Donnerstag, 25. Juni 2026

10 Klischees in Büchern... garniert mit einer Extra-Portion Sarkasmus

    Die Aktion


findet auf dem Blog Weltenwanderer statt.


Heutige Aufgabe:


*~* Nenne uns 10 Klischees die du entweder magst oder gar nicht leiden kannst – am besten mit einem Buch als Beispiel.... *~*



Hallo,
es gibt Klischees in Büchern, die scheinbar nie aussterben. Sie bekommen nur neue Namen und andere Haarfarben. Viele davon stammen aus dem New Adult-Genre, weshalb ich es inzwischen nicht mehr lese.
Die Liste heute trägt einen alten Hut und wird mit kaltem Kaffee serviert.

1. „Ich verstehe nicht, warum alle auf mich stehen.“

Die Protagonistin ist natürlich „nicht schön“, zumindest behauptet sie das ständig, während alle anderen ihr permanent das Gegenteil bestätigen. Ach, die Gute ist ja so bescheiden. Sie erkennt einfach nicht, wie toll sie aussieht. 
Den Sabber ihrer Mitmenschen ihretwegen hält sie sicher für Regentropfen.


Beispiel: Daire aus Soulseeker von Alyson Noël

Diese Protagonistinnen sollen gleichzeitig auch superschlau sein. Sie wissen es nur selbst nicht und verhalten sich gerne so, als wären sie das komplette Gegenteil. Wahrscheinlich ist das aber nur Tarnung. Wer kennt nicht den Spruch: „Lieber heimlich schlau als unheimlich doof.“



Beispiel: Elena aus Chosen by Death von Rebecca Humbert


Und natürlich sind sie auch gerne „anders“, und zwar ganz anders als alle anderen Mädchen im gesamten Universum. Sie sind eben etwas ganz Besonderes...



Beispiel: Audrey aus Stalking Jack the Ripper von Kerri Maniscalco

2. Der total unbekannte Superstar

Die Protagonistin kennt den Superstar natürlich nicht, stolpert ihm aber gern zufällig auf der Straße direkt in die Arme.
Alternativ wird sie unvorbereitet in ein Interview geworfen. Ist er Sportler, hat sie selbstverständlich keine Ahnung von dieser Sportart.
Warum kommen sie zusammen? Weil sie ihn „als Menschen, nicht als Star“ sieht, was ihn sofort überzeugt, dass sie kein Fan sein kann und die Liebe seines Lebens sein muss. Also schauspielerische Fähigkeiten traut er ihr schon mal nicht zu.



Beispiel: Leighton und Kaleb aus Catching Hope von Natalie Elin
Eine Rezension habe ich dazu nicht geschrieben. 
Klappentext:
Sie ist eine aufstrebende Journalismusstudentin, die hart für ihren großen Traum arbeitet. Er steht nach einem schweren Unfall im Schatten seines älteren Bruders und will zurück auf den Basketballplatz – eine Sports Romance um zwei ganz unterschiedliche Menschen…  
Für Leighton geht es nach einer schwierigen Kindheit endlich bergauf: Sie studiert in Chicago Journalismus und hat noch dazu einen begehrten Aushilfsjob bei der Chicago Tribune ergattert. Welch Ironie des Schicksals, dass sie ausgerechnet in der Sportredaktion landet und das Nachwuchstalent der Windy City Bulls interviewen soll. Ob das gut geht? Schließlich hat Leighton keine Ahnung von Sport und schon gar nicht von Basketball.


3. „Ich kann das sicher nicht, habe es ja noch nie gemacht… Oh, das war ja einfach.“

„Ich kann das nicht“, sagt die Hauptfigur, die es dann im ersten Versuch besser kann als alle anderen zusammen. Talent ist eben einfach immer ein Zufallsprodukt.



Beispiel: Annie

4. Schweigen ist der neue Endgegner

Probleme entstehen nicht (nur) durch Bösewichte, sondern durch das uralte Erzfeind-Element jeder Beziehung: mangelnde Kommunikation. Ein ehrliches Gespräch würde 90 % aller Plots beenden, aber das wäre ja langweilig.


