Montag, 20. April 2026

Ein paar Sätze zu... Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast

 

 

 


»Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast ... «, behauptet der Verfasser eines anonymen Briefs und versetzt damit Julie, Ray, Helen und Barry in Angst und Schrecken. Eigentlich war es »nur« ein Unfall – doch an jenem Juliabend vor einem Jahr beschlossen die vier Freunde, das tödliche Ereignis für immer als ihr Geheimnis zu bewahren. Aber irgendjemand kennt die Wahrheit – und will Rache! Und damit beginnt ein albtraumhafter Wettlauf auf Leben und Tod ...


Dieses Buch habe ich eher zufällig entdeckt – als günstigen Gebrauchtkauf, um Versandkosten zu sparen. Der erste Eindruck war dann leider etwas holprig, da einige Seiten am Anfang fehlten. Zum Glück beginnt die Geschichte direkt mit Kapitel 1, sodass mir kein entscheidender Einstieg verloren ging.
Die Handlung entfaltet sich ruhig und lebt vor allem von Andeutungen: Was vor einem Jahr passiert ist, bleibt zunächst im Dunkeln. Die vier Jugendlichen wirken verändert, doch wir lernen sie nur in diesem „Danach“-Zustand kennen, was eine gewisse Distanz schafft. Erzählt wird ohnehin aus einer neutralen Perspektive, die uns nie ganz nah an die Figuren heranlässt.
Spannend fand ich, eigene Theorien zu entwickeln, wer hinter den Drohungen steckt. Auch wenn ich früh einen Verdacht hatte, blieb die Geschichte für mich interessant, weil ich wissen wollte, ob ich richtig liege. Anders als die Verfilmung, die ich nicht gesehen habe, setzt das Buch nicht auf Horror, sondern auf unterschwellige Bedrohung.
Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen, was gut zum Jugend-Thriller-Genre passt. Weniger gefallen hat mir allerdings, wie stark das Aussehen der Figuren bewertet wird. Manche Beschreibungen wirken abwertend und klischeehaft, und oft werden Eigenschaften einfach behauptet, statt sie durch Handlungen zu zeigen. Gerade das hat für mich das Leseerlebnis etwas getrübt.


Schiggy unterwegs... Hairspray in Darmstadt

 


1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel der Veranstaltung: Hairspray
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Staatstheater Darmstadt
Sprache: deutsch
Besuch: 17.04.2026
Beginn: 19:30 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden inkl. Pause
Reihe / Platz: Reihe 1 Platz 16
Vorlage: gleichnamiger Film von 1988
Wichtige Hinweise: Übernahme der Inszenierung aus Bonn

2. Besetzung der besuchten Vorstellung

Tracy Turnblad – Antonia Tröstl
Edna Turnblad – Enrico de Pieri
Wilbur Turnblad – Volker Metzger
Motormouth Maybelle – Monica Lewis-Schmidt
Seaweed J. Stubbs – Maickel Leijenhorst
Corny Collins/Mr. Pinky/Wärter/Sprecher – Tobias Brönner
Link Larkin – Daniel Johnson
Velma van Tussle – Maaike Schurrmans
Amber van Tussle – Sarah Steinemer
Penny Pingleton – Mirjam Wershofen
Prudy Pingleton/Wärterin/Sportlehrerin – Sonja Bühling
Mr. Spritzer – Frank Koch
Cindy Watkins/Ines – Aminata Ndaw
Peaches – Lara de Toscano
Pearl – Tina Ajala
Duane – Ngaka Keuni
Gilbert – Amadin Piatello
Stooie – Juan David Mendez
Shelly (Dance Captain) – Schirin Zarre
Tammy – Larissa Winkel
Lou Ann – Annika Netthorn
Sketch – Pascal Schürken
Brad – Achim Himmelbauer
Fender – Joshua Schmid
Brenda – Samantha Senn
IQ – Iman Khaleghi

außerdem:
Jugendchor und Statisterie des Staatstheaters Darmstadt

Es spielt das Staatsorchester Darmstadt (Band) unter der musikalischen Leitung von Luis Richter.



