Donnerstag, 23. Juli 2026

Neuerscheinungen, auf die ich mich freue

   Die Aktion


findet auf dem Blog Weltenwanderer statt.


Heutige Aufgabe:


*~*  Auf welche 10 Neuerscheinungen im 2. Halbjahr freust du dich am meisten? *~*



Hallo,

Neuerscheinungen habe ich mir ein paar notiert. Oft sind es Reihen, aber es sind auch ein ein paar Einzelbände dabei.

1. Katzenmond, erschienen am 10.07.

Das Buch lese ich aktuell, aber weil es ja im 2. Halbjahr erschienen ist, und ich Schwierigkeiten habe, überhaupt auf 10 Titel zu kommen, nenne ich es an dieser Stelle.


Der 11-jährige Jeremias fährt mit seinen Eltern nach Griechenland ans Meer. Schon bald bemerkt er, dass die vielen wilden Katzen dort ihn beobachten. Der geheimnisvolle Junge Mond erzählt Jeremias von einer verschwundenen Tür, die einst in eine magische Nachtwelt führte, in der Katzen Dinge können, zu denen sie im echten Leben nicht fähig sind. Gemeinsam mit Mond, der schüchternen Nyx und einem Haufen streunender Katzen begibt sich Jeremias auf Spurensuche. Ist die Nachtwelt in Gefahr? Was hat es mit dem unheimlichen Schatten auf sich, der sie verfolgt? Und warum interessiert sich der Mann im silbernen Anzug so sehr für die rätselhafte Tür? Jeremias muss sich entscheiden, wie weit er gehen will, um die Nachtwelt zu retten.


2. Fishbone Cinderella, erscheint am 28.07.

Schon das letzte Buch von Elizabeth Lim habe ich auf Englisch und später auf Deutsch gelesen, habe ich das auch bei ihrer neusten Geschichte vor.

1940s Hong Kong
When Japanese soldiers invade her hometown, Ha Yut Ying makes an unlikely escape—by turning invisible. But her miraculous survival is only the beginning. After the war is over, she’s sent to Hong Kong to live with her distant father and glamorous stepmother, who end her dreams of becoming a singer and turn her into the family’s servant. As the years pass, Yut Ying learns the hard truths of betrayal and ambition, of forbidden love and devastating loss, and discovers that sometimes the only way to endure is to disappear.
1960s San Francisco
Marigold has always had a knack for uncovering secrets, but nothing prepares her for the day she accidentally witnesses her mother vanish before her eyes. The moment fractures their bond, leaving questions that shadow her entire childhood. But when her mother’s condition suddenly deteriorates, Marigold is convinced she’s the only person who can save her. To do so, she must journey into the secrets her mother never shared and uncover the tragic, fairytale-tinged history their family has fought to forget.

3. Crimson Throne, erscheint am 30.07.

Da bin ich mir noch unsicher. Das Buch habe ich beim Stöbern entdeckt. Von Beth Revis habe ich vor Jahren mal die Godspeed-Reihe gelesen, die mir sehr gut gefallen hat. Dass Alyth mit ihren magischen Fähigkeiten Mary Stuart beschützt, hört sich sehr interessant an, aber ich habe schon etwas Angst, dass die Liebesgeschichte einen zu großen Anteil nimmt. Da werde ich wohl noch etwas warten, bis ich mich endgültig entscheide. Notiert ist es aber schon mal. :-)


Die Halbfae Alyth ist Leibwächterin am schottischen Hof. Mit ihren magischen Fähigkeiten schützt sie Mary Stuart vor Bedrohungen. Der Londoner Straßenkämpfer Samson ringt mit einem dunklen Fluch und begibt sich dafür als Spion in den Dienst der Königin Elisabeth. Als er am schottischen Hof eingeschleust wird, weiß Alyth, dass sie ihm nicht trauen kann. Doch schon bald können die beiden gegen ihre Gefühle nicht mehr ankämpfen. Während sie eine uralte Verschwörung aufdecken, wird ihre verbotene Liebe auf eine harte Probe gestellt. Intrigen, Verrat und dunkle Magie bringen sie in tödliche Gefahr …





4. Canvas, erscheint am 13.08.

Ursula Poznanski hat mich mit ihren Büchern in letzter Zeit öfter mal enttäuscht. Seitdem bin ich da etwas vorsichtiger geworden. Trotzdem möchte ich Canvas lesen. Teil 1 hat mir damals gut gefallen. Ich bin neugierig, wie die Geschichte weitergeht.


Kerrybrook ist Janas Lieblingswelt: Ein idyllisches Fischerdorf mit viel Grün, geduckten Häuschen und einer Burgruine. Manchmal lässt Jana es regnen. Meistens dann, wenn es an ihrem Arbeitsplatz mal wieder so heiß ist, dass man kaum mehr atmen kann.

Jana ist Weltendesignerin. An ihrer Designstation entstehen alternative Realitäten, die sich so echt anfühlen wie das reale Leben: Fantasyländer, Urzeitkontinente, längst zerstörte Städte. Doch dann passiert ausgerechnet in Kerrybrook, der friedlichsten Welt von allen, ein Verbrechen. Und Jana ist gezwungen zu handeln...


5. Le Septième Siffleur, erscheint am 21.08.

Nachdem ich den Auffrischungskurs abgeschlossen habe, dachte ich mir, ich muss weiterhin mit der französischen Sprache in Berührung bleiben; sonst verlerne ich alles wieder. Also habe ich mal nach französischer Literatur gesucht und bin auf dieses Buch gestoßen. Ich will es einfach mal damit versuchen.

Dans les Highlands écossais, sur une exploitation agricole en difficulté, vivent Fiona, son mari éleveur et leur fils adolescent, dont la vue décline.
La baie de Somme est le terrain de chasse de Willy, qui espère un jour transmettre à son petit garçon sa passion pour le gibier d’eau.
Au Maroc, la Merja Zerga voit naviguer touristes, guides ornithologiques et le jeune Hamza, qui donnerait tout pour s’échapper, migrer loin de là où il est né.
Dans ces mêmes lieux, chaque année, fait escale un oiseau en déclin, le courlis cendré.
Sous les battements d’ailes de cette espèce vulnérable, ce sont trois récits de filiation, de transmission et de réconciliation qui s’entrelacent, au plus près de familles issues de territoires trè...



