Ich hatte meiner Schwester das Ticket bereits letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt. Damit hat sie ihr diesjähriges Geschenk (& Julia am 25.10.) tatsächlich früher als das Geschenk zu ihrem Geburtstag 2025 erlebt.
Da wir möglichst weit vorne sitzen wollten, um nicht durch filmende Zuschauer gestört zu werden, blieb mir nur der Kauf von VIP-Tickets. Diese waren mit Plätzen in den ersten drei Reihen verbunden.
Am 29. Oktober machen wir uns auf den Weg nach Köln. Durch den Berufsverkehr brauchen wir deutlich länger als üblich. Zum Glück planen wir immer einen großzügigen Zeitpuffer ein.
Zum VIP-Ticket soll es einen exklusiven Merchandise-Artikel geben, der bereits auf dem Sitzplatz liegen soll. Wir gehen also zu unseren Plätzen. Dort liegt auf jedem Sitz eine kleine blaue Stofftasche.
Darin befinden sich neben dem VIP-Pass ein Notizbuch mit dem Aufdruck „VIP Guest Tour 2026“ und dem Logo der diesjährigen Tour.
Den Pass finde ich unnötig. Letztes Jahr haben wir ihn gebraucht, weil es ein Meet & Greet mit drei Solisten gab. Außerdem war Verpflegung enthalten. Um Zutritt zu erlangen, musste man den Pass vorzeigen. Dieses Jahr gibt es beides nicht. Vereinzelt sehe ich allerdings Zuschauer, die sich den Pass umgehängt haben. Meiner wird in meinem Erlebnisordner landen.
Meine Schwester ist vom „exklusiven Merchandise“ enttäuscht. Sie hätte sich zum Notizbuch wenigstens noch einen Kugelschreiber oder Bleistift gewünscht. Im Vergleich zum Vorjahr findet sie das Gebotene für den Preis doch etwas dürftig.
Ich bin enttäuscht, dass es überhaupt keine Programmhefte gibt – weder als Zusatz zum VIP-Ticket wie im vergangenen Jahr noch als Möglichkeit, eines käuflich zu erwerben. Gerade bei einer Jubiläumstournee hätte ich damit gerechnet.
Immerhin werden zwei verschiedene Becher angeboten. Für jeweils 2 Euro schlagen wir zu.
Im Programmheft stand bisher auch immer die Songliste, die ich für meine Berichte genutzt habe. Dieses Jahr ist das leider nicht möglich. Dafür wird das gesamte Konzert zu einer Überraschung für mich, denn ich weiß vorher nicht, welche Titel mich erwarten.
Auf dem Rückweg notiere ich mir die Songs aus dem Gedächtnis und hoffe, dass ich nichts vergessen habe. Die Reihenfolge stimmt deshalb nicht unbedingt.
Das Orchester betritt unter dem Applaus der Zuschauer die Bühne. Kurz darauf folgt der Dirigent Wilhelm Keitel, den wir bereits bei allen von uns besuchten Disney-in-Concert-Veranstaltungen erlebt haben.
Den Auftakt macht eine Suite aus Peter Pan. Sehr schön! Die habe ich noch nie live gehört. Sie zeigt mir einmal mehr, dass mir auch ein rein instrumentales Disneykonzert richtig gut gefallen würde. Für mich ist das schon einmal ein sehr gelungener Einstieg.
Der Moderator erzählt, dass Disney mehrere Generationen verbindet und sich das auch im Publikum widerspiegelt: Großeltern, Eltern und Kinder. Er fordert zunächst alle unter 90 Jahren auf, zu applaudieren und zu jubeln. Anschließend sind die über 90-Jährigen an der Reihe. Statt der vielleicht zu erwartenden Stille bricht in einem Block Jubel aus. Der Moderator bemerkt den Scherz und meint: „Memo an mich: In Köln werde ich veräppelt.“
Mit „In New Orleans“ aus Küss den Frosch wird es jazzig. Das erinnert mich daran, dass ich den Film schon lange nicht mehr geschaut habe. Die Musik davon höre ich öfter.
„Ich bin bereit“ hören wir von der Gesangsstimme der Realverfilmungs-Vaiana.
