Montag, 8. Juni 2026

Schiggy unterwegs... Der Schimmelreiter in Fulda

 

1. Eckdaten zur Vorstellung
Titel der Veranstaltung: Der Schimmelreiter
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Schlosstheater Fulda
Sprache: Deutsch
Besuch: 07.06.2026
Beginn: 14:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Parkett, Reihe 3, Platz 55
Vorlage: Gleichnamige Novelle von Theodor Storm




2. Besetzung der besuchten Vorstellung
Hauke Haien / Reisender: Sascha Kurth
Elke Volkerts: Pamina Lenn
Ole Peters: Dennis Henschel
Vollina Harders: Anja Backus
Schulmeister / Tede Haien: Tobias Korinth
Trin Jans: Kaatje Dierks
Deichgraf / Arzt: Volker Metzger


Ensemble
Schimmel
Kopf: Christopher Dederichs
Herz: Antonello Papagno
Hinten (Hind): Robin Scheel

Magd Ann Grete: Alida Will
Magd Geschke: Emma Sophie Adelmann
Magd Wiebke: Sophie Bauer
Leiterin Else: Jenny Schlensker
Dienstmagd / Lene: Maja Dickmann
Dienstmagd / Mareike: Irene Eggerstorfer
Witwe Wohlers: Raphaela Pekovsek
Iven Johns: Samuel Jonathan Bertz
Jeve Manners / Unbekannter: Nico Schweers
Lütten: Lars Wanders
Carsten: Niklas Schurz
Wirt Friedrich: Steven Seale
Pastor Jansen: André Haedicke
Wiens: Torsten Paul
Junger Hauke: Rosa
Wienke: Tilda