6. Ravenmaster, erscheint am 26.08. - erscheint doch erst 24.02.2027

Ich habe schon einige Bücher von Nina Blazon gelesen, die mich sehr begeistert haben. Auch diese Geschichte klingt vielversprechend.
edit: Das Buch ist eigentlich falsch in dieser Liste. Ich hatte es letzte Woche entdeckt, vorbestellt und das Erscheinungsdatum notiert, damit ich nicht überrascht bin, wenn es eintrifft. Ich vergesse das ja gerne mal. Da hieß es noch 26. August. Damit hätte es gepasst. Ich lasse es jetzt trotzdem stehen, weil ich eh schon gerade so auf 10 Bücher gekommen bin...


In Tideborn, einer Metropole am Meer, in der Magie den mächtigen Wasserwächtern vorbehalten ist, sieht May, ein Waisenmädchen aus den Bergen, ihre große Liebe aus Kindertagen wieder: Ennis, den Sohn eines Wasserwächters, der dort ein prunkvolles Leben führt. May hat nie aufgehört, ihn zu lieben. Doch zu den Palästen der Wächter hat sie keinen Zutritt und eine solche Liebe verstößt gegen alle Regeln. Als Ennis sie dennoch heimlich trifft, kann May ihr Glück kaum fassen und wagt zu hoffen – bis Ennis plötzlich spurlos verschwunden ist. May ist bereit, bis ans Ende der Welt zu gehen, um ihn zu suchen. Sie wird ihr Leben dafür aufs Spiel setzen müssen und auf ein dunkles Geheimnis stoßen, das die ganze Stadt zu zerstören droht …



7. Never Leave the Path, erscheint am 11.09.

Antonia Michaelis ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Ich mag ihren Schreibstil und ihr Kunst, schwierige Themen sensibel zu behandeln. Außerdem weiß man bei ihr manchmal nicht, ob den Protagonisten das tatsächlich passiert ist oder ob sie es nur geträumt haben. Es gefällt mir, auf welche Art und Weise bei ihr Realität und Fantasie verschwimmen.

Natürlich gibt es den Hexer vom Berg nicht, da ist sich der 17-jährige Jesper sicher. Doch wer streift dann nachts um die abgelegene Hütte, in der er und seine Mutter Abstand vom Großstadtleben suchen? Was hat es mit den beklemmenden Bildern auf sich, die Jesper zusammen mit vergilbten Zeitungsartikeln über einen Mord in den Schubladen findet? Und wer ist das seltsame Mädchen, das im Wald lebt und über Regen und Wind zu gebieten scheint? Wohin geht sie, wenn sie verschwindet, und weshalb kann Jesper nicht aufhören, an sie zu denken?
Als ein plötzlicher Wintereinbruch es unmöglich macht, den Berg zu verlassen, und Jespers Mutter krank wird, weiß er nicht mehr, wem er trauen kann ... Doch diese Frage entscheidet über Leben und Tod.


8. Schascha und der Buchspazierer, erscheint am 14.08.

Gut, das ist jetzt etwas geschummelt. Das Buch ist nämlich nicht für mich. Ich möchte es meiner Nichte schenken. Es ist die Geschichte des Buchspazierers aus Kindersicht. 




Die neunjährige Schascha liebt Bücher über alles und begegnet eines Tages dem stillen Buchhändler Carl Kollhoff, der Bücher zu den Menschen der Stadt bringt. Fasziniert begleitet sie ihn auf seinen täglichen Wegen und wird Teil seiner besonderen Mission. Gemeinsam bringen sie Geschichten und Hoffnung zu anderen - bis Schascha selbst zeigen muss, wie viel Mut, Herz und Kraft in ihr und in den Büchern steckt.






9. Tote Frauen verzeihen nicht, erscheint am 14.10.

Historische Krimis lese ich gerne. Der Klappentext hat mich direkt neugierig gemacht.



Stockholm, Silvester 1895/96: In der klirrenden Kälte der Neujahrsnacht entdeckt die junge Näherin Hildur die Leiche einer Frau im Hinterhof ihres Mietshauses – neben ihr ein toter Fötus. Die Tote ist Emma Josefina, gerade einmal 16 Jahre alt und Dienstmädchen im Haushalt des angesehenen Bauherrn Johan Henrik Creutz.
Hildur kann das grausame Bild der jungen Toten nicht vergessen. Gemeinsam mit drei Mitbewohnerinnen – der wohlhabenden Witwe Olga, deren Dienstmädchen Edit und der scharfsinnigen Vollwaise Fredrika – beginnt sie, Fragen zu stellen, die niemand hören will. Was die vier Frauen aufdecken, ist mehr als ein Verbrechen: Es ist ein Blick in die dunklen Abgründe einer Gesellschaft, in der Frauen kaum mehr als Besitz sind.



10. Zwischen Himmel und Erde, erscheint am 13.11.

Das ist das Buch, auf das ich mich am meisten freue. Hulda begleite ich nun schon seit Jahren. Das hier ist der 9. Teil der Reihe. Die Leseprobe, die in Band 8 abgedruckt war, hat mich sehr neugierig gemacht. Ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.


Berlin, 1933: Hulda arbeitet als engagierte Hebamme in ihrem Schöneberger Kiez. Doch das Leben der Menschen wird zunehmend geprägt von der Radikalisierung der Gesellschaft und dem wachsenden Antisemitismus. Um sich abzulenken, besucht Hulda mit ihrer Tochter einen Rummelplatz an den Königskolonnaden. Dort gibt es Zuckerstangen und Glückslose, ein großes Riesenrad und die bunt bemalten Kulissen der Achterbahn. Aber hier tun sich auch Abgründe auf: Zwischen Schießbuden und Karussell begegnet Hulda einer verängstigten Frau aus einer Schaustellerfamilie. Und sie ist schon bald einem düsteren Geheimnis auf der Spur, bei dem es um Leben und Tod geht. Auch Kommissarin Irma Siegel arbeitet in einem Entführungsfall gegen die Zeit. Als sie und Hulda die Zusammenhänge verstehen, ist es schon fast zu spät. Und Hulda erkennt, wem von ihren Freunden sie noch trauen kann.