Beispiel: Brydie aus Sitz, Platz, Plätzchen von Annie England Noblin

5. Werkseinstellung: Perfektion 

Alle sind auf Modelniveau optimiert: perfekte Haut, perfekte Körper, perfekte Haare, perfekte Gene. Vermutlich auch perfektes W-LAN (das ist leider nicht eindeutig belegbar, weil es nicht explizit erwähnt wird.) 
Eine Brille trägt da niemand. Das ist wohl nur etwas für Streber, was von 90% der klischee-wissenschaftlichen Studien bestätigt wird.
Hat die Protagonistin eine, wird sie erst als hübsch in Betracht gezogen, nachdem sie sie absetzt.
Geld wie Heu mit Anfang 20? Check.
Luxusvillen auf allen Kontinenten? Check.
Privatjet? Check.
Yacht? Doppelcheck (eine für werktags, eine fürs Wochenende)
Bei dem Vermögen muss man natürlich nicht arbeiten.



Beispiel: so ziemlich alle aus der Rosemary Beach-Reihe von Abbi Glines, stellvertretend durch Della und Woods
Klappentext: 
Della ist endlich frei. Als sie ins Auto steigt und einfach losfährt, lässt sie nicht nur ihr Elternhaus, sondern auch ihre Vergangenheit hinter sich. Sie will unbeschwert leben und die Welt entdecken. Bei einem Zwischenstopp im sonnigen Rosemary Beach lernt sie an einer Tankstelle den unverschämt charmanten Woods kennen. Doch was für Della als heißer One-Night-Stand beginnt, wird ihr Leben für immer verändern

6. Burger rein, Sixpack raus

Das passt auch zum vorherigen Punkt 5: ungesunder Lebensstil, aber Fitness-Influencer-Körper. Die Ernährung besteht aus Fast Food, Kaffee und Chaos. Das Training besteht höchstens aus gelegentlichem Sprinten vor emotionalen Problemen. 
Ergebnis: Sixpack deluxe.



7. „Hallo. Wir kennen uns noch nicht. “ – „Stimmt. Wie heißt du? Ich bin…“  – „Ich heiße… Du bist die Liebe meines Lebens.“

Die beiden Hübschen müssen nicht lange miteinander reden. Spätestens beim fünften Satz ist beiden sowieso klar: unsterbliche Liebe, für die nur Punkt 4 ein paar Steine in den Weg legen könnte.


Beispiel: Kahlen und Akinli 
Meine Rezension

8. Vom Playboy zum Beziehungsmenschen… in 0,2 Sekunden

Der Protagonist, von der Autorin höchstpersönlich als Bad Boy deklariert, hatte vor der Protagonistin eine beeindruckende Karriere an belanglosen Affären und emotionaler Unverbindlichkeit – bis sie auftaucht. Innerhalb von Sekunden verwandelt er sich in einen treuen Beziehungsmenschen. Jeder Quick-Change-Künstler wäre neidisch über diese Geschwindigkeit.


Beispiel: Rush aus Rush of Love von Abbi Glines 
Klappentext:
Sie ist seine Stiefschwester. Sie ist jung und unschuldig. Für Rush Finlay ist sie aber vor allem eines: verboten verführerisch. Nach dem Tod der Mutter verlässt Blaire ihr Zuhause, um bei ihrem Vater und dessen neuer Familie in einem luxuriösen Strandhaus zu leben. Vor allem ihr attraktiver Stiefbruder Rush lässt sie jedoch immer wieder spüren, dass sie nicht willkommen ist. Er ist so abweisend wie anziehend, so verletzend wie faszinierend, er ist verwirrend und unwiderstehlich und er kennt ein Geheimnis, das Blaires Herz mit einem Schlag für immer brechen könnte.