3. Mein Eindruck von der Show
Schiggy war wieder unterwegs und hat sich auf die Spur eines geheimnisvollen weißen Pferdes begeben.
Die Buchvorlage habe ich letztes Jahr gelesen. Meine Rezension dazu findet ihr hier. Die Handlung war mir allerdings nicht mehr besonders präsent. Da wäre ein kurzes Auffrischen vielleicht besser werden. Dass es doch nicht notwendig war, zeigte sich im Laufe der Vorstellung.
Bevor der Vorhang überhaupt hochging, gab es leider ein paar Dämpfer. Im Foyer wollten wir zur Erinnerung ein paar Fotos vor der Fotowand machen. Zu der Zeit waren wir die Einzigen. Doch kaum stand ich bereit, rief ein älterer Mann: „Lass uns doch ein Foto machen“, und drängte sich einfach neben mich. Meine Bitte, kurz zu warten, ignorierte er komplett. Um keine Diskussion anzuzetteln, haben wir schließlich auf Bilder verzichtet.
Im Saal ging das Chaos weiter: Trotz bester Ausschilderung gab es ringsherum die üblichen Platzdiskussionen („Nein, der Rang ist nicht unten. Hier ist das Parkett.“) Auch ich musste das einem Besucher erklären. 
Kaum fing das Stück an, die nächste Störung: Schräg vor mir leuchtete ein Handydisplay auf. Auf die Bitte einer Zuschauerin, das Handy auszuschalten, kam nur ein pampiges: „Ich filme ja nicht. Das ist WhatsApp.“ Dass das helle Licht extrem ablenkt, war der Dame egal. So ergab sich eine Diskussion, bis das Handy endlich weggepackt wurde.
Genau wegen dieser Ablenkung habe ich leider den kompletten Anfang der Show verpasst. Das fing ja gut an! Zum Glück blieb es die einzige Störung, sodass ich den Rest des Nachmittags ungestört genießen konnte.
Die Erinnerungen an die Novelle kamen während der Vorstellung schnell zurück, beispielsweise bei der Szene, in der Hauke Trins Katze erschlägt. Die Handlung hält sich wirklich sehr eng an die literarische Vorlage.
Vier Szenen sind mir dabei besonders in Erinnerung geblieben.
Zum einen Trin Jans' Solo „Die Sündenflut“ im ersten Akt. Es gab einen Moment, in dem ich tatsächlich das Gefühl hatte, die Bühne würde sich immer weiter anheben. Dabei handelte es sich lediglich um eine optische Täuschung. Meine Schwester erzählte später, dass ihr davon sogar leicht schwindelig geworden sei, als würde sie sich auf einem schwankenden Schiff befinden.
Zusammen mit dem düsteren Licht, dem Nebel und den maskierten Geister- bzw. Dämonengestalten im Hintergrund entstand eine wirklich unheimliche Atmosphäre.
Sehr emotional fand ich außerdem Szene 12 „Kindbettfieber“ im zweiten Akt. Elke liegt schwer krank im Wochenbett, und ihre Situation wirkt aussichtslos. Obwohl Hauke nicht an Gott glaubt, fleht er ihn an: „Lass sie leben.“ Er kniet auf dem Boden, faltet die Hände zum Gebet, und in seinen Augen glitzern Tränen. Man spürt förmlich, wie groß seine Liebe zu Elke ist und wie sehr er um ihr Leben bangt.
Auch Szene 15 „Wienke“ prägte sich bei mir ein. Während die Bühne sonst meist in kühlen Blau- und Grautönen gehalten ist, dominieren hier warme Herbstfarben. Hauke und Elke sitzen gemeinsam auf einer Bank, daneben steht ein großer Baum, der seine Blätter verliert. Ihre Tochter Wienke spielt im herabfallenden Laub. Auf den ersten Blick wirkt alles friedlich und harmonisch, doch unter der Oberfläche schwingen Elkes Sorgen um die Zukunft ihrer stillen Tochter mit.
Die Szene, in der Hauke mit dem Schimmel in den Deich stürzt, weckte bei mir starke Erinnerungen an den Beginn von Disneys Tarzan. Hauke, Elke und Wienke werden an Seilen befestigt von der Decke herabgelassen. Besonders Elkes Bewegungen wirkten auf mich nahezu identisch zu denen von Tarzans Eltern beim Schiffbruch. Meine Schwester bemerkte später sogar, dass die Geräusche des Wassers sie ebenfalls daran erinnert hätten.
Ihr gefiel außerdem die Darstellung des Eisboselns sehr gut. Teile des Wettkampfs werden in Zeitlupe gezeigt, was einen interessanten Effekt erzeugt.
Das Musical bleibt durchgehend ernst. Humorvolle Momente gibt es nur wenige. Gerade deshalb fallen die Szenen rund um Elkes Vater besonders auf. Mit seinem norddeutschen Schlag und seiner Vorliebe fürs Essen sorgt er für die meisten Lacher. Als Hauke sich als Kleinknecht bewirbt, interessiert ihn zunächst vor allem, wann die nächste Mahlzeit serviert wird. Haukes Anstellung erfolgt beinahe nebenbei. Besonders komisch wird es, als der Oberdeichgraf auftaucht und beide statt eines echten Gesprächs lediglich mit „Jo, jo, jo“ reagieren. Die beiden verbindet offensichtlich die Liebe zu einem gut gefüllten Magen. Das war die einzige Stelle, an der ich wirklich herzhaft lachen musste.
Auch die Szene, in der Elke den ahnungslosen Hauke mit ihrer Verlobung überrascht, sorgt für einen gelungenen humorvollen Moment. Solche Szenen lockern die Handlung auf, ohne aufgesetzt oder albern zu wirken.
Am Ende wird Hauke wieder zum Reisenden. Meine Schwester erklärte mir später, dass dies bereits zu Beginn der Vorstellung so gewesen sei und die Geschichte daraus hervorging. Da ich den Anfang nicht vollständig mitbekommen hatte, war mir das entgangen. Mir gefällt jedoch, dass sich dadurch der Kreis schließt und die Handlung wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkehrt.
Am Ende bleibt dieselbe Frage, die auch der Reisende stellt: Ist alles wirklich so geschehen oder handelt es sich lediglich um eine Legende?
Etwas gestört hat mich allerdings, dass der Reisende beziehungsweise Hauke am Schluss den Sinn der Geschichte recht deutlich erklärt. Meiner Meinung nach sollte jeder Zuschauer die Möglichkeit haben, seine eigene Interpretation zu entwickeln. Dadurch fühlte ich mich ein wenig bevormundet.
Darstellerisch und gesanglich konnten mich alle Beteiligten überzeugen. Auf jede einzelne Rolle einzugehen, würde den ohnehin schon umfangreichen Bericht noch weiter verlängern. Deshalb möchte ich nur einige Figuren hervorheben.