Okay, das war meine heutige Liste.
Buch 1 habe ich ja schon gelesen. Die Bücher 2, 4, 5, 6, 7 und 10 möchte ich unbedingt lesen. Buch 8 ist für die Nichte. Die anderen Bücher habe ich mir nur notiert. Da warte ich noch etwas ab.
Liebe Grüße
Tinette

Dienstag, 21. Juli 2026

Aktuell lese ich... Katzenmond und Robin

 Hallo,





... zwei Kinderbücher.

Mein aktuelles Lesefutter




Der 11-jährige Jeremias fährt mit seinen Eltern nach Griechenland ans Meer. Schon bald bemerkt er, dass die vielen wilden Katzen dort ihn beobachten. Der geheimnisvolle Junge Mond erzählt Jeremias von einer verschwundenen Tür, die einst in eine magische Nachtwelt führte, in der Katzen Dinge können, zu denen sie im echten Leben nicht fähig sind. Gemeinsam mit Mond, der schüchternen Nyx und einem Haufen streunender Katzen begibt sich Jeremias auf Spurensuche. Ist die Nachtwelt in Gefahr? Was hat es mit dem unheimlichen Schatten auf sich, der sie verfolgt? Und warum interessiert sich der Mann im silbernen Anzug so sehr für die rätselhafte Tür? Jeremias muss sich entscheiden, wie weit er gehen will, um die Nachtwelt zu retten.



Charlie ist neu an der Schule und hat keine Freunde. Sie ist eher schüchtern und verbringt ihre Zeit am liebsten mit Büchern – bis sie plötzlich in der Schulbibliothek in eine magische Welt hineingezogen wird. Dort soll sie eine entführte Königin retten und die Waldbewohner vor einem finsteren Sheriff beschützen, der ihrem strengen Lehrer verdächtig ähnelt. Zum Glück ist sie nicht allein: Ein mutiger Mitschüler, ein schlauer Rabe und unerwartete Verbündete stehen ihr zur Seite. Mit Pfeil und Bogen stellt sie sich der Ungerechtigkeit entgegen – und erkennt, dass wahre Stärke in uns allen steckt, wenn wir nur den Mut haben, über uns hinauszuwachsen.

Lesefortschritt




Aktuell bin ich auf Seite 149 von 318. <"Aber am nächsten Morgen kam ich irgendwie aus dem Bett, aber eigentlich schlief ich beim Frühstück immer noch.>. (Kapitel 7)



Ich werde erst heute Abend damit beginnen. <Robin Hood sprang auf einen Baumstumpf und rief seine Gefolgsleute zusammen.> (Kapitel 1)


Warum dieses Buch?




Aus der Vorwoche....


Ich habe schon zwei Kinderbücher von Ben Miller gelesen und fand sie so herzerwärmend. Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen und war direkt neugierig. Es klingt nach einer schönen Geschichte über Mut und Freundschaft.

Was gibt es sonst noch zu sagen?



Das Buch hat ein paar Tage pausiert, weil ich die doppelte Odyssee durchziehen wollte. Ich werde das Buch mit auf die Arbeit nehmen und heute in der Mittagspause weiterlesen.


Ich fang ja erst später am Tag damit an, deshalb kann ich noch gar nichts dazu sagen.


Was ist sonst noch passiert?

Gestern hatte ich meinen Geldbeutel zuhause vergessen. Darin ist auch meine Druckerkarte, die nicht nur zum Drucken, sondern auch zum Einscannen, E-Mailen und Kopieren notwendig ist. Da alles gezählt wird und man sich evtl. am Jahresende für zu viele Ausdrucke/Kopien rechtfertigen muss, hat mir da dann auch niemand ausgeholfen. Das muss ich heute alles nachholen. Da war ich gestern dann halt mal den ganzen Tag im Archiv und habe aussortiert. :-D


Liebe Grüße
Tinette

Montag, 20. Juli 2026

Schiggy unterwegs... Des Kaisers neue Kleider in Hanau


Schiggy war wieder unterwegs und wollte „Des Kaisers neue Kleider“ in Hanau bestaunen. Im ganzen Land sprach man davon, dass man solch prächtige Gewänder noch nie zuvor gesehen hatte.
Nachdem ich in den vergangenen Jahren von den Musicals der Brüder Grimm Festspiele jedes Mal begeistert war, wollte ich dieses Jahr auch einmal eines der Theaterstücke besuchen.

1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel: Des Kaisers neue Kleider
Art: Theaterstück
Ort: Amphitheater Hanau
Sprache: Deutsch
Datum: 18. Juli 2026
Beginn: 14:00 Uhr
Reihe / Platz: 1, Platz 36
Dauer (inkl. Pause): 2 Stunden
Vorlage: das gleichnamige Märchen von Hans Christian Andersen
Hinweise: /

