt. Weil ich aber schon weiß, dass ich nächste Woche nicht kann, mache ich heute doch mit. Mal schauen, ob ich zehn passende Bücher finde.

1. Belle - der Fluch von Balmoral Castle



Schottland, 1877: In den nebelverhangenen Highlands stürzen die 16-jährige Belle McBean und ihr Vater mit der Kutsche in den Abgrund – und finden sich in den Fängen einer mysteriösen Kreatur in einem verfallenen Schloss wieder. Auf Belles Drängen hin lässt der Schlossherr ihren kranken Vater frei – sie selbst jedoch muss seine Gefangene bleiben. Für Belle völlig unerwartet, fühlt sie sich immer mehr zu dem vor den Augen der Menschheit verborgen lebenden Schlossherrn hingezogen. Als Soldaten das Schloss umzingeln, muss Belle sich entscheiden, ob sie sich selbst oder sein Leben retten will.





2. Mord im Pfarrhaus


Vor wenigen Stunden hat Pfarrer Clement noch gesagt, der Menschheit würde ein großer Dienst erweisen, wenn jemand Kirchenvorsteuer Colonel Protheroe ins Jenseits befördere – nun ist Protheroe tatsächlich tot und Pfarrer Clement in einer unangenehmen Situation. Zum Glück führt das seitlich Tor der Pfarrei direkt in den Garten von Miss Marple, die die Ermittlungen aufnimmt.








3. Das Opernhaus - Goldhell die Melodie


Eine weltberühmte Stadt. 
Ein neues Opernhaus. 
Eine Liebe, die nicht sein darf. 
Und der Klang unsterblicher Musik.
Dresden 1841: Das feierlich eröffnete königliche Hoftheater wirkt in seiner Pracht wie ein Palast für die Musik. Doch hinter den Kulissen geht es nicht weniger dramatisch zu als auf der Bühne: Die Primaballerina hütet ein tragisches Geheimnis, die Requisiteurin will ihrer Vergangenheit entfliehen, und die Kostümschneiderin hat den Glauben an wahre Leidenschaft verloren. Dennoch ist das Opernhaus für sie alle ein magischer Ort.
Auch die junge Elise Spielmann ist bei ihrem ersten Besuch verzaubert. Sie entstammt einer Musikerdynastie und träumt davon, eine gefeierte Violinistin zu werden. Als sie dem talentierten Malergehilfen Christian Hildebrand begegnet, entspinnt sich eine zarte Bindung zwischen ihnen - in größter Heimlichkeit und gegen alle Konventionen.
Währenddessen ziehen sich im ganzen Land revolutionäre Kräfte zusammen. Doch vor dem sich verdunkelnden Himmel strahlen die Liebe und die Musik umso heller.


4. Briefe aus dem Gefängnis


Rosa Luxemburgs Briefe (1916–18) an Sophie Liebknecht sind wunderbar poetische Zeitdokumente. Heiter und sorgenvoll sinniert sie über das Leben, Literatur und gemeinsame Erlebnisse. Malerische Beschreibungen über Landschaften und Vogelgezwitscher treffen auf düstere Gedanken. Doch ihr kämpferischer Optimismus versiegte nie: 'Ich habe das Gefühl, dass dieser ganze moralische Schlamm, durch den wir waten, dieses große Irrenhaus, in dem wir leben, auf einmal, so von heute auf morgen wie durch einen Zauberstab ins Gegenteil umschlagen, in ungeheuer Großes und Heldenhaftes umschlagen kann.'




5. Kloster Northanger



Der posthum veröffentlichte Roman gehört zu den frühen Werken der englischen Klassikerin Jane Austen: Die siebzehnjährige Catherine Morland beeindruckt den jungen Geistlichen Henry Tilney mit ihrer frischen, naiven Art. Bevor Henry und Catherine ein Paar werden können, müssen sie allerhand kleine und große Hürden überwinden.









6. Im Auge des Leuchtturms


Nada Schwarz ist jung und erfolgreich. Sie hat keine Zeit, nett zu sein, keine Zeit für Freunde – und keine Zeit, sich zu erinnern. Als sie eine mysteriöse Postkarte mit einem Leuchtturmmotiv erhält, macht sie sich auf den Weg zu der winzigen Insel, die auf der Karte zu sehen ist. Und stellt fest, dass sie schon einmal hier gewesen sein muss. Was ist damals geschehen? Als sie der rätselhafte Hilferuf eines Kindes erreicht, beginnen Traum und Realität zu verschwimmen.