Hauke ist ehrgeizig und verfolgt beharrlich sein Ziel, einen neuen Deich zu errichten, um die Menschen zu schützen. Besonders deutlich wird dies im Lied „Weiter als zuvor“, in dem er von seinen Visionen singt. Dabei verliert er jedoch seine hochschwangere Frau zunehmend aus dem Blick. Selbst als Elke zu ihm kommt, bleibt sein Fokus auf seinen Plänen und Berechnungen. Wie sehr beide unter dieser Situation leiden, zeigt das Duett „Glaubst du noch an mich?“ sehr eindrucksvoll. Die Stimmen harmonieren wunderbar miteinander, und man spürt die Liebe ebenso wie die Belastung, die zwischen ihnen steht.
Ole Peters fungiert als Haukes Gegenspieler. Nicht nur beim Eisboseln, als er Hauke verspottet, nachdem dieser durch die Sonne geblendet wurde und den Ball fallen lässt, zeigt sich sein unangenehmer Charakter. Sein arrogantes Auftreten lässt ihn nicht sympathisch wirken. Auch später stachelt er die Menschen gegen Hauke auf und versucht, dessen Stellung zu untergraben. Besonders in seinem Solo „Deichgraf seines Weibes wegen heraus“ entsteht der Eindruck, dass er selbst gerne an Haukes Stelle stehen würde.
Vollina passt hervorragend zu ihm. Sie ist ebenso berechnend und fördert gezielt den Aberglauben der Dorfbewohner, insbesondere im Lied „Das Teufelspferd“.
Der Oberdeichgraf hatte offenbar an einer Stelle einen kleinen Texthänger, den er souverän abfing. Er stockte kurz und sprach dann weiter, als wäre nichts gewesen.  
Erwähnen möchte ich außerdem Trin Jans. Ihr durchdringender Blick sorgte immer wieder für echtes Unbehagen und machte die Figur besonders eindrucksvoll.
Die Musik kommt vom Band. Das ist in Fulda üblich und stört mich grundsätzlich nicht, auch wenn ich Live-Musik immer bevorzuge.
Leider lief technisch nicht alles perfekt. In der Szene am herbstlichen Baum fiel kurzzeitig Haukes Mikrofon aus.
Auch beim Duett von Ole und Vollina hatte ich den Eindruck, dass etwas mit dem Ton nicht stimmte. Die ansonsten klare und kraftvolle Stimme der Darstellerin klang in „Wir müssen nur geduldig sein“ stellenweise merkwürdig und undeutlich. Dadurch wirkte das Duett für einen Moment unausgewogen. Da das Problem nur kurz auftrat, gehe ich von einem technischen Fehler aus.
Vollkommen überzeugen konnte mich hingegen das Bühnenbild. Während Robin Hood eher spartanisch ausgestattet war, wurde hier deutlich größer aufgefahren. Die Projektionen auf der Videowand sind abwechslungsreich und stimmungsvoll. Meist sieht man das Meer – mal ruhig, mal leicht bewegt. Während des Sturms peitscht die Gischt dramatisch empor. Die Farbgestaltung bewegt sich überwiegend in kühlen Blau- und Grautönen, während Gefahrensituationen in kräftigem Rot dargestellt werden. Die Herbstszene hebt sich mit ihren warmen Farben besonders ab.
Auch das Lichtkonzept ist auf die einzelnen Szenen abgestimmt und ergänzt die Videoprojektionen wirkungsvoll.
Nebel kommt vor allem in den düsteren Szenen zum Einsatz und verstärkt die unheimliche Stimmung zusätzlich.
Besonders interessant fand ich die beiden unterschiedlichen Wände, die von oben herabgelassen werden: eine Konstruktion, die mich an eine Pergola mit Laternen erinnerte, sowie eine Wand mit Uhren, die das Haus der Volkerts darstellt.
Ein kleines Detail, das mir besonders gefiel, war der grüne Kaminofen. Einen Kamin verbinde ich automatisch mit Behaglichkeit und Geborgenheit. Dadurch wirkte das Haus sofort gemütlich, selbst wenn draußen schlechtes Wetter herrschte.
Hinzu kommen zahlreiche weitere Requisiten wie Tische, Bänke, Schreibtische, Laternen, Speisen oder die Katze mit ihrem beweglichen Schwanz.
Auch den Deich kann man durch die angedeuteten Mauern erkennen.
All diese Elemente sorgen dafür, dass die Bühne nie leer wirkt, gleichzeitig aber nie überladen erscheint. Für mich ergibt sich daraus ein sehr stimmiges Gesamtkonzept aus Bühnenbild, Licht und Videowand.
Die Szenenwechsel verliefen schnell und reibungslos und lenkten nie von der folgenden Szene ab.
Auch die Kostüme haben mir gut gefallen. Im Gegensatz zu Robin Hood, wo sie teilweise recht modern wirkten, passen sie hier wirklich zur dargestellten Epoche.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Regenmäntel. Sie sind so gestaltet, dass sie aussehen, als wären sie vom Regen durchnässt. Vor allem in Kombination mit den Regeneffekten auf dem Vorhang entstand so ein sehr realistischer Eindruck.
Ob dieser Effekt auch aus nächster Nähe überzeugt, werde ich Ende August erfahren, wenn ich in Reihe A sitzen werde.
Auf einige Lieder bin ich bereits eingegangen. Deshalb hier noch ein paar kurze Anmerkungen zu weiteren Musiknummern.
„Wer nicht deichen will, muss weichen“ ist eine schwungvolle Nummer mit einer Choreografie, die mich stellenweise an irischen Tanz erinnerte. Eine Besucherin war davon offenbar so begeistert, dass sie spontan mitklatschte.
In „Für die Marsch, für die Geest“ geht es um die beiden konkurrierenden Mannschaften beim Eisboseln.
„Deichgraf sein ist eine Bürde“ zeigt humorvoll das angeblich schwere Leben eines Deichgrafen, der allerdings ein gutes Essen der Arbeit vorzieht und diese andere erledigen lässt.
„Sternenmeer“ ist eine schöne Ballade, in der sich die Liebe zwischen Hauke und Elke entwickelt.
„Sturm, komm auf“ ist Haukes kraftvolles Solo über seine Überzeugung, dass die alten Deiche künftigen Stürmen nicht mehr standhalten werden.
Insgesamt sind die Lieder abwechslungsreich und passend zur Handlung. Einen echten Ohrwurm konnte ich allerdings nicht mitnehmen. „Das Teufelspferd“ erinnerte mich stellenweise stark an „Mörder, Mörder“ aus Jekyll & Hyde. Meine Schwester bestätigte diesen Eindruck später. Sie meinte sogar scherzhaft, dem Komponisten scheine dieses Musical besonders gut zu gefallen, da bereits bei Robin Hood das Lied „Das Dinner“ deutliche Erinnerungen an „Fassade“ geweckt habe.
Insgesamt hat mir das Musical gut gefallen. Es handelt sich um eine gelungene Umsetzung der Novelle. Für die Spitzenplätze meines Jahresrankings wird es allerdings nicht reichen, da mich andere Produktionen stärker überrascht haben und Ohrwürmer boten. Dennoch freue ich mich bereits auf meinen zweiten Besuch und bin gespannt, welche Eindrücke ich dann gewinnen werde.
Positiv hervorheben möchte ich außerdem das hochwertige Programmheft für zwölf Euro, das neben Informationen zu Cast und Kreativteam auch zahlreiche Szenenfotos enthält.