2. Mein Eindruck von der Show

Noch vor der eigentlichen Vorstellung läuft ein Mann durchs Publikum und verteilt an einige Zuschauer Flyer. Er spricht von einem Protest gegen den Kaiser. Wer ist er? Was hat er vor? Möchte er den Kaiser stürzen?
Im Gegensatz zu den Musicals, die ich bisher in Hanau gesehen habe, hält sich dieses Theaterstück sehr eng an das Märchen und bringt gleichzeitig neue Ideen ein, die für frischen Wind sorgen.
Kaiser Friedrich hat eine Kleiderordnung erlassen. Außer montags ist für jeden Wochentag eine bestimmte Farbe vorgeschrieben.
Welche Farbe an welchem Tag vorgeschrieben ist, teilen die beiden Diener Hans-Georg – vom Kaiser nur H-G genannt – und Rüdiger mit. Es ist zwar Montag und damit freie Kleiderwahl, Turnschuhe sind jedoch trotzdem nicht erlaubt. Den beiden aufmerksamen Lakaien fällt auch sofort auf, dass sich ein Zuschauer in der ersten Reihe nicht daran gehalten hat. Prompt verteilen sie einen Strafzettel über 30 Dukaten. Auch Kaffeeflecken und „unmögliche" Kleidungskombinationen werden geahndet.
Diese Publikumseinbindungen gleich zu Beginn sorgen für viele Lacher – und sie sollen nicht die einzigen bleiben. Im späteren Verlauf leiht sich die Gräfin eine Brille von einer Zuschauerin, weil sie angeblich ihre vergessen hat und ohne sie nichts sehen kann.
Am Souvenirstand hängt ein Hinweis, dass der Kaiser an diesem Tag von Patrick Dollmann gespielt wird. Im Programmheft ist dagegen Christopher Krieg als Kaiser aufgeführt. Da Patrick Dollmann dort  nicht erwähnt wird, gehe ich davon aus, dass er kurzfristig eingesprungen ist. Wie viel Vorbereitungszeit ihm blieb, weiß ich nicht. Davon war auf der Bühne allerdings nichts zu merken: Er wirkte sehr sicher und spielte die Rolle, als wäre sie von Anfang an für ihn vorgesehen gewesen. Auch die übrigen acht Darsteller überzeugten in ihren Rollen.
Wilhelm möchte unbedingt eine Audienz beim Kaiser. Er hat einen Brief seines Vaters dabei, den er ihm unbedingt übergeben möchte. Auf Anraten von Matthias, dem Mann, der zuvor die Flyer verteilt hat, gibt er sich als Schneider aus Paris aus. Genau daraus ergeben sich einige herrlich komische Szenen. Angeblich versteht Wilhelm kein Wort Deutsch, weshalb Matthias den Dolmetscher spielt. Dabei übersetzt er jedoch völligen Unsinn: Aus „Das Gewand muss schon am Samstag fertig sein.“ wird „Crème fraîche“ und aus einer Kerkerhaft wird plötzlich „Le misérable Guillotine“.
Matthias schlägt sich den Bauch mit Obst und Gebäck voll und bereichert sich an den goldenen Knöpfen, die für die neue Kleidung des Kaisers gedacht sind. Während er seine neue Rolle sichtlich genießt, plagt Wilhelm zunehmend sein schlechtes Gewissen.
Das liegt vielleicht auch an Rosalie, der Tochter des Kaisers. Beim ersten Aufeinandertreffen sind beide  sprachlos und starren sich nur an. Ist das etwa Liebe auf den ersten Blick?
Sie ist die Vorschriften leid und möchte dem goldenen Käfig entfliehen. Oft sitzt oder steht sie mit verschränkten Armen und einem gelangweilten Gesichtsausdruck da.
Dorothea, Gräfin von Voss, scheint ernste Probleme mit Raucherhusten zu haben. Immer wieder hustet sie, wobei eine Wolke aus Rauch (Mehl?) entsteht. Dieser Effekt hat mich beim ersten Mal wirklich überrascht. Im weiteren Verlauf nutzte er sich für mich allerdings etwas ab. Ich fand es aber gut, dass es konsequent durchgezogen wurde. So wirkte das glaubwürdiger, als hätte sie es nur ein- oder zweimal getan.
Als Finanzminister sollte Hofstetten über die Staatskasse wachen, aber er kommt nicht gegen den Kaiser an. Zwar warnt er immer wieder davor, dass nicht genügend Geld vorhanden ist, doch das prallt am Kaiser ab wie an einer Wand. Er scheint aber auch kein großes Durchsetzungsvermögen zu haben und wirkt manchmal etwas unbeholfen. 
Dass Dorothea und Hofstetten nicht glücklich sind, zeigen sie in einem Duett, in dem sie beklagen, dass sie gerne tragen würden, was sie selbst möchten.
Beide finden auch später zueinander und küssen sich stürmisch unter dem Beifall des Publikums, was sogar eine Zugabe bekommt.
Von Racknitz strahlt hingegen Selbstbewusstsein aus, aber irgendetwas an seinem Lachen wirkt falsch. Wie sich später herausstellt, war mein Verdacht, dass man ihm nicht trauen sollte, nicht unbegründet.
Hans-Georg und Rüdiger sind hibbelig und laufen mit hochgezogenen Knien im Gleichschritt. Hat der Kaiser das von ihnen verlangt? Glücklich sehen sie nicht aus. Besonders Rüdiger scheint Angst vor Strafen zu haben. Die weit aufgerissenen Augen und die unsicheren Blicke, die er Hans-Georg zuwirft, verraten ihn.
Kaiser Friedrich liebt es exzentrisch. Bunte, extravagante Kleidung und farbenfrohe Perücken sind ihm noch zu langweilig. Im Kaiserreich hält sich das Gerücht, dass er sich stündlich umzieht. Er ist ein eitler Pfau, der sich ständig im Spiegel betrachten muss. Dass das Volk leidet, ist ihm schlichtweg egal. Hauptsache, er kann seinen Lebensstil halten. Wenn nicht genug in der Staatskasse ist, muss er nicht sparen. Nein, stattdessen werden einfach neue Steuern eingeführt, zuletzt sogar eine Luftsteuer auf das Ein- und Ausatmen. 
Dass sich darüber Unmut im Volk breitmacht, ist mehr als nachvollziehbar.
Mit dem Trick eines Stoffes, den angeblich nur kluge Menschen oder jene sehen können, die ihres Amtes würdig sind, werden die Bewohner des Schlosses vorgeführt. Aus Angst, vom Kaiser entlassen zu werden, oder auch aus einem ganz anderen Motiv, das ich nicht verraten werde, falls sich jemand das Stück noch ansehen möchte, tun sie so, als würde das prächtigste Gewand aller Zeiten entstehen. In einem Lied werden dann alle möglichen Farben besungen, was die Zuschauer zum Mitklatschen animiert. Davon bin ich bekanntlich kein Fan und dachte nur, dass ich selbst bei einem Theaterstück nicht davor verschont bleiben würde. Ich möchte den Text in Ruhe hören, nicht das Klatschen der Zuschauer.
Interessant fand ich auch, wie unterschiedlich jede Figur die vom Kaiser vorgeschriebene Kleiderordnung umsetzt:
- Wilhelm und Matthias durch Westen
- Hans-Georg und Rüdiger durch Westen und Brillen
- Rosalie durch Haarspange und Akzente am Kleid
- Dorothea durch Akzente am Kleid und Blumen auf dem Kopf
- Hofstetten durch Schärpe und Taschentuch
- Von Racknitz durch Weste und aufgerollte Locken
Nur die Kleidung des Kaisers war immer eine Überraschung, denn er selbst hält sich nicht daran, sondern trägt, was ihm beliebt.
Auch die Bühne wird an mehreren Stellen in der Tagesfarbe beleuchtet. Selbst bei der Nachmittagsvorstellung kam die farbige Beleuchtung gut zur Geltung. Am Abend dürfte die Wirkung allerdings noch stimmungsvoller sein.
Die Bühne hatte drehbare Türelemente, sodass jederzeit erkennbar war, ob die Szene draußen oder im Schloss spielte.
In der oberen Etage gab es eine verschiebbare Wand, sodass, falls gewünscht, das Umkleidezimmer des Kaisers zu sehen war. Immer, wenn er sich umzog, öffnete sich der Schrank, und Kleidung und Perücke fielen heraus.
Sehr überrascht war ich, als sich die Hälfte der unteren Bühne drehte und den Blick auf das Schneiderzimmer freigab. Dort konnte Wilhelm am Webstuhl so tun, als würde er den Stoff bearbeiten, und Matthias die imaginären Kleidungsstücke einer Schneiderpuppe anziehen.
Es gab in manchen Szenen Stühle oder kleinere Requisiten, wie einen Obstkorb oder Hofstettens Kiste mit Kaktus. Die Bühne wirkte so nicht überladen.
Bevor der Kaiser sich in seiner neuen Kleidung dem Volk präsentiert, werden wir von Matthias erst noch eingewiesen. Dazu hat er vier Schilder vorbereitet. Je nach Schild sollten wir applaudieren, „Bravo“ rufen (teilweise auch beides), dem Kaiser versichern, „Was für ein wunderschönes Gewand“ er trägt (W. f. e. w. G. – der ganze Satz hat nicht auf das Schild gepasst), oder – nein, nicht „Pssst“ sagen – ganz ehrfürchtig still sein.
Diese Idee hat mir sehr gut gefallen. Das Publikum hat auch mitgemacht. So konnte das Finale beginnen. In Unterwäsche und langer, grauer Perücke zeigt sich der Kaiser, und wir reagieren entsprechend den Anweisungen. Erst ein Kind löst die Situation auf („Du bist ja ganz nackt.“), woraufhin ein Zuschauer "Bravo" ruft. Dieser wird von Matthias kopfschüttelnd auf das aktuell geltende "Pssst" aufmerksam gemacht.
Mit einer Reprise von Dorotheas und Hofstettens Duett (dieses Mal aber von allen gesungen) endete das Stück.
Wir haben in der ersten Reihe gesessen und hatten eine gute Sicht auf die Bühne. Eine Bekannte, die wir dort getroffen haben, saß in Reihe 7, Platz 40 und erzählte uns später, dass auch sie sehr gut gesehen hat. Die Reihen scheinen also ausreichend anzusteigen, denn sie ist noch kleiner als ich. 
Auch der Ton war jederzeit verständlich. Bei den beiden Liedern wurden die Sänger nicht von der Musik übertönt.
Insgesamt hat mir das Theaterstück sehr gut gefallen. Wir mussten während der gesamten Vorstellung immer wieder lachen. Ich finde die Umsetzung sehr gelungen. Ich mochte auch, dass so viel mit dem Publikum agiert wurde und auf spontane Reaktionen von Zuschauern eingegangen wurde. 
Die Adaption bleibt der Vorlage treu und bietet dennoch eine moderne und erfrischende Interpretation. Das ist ein Stück, das ich mir erneut anschauen könnte.