Die Realverfilmung habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen. Ich warte auf die Blu-ray, die übrigens am nächsten Tag in meinem Briefkasten liegt. Das nenne ich passendes Timing! Ich schaue den Film gemeinsam mit meiner Schwester, die an diesem Tag ebenfalls Urlaub hat. Sie meint scherzhaft: „Ich habe das Gefühl, die Stimme gestern schon gehört zu haben.“
Aladdin ist gleich dreimal vertreten: mit „Arabische Nächte“, „Nur'n kleiner Freundschaftsdienst“ und „In deiner Welt“. Besonders das Solo des Dschinnis gefällt mir. Ich mag das Lied auch in der Musical- und Filmversion. Hier hüpft der Sänger im Takt mit und zeigt genau im richtigen Moment auf die gerade aufsteigende Feuerwerksfontäne. Dazu zieht er Grimassen. Sehr lustig! Das Musical habe ich bereits 2019 und 2022 jeweils einmal in Stuttgart gesehen.
Mulan ist, wie ihr sicher wisst, mein Lieblings-Disneyfilm. Schon letztes Jahr hatte ich mich sehr gefreut, als ich im Programmheft las, dass „Sei ein Mann“ auf der Songliste stand. Leider wurde es damals aber nicht aufgeführt. Dafür bekommen wir das Lied in diesem Jahr zu hören! Den Film habe ich ja so oft geschaut, dass ich ihn Wort für Wort mitsprechen kann.
Der Moderator erzählt, dass Arielle bisher bei jeder Tournee vertreten war. Wie soll man das bei einer Jubiläumstournee noch toppen können? Ganz einfach: mit Ute Lemper, der Gesangsstimme von Arielle aus dem Film von 1989!
Bei „Ein Mensch zu sein“ singt sie außerdem den alten Text und nicht die neue Version. Ein Riesenpluspunkt! Der alte Text ist mir einfach viel vertrauter. Dazu trägt sie ein meergrünes Kleid. Zusammen mit ihren roten Haaren passt das wunderbar zu Arielle.
„Unter dem Meer“ – ebenfalls in der Version von 1989. Danke! Der Text gefällt mir deutlich besser als die neue Fassung. Und die Melodie macht einfach gute Laune.
Eben noch Arielle, jetzt die böse Ursula: „Arme Seelen in Not“. Hier zeigt Ute Lemper eine ganz andere Seite. Sie gibt sich divenhaft und verzieht passend dazu das Gesicht. Für uns ist das definitiv eines der Highlights des Abends! Meine Schwester findet ihre Stimme grandios. Die Sängerin schmettert die Töne nur so heraus. Diese Interpretation schlägt für mich sogar „Ein Mensch zu sein“.
Coco ist dieses Jahr ebenfalls dabei. Die Suite finde ich wunderschön. Sie ist traurig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Dazu werden Filmszenen gezeigt: Miguel überquert die Brücke ins Totenreich und trifft dort auf seine verstorbenen Verwandten. Sehr emotional!
Ich mag diese rein instrumentalen Teile auch deshalb, weil ich mich dann ganz auf die Leinwand konzentrieren kann. Bei Gesang achte ich eher auf die Sänger. Hier kann ich mich zurücklehnen, die Musik genießen und gleichzeitig die Szenen aus den Disneyfilmen anschauen.
Danach wird es lustig. „Denk stets an mich“ hören wir in der Version von Ernesto de la Cruz, dem Antagonisten, der sich das Lied angeeignet hat und damit berühmt wurde.
Der Sänger schlüpft richtig in diese Rolle und gibt sich herrlich schmierig. Immer wieder wirft er sich in Pose. Den Gitarristen, der auf einem Hocker sitzt, scheint er als störend zu empfinden. Schließlich möchte er selbst im Mittelpunkt stehen. Er geht sogar zum Dirigenten und macht ihn mit theatralischer Gestik auf den vermeintlichen „Störenfried“ aufmerksam.
Wir erfahren auch, wer der Lieblingscharakter des Moderators ist: Pascal, das Chamäleon aus Rapunzel. Aus diesem Film hören wir „Wann fängt mein Leben an?“. Rapunzel ist seit Jahren im Turm eingesperrt. Jeden Tag erlebt sie mehr oder weniger das Gleiche, und genau diese Tätigkeiten zählt sie in ihrem Lied auf.
Außerdem gibt es das Duett „Endlich sehe ich das Licht“, welches Rapunzel und Flynn Rider gemeinsam singen. Dabei sorgen die eingeschalteten Handylichter im Publikum für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Der Moderator möchte wissen, wer Vaiana 2 gesehen hat. Da hebe ich direkt die Hand.