ausgestelltes Modell der Bühne im Foyer



4. Persönliche Highlights
Besonders in Erinnerung geblieben:
Trin Jans' Solo „Die Sündenflut“, weil ich tatsächlich das Gefühl hatte, die Bühne würde sich erheben.
Bestes Solo:
„Für wen?“ (Elke) – Eine ruhige, melancholische Nummer mit einem Fünkchen Hoffnung
Bestes Duett:
„Glaubst du noch an mich?“ – Hauke verliert sich in seiner Arbeit, während Elke sich zunehmend vernachlässigt fühlt. Ein emotionales und sehr gelungenes Duett.
Ohrwurm des Tages:
Keiner. Die Lieder gefielen mir insgesamt, aber keines blieb dauerhaft hängen.
Beste Ensemblenummer:
„Für die Marsch, für die Geest“ – Die musikalische Umsetzung des Eisboselns zeigt schwungvoll die Konkurrenz zwischen den Bewohnern der Marsch und der Geest.
Lustigster Moment:
Die Szene mit Deichgrafen und Oberdeichgrafen. Dazu sage ich nur: „Jo, jo, jo.“
Emotionalster Moment:
„Lass sie leben“ – Der ungläubige Hauke betet um das Leben seiner schwer kranken Frau.

 

Freitag, 5. Juni 2026

Tawny spielt: Verräter an Bord



 
Allgemeine Infos
Spieltitel: Verräter an Bord
von: Jean-Xia Chou
Illustration/Design: Laura Bazzoni
Verlag: SAVANA
Vertrieb in Deutschland: Hutter Trade GmbH & Co. KG
EAN: 377017333190
Kategorie: Kartenspiel
Spielart: semi-kooperativ (geheime Teams)
Spielmechanismus: Social Deduction, Bluffen
Thema: abstrakt
Sprachneutral: Pirat
Einstufung: Party
Alter: ab 10 Jahren
Spieler: 3 – 8
Dauer: 20 Minuten
 
Beschreibung:
Verräter an Bord ist ein Partyspiel mit geheimen Identitäten, das Bluffen, Strategie, Allianzen und Verrat vereint. Es ist das perfekte Spiel für Verräter und/oder für Spieleabende mit Freunden oder der Familie!
Das Ziel ist einfach: Die guten Piraten müssen zusammenarbeiten, um eine Truhe mit Gold zu füllen, während die hinterlistigen Meuterer versuchen, ihre Bemühungen zu sabotieren, indem sie der Truhe ihren Wert entziehen – und das alles, ohne erwischt zu werden…
Kannst du die Truhe mit genug Gold füllen und die Meuterer entlarven, ohne dich gegen deine Teamkollegen zu wenden? Diskutiere, plane und setze deine Strategie um, um deinen Weg zum Sieg zu steuern!
 
Ziel des Spiels:
Piraten: alle Spieler des gegnerischen Teams eliminieren oder den geforderten Wert an Münzen sammeln
Meuterer: Anzahl Meuterer = Anzahl Piraten oder nicht genug Münzen in der Schatztruhe, wenn ein Pirat diese zählt
 
Unsere Hausregeln(n):
Ich habe eine Spielmatte mit Beutestapel, Nachziehstapel, Aktionskartenstapel, jeweils einen Stapel für abgeworfene Handkarten und entfernte Beutekarte gebastelt, damit man auf einen Blick erkennt, welche Karte wohin gehört. Am eigentlichen Spielprinzip ändert es nichts. Es lässt sich auch gut ohne Spielmatte spielen. Das haben wir die ersten Partien auch gemacht.