9. „Natürlich bist DU die Prophezeiung.“

Es geht nicht ohne Prophezeiung, und diese betrifft natürlich exakt die Hauptfigur. Sie ist die Auserwählte. Auf den ersten Blick traut man es dieser Person vielleicht nicht unbedingt zu. Die anderen Figuren haben wohl noch nie etwas von Punkt 3 gehört.



Beispiel: Percy Jackson von Rick Riordan (die Reihe gefällt mir übrigens gut :-D)
Klappentext:
Auf den ersten Blick ist der zwölfjährige Percy Jackson ein ganz normaler Jugendlicher: Nicht gerade ein Überflieger und in Sachen Selbstbewusstsein ist noch Luft nach oben. Wären da nicht diese merkwürdigen Vorkommnisse, die ihm ständig Ärger einbringen: So wie die Mathelehrerin, die sich in eine Furie verwandelt oder der überaus aggressive Minotaurus, der ihm auf den Fersen ist. Doch dann erfährt Percy endlich, warum ihn die fiesesten Gestalten der griechischen Mythologie ins Visier genommen haben: Er ist ein Halbgott und sein Vater ist der mächtige Meeresgott Poseidon!   <...>

10. Der Gärtner war’s (schon wieder nicht)

Der Mörder ist immer der Gärtner – zumindest theoretisch. Praktisch scheint dieses Klischee allerdings unter Artenschutz zu stehen. So wird er zwar auch mal ins Karussell der Verdächtigen gesetzt, aber am Ende war es dann doch nie der Täter.
Ich habe noch keinen einzigen Krimi/Thriller gelesen oder gesehen, in dem der Gärtner auch wirklich der Mörder ist. Stattdessen bleibt er zuverlässig das unschuldige Opfer.
Und ja – ich meine das ernst: Einmal würde ich diesen großen, revolutionären „Es war der Gärtner!“-Enthüllungsmoment erleben. Einfach, damit dieses Klischee nicht nur theoretisch existiert wie Einhörner oder meine nächste Gehaltserhöhung.





Wer hat diese Liste eigentlich erstellt? Der Gärtner war es jedenfalls nicht.
So, das war genug Sarkasmus für heute. :-D
Liebe Grüße
Tinette

Mittwoch, 24. Juni 2026

Nur die Verfilmung geschaut, nicht das Buch gelesen

 



Hallo,
gestern haben wir uns nach der Arbeit zum Eisessen getroffen und dabei über Bücher und ihre Verfilmungen gesprochen. Da wurden einige Titel genannt, von denen ich gar nicht wusste, dass es dazu überhaupt eine Buchvorlage gibt. Außerdem habe ich von vielen zwar den Film gesehen, nicht aber das Buch gelesen. Ich dachte, ich erstelle zu dem Thema einfach mal einen Beitrag.

1. Jumanji

Das war mir ehrlich gesagt ganz neu. Ich habe nicht gewusst, dass es dazu eine Buchvorlage gibt. Geschaut habe ich den Film von 1995 und die beiden Neuverfilmungen. Es soll wohl eine vergriffene Ausgabe vom Carlsen Verlag geben. Dazu habe ich aber nichts gefunden. Ich habe nur die englischsprachigen Bücher entdeckt.



2. The Green Mile

Den Film haben wir damals in der Schule zum Thema Todesstrafe geschaut. Ich wusste, dass es dazu ein Buch gibt, habe es aber nie gelesen.



3. Die Farbe Lila

Den Film habe ich geschaut und irgendwann entdeckt, dass er auf einem Buch basiert. Es steht auf meiner Wunschliste, ist bisher aber noch nicht eingezogen.

 


4. Hidden Figures


Ich wusste, dass der Film auf wahren Begebenheiten beruht, aber nicht, dass es außerdem eine Buchvorlage gibt.



5. Shrek

Auch das war mir ganz neu. Ich dachte, der Film parodiert Märchen, wusste aber nicht, dass er auf einem Buch basiert.