„Du hast die Wahl“ wird aus diesem Film gesungen. Das finde ich besonders lustig, weil wir das Lied bereits auf dem Hinweg gehört haben. Dabei lassen wir immer einen USB-Stick laufen, auf dem sich verschiedene Songs befinden – vor allem aus Musicals, aber auch viele Disney-Lieder.
Der Glöckner von Notre Dame ist gleich mit zwei wirklich schönen Liedern vertreten.
Die Sängerin, die Arielle 1989 ihre Gesangsstimme geliehen hat, war übrigens auch die Gesangsstimme von Esmeralda. „Gott, deine Kinder“ ist sehr emotional. Esmeralda wird verfolgt, weil sie von vielen Einwohnern von Paris als Plage angesehen wird. In der Kathedrale hat sie zunächst Zuflucht gefunden. Dabei beklagt sie nicht ihr eigenes Schicksal, sondern singt davon, dass es Menschen gibt, denen es noch viel schlechter geht als ihr: „Gib ihnen Mut, diese Welt zu versteh'n!“
Auch „Einmal“ ist sehr schön. Hier freut es mich wieder besonders, dass die alte Textfassung gesungen wird. Quasimodo möchte nur ein einziges Mal nach draußen gehen, unter anderen Menschen sein und dabei so akzeptiert werden, wie er ist. Er gibt seinen Traum nicht auf, bis er „weiß, es war einmal“.
Beide Figuren haben also etwas gemeinsam. Für mich ist das eine stimmige Auswahl, um den Film zu repräsentieren. Und ich freue mich schon sehr auf den Besuch der Tournee des Budapester Operettenhauses in Düsseldorf.
Merida wird mit einem Dating-Profil vorgestellt: eine rothaarige Prinzessin, die lieber mit Pfeil und Bogen durch die schottischen Highlands reitet. Sie ist die erste Disney-Prinzessin ohne Liebesgeschichte. „Touch the Sky“ passt da sehr gut zum Film. Die Melodie erinnert an Schottland und hat etwas Zielstrebiges und zugleich Unbeschwertes an sich. Eine Geigerin darf nach vorne treten und ein Solo spielen.
„Nur kein Wort über Bruno“ aus Encanto ist ein richtiger Ohrwurm, den ich immer wieder hören kann. Ich mag sowieso die Musik aus diesem Film und freue mich, dass zumindest ein Lied davon vorkommt. Es macht direkt gute Laune. Memo an mich: Film demnächst wieder anschauen!
Der Moderator bezeichnet den Soundtrack des nächsten Films als den wohl ikonischsten von Disney. Mit einer Geste möchte er einen Tipp geben. Gespielt entsetzt stellt er fest, dass scheinbar nicht alle wissen, um welchen Film es sich handelt, und klärt auf: Es soll natürlich Rafiki sein, der Baby-Simba hochhält. Außerdem schickt er Grüße nach Hamburg, wo das Musical Der König der Löwen seit inzwischen 25 Jahren ununterbrochen läuft.
Ich bin überrascht, dass dieser Block bereits zum Ende des ersten Akts eingeschoben wird. In den Vorjahren bildete er immer das Finale.
„Ewiger Kreis“, „Seid bereit“, „Can You Feel the Love Tonight“ sowie ein instrumentales Lied, dessen Titel ich leider nicht genau weiß. Es ist der Moment, in dem Simba seinen Vater in den Wolken sieht und schließlich beschließt, zurückzukehren und seinen Anspruch auf den Thron zu erheben. Ich habe recherchiert und dabei unterschiedliche Ergebnisse zum Titel gefunden. Deshalb verzichte ich an dieser Stelle lieber auf eine konkrete Angabe. Das Musical habe ich bereits 2008 und 2022 in Hamburg gesehen.
Mit den Muppets beginnt der zweite Akt rein instrumental. Sehr interessant! Auch diese Suite habe ich bisher noch nicht live gehört.
Der Moderator fragt sich, was der lustigste Disneyfilm ist, und entscheidet, dass es der mit dem besten Bösewicht sein muss. Moment, das kann für mich ja nur Hades sein. Also müsste jetzt Hercules an der Reihe sein. Er zitiert drei Stellen aus dem Film, und sofort wird mir klar: Ja, auch für den Moderator ist Hades der beste Bösewicht!