Verpackung und Spielmaterial:
Die Schachtel ist etwas größer als bei typischen Kartenspielen, bleibt aber kompakt und gut transportabel. Ein Einsatz in der Box verhindert, dass die Karten lose herumfliegen.
Die Karten selbst fühlen sich stabil und angenehm an. Die Illustrationen sind gelungen, weder zu kindlich noch zu ernst, und lassen sich gut unterscheiden. Besonders positiv: Auch Spieler, die kein Deutsch sprechen (wir haben es mit englischsprachigen Spielern getestet), konnten dank der klaren Symbole problemlos mitspielen, nachdem die Karteneffekte einmal erklärt waren.
Ein kleiner Kritikpunkt zeigt sich bei intensiver Nutzung: Die Karten nutzen sich relativ schnell an den Kanten ab. Wer das Spiel häufig spielt, sollte daher über Sleeves nachdenken, um die Lebensdauer zu erhöhen.

Anleitung:
Die Anleitung ist übersichtlich und gut strukturiert. Spielvorbereitung, Ablauf, Kartenfunktionen und Spielende werden verständlich erklärt.
Wichtig ist jedoch, die Regeln genau zu lesen: Uns ist beispielsweise entgangen, dass die Anzahl der Planken-Karten je nach Spielerzahl angepasst werden muss. Dadurch haben wir in den ersten Partien zu dritt mit einem falschen Kartenumfang gespielt, was den Spielverlauf spürbar beeinflusst.
 
Spielspaß:
Ich spiele gerne Social-Deduction-Spiele, allerdings sind viele davon erst ab größeren Gruppen wirklich gut spielbar. Verräter an Bord funktioniert dagegen überraschend gut schon ab drei Personen, und hat uns direkt überzeugt, auch wenn wir anfangs ja mit zu vielen Planke-Karten gespielt haben.
Das Spiel lebt stark von Kommunikation, Diskussion und Unsicherheit. Informationen dürfen geteilt, verdreht oder bewusst verschwiegen werden. Genau dadurch entsteht eine permanente Spannung: Wer sagt die Wahrheit, wer blufft?
Auch die Aktionskarten wie beispielsweise das Fernrohr, das Einblick in den Beutestapel erlaubt, sorgen für zusätzliche Dynamik. Da die Karten zuvor gemischt werden, bleibt trotzdem immer ein Unsicherheitsfaktor bestehen.
Besonders spannend ist, dass sich die Rollen ständig ändern. Mal spielt man für die Piraten, mal für die Meuterer. Jede Partie fühlt sich dadurch anders an. Selbst in kleinen Runden funktioniert das überraschend gut, auch wenn die Unsicherheit mit mehr Spielern noch deutlich steigt.
Ab sechs Spielern kommen sogar zwei Meuterer ins Spiel, die sich gegenseitig nicht kennen. Das führt zu interessanten Situationen, in denen man möglichweise unwissentlich gegen seine eigenen Verbündeten arbeitet.
Das Spiel sorgt regelmäßig für überraschende Wendungen, die oft zu Diskussionen führen – etwa, wenn ein verdächtig wirkender Spieler plötzlich doch auf der „guten Seite“ stand. Genau diese Momente tragen stark zum Spielspaß bei.
In unserer Runde ist es inzwischen ein regelmäßiger Kandidat geworden und wird auch von Spielern gerne gespielt, die sonst wenig Interesse an Brettspielen haben.

Wiederspielreiz:
Sehr hoch. Es ist tatsächlich ein Spiel, das ich einen ganzen Spieleabend spielen kann. Nach unzähligen Partien haben sich nur die Karten, nicht das Spielprinzip, abgenutzt. Durch die wechselnden Rollen spielt es sich immer wieder etwas anders. Das kommt immer wieder sehr gerne auf den Tisch.
 
Zu zweit spielbar?
Nein, es ist erst ab 3 Spielern.
 
Fazit:
Ein flottes, witziges Social Deduction-Spiel, das auch in kleiner Runde bestens funktioniert.
 
Bewertung: 

 

 

Tawny spielt: Durchmarsch


 

Allgemeine Infos
Spieltitel: Durchmarsch
von: Reinhard Staupe
Illustration/Design: Oliver Freudenreich
Verlag: KENDi GmbH
EAN: 4067941300008
Kategorie: Würfelspiel
Spielart: kompetitiv
Spielmechanismus: Zocken
Thema: abstrakt
Sprachneutral: Ja
Einstufung: Familie
Alter: ab 8 Jahren
Spieler: 2 – 4
Dauer: 15 Minuten
 
Beschreibung:
Bist du bereit für das ultimative Würfelerlebnis? Stell dir die Frage: Zocken oder aufhören? Risiko eingehen oder auf Nummer sicher gehen? In diesem Würfelspiel liegt die Entscheidung bei dir – und genau das macht es so spannend! Mit 8 Würfeln und einem simplen Spielblock erlebst du den puren Nervenkitzel. Ob du als mutiger Draufgänger alles riskierst oder als Taktiker in kleinen Schritten zum Sieg kommst, bleibt dir überlassen. 8 Versuche hast du, um das Spiel zu gewinnen – doch sei gewarnt: Deine Gegner schlafen nicht und könnten dir den Sieg streitig machen. Für die einen ist es ein simples Vergnügen, für die anderen die ultimative Herausforderung. Welcher Spieler bist du? Finde es heraus – immer und immer wieder! Einfach, schnell und unglaublich spannend. DURCHMARSCH sorgt für endlose Unterhaltung und lässt dich nicht mehr los. Bist du dabei?
 