3. Mein Eindruck von der Show

Schiggy war wieder unterwegs – dieses Mal reisten wir in die Swinging Sixties und schauten uns Hairspray in Darmstadt an. Ich habe den Film von 1988 gesehen und außerdem die gleiche Inszenierung bereits vor zwei Jahren in Bonn.
Ich mag die gute Laune, die das Stück durch seine schwungvolle Musik verbreitet. Gleichzeitig regt es durch die Darstellung der damaligen Rassentrennung zum Nachdenken an.
Im Theater wird darauf hingewiesen, dass im Stück rassistische Bezeichnungen fallen, die zur Zeit der Handlung üblich waren, und dass sich das Theater ausdrücklich davon distanziert. Ich finde diesen Umgang oft sinnvoller als eine nachträgliche Anpassung an heutige Sprache – nicht, weil ich diese Begriffe gutheiße, sondern weil die unveränderte Darstellung deutlich macht, wie offen und selbstverständlich Diskriminierung damals war – und wie verletzend sie ist.
Genau das wurde auch in den Szenen spürbar: Es war unangenehm mitanzusehen, wie Amber und ihre Mutter über die schwarzen Tänzer sprechen. Als Seaweeds Schwester vortanzen will und nur ein „Du schon mal gar nicht“ zu hören bekommt, wird sofort klar, dass es nicht um ihr Können geht – sie bekommt nicht einmal die Chance, es zu zeigen. Als Zuschauer merkt man, wie falsch sich das anfühlt, und genau dadurch beginnt man, darüber nachzudenken.
Da ich die Inszenierung schon kannte, rechnete ich nicht mit Überraschungen – aber die gab es dennoch: Einige Darsteller liefen durch das Publikum. Meine Begleitung saß am Gang, und einer der Darsteller sprang die Treppen herunter und landete mit einem Wumms neben ihr. Das sorgte für einen kurzen, aber lustigen Schreckmoment.
Das Bühnenbild, ebenfalls aus Bonn übernommen, ist sehr wandelbar. Drehbare Elemente verwandeln die Bühne schnell in verschiedene Schauplätze wie die Wäscherei, einen Friseursalon, ein Burgerladen, Mr. Pinkys Laden, Maybelles Musikladen, das Studio der Corny Collins Show oder den Nachsitzraum. Ein Highlight ist die überdimensionale Spraydose, die eine besondere Überraschung bereithält.
Der Orchestergraben ist überbaut, sodass die Musiker im hinteren Bühnenbereich sitzen und – je nach Szene – sichtbar sind.
Einige Darsteller aus der Bonner Produktion waren auch in Darmstadt dabei. Alle wirkten sehr glaubwürdig in ihren Rollen.
Tracy ist eine unbekümmerte Schülerin, die von einem Auftritt in der Corny Collins Show träumt. Sie erkennt Ungerechtigkeit und nimmt sie nicht einfach hin, sondern setzt sich aktiv dagegen ein – trotz Spott und Ablehnung. Als Velma ihr beim Vortanzen entgegnet: „Nicht zu spät … zu dick“, merkt man, wie sehr sie das trifft. Dennoch lässt sie sich nicht entmutigen.
Edna, ihre Mutter, möchte sie zunächst schützen, da sie Angst hat, dass Tracy verspottet wird. Sie selbst hat kaum Selbstbewusstsein, entwickelt dieses aber im Laufe der Handlung. Die Rolle wird traditionell von einem Mann gespielt – hier angenehm ruhig und ohne Überzeichnung.
Wilbur, Tracys Vater, ist lebensfroh und unterstützt seine Tochter von Anfang an. Das Duett „Du bist zeitlos für mich“ war gleichzeitig witzig und berührend – ein echtes Highlight.
Link Larkin wirkt anfangs sehr auf sein Image bedacht, entwickelt sich aber im Laufe des Stücks weiter und zeigt schließlich Haltung.
Penny und Seaweed sind ein besonders sympathisches Paar. Ihre Beziehung zeigt, wie selbstverständlich Offenheit und gegenseitige Zuneigung sein können.
Motormouth Maybelle beeindruckt durch ihre starke Präsenz. Während sie im ersten Akt Selbstbewusstsein ausstrahlt, zeigt sie im zweiten Akt mit „Ich weiß, wo ich war“ eine sehr emotionale und verletzliche Seite.
Amber und Velma sind bewusst unsympathisch angelegt und werden entsprechend überzeugend gespielt. Ihre überheblichen und verletzenden Aussagen lassen einen als Zuschauer nur den Kopf schütteln.
Auch das Ensemble insgesamt überzeugte sowohl schauspielerisch als auch stimmlich.
Die Live-Band spielte schwungvoll, ohne den Gesang zu überdecken. Beim Schlussapplaus zählte ich 16 Musiker – eine positive Überraschung.
Die Tonabmischung war durchweg gelungen, alles war gut verständlich.
Die Kostüme passten hervorragend zur Zeit der 1960er-Jahre, besonders die farbenfrohen Outfits in der Corny Collins Show. Ednas Entwicklung wird auch optisch sichtbar – von gedeckten Farben hin zu einem glitzernden blauen Kleid.
Das Publikum war angenehm ruhig, ohne störende Gespräche. Besonders positiv fiel mir auf, dass es keinen lauten Pfeifjubel gab – nur Applaus und Begeisterung.
Beim Finale ließ sich das Publikum mitreißen – „Niemand stoppt den Beat“ und verdiente Standing Ovations.
Die Inszenierung hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Sie verbindet mitreißende Musik mit einer wichtigen, nachdenklich stimmenden Botschaft. Man lacht viel, wird aber auch immer wieder zum Nachdenken angeregt.


4. Persönliche Highlights

Lieblingsszene: „Glocken klingen sehr“ (das „Quietschie-Lied“) und das Duett von Tracys Eltern
Bestes Solo: „Ich weiß, wo ich war“ (Motormouth Maybelle)
Bestes Duett: „Du bist zeitlos für mich“ (Edna & Wilbur)
Ohrwurm des Tages: „Niemand stoppt den Beat“
Überraschung des Tages: Darsteller laufen durchs Publikum, Effekt beim Gefängnisschloss (funktioniert in der besuchten Vorstellung in Bonn nicht)
Beste Ensemblenummer: „Niemand stoppt den Beat“
Emotionalster Moment: Tracy ist kurz vorm Aufgeben, Maybelle ermutigt sie

Mittwoch, 15. April 2026

Kurz gebellt zu: Gefährliche Gestalten

  




   Allgemeine Infos:

OriginaltitelGefährliche Gestalten
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Katja Brandis
Übersetzt von: ///
Verlag: Arena
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Seawalkers
Teil: 1
Genre: Urband Fantasy
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 301
Preis11,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-401-51300-3







Klappentext:
Für Tiago ist es ein Schock, als er herausfindet, dass er ein Gestaltwandler ist. Und was für einer: In seiner zweiten Gestalt als Tigerhai wird er sogar von seinen Mitschülern gefürchtet. Einzig das fröhliche Delfinmädchen Shari hat keine Angst vor ihm. Doch ihre Freundschaft wird bereits beim ersten großen Abenteuer, das sie an der Blue Reef High erwartet, auf die Probe gestellt.