6. Girls Club - Vorsicht bissig


Den Film habe ich irgendwann mal geschaut. Ich wusste aber auch hier nicht, dass es eine Buchvorlage gibt.

 



7. Mrs Doubtfire

Ich habe das Musical gesehen und dachte bis gestern, dass es auf dem gleichnamigen Film basiert, den ich auch geschaut habe. Dass dieser aber eine Buchvorlage hat, wusste ich nicht.

 



Ich denke, das reicht dann auch erst einmal. Ich habe mich bestimmt schon genug blamiert. :-D

Liebe Grüße
Tinette

Dienstag, 23. Juni 2026

Schiggy unterwegs... Der Graf von Monte Christo in Plauen

 

Schiggy war wieder unterwegs und versuchte, das Geheimnis um den mysteriösen Grafen von Monte Christo zu lösen.
Nachdem die Buchvorlage zu meinen Highlights des Jahres 2025 gehörte, war ich gespannt, ob mich auch die Musical-Adaption von „Der Graf von Monte Christo“ im Parktheater Plauen überzeugen würde.

1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel: Der Graf von Monte Christo
Art: Musical
Ort: Parktheater Plauen
Sprache: Deutsch
Datum: 19. und 21. Juni 2026
Beginn: jeweils 20:00 Uhr
Reihe / Platz: 19. Juni: Reihe 5 Platz 39; 21. Juni: Reihe 1 Platz 37
Dauer (inkl. Pause): ca. 2 Stunden 45 Minuten
Vorlage: gleichnamiges Buch
Hinweise: Open Air



 
2. Mein Eindruck von der Show


Bereits anderthalb Stunden vor Beginn öffnen sich die Pforten des Parktheaters. Neben der Versorgung des leiblichen Wohls wird durch ein Vorprogramm auf den Abend eingestimmt.
Aufgrund der hohen Temperaturen sind wir in diesem Jahr allerdings erst später angekommen und direkt zu unseren Plätzen gegangen. Deshalb habe ich erst bei meinem zweiten Besuch am Sonntag entdeckt, dass es einen Fotobereich gibt. Dort steht ein Boot vor einer Kulisse, in das man sich für Erinnerungsfotos setzen kann. Diese Gelegenheit haben wir natürlich genutzt.
Schon vor Beginn der Vorstellung zog das Bühnenbild meine Aufmerksamkeit auf sich. In der Mitte der Bühne befindet sich der Bug eines Schiffes, dahinter erhebt sich ein Berg. Rechts und links sind Häuserfassaden zu sehen, deren geöffnete Bereiche Einblicke in die Innenräume ermöglichen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ich neugierig, wie sich das Bühnenbild im Verlauf des Abends noch verändern würde.
 
Edmond Dantès und Mercédès stehen kurz vor ihrer Hochzeit. Bereits an den liebevollen Blicken, die sie sich zuwerfen, wird deutlich, wie sehr sie einander lieben. Im Duett „Ein Leben lang“ besingen sie ihre Gefühle und gemeinsamen Zukunftspläne.
Gemeinsam mit Freunden und Familie feiern sie ausgelassen ihre bevorstehende Hochzeit („Hebt das Glas“), doch die Freude hält nicht lange an: Edmond wird verhaftet und in das berüchtigte Château d’If gebracht.
 
Zu Beginn seiner Gefangenschaft hält er noch an der Hoffnung fest, bald wieder mit Mercédès vereint zu sein. Doch die Jahre vergehen, und seine Hoffnung ist ebenso zerrissen wie seine Gefängniskleidung. Besonders eindrucksvoll wird dies im Lied „Jeden Tag ein kleiner Tod“ dargestellt. Die lange Zeit in Isolation und Dunkelheit hat sichtbare Spuren hinterlassen. Sein Haar hängt ungepflegt ins Gesicht, seine Augen sind vor Angst weit aufgerissen, und jede Lebensfreude scheint aus ihm gewichen zu sein.
 