7. Im Museum bei Nacht


Für eine Nacht im Museum – und hinter jeder Ecke atemberaubende Schätze! In diesem Kindersachbuch ab 8 Jahren finden sich die größten Museumsstücke aller Zeiten wieder: „Lucy“, das Urmenschen-Skelett, der aztekische Sonnenstein, Rembrandts „Nachtwache“ oder der Düsen-Rucksack der NASA! Anhand der spannenden Exponate aus Museen der ganzen Welt lassen sich in diesem Sachbuch atemberaubenden Geschichten aus der Naturkunde, Geschichte, bildenden Kunst, Technik oder Raumfahrt entdecken. Ideal für junge neugierige Forscherinnen und Forscher. Hier kommt alles zusammen – unter einem Museumsdach! 




8. Der grüne Palast


Wien, 1816: Gräfin Lazansky wird beauftragt, Erzherzogin Leopoldine nach Brasilien zu begleiten. Vor ihnen liegt eine aufregende und zugleich beschwerliche Reise ans andere Ende der Welt. Die junge Gräfin ist wenig erfreut, dass auch Fürst Metternich mit von der Partie ist. Der kluge politische Kopf gilt am Hof als skrupelloser Schürzenjäger. Er war es auch, der die Hochzeit mit dem portugiesischen Thronfolger für Leopoldine eingefädelt hat. Was die Frauen nicht ahnen: Seine Beschreibungen des fernen Paradieses erweisen sich als eine große Lüge.



9. Casino Royal



Geheimdienstchef M schickt Bond auf eine Mission, um einen russischen Agenten namens „Le Chiffre“ auszuschalten. Er soll ihn am Baccarat-Tisch ruinieren und so seine sowjetischen Auftraggeber zwingen, ihn in den „Ruhestand“ zu schicken. Zunächst scheint es so, als ob das Glück Bond hold ist – Le Chiffre hat eine Pechsträhne. Doch manche Leute weigern sich einfach, nach den Regeln zu spielen, und die Anziehungskraft, die eine schöne Agentin auf Bond ausübt, führt ihn zuerst ins Unglück und dann zu einem unerwarteten Retter …



10. Der verschwundene Buchladen


Zu lange waren Opaline, Martha und Henry nur Nebenfiguren in ihrem eigenen Leben.

Doch als diese drei ahnungslosen Fremden einen mysteriösen, verschwundenen Buchladen entdecken, wird alles anders. Dieser magische Ort zieht sie in ihren Bann und lässt sie erkennen, dass ihre eigenen Geschichten genauso außergewöhnlich sind wie die auf den Seiten ihrer geliebten Bücher. Während sie Geheimnisse lüften, tauchen sie in eine Welt voller Wunder ein, in der nichts so ist, wie es scheint.



Falls "Pfarrhaus" und "Opernhaus" nicht zählen sollten ("Mit Haus hast du es dir wieder viel zu einfach gemacht"), hätte ich da noch zwei Alternativen:

1. Das kleine Inselhotel
2. Die Jungen von Burg Schreckenstein

 


Das war meine heutige Liste...
Liebe Grüße
Tinette

Mittwoch, 2. September 2026

Tibi, Tawny und Schiggy blicken zurück... auf den August 2026

 



Hallo,

lesetechnisch war der August bei mir leider eine echte Flaute: Von sechs angefangenen Büchern habe ich die Hälfte abgebrochen. Zwei weitere sind noch mitten im Leseprozess und wandern mit in den neuen Monat.
Auch zum Spielen bin ich kaum gekommen – gerade einmal drei Runden Würfelkönig an zwei Tagen waren drin. Dafür war kulturtechnisch umso mehr los: Ich hatte tolle Erlebnisse bei verschiedenen Musicals und einem mitreißenden Konzert.

Der August in drei Worten: Mythologie – Abbruch – Tecklenburg.