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Geschenk
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 08.04.2026
Beendet: 14.04.2026
Gebraucht: 7 Tage

Kurz gebellt


Weil mir die Woodwalkers-Reihe so gut gefallen hat und ich Haie faszinierend finde, war ich sehr neugierig auf den ersten Teil von Seawalkers. Schließlich ist Tiago, der Protagonist, in seiner Tiergestalt ein Tigerhai. Gerade deshalb war meine Erwartung entsprechend hoch.
Leider wurde ich mit ihm überhaupt nicht warm. Er wirkt oft sehr oberflächlich und bewertet andere nach ihrem Aussehen, wirft aber genau das seiner Erzfeindin vor. Fiese Bemerkungen haut er ebenfalls gerne raus. 
An dieser Stelle möchte ich einen seiner Gedanken von Seite 158 nennen:
„Vielleicht ein bisschen oberflächlich, aber auch nicht schlimmer als manche fetten, in Jogginganzügen und nach billigem Parfüm stinkenden Mütter in meiner alten Highschool.“
Gerade weil ich Haie unglaublich faszinierend finde und mich sehr auf einen Hai-Wandler als Protagonisten gefreut habe, war meine Enttäuschung über Tiago besonders groß. Ich hatte erwartet, dass ich mich mit ihm gut identifizieren kann und vielleicht sogar mit ihm mitfühle – vor allem in Momenten, in denen andere ihn aufgrund seiner Hai-Gestalt fürchten oder meiden. Diese Angst kann ich selbst nämlich überhaupt nicht nachvollziehen.
Umso schwieriger fand ich es, dass Tiago selbst immer wieder sehr oberflächliche und abwertende Gedanken über andere äußert. Damit hat er für mich viel von dem zerstört, was ich mir von einem solchen Charakter erhofft hatte. Statt Mitgefühl auszulösen, entstand bei mir eher Distanz.
Als Carag auftaucht, reagiert Tiago zudem mit einer sehr starken Eifersucht, was ihn für mich nicht sympathischer macht. Über den Puma-Wandler aus der Woodwalkers-Reihe habe ich mich dagegen sehr gefreut – Carag mochte ich ja von Anfang an.
Von Shari, dem Delfinmädchen, erfährt man leider nicht allzu viel. Sie wird von Tiago vor allem über ihr Aussehen beschrieben – als das schönste Mädchen der Welt und sehr schlank. Auch hier fiel mir wieder diese starke Oberflächlichkeit auf.
Die Rivalität zwischen Tiago und einigen der Süßwasser-Wandler hat mich ein wenig an die Situation zwischen Carag und den Wölfen erinnert.
Der Schreibstil ist dagegen sehr angenehm. Die Sätze sind klar und nicht unnötig verschachtelt, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Das war auch ein wichtiger Grund, warum ich weitergelesen habe, obwohl ich mit Tiago nicht warm wurde. Außerdem war ich natürlich gespannt auf das „Wiedersehen“ mit Carag.
Normalerweise mag ich die Ich-Perspektive sehr, weil man dadurch eine enge Verbindung zur Hauptfigur aufbauen kann. Hier hätte ich mir allerdings gewünscht, etwas weniger in Tiagos Gedankenwelt zu stecken.
Was mich ebenfalls gewundert hat: Er nimmt es erstaunlich gelassen hin, dass er ein Seawalker ist. Da er bis zu seiner Verwandlung als Mensch gelebt hat und nichts von dieser Welt wusste, hätte ich mehr Unsicherheit, Fragen oder auch Ängste erwartet. Stattdessen findet er sich sehr schnell damit ab.
Mit der Cafeteria hatte ich ein wenig Schwierigkeiten beim Vorstellen. Das Konzept mit dem gefluteten Raum, damit die Wandler in Tiergestalt hineinschwimmen können, fand ich zwar grundsätzlich interessant. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, wie das für die Wandler in Menschengestalt praktisch umgesetzt ist, wenn dort auch Tische und Bänke stehen.
Vielleicht habe ich mir das auch zu realistisch vorgestellt, aber für mich wirkte das nicht ganz stimmig, weil ich mir schwer vorstellen konnte, wie man dort trocken und bequem essen soll.
Ab dem Zeitpunkt, an dem Shari, Ella, Tiago und Carag auf ihre Rettungsmission gehen, wird es deutlich spannender. Der mysteriöse Hilferuf sorgt für eine interessante Entwicklung, die mich dann auch mehr fesseln konnte.
Das Buch behandelt außerdem Themen wie Naturschutz, insbesondere den Schutz der Gewässer, und setzt sich kritisch mit Tiershows auseinander. Dabei wirkt es nicht belehrend, sondern regt eher dazu an, sich eigene Gedanken zu machen.
Insgesamt hat mir das Buch also durchaus gefallen. Nur Tiago hätte ich mir weniger oberflächlich und dafür deutlich sympathischer gewünscht. Gerade weil er ein Hai-Wandler ist, hat mich das besonders enttäuscht.


Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Schade. Ich hatte erwartet, dass mir die Geschichte mit einem Hai-Wandler als Protagonisten besonders gut gefallen würde.
Fazit: Eine interessante Idee, die für mich durch den unsympathischen Protagonisten etwas an Lesespaß verliert.
Bewertung


Schiggy unterwegs... Grease in Dortmund

 


1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel der Veranstaltung: Grease – Das Musical
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Opernhaus Dortmund
Sprache: Dialoge auf Deutsch, Songs auf Englisch
Besuch: 12.04.2026
Beginn: 14:30 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten inkl. Pause
Reihe / Platz: Reihe 6, Platz 169
Vorlage: originäres Stück
Wichtige Hinweise: Sing-along-Show (zwei Songs wurden jeweils einmal regulär und einmal zum Mitsingen gespielt)

2. Die Besetzung der besuchten Vorstellung

Danny Zuko: Philipp Büttner
Sandy Dumbrowski: Antonia Kalinowski

Pink Ladies:
Betty Rizzo – Maria-Danaé Bansen
Frenchy – Friederike Zeidler
Marty Maraschino – Katalin Rohse
Jan – Anna Teodora Donosa-Danila

Burger Palace Boys:
Kenickie Murdock – Markus Schneider
Doody – Pedro Reichert
Roger – Julius Störmer
Dominic „Sonny“ LaTierri – Jonathan Guth

Weitere Rollen:
Patty Simcox – Kelly Parnier
Eugene Florczyk – Albert Gaßmann
Charlene „Cha-Cha“ DiGregorio – Giulia Vazzoler
Miss Lynch – Brigitte Schirlinger
Vince Fontaine – Mark Seibert

Ensemble:
Alina Adam, Sofia Elena Coretti, Carina Leopold, Marie Pioner, Lucia Prader-Pscheidl, Christina Verrieth, Andrew Chadwick, Jan-Marten Gerve, Christoph Gründinger, Timm Moritz Marquardt, Tamino Herzog, Ivan Keim

Grease-Band:
Keyboard / Musikalische Leitung – Stephan Kanyar
Gitarre I – Julien Castanie
Gitarre II – Bastian Ruppert
Bass – Malt Winter
Drums – Stefan Schott
Saxophon I – Wim Wollmer
Saxophon II – Nappo (Klaus) Bernatzky

3. Mein Eindruck von der Show

Schiggy war wieder unterwegs – dieses Mal unternahmen wir eine Zeitreise in die späten 1950er-Jahre. 
Das Musical habe ich bereits zweimal komplett auf Englisch gesehen, außerdem kenne ich die Filmadaption. Entsprechend war ich gespannt auf diese Inszenierung.
Als wir die Tickets gebucht hatten, war noch nichts von einer Sing-along-Show bekannt. Erst durch Zufall erfuhr ich davon, als ich ein Gespräch in einer anderen Vorstellung aufschnappte. Ehrlich gesagt hatte ich zunächst ein mulmiges Gefühl – ich befürchtete, dass das Publikum permanent laut mitsingen und man die Darsteller kaum noch hören würde.
Diese Sorge erwies sich zum Glück als unbegründet: Jeweils das letzte Lied vor der Pause und das Finale wurden zunächst regulär gespielt und anschließend noch einmal als Mitsing-Version wiederholt. Das empfand ich als sehr gelungene Lösung. Aus anderen Produktionen kenne ich es so, dass die Mitsing-Parts direkt in die Handlung integriert sind – diese Variante hier war deutlich angenehmer. Ein klarer Pluspunkt.
Beim Betreten des Saals war ich zunächst überrascht vom Bühnenbild – es wirkte fast wie eine Baustelle, sogar ein Betonmischer stand auf der Bühne. Ich überlegte kurz, ob ich mich an etwas Vergleichbares aus früheren Inszenierungen oder dem Film erinnere, konnte es aber nicht einordnen. Entsprechend gespannt war ich, welche Bedeutung dieses Setting haben würde.
Noch vor Beginn tritt der „Schulleiter“ auf und erklärt, dass das Schuljahr heute endet – passend dazu, dass wir die vorletzte Vorstellung besuchten. Außerdem erläuterte er das Konzept des Sing-alongs.
Die eigentliche Vorstellung beginnt dann mit einem ungewöhnlichen Bild: Vier sichtbar gebrechliche Senioren betreten mühsam die Bühne. Dieser Einstieg weckte sofort meine Neugier. Schnell entsteht der Eindruck, dass es sich um ehemalige Schüler handelt, die an ihre Schulzeit zurückdenken. Als eine der Frauen ein Radio einschaltet und plötzlich Figuren im Stil der 1950er-Jahre erscheinen, wird klar: Die Handlung springt zurück in die Vergangenheit. Ein origineller und sehr stimmungsvoller Beginn, der mir ausgesprochen gut gefallen hat. Vermutlich handelt es sich bei der älteren Frau um Sandy, die sich an ihre Jugend erinnert.

