Samstag, 31. Oktober 2026

Gelesen, gespielt, geschaut... Mini-Rückblick auf den Oktober 2026

 


Hallo,
für den Oktober gibt es dieses Mal nur einen kurzen Rückblick. Gelesen habe ich nämlich gerade einmal zwei Bücher.

Gelesen habe ich im Oktober:


 


Vergiss die Toten fand ich spannend, auch wenn ich die Lösung geahnt hatte.
Bei All better now hatte ich Schwierigkeiten mit manchen Charakteren. Sie waren mir nicht sympathisch.

Gespielt haben wir:




Gespielt haben wir es zu zweit. An sich fanden wir es lustig, vermuteten aber, dass es mit mehr Spielern auch mehr zündet. Deshalb blieb es bei einer Partie.



Eine andere Version habe ich schon öfter gespielt. Diese limitierte Edition habe ich geschenkt bekommen. Hier gibt es noch das Chamäleon, das sich in jedes Tier verwandeln kann. 
Weil es sich so flott spielt, haben wir gleich mehrere Partien gespielt.

Geschaut haben wir...



Das Musical "Kiss me, Kate" haben wir am 4. Oktober in Kaiserslautern besucht. Ich kannte es vorher nur vom Namen her. Wir fanden es wirklich lustig.



Am 16. Oktober waren wir auf der Premiere der Rosalie-Tour vom Musical "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". An sich hat es mir gut gefallen. Die Stiefmutter fand ich aber zu überzeichnet.




Zwei Tage später ging es nach Bonn zu "Diebe im Olymp - Das Percy Jackson Musical". Ich habe zwar damit gerechnet, dass die Jugendlichen viel Spielfreude zeigen, aber dass ich so begeistert von der Umsetzung wäre, hätte ich nicht gedacht. Aktuell ist es auf Platz 2 in meinem Musical-Jahresranking.



Meine Schwester hatte sich Tickets für "& Julia" zum Geburtstag von mir gewünscht. Ich bin mit, bin aber kein Fan von Partymusicals. Deshalb konnte mich das Stück nicht so begeistern.



Am 29. Oktober sind wir nach Köln in die LANXESS Arena. Die Jubiläumstournee von Disney in Concert stand an. Von der Musikauswahl für mich die bisher beste Show dieses Formats, die ich besucht habe. Und als Highlight war mit Ute Lemper die Gesangsstimme von Arielle (1989) und Esmeralda dabei.

Heute geht noch noch nach Mönchengladbach. Wir werden "Der kleine Horrorladen" anschauen. Das Stück kenne ich bereits aus Mainz und bin auf die Inszenierung gespannt.

Liebe Grüße
Tinette

Schiggy unterwegs... Diebe im Olymp - Das Percy Jackson Musical in Bonn


 

Schiggy war wieder unterwegs und hat „Diebe im Olymp“ gesucht. Mir ist das Gerücht zu Ohren gekommen, dass sie sich im Jungen Theater in Bonn verstecken. Also habe ich mich am 18. Oktober 2026 auf den Weg dorthin gemacht.
Die Percy Jackson-Buchreihe gehört zu meinen Lieblingsreihen. Dementsprechend war die Fallhöhe sehr hoch. Würde mich diese Inszenierung ebenso begeistern können wie die Bücher oder würde ich den Saal am Ende enttäuscht verlassen?


1. Eckdaten zur Vorstellung

 

Titel der Veranstaltung: Diebe im Olymp – Das Percy Jackson Musical
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Junges Theater Bonn
Sprache: Deutsch
Besuch: 18.10.2026
Beginn: 15:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Parkett Reihe 1, Platz 9

Vorlage: Teil 1 der Percy Jackson-Reihe von Rick Riordan („Diebe im Olymp“)
Hinweise: In diesem Erlebnisbericht gehe ich sehr ausführlich auf die Inszenierung ein und werde auch spoilern.


2. Mein Eindruck von der Show
 




Während ich sämtliche Bücher der Reihe gelesen habe und schon sehnsüchtig auf den nächsten Band warte, kennt meine Schwester, die mich begleitet hat, bisher nur die Filme und die Serie.
Es ist unser erster Besuch im Jungen Theater Bonn. Für unsere Plätze in der ersten Reihe haben wir gerade einmal 20,00 Euro pro Ticket bezahlt.
Bis wir in den Saal dürfen, machen wir es uns zunächst in einer Art Bistro des Theaters gemütlich und gönnen uns jeweils eine Brezel für 2,00 Euro. Auch Programmhefte für 3,00 Euro und sogar Poster für 1,50 Euro werden angeboten. Da wir beide gerne solche Dinge sammeln, schlagen wir natürlich zu. Außerdem bekommen wir eine Besetzungsliste. Das finde ich besonders praktisch, weil ich die Besetzung dadurch nicht selbst heraussuchen und zusammenstellen muss.
Eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn öffnet sich der Saal. Die Sitze sind ganz schön tief, aber dafür ist die Sicht auf die Bühne wirklich gut. Einen Vorhang gibt es nicht, sodass wir bereits einen ersten Blick auf das Bühnenbild werfen können. Die Bühnenelemente sind mit Tüchern verhängt, und auf einem Schild ist „Metropolitan Museum of Arts“ zu lesen.
Meine Vorfreude steigt. Allerdings bekomme ich kurz darauf einen kräftigen Tritt gegen die Rückenlehne. Ich hoffe, dass das nur beim Hinsetzen passiert ist und ich nicht während der gesamten Vorstellung durchgeschüttelt werde.
Dann betreten die Jugendlichen die Bühne, und ich denke zunächst: Ach ja, Percy ist ja von Anfang an dabei! Kurz darauf höre ich hinter ihnen eine Stimme, die mich korrigiert: Verwechslung, er ist gerade erst aufgetaucht.
 
Schon das erste Lied (Originaltitel: „My Day I Got Expelled“) ist mitreißend. Meine Schwester erzählt mir später, dass sie bereits zu diesem Zeitpunkt wusste, dass uns eine tolle Show erwarten würde.
Als sich Mrs. Dodds, die vermeintliche Lehrerin, als Harpyie entpuppt, bin ich zum ersten Mal richtig beeindruckt. Ensemblemitglieder stellen das Wesen mit zwei riesigen schwarzen Flügeln dar. Ich denke nur: Wow, wie genial! So einfach und doch so wirkungsvoll!
Natürlich darf auch Percys Schwert Springflut nicht fehlen. Percy selbst ist davon allerdings zunächst ziemlich verwirrt. Hat sich der Kugelschreiber, den Mr. Brunner ihm gegeben hat, tatsächlich in ein Schwert verwandelt? Und warum hält er plötzlich wieder einen ganz gewöhnlichen Kugelschreiber in der Hand?
Mr. Brunner scheint sich an nichts mehr erinnern zu können, und auch Grover behauptet, dass es niemals eine Lehrerin namens Mrs. Dodds gegeben habe. Der arme Percy beginnt allmählich, an seinem eigenen Verstand zu zweifeln. Als wäre das nicht schon genug, fliegt er auch noch von der Schule.
 