3. Schiggys persönliche Highlights

Lieblingsszene: das Finale

Überraschung des Tages: als man zum ersten Mal das Schneiderzimmer sehen konnte.

Lustigster Moment: schwierig, dafür gab es einfach zu viele

Emotionalster Moment: als Hofstetten „seinen Schreibtisch räumen muss“ – wortwörtlich.


4. Die Besetzung

Schiggy saß im Publikum. Aber wer stand auf der Bühne?

Wilhelm: Raphael Grosch
Matthias: Fabian Baecker
Kaiser Friedrich der Schöne: Patrick Dollmann
Hofstetten: Benedikt Selzner
Von Racknitz: Detlev Nyga
Rosalie: Maria Arnold
Dorothea, Gräfin von Voss: Barbara Seeliger
Hans-Georg: Jiri Dehmel
Rüdiger: Rosa Alice Abruscato


Freitag, 17. Juli 2026

Reihenanfang gelesen - Reihe fortsetzen oder abbrechen?

Hallo,

ich hatte mir ja vorgenommen, die Reihenanfänge, die sich auf meinem SuB befinden, vorrangig zu lesen und dann zu entscheiden, ob ich die Reihen überhaupt weiterverfolge oder es sein lasse. 
Welche Reihen werde ich weiterlesen? Welche abbrechen? Das sage ich in diesem Beitrag....

1. Delfinteam


Sandra findet nichts langweiliger als ihre Ausbildung bei der Bank. Deswegen ergreift sie sofort die Gelegenheit, als ihr ein Job als Taucherin in einem DelfinTeam in Florida angeboten wird. Weit weg von Deutschland lernt Sandra gemeinsam mit ihrer Delfin-Partnerin Caruso die neue Umgebung kennen, übt die gemeinsame Sprache ein und bereitet sich auf ihre Einsätze im Meer vor. Und schon bei ihrer ersten, richtigen Mission mit Caruso wird es gefährlich: Das Bergungsschiff Antares sucht im Meer nach der Silberfracht einer versunkenen spanischen Galeone, doch ein noch größeres Rätsel gibt Sandra das merkwürdige Verhalten der Menschen an Bord auf. Als sie herausfindet, was dahintersteckt, ist es schon fast zu spät …


Die Woodwalker-Reihe hat mir gut gefallen. Also wollte ich es mit einer weiteren Reihe von ihr versuchen. Ich habe nette Geschichten für zwischendurch gesucht. Leider kam ich mit der Protagonistin überhaupt nicht zurecht. Das Buch habe ich beendet, aber die Reihe danach aufgegeben.

Meine vollständige Rezension findet ihr hier.

2. Lou & König



Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näher rückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit...




Eine neue Reihe meiner Lieblingsautorin? Da habe ich nicht lange überlegt. Doch könnte sie mit Hulda, die ich nun schon seit acht Bände begleiten und dem 9. teil entgegenfiebere, mithalten? 
Natürlich muss ich die neuen Charaktere erst noch richtig kennenlernen. Sie sind mir nicht so vertraut wie Hulda, Karl, Ben und alle die anderen aus Fräulein Gold. Doch sympathisch sind sie mir, und ich möchte sie weiterbegleiten und besser kennenlernen.
Der 1. Fall hat mir sehr gut gefallen. Ich bin gespannt auf Fall 2.

Meine Kurzrezension findet ihr hier.