Erst die Begegnung mit dem Gefangenen Abbé Faria bringt wieder etwas Licht in sein Leben. Faria hat jahrelang an einem Fluchttunnel gearbeitet, allerdings in die falsche Richtung. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, und Edmond lernt von ihm Sprachen, Wissenschaften und vieles über die Welt („Unterricht“). Gemeinsam planen sie die Flucht, doch Faria erlebt deren Umsetzung nicht mehr. Vor seinem Tod vertraut er Edmond jedoch ein Geheimnis an („Könige“).
 
Durch einen Trick gelingt Edmond schließlich die Flucht. Piraten bringen ihn zur Insel Monte Christo, wo er einen gewaltigen Schatz findet. Von diesem Moment an muss er sich um Geld keine Sorgen mehr machen. Stattdessen beginnt sein Rachefeldzug gegen jene, die ihn einst verraten haben („Hölle auf Erden“).
Auch äußerlich vollzieht er eine beeindruckende Wandlung. Als Graf von Monte Christo erscheint er in eleganter schwarzer Kleidung, mit gepflegtem Haar und selbstbewusstem Auftreten. Sein Gang wirkt aufrecht und entschlossen, sein Blick beinahe überheblich. Niemand scheint den einstigen Seemann in ihm wiederzuerkennen.
Im Vergleich zur Romanvorlage wirkt Edmond im Musical jedoch deutlich menschlicher. Während ihn im Buch seine Rachegelüste zeitweise regelrecht beherrschen, bleiben hier seine Zweifel und seine verletzliche Seite stärker sichtbar.

 
Auch Mercédès durchläuft im Laufe der Handlung eine Entwicklung. Zu Beginn begegnet man einer lebensfrohen jungen Frau, die scheinbar nicht aufhören kann zu strahlen. Als sie jedoch vom angeblichen Tod Edmonds erfährt, verschwindet diese Lebensfreude schlagartig.
Ihr sonst offen getragenes Haar trägt sie nun hochgesteckt, was sie deutlich ernster und verschlossener wirken lässt. Ihr Blick wirkt kalt, ihre Gestik zurückhaltend. Worte braucht es kaum, um zu erkennen, dass ihre Ehe mit Mondego alles andere als glücklich verläuft.
Besonders gelungen finde ich dabei eine Kleinigkeit an ihrem Kostüm. Ein enganliegendes, farblich auf das Kleid abgestimmtes Samtband wirkt in ihrer Situation fast wie ein Halsband mit einer unsichtbaren Leine. Es erscheint wie ein Symbol ihrer Unfreiheit und ihrer emotionalen Gefangenheit. Als sie sich schließlich von Mondego löst, verschwindet dieses Band, und ihr Haar fällt zumindest teilweise wieder offen über die Schultern. Es ist ein wunderbar subtiles Detail des Kostümbilds, das zeigt: Hier legt eine Frau langsam ihre Fesseln ab und findet den Weg zurück zu sich selbst.



 
Fernand Mondego, Mercédès’ Cousin, ist selbst in sie verliebt. Gemeinsam mit Gérard de Villefort und Baron Danglars trägt er die Verantwortung für Edmonds Verhaftung („Geschichte“).
Auf den ersten Blick wirkt Mondego nicht unbedingt wie ein Verräter. Er versteht es hervorragend, seine wahren Gefühle zu verbergen und nach außen die Fassade eines anständigen Mannes aufrechtzuerhalten. Sobald er sich jedoch unbeobachtet fühlt, zeigt sich sein wahres Gesicht. Ein gehässiges Grinsen genügt, um deutlich zu machen, welche Absichten sich hinter seiner Maske verbergen.
Sein Geld verspielt er, seine unerfüllte Liebe zu Mercédès versucht er durch Affären zu kompensieren. Seine Einstellung bringt er selbst treffend auf den Punkt: „Wenn du nicht die kriegst, die du liebst, dann lieb‘ halt die, die du kriegst.“ Auch Alkohol scheint für ihn ein Mittel zu sein, um mit seinen Problemen umzugehen. Nach seiner Rückkehr greift er regelmäßig als Erstes zur Flasche.
Mondego wird als kaltblütiger und hinterlistiger Mensch dargestellt. Seine Lügen sind dabei nur ein Teil seines Charakters. Besonders deutlich wird dies, als er nach einem Fechtduell zunächst den Rückzug antritt, nur um kurz darauf hinterrücks anzugreifen.
 