Mit Gabe, dem Lebensgefährten seiner Mutter, versteht sich Percy überhaupt nicht. Allein dessen Körpergeruch lässt ihn würgen. Auch ansonsten geraten die beiden immer wieder aneinander. Gabe ist faul und erwartet, rund um die Uhr bedient zu werden. Percy kann einfach nicht verstehen, wie seine Mutter mit einem solchen Menschen zusammen sein kann.
Mit seiner Mutter Sally verbindet ihn dagegen ein wirklich schönes Verhältnis. Die beiden fahren gemeinsam ans Meer und gönnen sich dort blaue Speisen und Getränke – darunter blaue Marshmallows. Dafür fühlt Percy sich offenbar noch lange nicht zu alt. Eine kleine Beobachtung fällt mir dabei auf: Percy fischt ein weißes Marshmallow zwischen den blauen Stückchen heraus und steckt es sich in den Mund. Da frage ich mich, ob die blauen Teile vielleicht aus Styropor bestehen.
Bei Percy wurden ADHS und Legasthenie diagnostiziert. Er fühlt sich wie ein Versager, weil er innerhalb von sechs Jahren bereits von der fünften Schule geflogen ist. Seine Mutter macht ihm deswegen jedoch keine Vorwürfe. Stattdessen baut sie ihn auf und erzählt ihm, wie sie seinen Vater kennengelernt hat. (Originaltitel: „Strong“)
 
Auf dem Weg zum Camp werden die beiden von einem Minotaurus verfolgt. Das Monster besteht aus mehreren einzelnen Elementen, darunter Mund, Augen und Hörner. Besonders interessant finde ich, dass das Mädchen, das sich im Maul des Monsters befindet, passend zu den abgespielten Geräuschen selbst mitbrüllt.
Hier stellt sich bei mir dasselbe Gefühl ein wie zuvor bei der Harpyie. Ich überlege nicht eine Sekunde lang, ob das Monster realistisch aussieht. Mein einziger Gedanke ist: Natürlich, der Minotaurus!
Mit Springflut gelingt es Percy schließlich, den Minotaurus zu besiegen. Danach fällt er allerdings in Ohnmacht.
Wir begegnen zum ersten Mal Annabeth, die offenbar nicht so recht glauben will, was geschehen ist, und ihren Unmut darüber deutlich zum Ausdruck bringt.
Percy beweist auch hier wieder sein Talent, in jedes erdenkliche Fettnäpfchen zu treten. Das kenne ich bereits aus den Büchern. Er ist einfach ein liebenswerter, verpeilter Chaot.
Als Percy Annabeth sieht, entfährt ihm: „Du bist mein Traummädchen!“ Kurz darauf wird ihm bewusst, wie ungeschickt das gerade geklungen hat. Stammelnd versucht er zu erklären, dass er sie in seinem Traum gesehen hat.
Der Arme muss wirklich einiges verkraften. Erst bekommt er einen Schock, als er Grover plötzlich mit behaarten Beinen und Hörnern sieht. Dann muss er auch noch erfahren, dass er sich das alles keineswegs eingebildet hat. Es ist tatsächlich wahr: Grover ist ein Satyr und wurde zu Percys Beschützer bestimmt. Außerdem soll Percy der Sohn eines Gottes sein.
Das ist ganz schön viel auf einmal für einen Jungen. Dass Percy in dieser Situation völlig überfordert ist, kann ich gut nachvollziehen.
Nachdem er die Neuigkeiten einigermaßen verdaut hat, wird Percy zunächst in Lukes Hütte untergebracht. Dort leben nicht nur die Kinder des Götterboten Hermes, sondern auch diejenigen, zu denen sich bislang noch kein Gott bekannt hat.
 
Mr. D., der in der Mythologie als Dionysos bekannt ist, kann Kinder überhaupt nicht leiden. Dass er das Camp Half-Blood leiten muss, ist für ihn eine Strafe, und das lässt er seine Schützlinge bei jeder Gelegenheit spüren. Er macht keinen Hehl daraus, wie sehr sie ihn nerven. Die Sorgen der Jugendlichen wischt er kurzerhand beiseite – ganz gleich, ob jemand einen gebrochenen Arm oder ein gebrochenes Herz hat. (Originaltitel: „Another Terrible Day“)
Zwei Ensemblemitglieder, an deren Schuhspitzen sich Rollen befinden, halten ihm ein Brett hin, auf das er sich stützen kann. Das reicht vollkommen aus, um die Situation als sein Büro zu erkennen.
Percys Namen spricht Mr. D. konsequent falsch aus. Den richtigen Namen zu lernen, liegt allerdings außerhalb seines Interesses. Seine Reaktion auf entsprechende Korrekturen lautet: „Wie auch immer!“
In seinem Solo inszeniert er sich als den Besten und Größten überhaupt. Und ich glaube ihm sofort, dass er selbst fest davon überzeugt ist. Mr. D. wirkt wie ein Egozentriker, der die Schuld grundsätzlich bei anderen sucht. Als die Ensemblemitglieder auf ihren Rollen stürzen, kommt er jedenfalls nicht auf die Idee, sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Stattdessen scheucht er sie einfach aus seinem Büro.
Mr. Brunner, der zuvor im Rollstuhl saß, zeigt sich als Chiron in seiner Zentaurengestalt. In einer braunen Hose in Felloptik und mit dem gleichfarbigen Pferdekörper, den er hinter sich herzieht, sieht er tatsächlich wie diese mythologische Gestalt aus. Im Stand und während der Bewegung winkelt er ein Vorderbein an und prustet wie ein Pferd. Charakterlich ist er das Gegenteil von Mr. D. Er wirkt gelassen und hilfsbereit.
 
Wie im Buch übt das Camp „Capture the Flag“. Clarisse, die Tochter des Kriegsgottes Ares, sucht direkt Streit und provoziert ihre Mitstreiter. (Originaltitel: „Put You in Your Place“)
Von Annabeths Helm fällt eine Feder ab und schwebt von der Bühne. Diese nehme ich später als Andenken für meinen Erlebnisordner mit. Annabeth teilt jedem in ihrem Team eine Aufgabe zu. Percy soll währenddessen im Waschraum der Jungs warten.
Clarisse folgt ihm dorthin und fordert ihn zum Kampf heraus. Percy scheint mangels Trainings vollkommen unterlegen zu sein. Doch plötzlich erstrahlt das Waschbecken in blauem Licht, und Nebel wabert aus dem Abfluss. Clarisse schreit auf und starrt Percy entsetzt an. Auch wenn bei dieser Inszenierung nicht wirklich Wasser zum Einsatz kommt, wird trotzdem deutlich, dass Clarisse gerade einen ordentlichen Schwall davon abbekommen hat.
Percy wird von den anderen Camp-Bewohnern als Held gefeiert. Annabeths Eroberung der gegnerischen Flagge geht dabei völlig unter, was sie ziemlich wütend macht.
Percy stellt sie zur Rede, weil sie ihn als Köder benutzt hat. Doch Annabeth kontert, dass er Clarisse abgelenkt habe, sodass sie die Flagge erobern konnte. Ein kluger Plan, findet sie.
Percy fragt sie nach ihrem Vater und reagiert auf ihre Antwort entsetzt: „Er ist ein Mensch?“
Annabeth schnaubt und nennt ihn einen „Sexisten“. Bei ihr ist eben die Mutter göttlicher Abstammung: Athene, die Göttin der Weisheit.
 