3. Die 39 Zeichen



Die Cahills sind die mächtigste Familie der Welt. Sie birgt ein Geheimnis, das das Schicksal der Menschheit für immer verändern kann… Als die Patriarchin Grace Cahill stirbt, hinterlässt sie ein folgenschweres Erbe: Sieben Teams aus den vier verschiedenen Häusern der Familie sollen sich auf eine gefährliche Mission begeben, auf der das lang vergessene Familiengeheimnis gelöst werden muss. Wem wird es zuerst gelingen, die 39 Zeichen zu entschlüsseln? Auch die Geschwister Dan und Amy entschließen sich, Grace Erbe anzunehmen und sich auf die abenteuerliche Suche nach den 39 Zeichen zu begeben. Der erste Hinweis führt sie auf den Spuren Benjamin Franklins von Boston nach Paris. Doch haben sie ohne Geld und nur mit der Hilfe ihres Kindermädchens Nellie überhaupt eine Chance, das Rennen zu gewinnen? Die anderen Teams trauen den Geschwistern offenbar einiges zu, denn sie versuchen alles, um Dan und Amy möglichst schnell aus dem Weg zu räumen…



Der Reihenauftakt klang spannend. Und ich lese gerne die Bücher von Rick Riordan. Es war spannend, das ungleiche Geschwisterpaar zu begleiten. Ich habe inzwischen schon Teil 2 gelesen und festgestellt, dass dieser von einem anderen Autor geschrieben wurde. Teil 3 der Neuauflage (wieder anderer Autor) ist noch nicht erschienen. Ich möchte aber dran bleiben. 

Meine Rezension zu Teil 1 findet ihr hier.


4. Der wilde Roboter



Als das Robotermädchen Roz erstmals die Augen öffnet, findet sie sich auf einer wilden, einsamen Insel wieder. Wie sie dorthin gekommen ist und warum, weiß sie nicht. Das Wetter und ein wilder Bär setzen ihr übel zu, und Roz begreift, dass sie sich ihrer Umgebung anpassen muss, wenn sie überleben will. Also beobachtet sie, erlernt die Sprache der Tiere und entdeckt, dass Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sie weiterbringen. Viele würden das Blechmonster zwar am liebsten verjagen, aber Roz gibt nicht auf. Sie zieht ein Gänseküken auf, und endlich fassen die Tiere Vertrauen. Als Roz dann in großer Gefahr schwebt, stehen sie ihr als Freunde bei.




Das Buch wollte ich lesen, nachdem ich den Film so herzergreifend fand. Im Buch ist Roz deutlich nüchterner, aber mir hat es trotzdem gut gefallen. Die Fortsetzungen sind bisher nur auf Englisch erschienen. Teil 2 habe ich schon gelesen. Teil 3 wartet auf dem SuB.

Meine Kurz-Rezension zu Teil 1 findet ihr hier.


5. Seawalkers



Für Tiago ist es ein Schock, als er herausfindet, dass er ein Gestaltwandler ist. Und was für einer: In seiner zweiten Gestalt als Tigerhai wird er sogar von seinen Mitschülern gefürchtet. Einzig das fröhliche Delfinmädchen Shari hat keine Angst vor ihm. Doch ihre Freundschaft wird bereits beim ersten großen Abenteuer, das sie an der Blue Reef High erwartet, auf die Probe gestellt.








Statt Woodwalkers nun Seawalkers? Das hat sich sehr interessant angehört, vor allem, weil Haie zu meinen Lieblingstieren gehören. Leider hatte ich mit Tiago meine Probleme. Er hat keine großen Sympathiepunkte bei mir sammeln können. Eigentlich bin ich schon gespannt, wie es weitergeht, aber Tiago brauche ich nicht unbedingt als Protagonisten. Deshalb habe ich die Reihe nach Teil 1 abgebrochen.

Meine Rezension dazu findet ihr hier.

6. Mistle End


Der Greif stand aufgerichtet auf dem Dach, mit weit ausgebreiteten Schwingen und sah ihn an. Er neigte kurz sein Haupt und Cedrik hörte wieder die Stimme des Fabelwesens in seinem Kopf. „Da ist sie. Die Kraft, ich spüre sie. So alt, uralt ...“ Cedrik schluckte und nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Um was geht es hier?“ Der Greif musterte ihn mit seinen Adleraugen. „Ich muss wissen, welches Geheimnis du vor mir verbirgst. Du wirst dich meiner Prüfung unterziehen müssen.“






Nachdem mir Joshua Jackelby so gut gefallen hat, war ich gespannt auf die Reihe. Der Protagonist war mir sympathisch, was ja schon mal ein Pluspunkt ist. Die Geschichte hat mir auch gut gefallen, wenn auch nicht ganz so gut wie die über Joshua. Trotzdem möchte ich weiterlesen. Teil 2 ist bereits eingezogen.

Meine Kurz-Rezension findet ihr hier.

7. Wilderland


Der vierzehnjährige Calum ist ohne Eltern aufgewachsen - und er spürt, dass er nicht nur deswegen anders ist als alle Jugendlichen, die er so kennt. Sein Leben ändert sich schlagartig, als er in seiner neuen Wohngruppe Jasleen, Skye und Miro begegnet. Was ist los mit diesen dreien – warum lehnen sie ihn ab, was verbergen sie vor ihm? Und warum fühlt er sich trotzdem von ihnen angezogen, besonders von der faszinierenden Skye und ihrem wilden Raben? Als die Jugendlichen zufällig feststellen, dass sie rund um die Uhr beobachtet werden, entdeckt Calum ihr Geheimnis: Sie alle sind das Ergebnis eines skrupellosen wissenschaftlichen Experimentes, sie sind Hybride aus Mensch und Tier – und sie werden ganz offensichtlich gejagt! So beginnt eine dramatische Flucht und für sie alle die Reise zu ihrem wahren Selbst ...



Nach der komplexen Ilias wollte ich etwas Lockeres, Kurzes für zwischendurch lesen. Leider bin ich mit Calum überhaupt nicht warmgeworden. Das lag vielleicht auch etwas an der Erzählform. Durch die neutrale Erzählweise blieb mir der Protagonist sehr distanziert. Mich hat nicht interessiert, was weiter aus ihm wird. So habe ich dann abgebrochen, auch wenn der Schreibstil flüssig zu lesen war. Diese Reihe werde ich deshalb nicht fortführen.