~*~ Tibis Leseecke ~*~


1. Mein SuB und ich


Der SuB zum Monatsbeginn 

📚 46 Printbücher
📱 0 E-Books
➡️ Insgesamt: 46 Bücher


Zugänge

    





Abgänge
aussortiert:
keine

gelesen:
1. Die Weiße Frau von Tecklenburg von Brigitte und Dorothee Jahnke, 92 Seiten
2. Die Auferstehung von Andreas Eschbach, 442 Seiten
3. Mythologie von Aurora Mythos, 544 Seiten


begonnen:
1. Die Krone der Meere von Johanna Dorn, gelesen bis Seite 256
2. Das Nibelungenlied, gelesen bis Seite 110

abgebrochen:
1. Der Tod liegt in der Luft von Andrew Lane, nach 120 von 416 Seiten
2. Der verschwundene Buchladen von Evie Woods, nach 37 von 418 Seiten
3. Kleine große Schritte von Jodi Picoult, nach 198 von 590 Seiten


Der SuB zum Monatsende

📚 43 Printbücher
📱 0 E-Books
➡️ Insgesamt: 43 Bücher
📉 Veränderung: - 3 Bücher

2. Gebell

Neu hinzugekommen sind folgende Rezensionen: 

3. Reihen

🆕Begonnen 
1. Young Sherlock Holmes

📖Fortgeführt 
keine Reihe

Beendet
keine Reihe

Abgebrochen
1. Young Sherlock Holmes

4. Statistiken

📄Gelesene Seiten (inkl. gel. Seiten abgebrochener Bücher): 1.433
📚 Gelesene Bücher: 3
📖Ø Seiten pro Buch: 417
📅 Seiten pro Tag: 46


5. Buchverfilmungen (erstmals geschaut)

Ich zeige immer zuerst die Romanvorlage und daneben dann das Cover der Verfilmung.  

 

 



6. 

  Das Book-Battle muss im August mangels Bücher-Auswahl ausfallen.


~*~ Tawnys Spielecke ~*





🎲Spiel des Monats

konkurrenzlos: Würfelkönig



Begründung:
Ganz pragmatisch: Es war schlicht das einzige Spiel, das im August auf den Tisch kam!


~*~ Schiggy unterwegs ~*~

Im August habe ich Folgendes besucht:




02.08. Bad Vilbel


06. + 07.08. Tecklenburg

08.08. Tecklenburg

30.08. Fulda




📸 Highlight 





Es ist gar nicht so leicht, die Musicals mit dem Konzert zu vergleichen. Mein Highlight ist letztlich die Brass Band Hessen, die mit ihrer Musik für grandioses Kopfkino bei mir gesorgt hat.

---

Normalerweise habe ich meinen Sommerurlaub ja immer im September, aber dieses Jahr bin ich extrem spät dran: Mein erster Urlaubstag ist erst am 19. Oktober (also eher ein "Sommerurlaub im Herbst"!). Ob ich im September mehr zum Lesen komme, muss sich also erst noch zeigen.
Morgen machen wir in der Mittagspause erst mal einen Spielemittag – da muss ich mir heute Abend noch überlegen, welchen Titel ich mitnehme. Ansonsten stehen in diesem Monat noch die Dernière von Der Schimmelreiter sowie Besuche bei Romeo & Julia und Die Eiskönigin auf dem Programm.

Liebe Grüße
Tinette

Dienstag, 1. September 2026

Aktuell lese ich... Die Krone der Meere und Das Nibelungenlied

 Hallo,





... zwei Bücher.

Mein aktuelles Lesefutter






📖 1593. Die Hanse kämpft um ihr Überleben, misstrauisch beäugen die Kaufleute Lübecks den Aufstieg des rivalisierenden Amsterdam. Der junge Arjen, unehelich in eine Lübecker Kaufmannsfamilie geboren und voller Neugier auf die weite Welt, macht sich auf, um in der niederländischen Metropole das Glück zu finden. Dank seinem Geschäftssinn erarbeitet er sich schnell Reichtum und Respekt. Doch als er sich ausgerechnet in Marianna verliebt, die längst einem anderen versprochen ist, muss Arjen erkennen, dass Erfolg seinen Preis hat und man die Vergangenheit niemals ganz hinter sich lassen kann ...