Für das Lagerfeuer stapeln einige Bewohner Holz. Das rötliche Licht vermittelt den Eindruck eines echten Feuers. Die Camp-Kinder singen: „Das Leben ist Mist, wenn du Kind eines Gottes bist.“ (Originaltitel: „The Campfire-Song“) Der Refrain ist ein echter Ohrwurm. In jeder Strophe stellt sich ein Halbblut vor und erzählt von seinem göttlichen Elternteil: Demeters Tochter trägt Kleidung in Waldgrün und Braun und setzt sich für die Natur ein, während Aphrodites Tochter ständig mit Schminken beschäftigt ist.
Als Percy an der Reihe ist, singt er über seine Mutter, wird jedoch unterbrochen. Er soll von seinem Vater erzählen. Da er nicht weiß, wer dieser ist, muss er improvisieren.
Plötzlich erscheint ein Zeichen, das für uns Zuschauer nicht sichtbar ist. Percy ist wie so oft etwas verpeilt und deutet es als Gabel. Chiron weiß die Lösung: Es ist ein Dreizack. Poseidon ist also Percys Vater. Damit ist Percy ein Sohn eines der drei Großen. Da Zeus, Hades und Poseidon zu den mächtigsten Göttern gehören, ist es verboten, dass sie Kinder mit Menschen bekommen.
Nach diesem Bekenntnis kommt das Gerücht auf, dass Percy den Herrscherblitz gestohlen hat. Mr. D. beschuldigt ihn zunächst, schwenkt dann jedoch um. Da er auch der Gott des Theaters ist, merkt er angeblich sofort, wenn jemand kein Talent zum Schauspielern hat. Deshalb wisse er ganz genau, dass Percy nicht lüge und somit auch nicht der Dieb sein könne.
Chiron beschreibt das Aussehen des mächtigen Herrscherblitzes: Er wäre nicht wie in einem Broadway-Musical aus Alufolie. Ein weiterer von vielen lustigen Momenten!
 
Percy wird zum Orakel von Delphi geschickt. Dort erfährt er eine Prophezeiung über sich (Originaltitel: „The Oracle“) und erhält den Auftrag, den Herrscherblitz zurückzubringen. Luke schenkt ihm Flügelschuhe, die Percy sofort anzieht. Annabeth ist ziemlich sauer, denn sie wartet schon lange auf ihre erste eigene Mission. Trotzdem begleitet sie Percy und Grover. (Originaltitel: „Killer Quest!“)
Der Greyhound-Bus, den Percy, Annabeth und Grover nehmen, besteht aus bemalter Pappe. Die Harpyien finden die drei und greifen an. Eine Passagierin nimmt das Ganze erstaunlich gelassen und merkt nebenbei an: „Ich bin schlimmere Busfahrten gewöhnt. Ich bin schon mal Flixbus gefahren.“
Alle verlassen den Bus, der anschließend zerstört wird. Die Harpyien tragen ihn in drei Teilen von der Bühne.



 
In einem Wald in New Jersey, der ebenfalls durch bemalte Pappe dargestellt wird, finden sich die drei nicht mehr zurecht. Sie sind völlig orientierungslos. (Originaltitel: „Lost!“) Da ist es wirklich ein Glück, dass sich Grover mit Tieren unterhalten kann. Percy macht sich darüber lustig und verärgert dadurch ein Eichhörnchen. Annabeth und Grover zwingen ihn, sich zu entschuldigen. Das erledigt er eher halbherzig.
In Mrs. Ms. Gartencenter (laut Schild) stellt das mit gräulichen Tüchern bedeckte Ensemble Statuen dar. Grover bemerkt eine frappierende Ähnlichkeit zwischen einer der Statuen und seinem verschwundenen Onkel Ferdinand. Keiner der drei scheint jedoch zu erkennen, wen sie da tatsächlich vor sich haben.
Die zischende Mrs. M. lullt Annabeth und Percy mit Komplimenten ein und möchte ein Foto von ihnen machen. Erst als es beinahe zu spät ist, erkennen die beiden, dass sie es mit Medusa zu tun haben.
Percy stellt sich ihr mit Springflut entgegen. Allerdings darf er ihr nicht in die Augen schauen, was den Kampf erschwert. Er verfolgt sie. Plötzlich rollt ihr Kopf über die Bühne. Mit offenem Mund starrt Percy darauf. Hat er das gerade tatsächlich getan?
Percy und Annabeth geraten darüber in Streit, wer daran schuld ist, dass Medusa so rachsüchtig geworden ist. Annabeth wegen ihrer Mutter, die Medusa in ein Monster verwandelt hat? Oder doch Percy, dessen Vater Medusa das Herz gebrochen hat?
Percy schickt Medusas Kopf an den Olymp.
 
In einem unbeobachteten Moment zeigt sich Annabeth unerwartet verletzlich. (Originaltitel: „My Grand Plan“) Sie möchte nicht immer nur als die Kluge wahrgenommen werden. Sie sehnt sich nach Anerkennung und Liebe und möchte in Erinnerung bleiben. Es scheint ihr nicht gutzutun, dass Athene sie so sehr ignoriert und die neue Frau ihres Vaters sie nicht leiden kann.
 
Einige Stationen der Reise werden nur kurz angespielt. Dazu gehört beispielsweise die Begegnung mit der Frau und ihrem vermeintlichen „Chihuahua“, der sich als Chimäre entpuppt und Percy beißt.
Später, im Casino-Hotel Lotus, reicht es aus, dass eine Frau erzählt, sie sei seit Mai 1939 dort zu Gast – für sie fühlt es sich an, als wäre sie erst gestern angekommen. Im Buch verbringen Percy und seine Freunde mehrere Tage dort, weil sie völlig das Zeitgefühl verlieren.
Die Reise wird durch Städteschilder unterstützt, die von den Ensemblemitgliedern hochgehalten werden. So wird deutlich, dass das Ziel nicht gerade um die Ecke liegt.
Auch der Traktor, der die Freunde mitnimmt, besteht wieder aus Karton beziehungsweise Pappe. Dank der hoppelnden Bewegungen entsteht die Illusion, als würden sie tatsächlich damit fahren.
Schließlich treffen sie auf Ares, der sie auf seinem Motorrad mitnimmt. Im Zug Richtung Los Angeles träumt Percy von Hades und einer weiteren Person, die er zunächst nicht erkennt. Die Zuschauer sehen allerdings, dass es Luke ist. Hades spricht von einer gewissen Thalia. Mit diesem Namen kann Percy nichts anfangen. Als Hades bemerkt, dass sie beobachtet werden, wacht Percy auf.
Von Grover erfährt Percy, was mit Thalia geschehen ist. Ein leuchtendes rotes Auge steht für den Zyklopen, gegen den Thalia gekämpft und dadurch ihren Freunden Annabeth, Luke und Grover das Leben gerettet hat. Dabei hat sie sich jedoch geopfert und wurde von ihrem Vater Zeus in einen Baum verwandelt.
Hier lernen wir den ansonsten so fröhlichen Grover von einer ernsten und nachdenklichen Seite kennen. Man spürt, wie wichtig ihm Thalia war und wie sehr er sich wegen ihres Todes Vorwürfe macht. (Originaltitel: „The Tree on the Hill“)
 