Für humorvolle Momente in dem insgesamt eher ernsten Musical sorgen vor allem Abbé Faria und Luisa Vampa. Bereits Farias Entsetzen darüber, acht Jahre lang in die falsche Richtung gegraben zu haben, bringt das Publikum zum Lachen.
Noch stärker übernimmt diese Rolle jedoch Luisa Vampa. Während Vampa in der Romanvorlage als Luigi Vampa ein männlicher Anführer einer Schmugglerbande ist, wurde die Figur für das Musical zur Piratenkapitänin Luisa Vampa. Die Änderung funktioniert überraschend gut. Luisa ist schlagfertig, selbstbewusst und lässt sich von niemandem den Wind aus den Segeln nehmen („Piraten – Wahrheit oder Wagnis“).
 
Sowohl gesanglich als auch schauspielerisch konnten mich alle Darsteller überzeugen. Die Stimmen klangen klar und sicher, ohne hörbare Unsicherheiten oder Wackler. Auch längere Schlusstöne wurden sauber gehalten und ausgesungen.
Das Zusammenspiel zwischen Edmond und Mercédès ist harmonisch. Auch ihre Gesangsstimmen passen sehr gut zusammen. Das klang in meinen Ohren sehr angenehm.
Im Duett „Niemals allein“ zeigt sich das besonders. Edmond ist bereits im Gefängnis. Mercédès steht darüber. Beide hoffen, wieder zueinander zu finden. Sie kniet, hält sich am Geländer fest. Edmond steht auf, greift nach oben und berührt ihre Hand. Da spürt man ihre Verbundenheit, auch wenn sie eigentlich räumlich weit entfernt sind (sie in Marseille, er in einem Verlies auf einer Insel). Später singt Edmond dieses Lied allein, und schließlich schließt sich mit einer Duett-Reprise am Ende des Stücks der Kreis.
 
Ebenfalls gelungen fand ich das Terzett „Geschichte“ der drei Antagonisten. Die tiefen Stimmen harmonierten sehr gut miteinander und verdeutlichten gleichzeitig die Beweggründe der Figuren. Man spürt förmlich, wie sicher sich die drei ihres Erfolges sind.
Ein ähnlicher Effekt gelingt auch im zweiten Akt mit „Zu viel ist nie genug“. Voller Gier feiern die drei ihren vermeintlichen Triumph, ohne zu bemerken, dass sie längst auf Edmonds Falle zusteuern. Dabei wird jeweils der gerade singende Darsteller angestrahlt, was die einzelnen Strophen wirkungsvoll hervorhebt. Von meinem Platz in der fünften Reihe fiel dieser Effekt sofort auf. In der ersten Reihe musste ich dagegen teilweise genauer hinschauen, um den jeweiligen Sänger zu erkennen.
 
Das Finale des ersten Aktes bildet „Hölle auf Erden“, in dem Edmond seine Rachepläne offenbart. Voller Abscheu tritt er seinen Widersachern entgegen und packt sie am Kinn. Sein Auftreten strotzt vor Selbstvertrauen, denn er ist sich seiner neu gewonnenen Macht bewusst. Zunächst kniet das Ensemble vor ihm nieder. Im Verlauf des Liedes bringt er schließlich auch seine größten Feinde dazu, sich symbolisch seinem Willen zu beugen – allein durch eine Handbewegung.
Dadurch wird eindrucksvoll sichtbar, wie sehr sich die Machtverhältnisse inzwischen verschoben haben.
 