erinnert mich irgendwie an ein Roboter-Gesicht

Die Darsteller überzeugten mich nahezu durchweg und ich nahm ihnen ihre Rollen glaubhaft ab.
Sandy, die neu an die Rydell High kommt, wirkt sehr unschuldig, beinahe naiv. Sie ist überglücklich, Danny wiederzutreffen, umso größer ist ihre Enttäuschung, als er ihre gemeinsame Vergangenheit herunterspielt. Ihre Disziplin und das eher konservative Elternhaus zeigen sich darin, dass sie weder raucht noch trinkt und immer pünktlich zu Hause ist. Dass die Pink Ladies sich darüber lustig machen, setzt ihr sichtlich zu.
Besonders emotional wird es, als sie beim Tanzwettbewerb von Danny stehen gelassen wird und im Waschraum ihr Solo „Hopelessly devoted to you“ singt – ein Moment, in dem sie sehr verletzlich wirkt.
Danny hingegen versucht, vor seinen Freunden besonders cool zu erscheinen und verdrängt dabei seine echten Gefühle. Seine Unsicherheit wird jedoch immer wieder sichtbar, etwa in seinem Solo „Sandy“, in dem deutlich wird, dass er sich ändern möchte, weil er erkannt hat, dass er Sandy liebt.
Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern war sehr stimmig, auch gesanglich harmonierten sie hervorragend.
Die Pink Ladies werden von Betty Rizzo angeführt. Sie ist selbstbewusst, schlagfertig und weiß genau, was sie will. Hinter ihrer harten Fassade zeigt sich in „There are worse things I could do“ jedoch eine verletzlichere Seite.
Frenchy ist offen und herzlich, ohne dabei zu überdreht zu wirken, was mir hier besonders gut gefiel. In einer anderen Vorstellung war sie wirklich extrem quietschig.
Marty wirkt stark auf materielle Dinge fixiert und nutzt ihren Charme gezielt aus, was sich in „Freddy my love“ zeigt.
Jan tritt zunächst eher zurückhaltend auf, beweist aber durchaus Schlagfertigkeit.
Auch die T-Birds – Kenickie, Doody, Roger und Sonny – geben sich betont cool, halten aber fest zusammen. Ihr Umgang mit Eugene, den sie regelmäßig schikanieren, zeigt jedoch auch die Schattenseiten ihres Verhaltens.
Eugene selbst wirkt unsicher und geduckt, als wolle er möglichst wenig auffallen. Gleichzeitig sehnt er sich danach, dazuzugehören, was besonders deutlich wird, als er Dannys Jacke tragen darf.
Die Cheerleaderin Patty Simcox hingegen ist ehrgeizig, selbstbewusst und sehr darauf bedacht, im Mittelpunkt zu stehen.
Cha-Cha bringt als temperamentvolle Tänzerin zusätzliche Dynamik in die Handlung, während Miss Lynch als strenge, aber faire Lehrerin auftritt.
Alle diese Rollen waren überzeugend besetzt und auch das Ensemble versprühte eine ansteckende Energie.
Als einzige Rolle konnte mich die des Vince Fontaine nicht überzeugen. Sein Auftritt beim Tanzwettbewerb wirkte auf mich unangenehm und insgesamt zu überzeichnet. Die ohnehin selbstverliebte und „schmierige“ Art der Figur wurde hier für meinen Geschmack zu stark durch ausladende Gestik betont, wodurch sie eher ins Karikaturhafte abglitt und an Charme verlor.
Bei anderen Inszenierungen wirkte diese Figur ebenfalls selbstbewusst, aber deutlich zugänglicher. Zudem fiel auf, dass ein zunächst angedeuteter amerikanischer Akzent nicht konsequent beibehalten wurde. Auch stimmlich sagte mir die Klangfarbe nicht zu, sodass diese Rolle im Vergleich zu den übrigen Darstellern für mich abfiel.



Die bekannten Songs sorgten für gute Stimmung, ohne dass das Publikum permanent mitklatschte – was ich persönlich sehr angenehm fand. Die Live-Band, bestehend aus sieben Musikern, spielte schwungvoll und gut abgestimmt, ohne den Gesang zu übertönen. Besonders gelungen fand ich ihre Integration in die Handlung beim Tanzwettbewerb.
Das Bühnenbild ist grundsätzlich fest angelegt, wird jedoch durch zahlreiche Requisiten flexibel ergänzt. Szenenwechsel erfolgen sichtbar, aber schnell und fließend, was ich eher charmant als störend empfand. Mit wenigen Mitteln entstehen Klassenzimmer (Stühle, Tische), Schlafzimmer (Bett, Schrank), Sporthalle (Basketballkorb), Werkstatt (Schild, auf dem Garage steht), Waschraum (Waschbecken), riesige Schilder in Autoform (Autokino) oder Café (Bistrotische, riesige Schallplatte mit den Worten Burger Palace). 
Als Kenickies Cabrio zum ersten Mal auf die Bühne geschoben wurde, war das schon ein kleiner „Wow-Moment“. Das war so ein richtiger amerikanischer Schlitten, wie man ihn sich aus dieser Zeit vorstellt.
Auch die Kostüme transportieren das Flair der 1950er-Jahre sehr gut – von Petticoats bis Lederjacken. Sandys Wandel wird dabei auch optisch deutlich unterstrichen. Trägt sie zunächst noch weite Petticoats, Turnschuhe und einen Pferdeschwanz, betont sie am Ende mit enganliegender Kleidung, High-Heels und Locken ihr erwachtes Selbstbewusstsein.
Das Lichtkonzept unterstützt die Szenen stimmungsvoll, und die Choreografien wirken schwungvoll und präzise.
Positiv hervorzuheben ist auch das Publikum, das aufmerksam und respektvoll war. Störungen wie Gespräche oder Handy-Nutzung habe ich dieses Mal nicht mitbekommen.
Das Sing-along-Konzept war insgesamt gelungen, auch wenn die Platzierung der Übertitel nicht optimal war, weil man sich entscheiden musste, ob man die Texte liest oder den Darstellern zuschaut. Während „We go together“ eher zurückhaltend aufgenommen wurde, sorgte „You’re the one that I want“ am Ende für deutlich mehr Beteiligung.
Der Schluss der Inszenierung gefiel mir besonders gut: Die Handlung kehrt zur älteren Sandy zurück und schließt damit den Kreis zum Anfang. Dieser dramaturgische Rahmen wirkte sehr stimmig und rundete die Inszenierung gelungen ab.
Positiv hervorheben möchte ich außerdem: Im Foyer gab es eine Fotoecke mit einem Bistrotisch und Requisiten-Milkshakes. Da haben wir uns dann direkt angestellt, um Erinnerungsfotos zu machen.
Als kleines Geschenk gab es am Infostand einen Kamm aus Holz, in dem „Grease“ und „Opernhaus Dortmund“ eingebrannt waren. Dieser steckte in einer Verpackung, auf der „Kamm to Dortmund“ stand. Ein witziges Wortspiel.
Insgesamt handelt es sich um eine schwungvolle Inszenierung mit viel Spielfreude, starken Stimmen und einer gelungenen Umsetzung. Besonders die kreative Verbindung von Anfang und Ende bleibt positiv in Erinnerung, auch wenn die Darstellung von Vince Fontaine für mich etwas hinter dem ansonsten hohen Niveau zurückblieb.