Kurz vor dem Ziel wird Percy von scheinbar unsichtbaren Kräften beinahe in einen Krater gezogen. Krampfhaft hält er sich an der felsigen Kante fest. Grover zieht Percy kurzerhand die Schuhe aus. Annabeth hat eine Eingebung und durchsucht Percys Rucksack. Tatsächlich befindet sich darin der Herrscherblitz!
Die drei beschuldigen sich gegenseitig. Für Annabeth ist es verdächtig, dass Percy den Herrscherblitz die ganze Zeit mit sich herumgetragen hat. Percy dagegen erinnert sich an die Prophezeiung. Darin hieß es unter anderem, dass ein Freund ihn verraten werde. Ist Annabeth etwa die Verräterin?
 
Auf dem Weg zur Unterwelt müssen sie an Charon vorbei, dem Fährmann – Entschuldigung, ich meine natürlich der Fährfrau! Das ist allerdings nur ein Nebenjob für sie. Eigentlich träumt sie vom großen Durchbruch als Sängerin. Ob Percy, Annabeth und Grover wohl ihr Demo anhören möchten? Nein. Egal, sie singt es trotzdem. (Originaltitel: „D.O.A.“)
Das schwarze Gewand wird kurzerhand ausgezogen. In einem roten Kleid schwingt sie die Hüften. Unterstützt wird sie dabei von Janis Joplin, Kurt Cobain und Mozart – außerdem von einem Kinderchor, der verunglückt ist.
Grover ist begeistert und hakt nach, ob auch Florian Silbereisen dabei ist. Charon macht ihm Hoffnung: „Kommt noch!“
Das Demo erhält beim „Testpublikum“ im Zuschauerraum viel Applaus. Vielleicht wird das ja doch noch etwas mit Charons Musikkarriere. Die Stimme hat sie auf jeden Fall dafür.
 
Hades lebt in der Unterwelt und verachtet seinen Bruder. Immer wieder spuckt er dessen Namen geradezu aus: „PO- … seidon“. Er bietet Percy an, seine Mutter freizulassen, wenn dieser ihm im Gegenzug den Herrscherblitz überlässt.
Hades hofft auf einen Krieg zwischen den Göttern, unter dem auch die Menschen leiden würden. Viele Tote bedeuten schließlich auch viele Neuankömmlinge in der Unterwelt. Dann wäre Hades nicht mehr so allein. Eigentlich kann einem der Gott des Todes da schon leidtun, dass er sich so einsam fühlt.
Percy hat eine Idee und verspricht, seine Mutter später zu befreien. Die Freunde verlassen die Unterwelt und lassen einen gelangweilten Hades zurück.
Anschließend begegnet Percy seinem Vater. Der etwas zerstreut wirkende Poseidon hat lange Haare und trägt ein Hawaiihemd. Percy wird bewusst, dass er seinen Vater bereits im Traum gesehen hat.
Poseidon zeigt auf das Paket mit Medusas Kopf. Es hat tatsächlich seinen Weg zum Olymp gefunden. Er überlässt es Percy.
 
Percy muss sich dem Kriegsgott Ares zum Kampf stellen. Seine Fähigkeit, das Wasser zu kontrollieren, ermöglicht es ihm, Ares wegzuschleudern.
Percys Mutter erhält als Geschenk eine Art Do-it-youself-Skulptur, wie er Medusas Kopf nennt. Sie schickt ihm später ein Foto ihrer ersten Skulptur, die Gabe zum Verwechseln ähnlichsieht.
Am Ende offenbart sich der Freund, der Percy verraten hat. Percy geht zunächst als Sieger aus dem Kampf hervor, weiß aber, dass die Gefahr noch nicht gebannt ist.
Er hat Freunde und Mut gewonnen und singt voller Inbrunst: „Her mit den Monstern!“ (Originaltitel: „Bring on the Monsters“)
 
Mir gefällt besonders gut, wie das Licht eingesetzt wird: Blau steht für Meer und Wasser, Rot für Gefahr und die Unterwelt und Grün für den Wald. Die Beleuchtung ergänzt das Bühnenbild hervorragend und taucht die einzelnen Szenen in eine passende Atmosphäre.
Mir war keine Sekunde lang langweilig. Die Inszenierung hat mich von Anfang an gepackt. Ich finde, dass es eine sehr gelungene Adaption ist, die sich eng an die Buchvorlage hält. Sogar Annabeths Spitzname „Algenhirn“, den sie Percy gibt, kommt vor. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber bei der ersten Erwähnung muss ich trotzdem grinsen. Gerade solche winzigen Details finde ich toll!
Ich war wirklich überrascht, als die Pause begann. Es kam mir überhaupt nicht so vor, als wäre bereits eine Stunde vergangen. Auch der zweite Akt ging wie im Flug vorbei. Es war einfach immer etwas los.
Drei erwachsene Profis unterstützen die Jugendlichen. Die ungeheure Spielfreude aller Beteiligten ist so ansteckend, dass ich keinen Moment darüber nachdenke, ob jeder Ton getroffen wird. Ich möchte einfach nur wissen, wie es weitergeht und wie die nächste Szene umgesetzt wird.
Auch das Bühnenbild hat mich positiv überrascht. Das hatte ich wirklich nicht erwartet!
Man wusste immer, wo sich die Figuren gerade befanden, und die verschiedenen Schauplätze wurden meiner Meinung nach sehr kreativ umgesetzt.
 
Die abwechslungsreiche Musik gefällt mir ebenfalls gut. Sie ist schwungvoll, rockig und heiter, bietet aber auch ruhige Nummern. Ein Lied (Originaltitel: „Drive“) erinnert mich stark an Countrymusik. Leider kenne ich die deutschen Titel der Lieder nicht. Ich habe mir die MP3-Ausgabe aus London gekauft und deshalb in meinem Bericht immer die englischen Titel genannt.
Das einzige Manko, das mir bei dieser Inszenierung aufgefallen ist: Die Mikrofone wurden häufig zu spät eingeschaltet. Trotzdem habe ich alles gut verstanden.
 
Ich konnte fast pausenlos lachen. Vor allem das beleidigte Eichhörnchen fand ich klasse!
Immer wieder dachte ich: Wie genial umgesetzt!
Ich bin einfach nur begeistert davon, wie eine meiner liebsten Buchreihen auf die Bühne gebracht wurde.
Bis auf die Kategorien „Ton“ und „Mehrfachbesuch“ konnte diese Inszenierung die höchstmögliche Punktzahl erreichen. Insgesamt ergibt das 192 Punkte. Ohne die Tonprobleme wäre es Platz 1 geworden. So erreicht „Diebe im Olymp“ in Bonn zunächst einen Gleichstand mit „Romeo und Julia“, gewinnt aber die entscheidenden Tiebreakpunkte. Mit 192,1 Punkten landet das Musical damit auf Platz 2, hinter „Schneewittchen“ mit 193 Punkten.
 