📖 Das um 1200 entstandene »Nibelungenlied« ist das bekannteste deutsche Heldenepos: Jeder kennt Siegfrieds Tarnkappe und seine Haut aus Drachenblut, das Schwert Balmung, den Schatz der Nibelungen und die fürchterliche Rache der Kriemhild. Wie kaum ein anderes Werk diente das »Nibelungenlied« als Vorlage für Literatur, Kunst und Film: Spätestens seit dem Welterfolg von »Der Herr der Ringe« sind die sagenhaften Bilderwelten fester Bestandteil moderner Populärkultur.

Lesezeichen




🔖Aktuell bin ich auf Seite 256 von 704. <"Irgendein Aufruhr. Jemand ist mit einem Messer auf den Hund losgegangen."> (Kapitel Hamburg, Juli 1597)



🔖 Aktuell bin ich auf Seite 110 von 262. <Als Kriemhilt so verwitwet war, blieb Markgraf Eckewart mit seinen Männern bei ihr im Lande und diente ihr unermüdlich.> (Kapitel 19 Wie der Nibelungenschatz nach Worms gebracht wurde)

Warum dieses Buch?




❓Aus der Vorwoche...



❓ Das Buch habe ich einfach spontan aus dem Regal gezogen. Das Nibelungenlied haben wir damals in der Schule gelesen. Letztes Jahr habe ich dann eine Doku darüber gesehen und gedacht, dass mir Vieles nicht mehr vertraut vorkam. Deshalb hatte ich mir beschlossen, es irgendwann nochmal zu lesen.

Was gibt es sonst noch zu sagen?




💬Ich muss hier sagen, dass mich besonders das Schicksal von Agnes und Thilo berührt. Sie lebt schon lange auf der Straße und muss sich durchkämpfen. Er stammt aus reichem Haus und musste nach der Ermordung seiner Eltern fliehen und hat seitdem ebenfalls kein Zuhause mehr. Arjens Geschichte interessiert mich nicht so. Ich bin aber gespannt, ob die drei Handlungsfäden am Ende zusammenführen.



💬 Die Prosaform lässt sich wirklich sehr gut lesen. 

Was ist sonst noch passiert?


Die Serie habe ich durch Zufall entdeckt. Sherlock und eine vermeintliche Tochter? Das hört sich interessant an. Bisher habe ich die ersten beiden Folgen geschaut. Sie haben mir gut gefallen. Ich möchte wissen, wie es weitergeht.










Nachdem ich Die Auferstehung gelesen habe, habe ich mir vorgenommen, mir die Original-Reihe anzuhören. Den ersten Fall habe ich als mp3 gekauft. Allerdings habe ich noch keine Gelegenheit gefunden, reinzuhören. Mal schauen, ob ich es heute nach der Arbeit schaffe...


Liebe Grüße
Tinette

Montag, 31. August 2026

Schiggy unterwegs... Der Schimmelreiter in Fulda (2. Besuch)

 

Schiggy war wieder unterwegs und wollte erneut herausfinden, was es mit den Gerüchten um das mysteriöse Pferd auf sich hat.
Es war mein zweiter Besuch von „Der Schimmelreiter“. Nach der Vorstellung im Juni – damals die dritte reguläre Show – wollte ich wissen: Hat sich inzwischen auch beim Ton alles eingespielt? Dieses Mal begleitete mich erneut meine Schwester.
Allerdings saßen wir diesmal deutlich weiter vorne: in Reihe A des Orchestergrabens. Was würde das im Vergleich zu Reihe 3 für einen Unterschied machen? Durch den Orchestergraben liegen die Reihen A, B und C noch vor Reihe 1. Reihe 3 entspricht damit – wenn man einfach die Reihen von der Bühne aus zählt – eigentlich der sechsten Sitzreihe.