4. Persönliche Highlights

Lieblingsszene: Beauty School Dropout
Bestes Solo: Hopelessly devoted to you (Sandy)
Bestes Duett: Rock’n’Roll Party Queen (Doody und Roger)
Ohrwurm des Tages: Das Musical ist voller Ohrwürmer – keine eindeutige Wahl möglich
Überraschung des Tages: Das erste Auftauchen des Autos
Beste Ensemblenummer: Greased Lightning
Lustigster Moment: „Sie sind so… so alt.“ sowie Doodys Gitarrenversuch
Emotionalster Moment: „Hopelessly devoted to you“ – sehr berührend und verletzlich dargestellt



Dienstag, 14. April 2026

Aktuell lese ich...

 Hallo,





... einen Reihenauftakt und einen Einzelband.

Mein aktuelles Lesefutter



Für Tiago ist es ein Schock, als er herausfindet, dass er ein Gestaltwandler ist. Und was für einer: In seiner zweiten Gestalt als Tigerhai wird er sogar von seinen Mitschülern gefürchtet. Einzig das fröhliche Delfinmädchen Shari hat keine Angst vor ihm. Doch ihre Freundschaft wird bereits beim ersten großen Abenteuer, das sie an der Blue Reef High erwartet, auf die Probe gestellt.





»Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast ... «, behauptet der Verfasser eines anonymen Briefs und versetzt damit Julie, Ray, Helen und Barry in Angst und Schrecken. Eigentlich war es »nur« ein Unfall – doch an jenem Juliabend vor einem Jahr beschlossen die vier Freunde, das tödliche Ereignis für immer als ihr Geheimnis zu bewahren. Aber irgendjemand kennt die Wahrheit – und will Rache! Und damit beginnt ein albtraumhafter Wettlauf auf Leben und Tod ...



Lesefortschritt



Aktuell bin ich auf Seite 239 von 301. <Es dauerte eine Weile, bis ich herausfand, woher der Ruf gekommen war.> (Kapitel Mit Klauen und Zähnen)





Aktuell bin ich auf Seite 58 von 254.<Ray Bronson war nicht überrascht, als er morgens den Umschlag im Briefkasten entdeckte.> (Kapitel Fünf)



Warum dieses Buch?



Weil ich so einige Reihenauftakte auf dem SuB habe, dachte ich, ich lese in nächster Zeit überwiegend die ersten Bände und entscheide dann, ob ich die Reihe überhaupt weiterverfolgen will. Die Woodwalkers-Reihe hat mir gut gefallen. Von Haien bin ich ja fasziniert. Also war ich wirklich gespannt auf die Seawalkers.





Ich habe nach bestimmten gebrauchten Filmen gesucht, die es neu nicht mehr gibt. Dann haben mir gerade noch 1,29 € bis zur portofreien Lieferung gefehlt. Also habe ich bei den 1-2 € Büchern geschaut und das hier für 1,40 € entdeckt und mitbestellt. Weil ich so meine Schwierigkeiten mit dem Protagonisten aus Seawalkers habe, und dieser Thriller nur um die 250 Seiten hat, habe ich das Buch direkt begonnen. 



Was gibt es sonst noch zu sagen?


Ich hatte es ja schon angedeutet. Leider ist mir Tiago nicht sympathisch. Er ist ganz schön oberflächlich und auch fies. Auf Seite 158 sind seine Gedanken etwa "Vielleicht ein bisschen oberflächlich, aber auch nicht schlimmer als manche fetten, in Jogginganzügen und nach billigem Parfüm stinkenden Mütter in meiner alten Highschool." Überhaupt bewertet er die anderen nach ihrem Aussehen. Shari ist natürlich das schönste Mädchen der Welt. Als dann Carag auftaucht, reagiert Tiago sehr eifersüchtig. Dass er ein Seawalker ist, nimmt er außerdem schnell hin und findet sich ruckzuck zurecht. Und das mit der überfluteten Cafeteria stelle ich mir seltsam vor. Ja, es soll dafür sein, dass die Seawalkers in ihrer Tiergestalt hinschwimmen können, aber das bedeutet ja auch, dass diejenigen in Menschengestalt wahrscheinlich hüfthoch durchs Wasser waten und dann sich nass zum Essen hinsetzen. Das klingt nicht so angenehm.