Meine Schwester hat Percy übrigens zu Beginn ebenfalls verwechselt. Besonders gut gefiel ihr die Stimme der Darstellerin von Percys Mutter, die unter anderem auch die Harpyie, das Orakel und Charon spielte. Auch Annabeths Solo hat ihr sehr gefallen, ebenso die Darstellung von Chiron und Hades. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist sie absolut begeistert.
Ich habe eine Stimme gehört, die das Fehlen von Live-Musik bemängelt hat. Dazu sage ich nur: „20,00 Euro!“
Für mich ist diese Inszenierung die Überraschung des Jahres. Ein echtes Highlight!
 

3. Persönliche Highlights

Highlight des Tages: Charons Demo
Emotionalster Moment: unentschieden zwischen Annabeths Solo und Grovers Solo
Ohrwurm des Tages: „Her mit den Monstern!“
Ohrwurm des Tages: „Her mit den Monstern!“
Beste Ensemblenummer: das Lied am Lagerfeuer
Lustigster Moment: Das beleidigte Eichhörnchen



4. Besetzung der besuchten Vorstellung

Schiggy saß im Publikum – aber wer stand eigentlich auf der Bühne?


Percy Jackson: Maximilian Teschner
Annabeth Chase: Lina Gräfe
Grover Underwood: Zoltán Selo
Luke Castellan: Moritz Rheinisch
Clarisse La Rue: Clélia Oemus
Katie Gardner: Aila Olk
Silena Beauregard: Lina Sophie Kalisch
Lee Flechter: Konstantin Kluth
Lou Ellen Blackstone: Milena Hüsgen
Charly Beckendorf: Auden Hucho
 
Mr. Brunner/Chiron/Poseidon/Hades: Axel Becker
Mr. D./Ares u.v.m.: Thomas Kahle
Percys Mutter u.v.m.: Isabella Gonzalez
 
 

Schiggy unterwegs... & Julia in Stuttgart (Backstageführung und Musicalbesuch)

 

Schiggy war wieder unterwegs, um herauszufinden, ob Julia auch ohne Romeo möglich ist.
Den Besuch von „& Julia“ hatte sich meine Schwester zum Geburtstag gewünscht. Sie kennt das Stück bereits aus Hamburg, hatte dort allerdings wegen einer Diskussion eine Szene verpasst: Ihre Sitznachbarin filmte, woraufhin eine Mitarbeiterin des Theaters sie aufforderte, dies zu unterlassen. Deshalb wollte meine Schwester sich das Musical noch einmal in Ruhe von Reihe 1 aus anschauen.
Ich bin kein Fan von Party-Musicals, bin aber trotzdem mit ihr hingegangen. Ob ich sie später für ihren Geburtstagswunsch verfluchen würde? Vielleicht würde die Backstageführung ja etwas an meiner Meinung ändern …




1. Eckdaten zur Vorstellung

 

Titel der Veranstaltung: & Julia

Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Stage Palladium Theater Stuttgart

Sprache: Dialoge auf Deutsch, Songs größtenteils auf Englisch
Besuch: 25.10.2026
Beginn: 14:30 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Parkett rechts Reihe 1, Platz 2
Vorlage: „Romeo & Julia“ von William Shakespeare

Hinweise: /


2. Mein Eindruck von der Backstageführung
 

Ein paar Tage vor der Show hatte meine Schwester noch die Backstageführung gebucht. Wir hatten solche Führungen bereits bei anderen Musicals mitgemacht und fanden sie immer interessant.
Um 11:30 Uhr werden wir hereingelassen und erhalten unseren Backstagepass.
Der Mitarbeiter, der die Führung leitet, stellt sich als Andi vor. Er möchte geduzt werden und möchte wissen, ob das für uns ebenfalls in Ordnung ist, wenn er „Du“ sagt. Alle sind damit einverstanden.
Da sich das auch flüssiger lesen lässt, werde ich im weiteren Verlauf seinen Namen statt „der Mitarbeiter“ verwenden. Ich glaube, dass er damals auch die Backstageführung bei „Die Eiskönigin“ gemacht hat. Sein Gesicht kommt mir jedenfalls sehr bekannt vor.
Andi fragt nach, wer die Show bereits aus Hamburg kennt. Meine Schwester meldet sich gemeinsam mit einigen anderen Teilnehmern.
 
Er erklärt uns, dass wir weder Bühnenteile noch Techniker anfassen dürfen. Diese Ansage bringt die Gruppe zum Lachen.
Zunächst gehen wir direkt in den Saal. Dort sehe ich zum ersten Mal den neu eingerichteten Lounge-Bereich. Ursprünglich war eine Partyzone mit durchgehendem Getränkeausschank geplant gewesen. Allein bei der Vorstellung hatte es mich schon gegraust. Zwar sitzen wir weit genug davon entfernt, aber ich hatte trotzdem mit Unruhe durch angeheiterte Gäste gerechnet. Zum Glück wurde das Konzept entschärft. Getränke gibt es nur noch vor der Show sowie in der Pause.
Für die Statistiker unter uns nennt er die Anzahl der Plätze in diesem Theater. Es sind ca. 1.600.
 
Andi möchte wissen, wer von uns vorne sitzt, und meint, dort würde die Party abgehen. Oh nein, denke ich nur. Meine Schwester bemerkt meinen Blick und muss grinsen.
Anschließend geht es in den Backstagebereich. Dort bekommen wir die ersten Bühnenteile zu sehen. So gibt es etwa einen Kronleuchter, eine Rikscha, ein Bett und Miniaturen von Gebäuden.
Er erklärt uns, dass das Bühnenbild im Vergleich zur Hamburger Produktion reduziert wurde. Es handelt sich um die Tourproduktion. Als Grund dafür nennt Andi das Musical „Die Weihnachtsbäckerei“, welches demnächst für längere Zeit ebenfalls in diesem Theater gespielt wird. Deshalb ist nicht genügend Platz für die großen Bühnenteile vorhanden.
 
Wir erfahren außerdem, dass Julia mit dem Kronleuchter auf rund zehn Meter Höhe gezogen wird. Dazu wird natürlich niemand gezwungen: Wenn sich eine Darstellerin an einem Tag nicht gut fühlt und es nicht machen möchte, springt eine Ersatz-Julia ein.
Schließlich dürfen wir selbst auf die Bühne und sogar ein Foto in Richtung Zuschauerraum machen.
Lustig finde ich, dass die Bühne vom Saal aus viel größer wirkt. Als wir selbst darauf stehen, kommt sie mir vergleichsweise klein vor.