Drei Reihen, die ich abgebrochen habe, vier, die ich weiterlesen möchte. Das klingt ja gar nicht so schlecht. :-)
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße
Tinette

Schiggy unterwegs... Der Freischütz - Albtraum für Deutschland in Bonn

 



Schiggy war wieder unterwegs und hat einen „Albtraum für Deutschland“ (so der Untertitel) erlebt. Würde diese Inszenierung auch für mich zum Albtraum werden?

1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel: Der Freischütz – Albtraum für Deutschland
Art: Oper
Ort: Oper Bonn
Sprache: deutsch
Datum: 04.07.2026
Beginn: 19:30 Uhr
Reihe / Platz: Reihe 1, Platz 11
Dauer (inkl. Pause): ca. 3 Stunden
Vorlage: Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“
Hinweise: Es ist nicht die klassische Inszenierung, sondern eine sehr freie, moderne Interpretation

 

2. Mein Eindruck von der Show

Durch Zufall bin ich zwei Tage vor der Veranstaltung auf eine Kritik gestoßen. Dadurch erfuhr ich erst, dass mich keine klassische Inszenierung des Freischütz erwarten würde, sondern eine sehr moderne Interpretation, bei der Texte und Rollenauslegungen verändert wurden.
Ich stehe modernen Adaptionen grundsätzlich positiv gegenüber, weil sie oft etwas Frisches in altbekannte Geschichten hineinbringen. Trotzdem war ich etwas enttäuscht, weil ich die Musik von dieser Oper so mag und mich auf eine klassische Inszenierung eingestellt hatte.
Ich hätte mir eine klarere Kommunikation gewünscht, dass es sehr modern und politisch wird. Auch der Untertitel war mir zum Zeitpunkt des Kaufs nicht bekannt. Der Regisseur soll wohl genau für diese Art bekannt sein. Das war mir vorher nicht bewusst. Der Freischütz und Die Zauberflöte sind die einzigen Opern, die ich bisher gesehen habe. Ich bin also nicht tief in der Opernwelt drin und kenne viele Namen und Regiehandschriften nicht.
Gut, nun war ich vorbereitet und wusste, dass ich in zwei Tagen eine ungewöhnliche Adaption sehen würde. Andere Zuschauer waren wohl richtig überrascht, denn kurz nach Beginn bemerkte ich Unruhe im Saal. Plötzlich wurde die Dunkelheit durch den Lichtschein einer geöffneten Tür durchbrochen, die kurz darauf wieder ins Schloss fiel.
Wie immer habe ich, wenn es so etwas gibt, ein Programmheft gekauft. Darin lag auch die Besetzungsliste der heutigen Show. Bei Ännchen wurde zwischen Gesang und Schauspiel unterschieden und es gab den Hinweis, dass sie für Nicole Wacker spielten. Das hat direkt meine Neugier geweckt. So etwas hatte ich damals bei Liebe, Mord und Adelspflichten erlebt. Der Darsteller hatte krankheitsbedingt keine Stimme. Sein Sprachrohr war ein anderer Darsteller, der am Bühnenrand stand und ihm seine Stimme lieh. Gerade das hatte die Show für mich zu etwas Besonderem gemacht. Also war ich direkt gespannt, wie es hier umgesetzt wurde.
So trat dann auch vor Beginn der Intendant vor und erzählte genau davon. Da ja die Texte eigens für Bonn geschrieben wurden, konnte nicht einfach kurzfristig eine andere Sängerin einspringen. Diese würde eben an der Seite stehen und die Texte ablesen. Die Regieassistentin hatte sich bereiterklärt, den schauspielerischen Teil zu übernehmen. Und um uns so richtig zu verwirren, gäbe es in einer Szene eine längere Videosequenz, in der die ursprüngliche Darstellerin zu sehen sei. So würden wir diese wenigstens auch kennenlernen.

Die Musik beginnt, und diese Ouvertüre mag ich ja besonders gerne. Sie ist sehr lang. Man hört die Bläser und Hörner heraus. Da denke ich automatisch an Wald und Jäger. Während dieser Ouvertüre wurden Bilder gezeigt: abwechselnd von strahlenden, hellhäutigen, blonden Familien, oft in bayerischer Tracht, und Menschen mit dunklen Haaren und/oder Hautfarbe, die nicht gerade glücklich wirken. Dass es keine gemeinsamen Fotos gibt, erweckt den Anschein, als sei hier keine Zusammengehörigkeit gewünscht, als gäbe es eben zwei Arten von Menschen. Da ahnte ich schon, warum es in der Kritik hieß, dass der Regisseur nicht für subtile Inszenierungen bekannt ist.
Am Ende der Ouvertüre werden die Fotos nochmals im Schnelldurchlauf gezeigt, wobei das noch untertrieben ist. Die Bilder wechselten so schnell, dass es wie zuckende Blitze wirkte, und ich musste mir die Augen zuhalten. Mir wird bei so etwas schnell schwindlig.
Die Handlung wurde nach Bonn ins Jahr 2029 gelegt. Wir stehen kurz vor den Wahlen. Der ehemalige Plenarsaal ist inzwischen von Pflanzen überwuchert. Diesen Ort hat sich eine rechtsradikale Partei als Parteisitz ausgesucht. Sie wollen an die Macht kommen. Kanzlerkandidatin ist eine blonde Frau in blauem Kostüm, die Samiel genannt werden will. Wer die ursprüngliche Fassung kennt, weiß, dass Samiel die Verkörperung des Teufels ist. In dieser Version ist diese Rolle viel präsenter. Man könnte schon fast sagen, es ist eine der Hauptrollen.
Während die Parteien ihre Parolen, Gewehre und Schlagstöcke schwingen, werden im Hintergrund Zitate der AfD eingeblendet. Diese sind nicht immer vollständig lesbar, weil ein riesiger Bundesadler vor der Wand hängt, wodurch die Projektionen „geknickt“ werden und nicht komplett zu erkennen sind.
Max ist ein Kriegs-Veteran, der seine traumatischen Erlebnisse in Afghanistan immer noch mit sich herumträgt.
Agathe ist wie Ännchen eine sogenannte Tradwife. Beide teilen als Influencer ihr traditionelles Leben mit der Welt.
Kaspar ist ein rechtsradikaler Kampfsportler.
 