Leider wurden bei meinem Exemplar die ersten Seiten rausgerissen. Die erste Seite ist dann Kapitel 1. Ich habe dann erst mal geschaut, ob da vielleicht der Prolog fehlt, aber es gibt keinen. Naja, die rausgerissenen Seiten sind nicht so toll, aber das Buch hat ja nicht mal 1,50 € gekostet. Weil eben auch nichts von der Handlung fehlt, kann ich drüber hinwegsehen.



Was ist sonst noch passiert?


Ich bin dabei, das neue Zuhause für Schiggy anzulegen. Es ist zwar noch etwas Zeit, aber ich wollte schon mal damit beginnen. Dann kann ich das in Ruhe ohne Druck erledigen. Als Eiablage-Platz (ich hatte ja schon erzählt, dass sie das braucht, weil sie sonst an Legenot sterben könnte) habe ich eine Kaninchentoilette gekauft. Die fülle ich dann mit Sand auf und pflanze Mini-Gräser ein, damit sie dann ungestört ist. Weil sie dreieckig ist, passt sie auch ideal in die Ecke auf ihre Höhle. Als Weg nach oben habe ich an eine Nagerbrücke aus Holz gedacht. Dabei habe ich schon eine als Sonnendeck. Das kennt sie also und hat keine Schwierigkeiten, daran hochzuklettern.
So eine Nagerbrücke meine ich. Sie ist mit Drähten durchzogen und lässt sich deshalb schön verbiegen.
Sobald das neue Zuhause fertig ist, werde ich dann mal ein Foto davon machen.


Liebe Grüße
Tinette

Mittwoch, 8. April 2026

Kurz gebellt zu: Der wilde Roboter

 



   Allgemeine Infos:

OriginaltitelThe Wild Robot
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Peter Brown
Übersetzt von: Uwe-Michael Gutzschhahn
Verlag: Penguin Junior
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Der wilde Roboter
Teil: 1
Genre: Kinderbuch
Erscheinungsjahr: 2017
Seiten: 282
Preis15,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-328-30403-6




Klappentext:
Als das Robotermädchen Roz erstmals die Augen öffnet, findet sie sich auf einer wilden, einsamen Insel wieder. Wie sie dorthin gekommen ist und warum, weiß sie nicht. Das Wetter und ein wilder Bär setzen ihr übel zu, und Roz begreift, dass sie sich ihrer Umgebung anpassen muss, wenn sie überleben will. Also beobachtet sie, erlernt die Sprache der Tiere und entdeckt, dass Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sie weiterbringen. Viele würden das Blechmonster zwar am liebsten verjagen, aber Roz gibt nicht auf. Sie zieht ein Gänseküken auf, und endlich fassen die Tiere Vertrauen. Als Roz dann in großer Gefahr schwebt, stehen sie ihr als Freunde bei.




Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 07.04.2026
Beendet: 07.04.2026
Gebraucht: 1 Tag

Kurz gebellt


Den gleichnamigen Film habe ich beim Stöbern zufällig entdeckt und spontan mitbestellt, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. Ich habe ihn dann ohne Erwartung begonnen, und er hat mich direkt emotional gepackt.
Dadurch wurde ich auch neugierig auf die Buchvorlage, die ich als Schnäppchen gebraucht ergattern konnte.

Es ist der 1. Teil der Reihe. Die Fortsetzungen sind (bisher) nicht auf Deutsch erschienen. Es ist ein Kinderbuch. Das merkt man direkt durch die sehr große Schrift und die vielen Illustrationen, die vom Autor selbst stammen.
Dass die Geschichte 80 Kapitel auf 283 Seiten hat, zeigt bereits, dass die einzelnen Kapitel nicht sehr lang sind – und genau so ist es auch. Teilweise sind sie sogar nur eine halbe Seite lang.
Die Sätze sind einfach und kurz gehalten. So liest sich das Buch sehr flott und flüssig.

Die Geschichte an sich ist wirklich schön, aber ich muss sagen, dass mir der Film doch besser gefallen hat, auch wenn er zum Teil stark von der Buchvorlage abweicht. Im Film ist Roz noch herzlicher. Sie tut mir leid, als sie versucht, den Tieren zu helfen, und es dadurch nur noch schlimmer macht, etwa als sie die Stämme vom Biberdamm entfernt.
Im Buch bleibt sie eher kühl, was natürlich wiederum dazu passt, dass sie ein Roboter ist und daher keine Gefühle hat.
Das Buch geht offener mit dem Thema Tod um. So lesen wir schwarz auf weiß, dass Roz die Gänseeltern und vier Küken in den Eiern getötet hat, als sie auf sie gefallen ist, und der Fuchs sagt, dass er etwas Besseres als das Küken zu fressen hat. Es ist klar, dass er die toten Gänseeltern verschlingen wird. Im Film wird nur angedeutet, dass Roz für den Tod verantwortlich ist. Es ist aber nichts von den toten Gänsen zu sehen.
Außerdem wird beschrieben, dass viele Tiere den Winter nicht überlebt haben und der Frühling ihre Leichen freigibt, die dann zu Erde werden würden. Ich bin mir nicht sicher, ob das für jüngere Kinder nicht zu erschreckend sein könnte.
Geschrieben ist das Buch im Präteritum aus der Sicht eines neutralen Erzählers, wobei dieser aber auch öfter mal die Leser direkt anspricht und ihnen z. B. das mit den erfrorenen Tieren erklärt. Das finde ich einen guten Ansatz.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die Idee mit einem Roboter, der eigentlich keine Gefühle hat und sich dann um ein kleines Gänseküken kümmert, gefällt mir sehr gut. Die Beziehung der beiden ist schön dargestellt, bleibt aber etwas distanziert, was – wie bereits gesagt – zu Roz passt und dadurch realistischer wirkt als im Film.
Mir gefiel dieses viel herzlichere Verhältnis der beiden im Film trotzdem besser. Da hatte ich am Ende auch Tränen in den Augen, ohne jetzt spoilern zu wollen, was genau passiert.
Gespannt wäre ich trotzdem auf die Fortsetzung. Ich überlege, ob ich sie auf Englisch lesen soll. Mich würde schon interessieren, ob Roz die Flucht gelingt und wie das Wiedersehen mit Leuchtschnabel und den anderen Tieren der Insel sein könnte.