Ziel des Spiels:
Wer als Erster alle Zahlen einer Reihe ankreuzt, gewinnt das Spiel.
 
Unsere Hausregeln(n):
Wir haben DURCHMARSCH auch schon mit bis zu sechs Spielern gespielt.
Wie im Original scheidet ein Spieler aus, sobald alle vier Reihen durchgestrichen sind. Damit ausgeschiedene Spieler nicht untätig warten müssen, spielen sie bei uns außer Konkurrenz weiter. Sie würfeln und kreuzen weiterhin Felder an (in einer anderen Farbe), können jedoch nicht mehr gewinnen.
Außerdem habe ich die Spielblätter in Excel nachgebaut und um zwei Felder für Fehlwürfe sowie ein Feld für „Reihe nicht geschafft“ ergänzt. Diese werden mit Chips markiert. So lassen sich die Spielblätter immer wieder verwenden. 

Verpackung und Spielmaterial:
Die Schachtel ist handlich und eignet sich gut zum Mitnehmen. Enthalten sind acht Kunststoffwürfel in einem kräftigen Rot-Orange, vier kleine Bleistifte mit Radiergummi, ein Spielblock sowie die Spielanleitung.
Die weißen Augen der Würfel heben sich gut vom farbigen Hintergrund ab und sind problemlos zu erkennen. Die Qualität der Bleistifte ist ordentlich, auch wenn sie nur etwa halb so lang wie gewöhnliche Bleistifte sind.
Positiv fällt auf, dass die Spielblätter beidseitig bedruckt sind. Das spart Papier und erhöht die Nutzungsdauer des Blocks. Da man die Bögen dennoch irgendwann verbraucht, nutze ich inzwischen meine wiederverwendbaren Spielblätter aus den Hausregeln. 

Anleitung:
Die Anleitung ist übersichtlich aufgebaut. Wichtige Regeln sind fett hervorgehoben und mehrere Beispiele veranschaulichen den Spielablauf.
Nach dem ersten Lesen blieben bei uns keine Fragen offen, sodass wir direkt losspielen konnten.
 
Spielspaß:
Das Spielprinzip ist wirklich sehr einfach: Wir würfeln und hoffen, die geforderte Zahl zu erzielen – entweder als Summe zweier Würfel für die Zahlen 7 bis 10 oder als Einzelwürfel für die Zahlen 1 bis 6.
Nach jedem erfolgreichen Wurf steht die entscheidende Frage im Raum: Höre ich auf und sichere meinen Fortschritt oder würfle ich weiter? Wer weitermachen möchte, muss jeweils einen Würfel abgeben, kann allerdings nie unter fünf Würfel fallen.
Gerade dieses Risiko-Element gefällt mir sehr gut. Sichere ich meine bisherigen Erfolge oder versuche ich noch ein Feld mehr zu erreichen? Ein Fehlwurf kann schließlich dazu führen, dass man in der nächsten Reihe wieder von vorne beginnen muss.
Besonders gelungen finde ich, dass die Anleitung ausdrücklich dazu auffordert, Mitspieler zum Weiterwürfeln oder Aufhören zu überreden. Das sorgt regelmäßig für Gelächter und eine ordentliche Portion Schadenfreude, wenn die Ratschläge nach hinten losgehen.
Allerdings eignet sich DURCHMARSCH für mich nicht als Spiel für einen ganzen Abend. Als Einstieg oder Absacker funktioniert es sehr gut, mehrere Partien hintereinander werden jedoch schnell eintönig, da das Spiel kaum Abwechslung bietet.
In unserer Vielspielergruppe kam das Spiel daher eher mäßig an. Dort wurde es als zu simpel empfunden. In lockeren Runden mit Gelegenheitsspielern oder Menschen, die etwas Leichtes suchen, kam es deutlich besser an. Das Spiel ist schnell erklärt, sofort aufgebaut und ohne große Hürden spielbar.
Fraglich bleibt für mich, ob man das Spiel tatsächlich kaufen muss. Mit einem Preis von etwa 14 Euro wirkt das Gebotene vergleichsweise teuer. Das muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. 

Wiederspielreiz:
Der Wiederspielreiz hält sich für mich in Grenzen. Das Spielprinzip ist auf Dauer etwas zu eintönig. Dennoch spiele ich gerne gelegentlich ein oder zwei Partien, etwa als Abschluss eines langen Spieleabends.
 