 
Weiter geht es in Richtung Maske. Dort erfahren wir, dass auf den Nebenbühnen während der Show Schwarzlicht eingesetzt wird. Die weißen Streifen auf dem Boden dienen der Orientierung. Außerdem ist es wichtig, dass alles seinen festen Platz hat. So können die Darsteller die benötigten Dinge schnell finden und stolpern nicht über herumliegende Gegenstände.
 
Bei diesem Stück kommen nur zwanzig Perücken zum Einsatz. Fast alle Darsteller tragen ihre natürlichen Haare. Für die Perücken wird ausschließlich Echthaar verwendet. Ihre Herstellung nimmt rund 40 Arbeitsstunden in Anspruch. Bei Elsas Perücke für „Die Eiskönigin“ sind es sogar etwa 80 Stunden. Dort werden, wie Andi uns erzählt, auch deutlich mehr Perücken eingesetzt.
 
Bei der Beleuchtung wird inzwischen überwiegend LED-Technik verwendet. Dadurch heizt sich die Bühne nicht mehr so stark auf.
Ein Unterschied zum Apollo-Theater betrifft die Verfolgungsscheinwerfer. Während dort noch Mitarbeiter die Scheinwerfer von Hand bedienen, kommen im Palladium-Theater sogenannte Tracker zum Einsatz. Dadurch weiß der Scheinwerfer, wo sich der jeweilige Darsteller befindet, und kann ihn gezielt anstrahlen.
 
Mich würde interessieren, ob es einen Plan B gibt, falls einmal ein Tracker ausfällt. Ich traue mich allerdings nicht, danach zu fragen.
 
Dann möchte Andi von uns wissen, welches Kostüm wir für das schwerste halten. Da ich die Kostüme noch gar nicht kenne, halte ich mich lieber zurück. Eine Teilnehmerin vermutet, dass es Francois’ Brustpanzer sein könnte. Der besteht allerdings aus Kunststoff und ist deshalb eher leicht.
Tatsächlich ist Julias Brautkleid das schwerste Kostüm. Aber auch ihr pinkes Glitzerkleid am Ende der Show soll einiges wiegen.
 
Anschließend erklärt er uns, wie die Darsteller mit ihren Mikrofonen ausgestattet sind. Die Mikrofone sitzen seitlich am Kopf. Die Hauptrollen haben jeweils zwei davon, falls eines ausfällt. Da die meisten Darsteller ihre eigenen Haare tragen, lässt sich der Sender nicht einfach in einer Perücke verstecken. Deshalb tragen sie einen Gürtel am Bauch oder Oberschenkel, in dem der Sender befestigt wird.
 
In der Maske erfahren wir außerdem, dass sich die Darsteller selbst schminken müssen. Sie bekommen vorher eine genaue Anleitung, damit das Make-up am Ende so aussieht, wie es für die Show vorgesehen ist.
Da inzwischen bereits die ersten Darsteller im Theater eintreffen, nehmen wir für den Rückweg eine andere Route.
 
Dabei erklimmen wir die Wendeltreppe, die die Darsteller während einer Show rund 40-mal hinauf- und hinuntergehen. Das soll damals bei Tarzan mit den Affenkostümen nicht besonders angenehm gewesen sein. Ich würde wahrscheinlich nach zehn Runden freiwillig aufgeben.
 
Zum Abschluss möchte Andi wissen, ob uns die Führung gefallen hat. Falls wir noch weitere Fragen haben, können wir uns gerne an die E-Mail-Adresse wenden, die auf unserem Backstagepass steht.
Ich überlege, ob ich mich trauen soll, meine Frage zu den Trackern nachträglich per E-Mail zu stellen. Das würde mich wirklich interessieren.
Auch Lob dürfen wir gerne an diese Adresse schicken. Falls uns die Führung allerdings nicht gefallen haben sollte, sollen wir schreiben, der Mitarbeiter würde Thomas heißen.
Wir bedanken und verabschieden uns und verlassen das Theater, wo bereits einige Menschen anstehen.
Etwas früh, denke ich mir. Der Einlass ist erst in einer Stunde.

 

3. Unser Eindruck von der Show



 
Wir gehen zurück zum Auto, wo ich meine Turnschuhe gegen die Glücksschuhe austausche.
Nach dem Einlass gehen wir zum Merchandising-Stand. Dort nehmen wir uns die Besetzungsliste. Den Souvenirbecher hat mir meine Schwester bereits damals aus Hamburg mitgebracht. Deshalb kaufe ich heute nichts am Stand.
Als Fotoecke dient der Balkon, was wir direkt in Anspruch nehmen. Zu diesem Zeitpunkt ist dort noch niemand, sodass wir in Ruhe ein paar Fotos machen können.
Auf dem Weg zu unseren Plätzen fällt mir schon von Weitem der herablassende Blick meiner Sitznachbarin auf. Er trifft mich, und ich merke sofort, wie unangenehm mir die Situation ist. Ich lasse mir nichts anmerken und grüße sie trotzdem beim Hinsetzen. Doch statt etwas zu erwidern, verzieht sie das Gesicht, als müsste sie würgen.
Du meine Güte, was ist denn ihr Problem?, denke ich nur.
Und schon geht das Aufzählen los, wo sie und ihre Begleitung bereits überall gewesen sind. Das kann ja heiter werden. Ich habe die leise Vorahnung, dass die beiden auch während der Vorstellung nicht ruhig sein werden.
Und tatsächlich: Der Mann kommentiert ständig, was gerade auf der Bühne passiert, und die Frau stimmt ihm zu.
Das macht es mir nicht gerade leichter, mich auf die Show einzulassen.
 
Dabei ist schon kurz vor dem offiziellen Beginn einiges los. Das Ensemble betritt nacheinander winkend unter dem Applaus der Zuschauer die Bühne und interagiert mit dem Publikum. Eine Frau erzählt, dass sie sich Tee gemacht hat. Ein Mann fragt nach, ob er den Buchstaben richtig aufgehängt hat.
William Shakespeare hat sein neuestes Werk „Romeo & Julia“ fertiggestellt und möchte es aufführen lassen. Seiner Frau Anne Hathaway erzählt er vom dramatischen Ende, doch die ist davon nicht begeistert und hat eine andere Idee: „Was wäre denn, wenn Julia sich nicht umbringen würde?“ Für sie wäre das ein guter Anfang des Stücks.
Gesagt, getan. Wir erleben live, wie sich Shakespeares Stück verändert: Julia sitzt mit Kopfhörern in der Gruft. Später hält sie den Dolch in der Hand, stößt ihn sich aber nicht ins Herz.
Bei Romeos Beerdigung muss sie erfahren, dass sie wohl doch nicht seine einzig wahre Liebe war. Einige andere Mädchen brechen heulend an seinem Sarg zusammen und beteuern, wie sehr sie ihn lieben.
Für Julia ist das ein Schock.
Dass Anne findet, Julia brauche in dieser Situation Freunde, ist verständlich. Etwas gezwungen wirkt auf mich allerdings, wie sie die nichtbinäre Person May in das Stück einführt. Sie betont dabei ausdrücklich, wie wichtig es ist, diese Personengruppe zu repräsentieren. Das wirkt auf mich ein wenig wie eine Rechtfertigung, statt die Figur einfach ganz selbstverständlich Teil der Geschichte sein zu lassen.
Dabei finde ich die Freundschaft zwischen Julia und May durchaus schön dargestellt. Sie begegnen sich auf Augenhöhe, und gerade das funktioniert für mich gut. Ich hätte es deshalb schöner gefunden, wenn May vor allem aus dem Gedanken heraus entstanden wäre, Julia eine Freundin zur Seite zu stellen, ohne die Bedeutung ihrer Identität so stark hervorzuheben.
Anne hat sich mit April außerdem eine weitere Freundin ins Stück geschrieben. Scherzend meint sie, jetzt gebe es April, May und Juli-a. Überhaupt scheint sie einen Clown gefrühstückt zu haben. Sie ist ständig am Lachen und Witze reißen.
May ist eher ein ruhiger Mensch und lässt die Szenen mit Julia ernster wirken, als wäre nicht alles nur lustig. Das finde ich angenehmer. Bei Anne beziehungsweise April habe ich dagegen das Gefühl, dass sie vor allem für die Komik sorgen soll. Und die ist mir stellenweise zu gewollt.