Zitate, die im Kopf geblieben sind

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Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich wäre ja schon neugierig, wie es weitergeht...
Fazit: Eine schöne, ruhige Geschichte über eine ungewöhnliche Mutter-Kind-Beziehung, Freundschaften und Zusammenhalt – auch wenn mich die Buchversion emotional nicht ganz so erreicht hat wie der Film.
Bewertung


Kurz gebellt zu: Das Labyrinth der Knochen

 


   Allgemeine Infos:

Originaltitel: The Maze of Bones
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Rick Riordan
Übersetzt von: Bernd Stratthaus
Verlag: Adrian Verlag
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die 39 Zeichen
Teil: 1
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2024
Seiten: 216
Preis12,95 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3985851935






Klappentext:
Die Cahills sind die mächtigste Familie der Welt. Sie birgt ein Geheimnis, das das Schicksal der Menschheit für immer verändern kann… Als die Patriarchin Grace Cahill stirbt, hinterlässt sie ein folgenschweres Erbe: Sieben Teams aus den vier verschiedenen Häusern der Familie sollen sich auf eine gefährliche Mission begeben, auf der das lang vergessene Familiengeheimnis gelöst werden muss. Wem wird es zuerst gelingen, die 39 Zeichen zu entschlüsseln? Auch die Geschwister Dan und Amy entschließen sich, Grace Erbe anzunehmen und sich auf die abenteuerliche Suche nach den 39 Zeichen zu begeben. Der erste Hinweis führt sie auf den Spuren Benjamin Franklins von Boston nach Paris. Doch haben sie ohne Geld und nur mit der Hilfe ihres Kindermädchens Nellie überhaupt eine Chance, das Rennen zu gewinnen? Die anderen Teams trauen den Geschwistern offenbar einiges zu, denn sie versuchen alles, um Dan und Amy möglichst schnell aus dem Weg zu räumen…


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 24.03.2026
Beendet: 07.04.2026
Gebraucht: 15 Tage

Kurz gebellt


Das Labyrinth der Knochen ist der erste Band der Reihe Die 39 Zeichen, die ich eher zufällig entdeckt habe. Der Klappentext klingt interessant – und da mir bereits andere Bücher von Rick Riordan gefallen haben, war ich entsprechend neugierig auf diesen Auftakt.
Es werden viele Namen genannt, wodurch ich kurzzeitig etwas den Überblick verloren habe, wer eigentlich zu wem gehört. 
Im Mittelpunkt stehen jedoch klar die Geschwister Amy und Dan. Amy ist die Vernünftigere von beiden: vorsichtig, belesen und eher konfliktscheu. Dan hingegen handelt oft impulsiv, überrascht aber immer wieder mit nützlichem Wissen und einem erstaunlich guten Gedächtnis.
Als Waisen, die eine sehr enge Bindung zu Grace hatten, stehen die beiden plötzlich vor einer großen Entscheidung: Sie schlagen eine Million Dollar pro Person aus, ohne genau zu wissen, worauf sie sich einlassen. Genau darin liegt eines der zentralen Geheimnisse der Geschichte.
Die Spannung baut sich schnell auf, da die konkurrierenden Teams nicht davor zurückschrecken, auch zu drastischen und gefährlichen Mitteln zu greifen, um Amy und Dan aufzuhalten. Die Reise führt die Geschwister zunächst nach Paris, wo wir gemeinsam mit ihnen nach dem nächsten Hinweis suchen.
Erzählt wird die Geschichte im Präteritum aus einer neutralen Perspektive. Dadurch bleiben Amy und Dan zwar etwas auf Distanz, wirken aber dennoch sympathisch. Ich habe sie gerne auf ihrer Reise begleitet – ebenso wie ihr Kindermädchen Nellie – und mit ihnen gemeinsam die Hinweise entschlüsselt.
Das Buch endet mit einem Hinweis auf Mozart, der die Geschwister nach Wien führen wird. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, und möchte unbedingt weiterlesen.

Zitate, die im Kopf geblieben sind

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Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Soll ich Teil 2 schon kaufen, obwohl ich eigentlich im Moment kaum zum Lesen komme?
Fazit: Ein spannender Reihenauftakt, bei dem man gemeinsam mit den ungleichen, aber sympathischen Geschwistern die ersten Rätsel entschlüsseln kann.
Bewertung

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