Zu zweit spielbar?
Ja
 
Fazit:
Ein netter Absacker, aber kein Dauerbrenner auf unserem Spieltisch.
 
Bewertung:
 

Dienstag, 2. Juni 2026

Aktuell lese ich... Die Ilias und Caspar und die Träne des Phönix

 Hallo,





... einen Klassiker und einen Reihenauftakt.

Mein aktuelles Lesefutter




Homers Epos Ilias erzählt in 24 Kapiteln (Gesängen) die zehnjährige Eroberungsgeschichte Trojas und beruht auf Mythen und Erzählungen um den Trojanischen Krieg.Die »Ilias« ist das älteste nahezu vollständig erhaltene Zeugnis der europäischen Literatur. Sie entstand im 8. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und schildert in 24 Gesängen die zehnjährige Eroberungsgeschichte Trojas. Die unübertroffene Erzählkunst Homers bescherte dieser Dichtung eine überwältigende Wirkung und macht die »Ilias« zu einem bis heute lebendigen Meisterwerk. »Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus«, lautet der berühmte erste Vers, hier eingebunden in feinem Cabra-Leder mit Goldprägung.


Caspar hasst Abenteuer. Am liebsten sitzt er in der Schulbibliothek und liest. Doch als er sich eines Tages vor den beiden Klassenfieslingen in der alten Standuhr versteckt, geschieht das Unglaubliche: Er findet sich in einem hohlen Baum wieder und vor ihm steht ein Mädchen mit Sommersprossen, die wie Sterne aussehen. Sie heißt Wilda Undank und bringt ihn unverzüglich vor die Zauberer von Wolkenstern. Damit nicht genug. Caspar muss die Rätsel der Nieselhexen löse...

Lesefortschritt



Aktuell bin ich auf Seite 75 von 445. <Jetzo schmückt'  Athene des Tydeus Sohn Diomedes - Hoch mit Kraft und Entschluß, damit vorstrahlend aus allem Danaervol er erschien' und herrlichen Ruhm sich gewänne.> (V. Gesang)


Aktuell bin ich auf Seite 64 von 330. <Eisenfrost schaut Wilda an.> (Kapitel 5)

Warum dieses Buch?



Es steht auf der Liste der 30 Bücher, die angeblich jeder gelesen haben will. Ich wollte es mal damit versuchen, weil mich der historische Grund sehr interessiert.


Als Ausgleich habe ich extra ein Kinderbuch gewählt. Ich habe mir ja vorgenommen, Reihenauftakte, die schon auf dem SuB liegen, vorrangig zu lesen und dann zu entscheiden, ob ich die Reihe überhaupt fortsetze.

Was gibt es sonst noch zu sagen?




Diese epische Dichtung ist nicht gerade etwas, was ich als schön flüssig zu lesen bezeichnen würde. Vielleicht ist das ja schon aus dem 1. Satz meiner aktuellen Seite erkennbar. Ich habe jetzt die Geschichte auch in Prosaform entdeckt. Ich überlege schon, ob ich dann da wechsle. Ich möchte wissen, wie es weitergeht, aber ich finde es in dieser Dichtform nicht so schön zu lesen.


Es ist schon auf den ersten Seiten sehr fantasievoll. Wir haben gemeinsam mit Caspar schon Wilda kennengelernt. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Was ist sonst noch passiert?



Mein Französischkurs läuft weiter... Ich bin noch motiviert und  aktuell auf Seite 153, also Ende von Lektion 12. Als Nächstes kommt dann der 4. Test, bei dem ich das Gelernte von Lektion 10 bis 12 wiederholen kann. Mal sehen, wie der Test laufen wird. :-D Ich merke, dass das tägliche Üben etwas bringt. Das Problem: Sobald ich aufhöre, ist es wieder weg. Deshalb überlege ich mir, nach dem Kurs regelmäßig einfache Kinderbücher auf Französisch zu lesen. Ich möchte da schon gerne drin bleiben. Die Sprache finde ich ja wirklich schön, zumindest wenn andere sie sprechen. Bei mir selbst klingt es... etwas abenteuerlich. Aber man versteht mich. Hoffe ich. ;-D

Liebe Grüße
Tinette

Kurz gebellt zu: Der Greif erwacht



   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Der Greif erwacht
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Benedict Mirow
Übersetzt von: ///
Verlag: Thienemann
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die Chroniken von Mistle End
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2020
Seiten: 416
Preis: 17,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-522-18540-0





Klappentext:
Der Greif stand aufgerichtet auf dem Dach, mit weit ausgebreiteten Schwingen und sah ihn an. Er neigte kurz sein Haupt und Cedrik hörte wieder die Stimme des Fabelwesens in seinem Kopf. „Da ist sie. Die Kraft, ich spüre sie. So alt, uralt ...“ Cedrik schluckte und nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Um was geht es hier?“ Der Greif musterte ihn mit seinen Adleraugen. „Ich muss wissen, welches Geheimnis du vor mir verbirgst. Du wirst dich meiner Prüfung unterziehen müssen.“