 
Gemeinsam mit ihren Freunden und ihrer Amme macht sich Julia auf den Weg ins entfernte Paris. Dabei kommen die Miniaturen des Eiffelturms sowie weiterer Sehenswürdigkeiten und Gebäude zum Einsatz. Diese konnten wir während der Backstageführung ja ganz aus der Nähe betrachten.
Für die Amme gibt es eine Begegnung aus ihrer Vergangenheit, die sie eigentlich verdrängt hat. Lance scheint dabei mehr als eine flüchtige Bekanntschaft zu sein, wenn ich die Blicke und Reaktionen der beiden richtig deute.
Julia, May und April wollen auf die Party der de Bois, doch der Türsteher lässt sie nicht vorbei. April erklärt, dass sie bereits über 18 ist, und lässt sich das von Julia bestätigen. Der Türsteher hebt eine Augenbraue und meint: „Ach wirklich?“
Julia dagegen verkündet, ohne nachzudenken: „Ich werde bald 14.“
Die deutlich ältere Anne unterbricht die Szene und entscheidet: „Wir sind jetzt alle Mitte 20.“
Shakespeare macht sich darüber lustig: „Du etwa auch?“
Doch Anne lässt sich von dieser Stichelei nicht verunsichern und bleibt dabei. Sie schnipst mit dem Finger. Und weiter geht es mit dem Stück.
Mit dem Alter hat es allerdings gar nichts zu tun. Die drei stehen einfach nicht auf der Gästeliste. Julia hat einen ganz pragmatischen Vorschlag: Der Türsteher soll ihre Namen einfach darauf schreiben.
Da auch das nichts nützt, schleichen sie sich kurzerhand heimlich auf die Party.
 
Die Feier ist für Lances Sohn François. Dieser ist extrem schüchtern und scheut sich davor, im Mittelpunkt zu stehen. Augenkontakt kann er kaum halten. Seine Blicke wandern oftmals eher zu Boden. Er spielt Keyboard, wenn er sich unbeobachtet fühlt, kann sich allerdings nicht vorstellen, vor anderen zu zeigen, was er kann. Als ihm Julia begegnet, weiß er nicht so recht, wie er mit ihr umgehen soll.
Anne verfolgt den Plan, dass Julia und François ein Paar werden. Das finde ich etwas widersprüchlich zu ihren früheren Aussagen, in denen sie den feministischen Ansatz betont hat. Warum will sie dann unbedingt eine neue Liebesgeschichte für Julia einbauen?
Shakespeare versucht, die Kontrolle über sein Stück zurückzuerlangen, und bringt eine neue Idee ein.
May und François begegnen sich und entwickeln Gefühle füreinander. Diesen Handlungsstrang finde ich sehr interessant. Mir gefällt, wie behutsam die Liebesgeschichte umgesetzt wird. Die Annäherung lässt sich Zeit, und nichts wird überstürzt.
François ist sehr verunsichert und verwirrt, vor allem nach dem Kuss mit May. Er hat Angst vor der Reaktion seines Vaters und traut sich nicht, offen zu seinen Gefühlen zu stehen. Stattdessen willigt er in die Verlobung mit Julia ein.
 
Anne ist entsetzt, als sie von den Änderungen ihres Mannes erfährt. Für sie gibt es nur die Option Julia × François. Als Grund nennt sie, dass sie möchte, dass Julia glücklich ist. Aber kann sie das nicht auch als Single sein? Gerade weil Anne sich zu Beginn so stark dafür eingesetzt hat, dass das Stück zeitgemäß werden soll, verstehe ich ihr Problem nicht ganz.
Shakespeare hat eine weitere Idee, um noch mehr Dramatik einzubauen: Romeo hat doch kein Gift zu sich genommen. Es war nur ein Schlaftrunk! Also wird Romeo plötzlich von oben auf einer Art Schaukel herabgelassen, wobei über ihm sein Name als riesige Leuchtreklame steht. Anne versucht, ihn wegzuscheuchen. Irgendwann bemerkt Julia ihn trotzdem, was ihre Gefühlswelt so richtig durcheinanderbringt.
Neben Julia und François haben auch die anderen ihre Liebessorgen. Die Amme ist sich nicht sicher, ob eine Beziehung zu Lance eine gute Idee ist. Und auch bei Shakespeare und Anne hängt der Haussegen schief. Anne fühlt sich mit den Kindern alleingelassen.
 
Shakespeare schreibt sich als angeblicher Sohn von Lance nun auch selbst ins Stück, um das Schicksal von Romeo und Julia zu besiegeln. Dabei gibt er auch Romeo als vermeintlichen Sohn aus. Dieser spricht mit französischem Akzent, doch Shakespeare zischt ihm zu: „Kein Akzent!“
Daraufhin beschwert sich Lance, warum das nicht auch für ihn gilt. Er spricht nämlich mit Akzent, was vor allem bei den englischen Gesangspassagen stark hervortritt.
Shakespeare und Romeo sollen die Band verstärken, doch Lance meint, sie müssten zu fünft sein. Das fünfte Mitglied ist allerdings längst gefunden und sorgt für noch mehr Unsicherheit bei François: Es ist May.
Die Situation eskaliert allerdings nicht. Stattdessen beschließen sie, auf der Hochzeit gemeinsam aufzutreten.
Den Auftritt der „de Bois Band“ kann meine Schwester dieses Mal in Ruhe anschauen. Sie ist komplett begeistert davon. Für sie ist diese Szene das Highlight der Show.