Ich gebe es zu: Hercules ist nicht mein Lieblings-Disneyfilm. Ich schaue ihn eigentlich nur wegen Hades und seiner Sprüche. Die Musik finde ich allerdings toll. Deshalb freue ich mich sehr, dass „Ich werd's noch beweisen“ gesungen wird. Es ist mein Lieblingslied aus diesem Film. Der Sänger hat im Musical in Hamburg den Hercules gespielt. Mir gefällt seine Version sehr gut. Ein weiteres Highlight!
Von Die Schöne und das Biest wird die Realverfilmung mit zwei Liedern angekündigt. Diese bleiben im englischen Original: „How Does a Moment Last Forever“ und „Evermore“. Ich habe den Film nur auf Deutsch gesehen.
Beim ersten Lied bin ich zunächst eine Sekunde lang verwirrt, weil Bilder aus Rapunzel gezeigt werden. Doch dann wird mir klar: Hier geht es um die vielen verschiedenen Disneyfilme und die Erinnerungen, die wir mit ihnen verbinden.
Bei „Verlassen im Wald“ aus Die Eiskönigin 2 komme ich aus dem Lachen nicht mehr heraus. Schon das Ankommen der Sänger ist lustig: Sie deuten an, dass man sie anrufen soll, und winken ins Publikum. Der Moderator erzählt, dass sie eine neue Boyband gegründet haben: „Snow Direction“.
Dabei gerät er auch in eine kleine Kabbelei mit dem Leadsänger und zieht sich anschließend nach hinten zurück. Er bleibt mit den zwei anderen im Background. Wir bekommen eine Kostprobe davon, was uns bei einer Tour der Band erwarten würde: Typische Boyband-Gesten werden herrlich übertrieben dargestellt und bringen die Zuschauer zum Lachen. Am Schluss gibt es noch Luftküsse und den Hinweis, dass der Tourbus hinten steht.
Ruhiger wird es dagegen beim „Lied der Taubenfrau“ aus Mary Poppins. Ich mag diese Ballade, die ich bei diesem Konzert nicht erwartet hätte. Eine schöne Überraschung! Live habe ich sie vorher noch nicht gehört.
Bei „Fremde wie ich“ aus Tarzan, gesungen vom Darsteller dieser Rolle in Hamburg, wird es dagegen wieder etwas flotter. Es bleibt allerdings das einzige Lied aus diesem Film beziehungsweise Musical, was mich etwas überrascht, da die Jane-Darstellerin aus Stuttgart mit dabei ist. Deshalb hätte ich mit einem Duett der beiden gerechnet. Die Jane-Darstellerin habe ich einmal gesehen. Insgesamt habe ich das Musical sechsmal in Stuttgart besucht.
Die Suite von Fluch der Karibik klingt durch das große Orchester besonders wuchtig. In den Vorjahren gab es dazu Feuerwerksfontänen. Diese bleiben dieses Jahr allerdings aus. Meine Schwester ist von der Suite richtig begeistert.
Für mich ist sie ein weiterer Beweis dafür, warum ich große Orchester so mag: Das ist musikalisch einfach eine andere Hausnummer als beispielsweise nur zehn Musiker. Gerade die Kombination aus Streichern, Blasinstrumenten, Gitarren, Keyboard und Harfe zeigt verschiedene Facetten und deckt ein deutlich breiteres Klangspektrum ab. Ich werde schauen, ob es vielleicht noch andere Disneykonzerte mit einem Symphonieorchester gibt. Ich möchte den vollen Sound und echte Instrumente hören, statt dass diese mit dem Keyboard „vorgetäuscht“ werden.
Es gibt noch eine weitere Überraschung, mit der ich nicht gerechnet habe. Der Moderator erzählt, dass bei Disney in Concert seit der ersten Veranstaltung bisher alles gesungen wurde – bis auf ein Lied. Dafür braucht es die richtige Person, und die ist seiner Meinung nach heute dabei. Ute Lemper gibt die „Cruella de Vil“ aus 101 Dalmatiner!
Das Lied mag ich eigentlich nicht besonders, weil ich mit Jazz und Swing nicht viel anfangen kann. Sie performt es aber so, dass ich das glatt vergesse. Schon ihr wütender Blick und das fiese Lachen wirken unheimlich, und dann dieses „Wuff wuff“! Ich muss so lachen. Völlig unerwartet ist das ein weiteres Highlight.
Von Verwünscht hören wir „So nah“. Das Lied wird beim Kostümball gespielt, auf dem Giselle mit Robert tanzt. Dabei werden auch wieder Szenen aus verschiedenen Disneyfilmen gezeigt.