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 11.05.2026
Beendet: 28.05.2026
Gebraucht: 18 Tage

Kurz gebellt


„Der Greif erwacht“ von Benedict Mirow ist ein Kinderbuch, das sich angenehm und flüssig lesen lässt. Es hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war, weil mir dafür am Ende ein wenig das Besondere gefehlt hat.
Schon die Gestaltung des Buches hat mir gefallen. Die Schrift ist angenehm groß und dadurch sehr lesefreundlich, wirkt aber nicht so riesig, dass das Buch künstlich gestreckt erscheint. Auch die 36 Kapitel auf 416 Seiten fand ich gut eingeteilt. Die Kapitel sind nicht zu lang, sodass ich nicht mitten in einem Kapitel aufhören musste. Titel besitzen sie zwar nicht, sondern heißen einfach nur „Kapitel 1“, „Kapitel 2“ usw., dafür sind sie aber mit Bannern und Schnörkeln verziert. Diese wirkten auf mich fast wie kleine Kronen, was ich gut mit dem Greif und dessen erhabener Wirkung verbinden konnte.
Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Der graue Himmel vermittelt direkt eine eher düstere Stimmung und deutet schon an, dass in der Geschichte nicht alles friedlich bleibt. Der Greif im Kreis in der Mitte macht außerdem sofort klar, dass er eine zentrale Rolle spielen wird. Unten auf dem Cover erkennt man drei Kinder, wodurch man bereits ahnen kann, dass die Geschichte sich um diese Figuren drehen wird.
Die Handlung spielt im schottischen, fiktiven Ort Mistle End. Dort zieht Cedric gemeinsam mit seinem Vater hin, nachdem dieser eine neue Stelle als Lehrer angenommen hat. Schnell freundet er sich mit den Geschwistern Emily und Elliot Golden an, die ihm den Ort und dessen Geheimnisse näherbringen. Dass die drei sich recht schnell anfreunden, fand ich bei den jungen Figuren überhaupt nicht unrealistisch. Kinder gehen oft viel offener miteinander um und hinterfragen neue Bekanntschaften nicht so stark wie Erwachsene.
Cedric war mir als Protagonist sympathisch. Besonders mochte ich, dass er sich nicht die Meinung von Emily und Elliot über Crutch aufdrängen lässt. Während die Geschwister ihm eher kritisch begegnen, versucht Cedric, sich selbst ein Bild von ihm zu machen. Gerade Crutch fand ich deshalb sehr interessant, weil lange nur Andeutungen über ihn gemacht werden und man nie genau weiß, was wirklich hinter ihm steckt.
Gut gefallen hat mir auch, dass Cedric die magischen Ereignisse nicht sofort vollkommen selbstverständlich hinnimmt. Anfangs reagiert er skeptisch. Dass er sich später dennoch vergleichsweise schnell damit arrangiert, hat mich hier nicht gestört, weil durch den früheren Beruf seines Vaters bereits gewisse Berührungspunkte vorhanden sind. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, erfährt Cedric im Laufe der Geschichte außerdem einiges über sich selbst und über seine Mutter, wodurch manches, was er bisher geglaubt hat, infrage gestellt wird.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und sehr gut auf die Zielgruppe abgestimmt. Die Sätze sind nicht unnötig verschachtelt und lassen sich flüssig lesen. Auch die Dialoge wirkten auf mich authentisch für Zehnjährige. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Kinder wie deutlich ältere Personen sprechen.
Allerdings wirkte die Handlung stellenweise etwas gehetzt auf mich. Manche Entwicklungen hätten ruhig etwas mehr Raum bekommen dürfen. 
Emily und Elliot waren mir außerdem manchmal etwas zu überdreht. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Ruhe gewünscht.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen und ich möchte die Reihe auf jeden Fall weiterlesen. Positiv fand ich auch, dass der erste Band ohne Cliffhanger endet. Ich hatte nach dem Ende nicht das Bedürfnis, sofort den nächsten Band lesen zu müssen, war aber trotzdem neugierig genug, um die Reihe fortsetzen zu wollen.
Trotzdem muss ich sagen, dass mir „Joshua Jackelby“ vom selben Autor noch etwas besser gefallen hat. Die Geschichte rund um die Weltausstellung von 1851 wirkte auf mich frischer und origineller. Bei „Der Greif erwacht“ hatte ich dagegen öfter das Gefühl, ähnliche Fantasygeschichten schon einmal gelesen zu haben. Genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum mir das Buch zwar gefallen hat, aber nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.
Dennoch ist „Der Greif erwacht“ für mich eine gelungene, angenehm lesbare Fantasygeschichte mit sympathischen Figuren und einer interessanten magischen Welt.




Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine spannende Fantasygeschichte, die aber leider nicht besonders hervorsticht...
Bewertung

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