 
Als Julia im Hochzeitskleid die Bühne betritt, rufe ich mir in Erinnerung, dass es eines der schwersten Kostüme ist. Mir gefällt es richtig gut. Auf dem weißen Stoff des Rockteils befinden sich rosa Blüten, wodurch das Kleid verspielt wirkt, ohne kitschig zu sein.
Das Ende möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Vielleicht nur so viel: Julia entscheidet sich dafür, dass „Julia & Romeo“ als Stücktitel besser klingt … und schwupps fährt das „& Julia“ nach oben, sodass es über Romeo steht.
Auch ansonsten sind die Kostüme sehr modern, wobei man durchaus Anspielungen auf die Epoche des 16. Jahrhunderts erkennt: Shakespeares Hemd mit Wams darüber, Annes Kleid mit Mieder und Mühlsteinkrause sowie Lances Codpiece. Auch die Amme trägt ein Kleid, das an diese Zeit erinnert. François’ Shirt hat Schnallen aufgedruckt.
Die Darsteller tragen aber auch Jeans, Turnschuhe, Jumpsuits, Latzhosen, Sonnenbrillen und Käppis.
 
Das Bühnenbild aus Hamburg kenne ich nicht. Ich finde allerdings nicht, dass die Bühne leer wirkt. Auch meine Schwester, die das größere Bühnenbild kennt, hat nicht das Gefühl, dass irgendetwas gefehlt hat.
Es gibt beispielsweise:
•          den Kronleuchter, mit dem Julia in luftige Höhen schwebt,
•          die Rikscha, die die Freunde und die Amme nach Paris bringt,
•          den Mond, mit dem Romeo und Julia ebenfalls nach oben fahren,
•          den Balkon
•          Backsteinwände,
•          ein Waschbecken,
•          eine Jukebox,
•          Regale mit Farbdosen oder Büchern,
•          ein Bett,
•          Romeos Sarg,
•          die Miniaturgebäude,
•          Romeos Schaukel,
•          die Bar.
Ansonsten wird vieles auf die Leinwand projiziert, sodass beispielsweise ein Jahrmarkt, Häuserfassaden oder der Nachthimmel entstehen.
 
Die Musik wurde nicht extra für das Musical geschrieben. Sie besteht ausschließlich aus Hits der 90er- und 2000er-Jahre. Meine Schwester ist mit diesen Songs aufgewachsen und begeistert davon, dass sie ihren Weg ins Stück gefunden haben.
Ich bin vom Konzept etwas verwirrt. Oft wird auf Deutsch begonnen – manchmal nur mit einer Zeile, manchmal mit einer ganzen Strophe –, bevor ins Englische gewechselt wird. Ich vermute, dass die Stellen, die für das Verständnis wichtig sind, übersetzt wurden. Trotzdem hätte ich mir eine konsequente Entscheidung gewünscht: entweder alles auf Englisch oder alles auf Deutsch.
Beim Tina-Musical fand ich das gut gelöst: Songs, die für die Handlung wichtig waren, wurden komplett auf Deutsch gesungen, während die Konzertsongs auf Englisch blieben.
 
Das Publikum fand ich, abgesehen von den Sitznachbarn zu meiner Linken, angenehm. Ja, teilweise wurde bei den Liedern mitgeklatscht. Aber ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt. Ansonsten waren die Zuschauer ruhig.
Die Sitznachbarn fand ich dagegen nicht nur wegen ihrer ständigen Unterhaltung während der Vorstellung respektlos.
In der Pause sorgte der Mann dann für die nächste unangenehme Überraschung. Er hockte sich einfach auf den Bühnenrand. Plötzlich sprang er herunter und eilte davon. Irgendwann setzte er sich wieder auf seinen Platz.
Kurz darauf kam eine Mitarbeiterin des Theaters und sprach ihn an. Sie hätte ihn bereits vor der Vorstellung gebeten, sich nicht auf die Bühne zu setzen, und ihn nun erneut dabei erwischt.
Der Mann war also schon einmal ermahnt worden und deshalb so schnell von der Bühne verschwunden!
Doch anstatt Einsicht zu zeigen, nahm er die Situation überhaupt nicht ernst. Feixend fragte er, wie oft er sich denn noch dort hinsetzen dürfe. Dreimal vielleicht?
Ihre Antwort war eindeutig: keinmal!
Doch selbst jetzt hatte er noch einen Spruch auf Lager und behauptete, dass er sich nachher am Schluss sehr wohl dort hinsetzen dürfe. (Wohlgemerkt, ein Mann um die 60!)
Die Mitarbeiterin ging kopfschüttelnd weg.
 
Das Stück hat mich nicht wirklich gepackt, was auch an den Sitznachbarn lag. Ich konnte mich nicht richtig auf das Bühnengeschehen konzentrieren. Vielleicht wäre das anders gewesen, wenn ich die Vorstellung ohne störende Gespräche hätte verfolgen können.
Meine Schwester war von der Vorstellung dagegen richtig begeistert und freut sich schon auf Februar, wenn sie das Musical erneut besucht. Für sie bedeutet das Stück einfach gute Laune.
Sie fand es bemerkenswert, wie sich die Darstellerin der Julia im Vergleich zu unserem Besuch bei „Aladdin“ gesteigert hat. Damals sahen wir sie als Jasmin und fanden ihre Stimme nicht so toll.
Auch die Darstellung des Lance gefiel ihr. Den Darsteller hatten wir damals als Ike Turner gesehen. Dieses Mal verkörpert er ja eine sympathischere Rolle.
Für mich wirkte der Humor stellenweise zu erzwungen, vor allem der von Anne. Ich hätte mir mehr ruhige Szenen gewünscht. Der erste Akt ist mir etwas zu hektisch. Für mich wäre weniger Party schöner gewesen, aber ich gehöre damit auch nicht zur Zielgruppe. Schließlich wird das Stück ausdrücklich als Party-Musical vermarktet.
Der zweite Akt lässt es etwas ruhiger angehen, nimmt sich mehr Zeit für die Entwicklung der Figuren und hat mir deshalb besser gefallen.
Insgesamt konnte das Musical 144 Punkte erreichen, was Platz 20 von 22 bedeutet.
Zum Vergleich die Punktzahl, die meine Schwester anhand meines Bewertungsmaßstabs vergeben würde: 167 Punkte!




4. Die Highlights meiner Schwester

Da sich meine Schwester den Besuch gewünscht hat, darf sie auch dieses Mal die Highlights bestimmen.
 
Highlight des Tages: der Auftritt der „de Bois Band“
Emotionalster Moment: I´m not a girl
Ohrwurm des Tages: Everybody
Ohrwurm des Tages: Everybody
Lustigster Moment: mehrere mit Anne, z. B. „April, May und Juli-a“, das mit ihrem Alter

4. Besetzung der besuchten Vorstellung

Schiggy saß im Publikum – aber wer stand eigentlich auf der Bühne?
Julia: Sebeya
Anne/April: Sabrina Weckerlin
Amme/Angelique: Jacqueline Braun
William Shakespeare: Maximilian Mann
Romeo: Jonathan Guth
François: Esmael Agostinho
May: Leon de Graaf
Lance: Carlos de Vries
 
Ensemble/ The Players
Lady Capulet: Rahel Fuhrimann
Lord Capulet: Nayim Temine
 
Linda Kikaj
Abbie Elmes
Jesslyn Lopes da Luz
Mia Tsang
Óscar Cochat
Daniel Délyon
Pablo Martinez-Garcia
Eloy Prophitius
 
Dirigent: Boris Ritter
Band des Stage Palladium Theaters

 


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