Am 13. September habe ich Die Eiskönigin in Stuttgart zum sechsten und letzten Mal besucht. Jetzt darf ich die tiefe Stimme der Elsa-Darstellerin erneut erleben. „Lass jetzt los“ hat bisher bei keinem von mir besuchten Disney in Concert gefehlt. Sehr schön gesungen! Auch das kristallfarbene Kleid gefällt mir ausgesprochen gut. Es erinnert an Eis, Schnee und Kälte.
Der Moderator kündigt das Lied als letztes des Abends an. „Es wird auf keinen Fall weitere Lieder geben. Ihr könnt danach gleich nach Hause gehen.“
Gespielt verwirrt fragt er, warum wir immer noch da sind. Dann möchte er wissen, ob wir bereit für eine Zugabe sind.
Einen kleinen Schockmoment gibt es, als der Dirigent auf der Bühne ausrutscht und nach hinten stürzt. Der Moderator eilt sofort zu ihm und hilft ihm auf. Der Dirigent versichert, dass alles in Ordnung ist. Daraufhin fordert der Moderator uns zu einem Extra-Applaus für den Dirigenten auf. Ich hoffe nur, dass es schlimmer aussah, als es war.
Wir dürfen noch einmal die Stimme der Arielle aus dem Film von 1989 erleben, dieses Mal mit der Reprise von „Ein Mensch zu sein“. Der Moderator nimmt die Sängerin an die Hand und begleitet sie zur Bühnenmitte. Vermutlich hat er Angst, dass sie ebenfalls stürzt. Auch beim Verlassen der Bühne achtet er darauf, dass alles gut geht.
Anschließend möchte er wissen, ob wir Lust auf eine weitere Zugabe haben. Natürlich! Dabei gilt: „Wer singen kann, singt. Wer nicht singen kann, singt noch lauter. Wer tanzen kann, tanzt. Wer nicht tanzen kann, tanzt erst recht.“
Wir sollen alle aufstehen. Der Moderator meint daraufhin: „Das war das lauteste Aufstehen. Habt ihr künstliche Hüften?“
Das wirklich letzte Lied des Abends ist „We're All in This Together“ aus High School Musical. Das gesamte Ensemble performt es in Jogginghosen und passenden Trainingsjacken. Der Text des Refrains wird eingeblendet. Ich höre um mich herum allerdings niemanden mitsingen. Ich traue mich selbst auch nicht. Ich wäre perfekt als Feueralarm. Wenn ich singen würde, wäre die Halle spätestens nach zehn Sekunden leer. Das wollen wir ja nicht. Also lasse ich es lieber.
Zum Abschluss wird noch buntes, großes Konfetti abgeschossen. Super! Beim Herausgehen sammle ich mir gleich ein paar Stücke für meinen Erlebnisordner ein.
Das Orchester übertönt die Sänger nicht. Von meinem Platz aus finde ich den Klang sehr gut.
Verglichen mit den Vorjahren gibt es bei dieser Show weniger Spektakel. Effekte werden nur sparsam eingesetzt: einmal die Feuerwerksfontäne und einmal das Konfetti.
Vielleicht ist es genau das, was dafür sorgt, dass dies für mich bisher das beste Disney in Concert ist: weniger Spektakel, mehr Fokus auf die Musik. Auch die Songauswahl ist dieses Jahr besonders gelungen. Sie ist sehr abwechslungsreich und enthält einige Lieder, mit denen ich nicht gerechnet habe. Es gibt Bekanntes und weniger Bekanntes. Ruhige Balladen und schwungvolle Nummern. Genau diese Mischung gefällt mir ausgesprochen gut.
Meine Schwester sieht das ähnlich. Auch ihr hat die Songauswahl sehr gut gefallen. Für sie war es ein tolles Geburtstagsgeschenk.
Schade, dass dieses Konzept mit dem großen Orchester nicht weiterverfolgt wird! Gerade weil in den Disney-Musicals oft weniger als zehn Musiker im Orchestergraben sitzen, finde ich es schön, diese Lieder mit dieser Wucht und Instrumentenvielfalt zu hören. Ich mag ja sowieso schon die Disney-Lieder, und erst recht mit dem Sound eines großen Orchesters. Das wird mir fehlen. Aber zumindest die Erinnerung an den tollen Abend bleibt.