1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel der Veranstaltung: Der Schimmelreiter
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Schlosstheater Fulda
Sprache: Deutsch
Besuch: 30.08.2026
Beginn: 14:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Orchestergraben, Reihe A, Platz 13
Vorlage: Gleichnamige Novelle von Theodor Storm


2. Mein Eindruck von der Show


Vorweg kann ich bereits sagen: Uns beiden hat der zweite Besuch besser gefallen – obwohl unser Sitzplatz seine Vor- und Nachteile hatte.
Der größte Vorteil von Reihe A ist natürlich die unmittelbare Nähe zur Bühne. Die Mimik der Darsteller ist hervorragend erkennbar, und genau darauf legen meine Schwester und ich großen Wert. Außerdem sitzt niemand vor einem, sodass die Sicht weder durch größere Personen noch durch trotz Verbots filmende Besucher eingeschränkt wird.
Allerdings zerstört die Nähe zur Bühne teilweise auch einige Illusionen. Man erkennt eben, dass das Essen, der blutige Sack, die Totenkopfmasken oder der Regen auf den Mänteln nicht echt sind.
In Reihe 3 hatte ich beispielsweise den Effekt mit den Regenmänteln besonders gelungen gefunden. Solange der Vorhang, auf den der Regen projiziert wird, noch vor der Bühne hing, wirkte auch von Reihe A aus alles erstaunlich realistisch. Dieser Eindruck brach allerdings in sich zusammen, als der Vorhang hochgezogen wurde und ich freie Sicht auf den Deichbau bei diesem Wetter hatte.
Teilweise werden Personen oder Gegenstände im Hintergrund durch Darsteller verdeckt, die direkt vor einem stehen. Da die Reihen ab der zweiten Reihe ansteigen, hat man weiter hinten eine bessere Sicht auf das gesamte Bühnengeschehen.
Ein besonders großer Nachteil zeigte sich für mich bei Elkes Szene im Wochenbett. Da das Bett schräg stand, blickte ich direkt auf das hohe Bettende und konnte Elke nicht sehen. Dadurch ging für mich viel von der Emotionalität der Szene verloren, und auch Haukes Solo „Lass sie leben“, in dem er Gott anfleht, seine Frau zu retten, verfehlte etwas seine Wirkung.
Dafür konnte ich diesmal viele Details entdecken, die mir bei meinem ersten Besuch entgangen waren – entweder, weil es so viele andere Eindrücke zu verarbeiten gab oder weil mir damals Personen vor mir die Sicht versperrten.
 
So entdeckte ich beispielsweise das Gerippe im hinteren linken Bühnenbereich, das laut Gerüchten der Dorfbewohner nur sichtbar ist, wenn der Schimmel nicht unterwegs ist. Dieses Detail gefällt mir besonders gut – vor allem in dem Moment, als einer der Knechte mit dem Boot losrudert, um zu überprüfen, ob es im Watt liegt oder nicht.
Des Weiteren waren mir dieses Mal vier Männer auf einer Bank aufgefallen. Sie saßen dort rauchend mit ihren dünnen, langen Pfeifen und waren die Ruhe selbst, während Ole versuchte, sie gegen Hauke aufzustacheln.
Mir fiel außerdem auf, dass Hauke nicht einfach nur irgendwo steht und seinen Vater betrauert. Auf der Bühne ist ein Kreuz aufgebaut. Er steht also an dessen Grab.
Bei einer eigentlich fröhlich aufgelösten Feier sieht Hauke Elke mit einem großen, vermummten Mann tanzen. Das war doch genau derjenige, der ihm den Schimmel für dreißig Taler verkauft hatte!
Hauke bekommt Panik und möchte Elke von diesem Mann lösen. Doch plötzlich ist dieser verschwunden und an seiner Stelle steht der Pfarrer.
Hat Hauke sich das gerade eben nur eingebildet?
Meine Schwester hatte dazu eine ganz andere Assoziation: Für sie sah es aus, als hätte Elke gerade mit dem Tod getanzt. Allein durch die Größe des vermummten Mannes wirkte diese Szene auf sie besonders stark.
Bei meinem ersten Besuch war ich zu Beginn durch die Diskussionen zweier Besucherinnen abgelenkt worden und hatte deshalb Teile des Anfangs verpasst. Diesmal konnte ich ihn ungestört verfolgen und entdeckte so, dass der Schimmel aus drei voneinander getrennten Teilen besteht. Das war mir vorher überhaupt nicht bewusst. Tatsächlich hatte ich gedacht, der Schimmel sei ein einziges Element, das gemeinsam von den drei Darstellern gespielt wird.
Beim ersten Auftauchen des grünen Kamins bemerkte ich außerdem den warmen, roten Hintergrund. Das fand ich sehr passend. Ich hatte ja bereits in meinem ersten Bericht erzählt, dass ich einen Kamin automatisch mit Behaglichkeit und Gemütlichkeit verbinde.
 