Gesanglich konnten mich die Darsteller überzeugen. Sehr schöne, klare Stimmen, ohne Wackler. Das hat sich sehr angenehm angehört.
Überrascht war ich, als ich Agathe gesehen habe. Das Gesicht der Darstellerin kam mir so bekannt vor. War sie etwa auch in der Inszenierung in Wiesbaden dabei gewesen, die ich letztes Jahr gesehen habe? Ein Blick zuhause in die Besetzungsliste bestätigte meine Vermutung. Sie war es also tatsächlich. Schon damals hat mir ihre Stimme gut gefallen. Normalerweise habe ich es ja nicht so mit Sopranstimmen, weil ich da schon ein paar schrille, unangenehme Töne gehört habe. Das war hier aber nicht der Fall.
 
Die Sängerin des Ännchen hatte ebenso eine klare Stimme. Ich fand ihre Mimik dabei interessant. Sie sang nicht einfach nur, sie fühlte es richtig mit, setzte dazu auch Gestik ein.
Der Regieassistentin merkte man dagegen an, dass sie keine Routine hatte. Sie stand meist regungslos auf der Bühne und bewegte nur gelegentlich die Arme. Da sie die Lippen nicht bewegte, war das dann etwas seltsam, aber tragisch fand ich es nicht. Wer weiß, wann sie auch davon erfahren hat. Ich finde es toll, dass sie eingesprungen ist, und die Vorstellung dadurch nicht ausfallen musste. Von mir deshalb ein großes Lob an beide Ännchen-Vertreterinnen. Mit der bereits angekündigten Videosequenz, die aus einer Abfolge verschiedener Fotos von Ännchen bestand, war dann auch die ursprüngliche Darstellerin zu sehen. Dabei kam mir noch eine mögliche Interpretation in den Sinn: Es wird oft kritisiert, dass Menschen in sozialen Medien mit Filtern ihr Aussehen verändern und der Welt eine bearbeitete Version von sich zeigen. Warum also nicht auch Ännchen? Vielleicht sehen wir gleichzeitig ihr „echtes“ Aussehen (die Assistentin, die den Schauspiel-Part übernommen hat) und die Version, die sie nach außen präsentieren möchte (die Fotos der ursprünglichen Darstellerin).  
 
Sehr lustig fand ich die Szene, in der Agathe ihr Hochzeitskleid anzieht. Sie schafft es einfach nicht hinein und kämpft richtig damit. Ännchen bemerkt das gar nicht, weil sie so in ihrer Rolle als Tradwife-Influencerin aufgeht.
Schmunzeln musste ich auch, als die vier Brautjungfern die Bühne betraten, auch wenn die Überraschung wegfiel, weil ich ein Bild von dieser Szene in der Kritik gesehen hatte. Sie hatten lange blaue Kleider an, die jedoch Sicht auf ihre runden, weit fortgeschrittenen Babybäuche gaben, um Agathe den Jungfernkranz zu winden, wie es im Gesangsstück heißt. Sie zeigen ihr, was sie in Zukunft als Ehefrau erwartet. Agathe sieht nicht begeistert aus. Ihr geschockter Blick spricht Bände. Das scheint ihr persönlicher Albtraum zu werden.
Für Lacher sorgte auch ein Satz von Samiel, nachdem sie ordentlich Werbung für ihre Partei gemacht hat: „Und ich verspreche, wenn wir an der Macht sind, gibt es auch wieder einen ordentlichen Freischütz!“ Dass sich der Regisseur dadurch selbst auf die Schippe nimmt, fand ich witzig.
 
Fürst Ottokar, der gegen Ende auftaucht, sieht Friedrich Merz zum Verwechseln ähnlich. Da war dann auch Erheiterung unter den Zuschauern zu spüren.
Vom plötzlichen Erscheinen des Eremiten, der hier Deus ex Machina heißt, war ich überrascht. Samiel meint: „Ach, wir sind hier ja in der Oper. Dann versuche ich es mal mit Gesang.“ Und dann „fährt“ dieser Eremit nach oben aus dem Bühnenboden hervor. Seine Stimme hat meiner Schwester besonders gut gefallen. Er singt, während sich Samiel selbstbewusst vor ihm positioniert. Die Armbewegungen der beiden sind identisch, aber nicht synchron. Samiel ist immer ein paar Sekunden vor ihm, was ich so interpretiert habe, dass sie den Takt vorgibt und die Fäden in der Hand hat.
 
Das Stück endet mit dem Wahlsieg der Partei, und ein riesiges AfD-Plakat mit einer jubelnden Alice Weidel wird herabgelassen. Darauf steht: „Danke, Deutschland!“ Samiel feiert sich, winkt dem Publikum zu und ruft: „Wir sehen uns in Berlin!“, wofür sie vereinzelte Buhrufe erntet.
Der Vorhang fällt und darauf wird „2029 AfD vermeiden“ projiziert. Ein letzter Holzhammer.
Ja, subtil war diese Inszenierung wirklich nicht. Es wird sehr deutlich, was der Regisseur damit sagen wollte.
Ich befürchte nur, dass diese sehr deutliche Botschaft die Menschen, die er damit erreichen möchte, eher nicht umstimmen wird, sondern dass sich manche dadurch sogar provoziert fühlen könnten.
Mir hat die Inszenierung gut gefallen. Die Melodien, die ich so schätze, waren alle noch da, nur eben mit anderen Texten.
Rückblickend wurde diese Inszenierung für mich also kein „Albtraum“, sondern eher eine unerwartete und interessante Begegnung mit einem bekannten Werk.

 

3. Die Besetzung

Schiggy saß im Publikum. Aber wer stand auf der Bühne?

Max: Kai Kluge
Agathe: Alyona Rostovskaya
Kaspar: Tobias Schabel
Ännchen: Katerina von Bennigsen (Gesang) / Anna Pies (Schauspiel)
Ottokar, Fürst: Johannes Mertes
Kuno, Erbförster: Martin Tzonev
Ein Eremit: Christopher Jähnig
Kilian: Ralf Rachbauer
Samiel: Birte Schrein
Brautjungfern:
Iva Danova
Claudia Rodriguez
Marianne Freiburg
Vardeni Davidian
 
außerdem mit:
Chor des Theater Bonn
Extrachor des Theater Bonn
Orchester: Beethoven Orchester Bonn
Musikalische Leitung: Lothar Koenigs

 


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