Trins Todesszene hatte ich im Juni nicht so bewusst wahrgenommen.
Diesmal sah ich sie in ihrem weißen Gewand, mit offenen, ungekämmten Haaren und einem bleichen Gesicht. Dadurch wirkte sie auf mich bereits wie ein Geist. Die Tänzer mit ihren Todesmasken umzingeln sie zusätzlich.
Trins Mimik fand ich sehr ausdrucksstark. Die Schminke unterstützt diesen Eindruck: Ihr Gesicht wirkt leicht grau, während die Falten stark betont sind. Sie erscheint dadurch sehr alt und lebenserfahren.
Wirklich sehr unheimlich fand ich ihre weit aufgerissenen Augen und ihren durchdringenden Blick. Ich hatte das Gefühl, als würde sie etwas über mich wissen, das ich selbst noch nicht weiß.
Auch ihre Stimme ist mir besonders stark in Erinnerung geblieben. Sie ist kraftvoll und zugleich angenehm. Bei ihren Worten hatte ich immer das Gefühl, dass sie vollkommen von ihnen überzeugt ist und alles, was sie sagt, wohlüberlegt ist.
Ich war besonders gespannt auf ihr Solo „Die Sündenflut“, das mir erneut sehr gut gefallen hat. Der Nebel, der düstere Hintergrund und die Tänzer mit den Totenkopfmasken erzeugen eine ausgesprochen unheimliche Atmosphäre.
Sehr interessant fand ich, wie unterschiedlich meine Schwester und ich diese Szene diesmal erlebt haben.
Im Gegensatz zu meinem ersten Besuch hatte ich diesmal nicht das Gefühl, dass sich die Bühne hebt. Bei meiner Schwester neben mir hatte sich dieser Eindruck dagegen sogar noch verstärkt; ihr wurde davon richtig schwindlig.
Sie vermutet, dass es darauf ankommt, wohin man während der Szene genau schaut. Sie war stark auf Trin fixiert, während ich hauptsächlich auf die Tänzer im Hintergrund achtete, unter anderem, um Trins Blick auszuweichen.
 
Hauke wurde diesmal von einem Cover gespielt, der die Rolle deutlich anders interpretierte als die Erstbesetzung im Juni.
Dieser Hauke wirkte auf mich wesentlich ängstlicher und unsicherer. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass er sich selbst manches nicht zutraut.
Besonders fiel mir das in seinem Umgang mit Ole auf. Für mich hatte es den Anschein, als würde Hauke vor ihm kuschen. Selbst als Deichgraf zuckt er vor seinem Widersacher zusammen und meidet den Blickkontakt.
Auch im Umgang mit Elke wirkt er sehr schüchtern.
Gerade weil dieser Hauke eher verschlossen und unsicher erscheint, kann ich gut nachvollziehen, dass die Dorfbewohner ihn seltsam finden.
Der Hauke der Erstbesetzung kam mir dagegen selbstbewusster vor. Damals zog ich eher den Schluss, dass die anderen Einwohner ihn vor allem wegen seiner Zielstrebigkeit und seines Engagements für den Deichbau als merkwürdig abstempeln.
Ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlich dieselbe Figur allein durch eine andere Interpretation wirken kann. Für mich funktionieren beide Versionen dieses Charakters.
Bei Haukes Solo „Lass sie leben“ gefiel mir besonders, wie seine Stimme gegen Ende bricht und wackelig wird – als wäre er mit der Situation gerade vollkommen überfordert. Das passt für mich sehr gut, weil er solche Angst um Elke hat.
Allerdings hatte ich bei Hauke das Gefühl, an vier Stellen Klackergeräusche gehört zu haben. Meine Schwester konnte das nicht bestätigen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob ich da vielleicht selbst Gespenster gehört habe. Jedenfalls war es ausschließlich im ersten Akt.
 
Elkes Solo „Für wen?“ hatte mir bereits beim ersten Besuch so gut gefallen, dass ich es zu meinem persönlichen Favoriten erklärt hatte. Das hat sich nicht geändert.
Ich fand das Lied erneut sehr schön und emotional gesungen. Elke macht sich Sorgen um die Zukunft ihrer stillen Tochter, während diese unbeschwert mit den Herbstblättern spielt.
Elke geht langsam auf und ab, die Finger ineinander verknotet, und wirft immer wieder einen aufmunternden, liebevollen Blick zu Wienke. Sobald sie sich jedoch von ihrer Tochter abwendet, schleichen sich die Sorgen wieder in ihr Gesicht.
Da die Wochenbett-Szene durch meine eingeschränkte Sicht für mich an Intensität verloren hatte, konnte dieses Solo diesmal zugleich den Titel des emotionalsten Moments gewinnen.
 
Das Duett „Glaubst du noch an mich?“ ist weiterhin mein Lieblingsduett des Musicals.
Die hochschwangere Elke streicht über ihren Bauch und sucht Haukes Nähe. Ihr Mann sitzt währenddessen am Schreibtisch und grübelt über den Bau des neuen Deichs. Dabei scheint er nicht einmal zu bemerken, dass sie überhaupt im Raum ist.
Sie stellt sich hinter ihn und legt ihre Hände auf seine Schultern.
Er lehnt sich zurück, fast so, als würde er fallen.
Sie hält weiterhin zu ihm und fängt ihn auf.
Schließlich steht er auf, und es kommt beinahe zu einem Kuss. Doch im letzten Moment wendet er sich ab.
Am Ende stehen beide voneinander entfernt und sehen sich nicht einmal an.
Haukes Ehrgeiz scheint sie zunehmend voneinander zu entfremden.
Stimmlich hat mir das Duett wieder sehr gut gefallen. Die Stimmen harmonierten schön miteinander.
 
Meine Schwester mag die Stimme der Vollina-Darstellerin sehr gerne. Mir gefällt sie ebenfalls sehr gut.
Beim letzten Besuch klang sie aufgrund der damaligen Tonprobleme leider teilweise undeutlich. Das war diesmal überhaupt nicht der Fall. Ihre Stimme klang voll, kraftvoll und sehr sauber.
Dadurch wirkte auch ihr Duett mit Ole ausgewogen und harmonisch. Besonders deutlich wurde das beim lange gehaltenen Schlusston, den beide ohne hörbare Wackler durchhielten.
Wenn Vollina etwas „Teuflisches“ in ihre Stimme legt, denke ich jedes Mal: Sie möchte ich nicht zur Feindin haben.
In Kombination mit ihren verkniffenen Augen wirkt sie auf mich jedenfalls nicht besonders sympathisch.
Beim „Teufelspferd“, das mir sofort vertraut vorkam – ich ahnte bereits, dass gleich wieder diese „Mörder, Mörder“-Melodie aus „Jekyll & Hyde“ auftauchen würde –, bringt Vollina die anderen Frauen dazu, ihre Beobachtungen über Hauke zu erzählen.
Die Magd berichtet dabei von dem Vorfall am Wochenbett. Hauke hatte gesagt: „Falls es dich gibt.“
Dass er damit die Existenz Gottes infrage stellt, ist für die Frauen ein Schock. In Vollinas Gesicht erscheint dabei ein kaum wahrnehmbares, spöttisches Grinsen. Sie will genau das erreichen. Die Gerüchte über Hauke sollen entstehen.
 
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich viele neue Details entdeckt habe und die Mimik der Darsteller hervorragend erkennen konnte.
Wer viel Wert auf Gesichtsausdrücke und kleine schauspielerische Details legt, sollte daher durchaus erwägen, weit vorne – beispielsweise in Reihe A – zu sitzen.
Allerdings raubt die Nähe zur Bühne auch manchen Effekten ihre Illusion.
Wem die Mimik nicht ganz so wichtig ist, wer dafür aber lieber einen besseren Gesamtüberblick haben und möglichst wenig entdecken möchte, das unecht wirkt, dem würde ich eher Plätze ab Reihe 3 empfehlen.
 
Sehr positiv fand ich außerdem, dass diesmal keine Störenfriede in unserer Nähe saßen.
Das Publikum war angenehm ruhig. Dadurch wurde ich nicht abgelenkt und konnte mich vollständig auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren.
Es wurde außerdem nicht bei den Liedern mitgeklatscht oder bereits während eines Schlusstons in Jubel ausgebrochen. Das Publikum wartete, bis die Lieder tatsächlich vorbei waren. Das hat mir sehr gut gefallen.
 
Zu guter Letzt möchte ich noch eine nette Begegnung mit der Sitznachbarin meiner Schwester erwähnen, mit der wir vor der Vorstellung ins Gespräch kamen.
Die Frau hatte ihre Karte spontan an der Abendkasse gekauft und wohnt nicht weit von Fulda entfernt.
Das Buch hatte sie vor mindestens vierzig Jahren gelesen, weshalb ihr die Handlung nicht mehr besonders präsent war. Deshalb hatte sie die Befürchtung, dem Musical vielleicht nicht gut folgen zu können. In diesem Punkt konnten wir sie allerdings beruhigen.
Sie wollte wissen, welche weiteren Musicals wir bereits in Fulda gesehen hatten, und war sehr überrascht, als sie hörte, dass allein „Robin Hood“ bei uns zwanzig Besuche zu Buche schlagen konnte.
Wir erzählten ihr allerdings auch, dass der Produzent bei der Dernière von einer Besucherin berichtet hatte, die die Show über 180-mal gesehen hatte.
In der Pause gab sie uns ein erstes Zwischenfazit: Ihr hatte die Vorstellung bis dahin gut gefallen.
Nach der Show berichtete sie uns, dass ihr das Musical insgesamt sehr gut gefallen habe und sie nicht das Gefühl gehabt hätte, vorher noch einmal das Buch lesen zu müssen.
Zum Abschied wünschte sie uns eine gute Heimreise und scherzte, wir sollten es mit unseren Musicalbesuchen nicht übertreiben – nicht, dass wir irgendwann selbst noch auf über hundert Besuche kämen.
Das fand ich sehr sympathisch. Nicht einfach aufstehen und gehen, sondern sich noch verabschieden.
Zwar konnte ich nach wie vor keine wirklichen Ohrwürmer für mich entdecken, doch ich ging deutlich positiver gestimmt aus dem Saal als bei meinem ersten Besuch.
Das Musical konnte mit der aktualisierten Punktzahl von 177 Punkten von Platz 13 auf Platz 8 von insgesamt 16 Musicals vorgaloppieren.
Und nun bin ich schon sehr gespannt auf die Dernière am nächsten Sonntag.


3. Persönliche Highlights
Highlight des Tages:
Trin Jans' Solo „Die Sündenflut“
Bestes Solo:
„Für wen?“ (Elke)
Bestes Duett:
„Glaubst du noch an mich?“
Ohrwurm des Tages:
Keiner. Die Lieder gefielen mir insgesamt, aber keines blieb dauerhaft hängen.
Beste Ensemblenummer:
„Für die Marsch, für die Geest“
Lustigster Moment:
Die Szene mit Deichgrafen und Oberdeichgrafen.
Emotionalster Moment:
„Für wen?“

 

4. Besetzung der besuchten Vorstellung

Schiggy saß im Publikum – aber wer stand eigentlich auf der Bühne?

Hauke Haien / Reisender: Christopher Dederichs
Elke Volkerts: Pamina Lenn
Ole Peters: Dennis Henschel
Vollina Harders: Anja Backus
Schulmeister / Tede Haien: Thorsten Tinney
Trin Jans: Kaatje Dierks
Deichgraf / Arzt: Volker Metzger

Ensemble
Schimmel
Kopf: Lars Wandres
Herz: Antonello Papagno
Hinten (Hind): Robin Scheel

Magd Ann Grete: Maja Dickmann
Magd Geschke: Emma Sophie Adelmann
Magd Wiebke: Sophie Bauer
Leiterin Else: Jenny Schlensker
Dienstmagd / Lene: Jo Rackham
Dienstmagd / Mareike: Irene Eggerstorfer
Witwe Wohlers: Tina Haas
Iven Johns: Samuel Jonathan Bertz
Jeve Manners / Unbekannter: Nico Schweers
Lütten: Tobias Korinth
Carsten: Niklas Schurz
Wirt Friedrich: Steven Seale
Pastor Jansen: André Haedicke
Wiens: Torsten Paul
Junger Hauke: Rosa
Wienke: Nora

 

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