Auch zwei Soli aus dem zweiten Akt sind mir besonders in Erinnerung geblieben. In „All die Zeit“ verarbeitet Mercédès ihre Verzweiflung darüber, dass ihr durch die Lügen ihres Ehemannes viele gemeinsame Jahre mit Edmond genommen wurden. Gleichzeitig ringt sie mit der Tatsache, dass dieser plötzlich wieder vor ihr steht.
 
„Der Mann, der ich einst war“ zeigt dagegen einen nachdenklichen Edmond. Er erkennt, wie sehr ihn sein Rachedurst verändert hat, und beginnt zu hinterfragen, ob er nicht längst zu weit gegangen ist. Beide Lieder enden mit einem lang gehaltenen Schlusston, der ihre emotionale Wirkung zusätzlich verstärkt. Die Soli werden mit brandendem Applaus und Jubelrufen honoriert.





 
Neben den ernsten Momenten gibt es jedoch auch einige humorvolle Szenen, die für viel Gelächter im Publikum sorgen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Begegnung zwischen Luisa Vampa und Albert. Nach dem Karneval gibt sich Luisa plötzlich hilflos und kokettiert mit dem jungen Mann. Sie lässt demonstrativ ihr Taschentuch fallen und kommentiert dies mit einem übertrieben überraschten „Oh“, wobei sie darauf zeigt. Albert hebt es bereitwillig auf. Als Luisa sich vorbeugt, damit er es ihr in den Ausschnitt steckt, nutzt Jacopo den Moment und schlägt ihn von hinten nieder. Luisas genervter Blick und ihr Augenrollen vermitteln dabei den Eindruck, als könne sie kaum glauben, wie leichtgläubig Albert ist.
 
Nicht weniger lustig ist die anschließende Entführungsszene. Albert erwacht gefesselt und findet sich Edmond gegenüber, der ebenfalls gefesselt scheint. Nach einem gemeinsamen Duett über Frauen befreit sich Edmond und liefert sich einen Fechtkampf mit Luisa und Jacopo. Nachdem er Albert zur Flucht überredet hat, atmen die Beteiligten erleichtert auf. Doch kurz darauf kehrt Albert zurück, und die Drei müssen ihren inszenierten Kampf hastig fortsetzen. Als er endgültig verschwindet, können sie sich endlich ausruhen. Sie sind erschöpft und ringen nach Luft. Diese Szene wurde vom Publikum mit Szenenapplaus belohnt.

Gelungen fand ich auch die Szene, in der Edmond die Flucht gelingt. Die sechs Balletttänzer schwenken blaue Tücher, die an Wellen erinnern. Durch seine Bewegungen und das angedeutete Luftanhalten vermittelt Edmond den Eindruck, sich an die Wasseroberfläche zu kämpfen. An Bord des Piratenschiffes spuckt er sogar einen Schwall Wasser aus.
Direkt anschließend folgt das Lied der Piraten, eine schwungvolle Ensemblenummer, die im Ohr bleibt. (Refrain: „Segeln, segeln, wohin der Wind uns trägt und dein Stündchen schlägt. In der Liebe und im Krieg kämpft mit allen Mitteln um den Sieg.“) Besonders passend finde ich, dass die Melodie immer wieder kleine Richtungswechsel vollzieht und dadurch beinahe den Eindruck vermittelt, selbst vom Wind getragen zu werden.
 
Am stärksten berührt hat mich jedoch „Jeden Tag ein kleiner Tod“. Sowohl für Mercédès als auch für Edmond scheint jede Hoffnung verloren. Mercédès hat gerade erfahren, dass Edmond angeblich gestorben ist, und zerbricht innerlich daran. Jegliche Lebensfreude ist aus ihrem Gesicht verschwunden. Gleichzeitig sitzt Edmond einsam in seinem Verlies. Sein ungepflegtes Äußeres und die vor Angst weit aufgerissenen Augen machen deutlich, welche Spuren die jahrelange Isolation in Dunkelheit hinterlassen hat.
Während beide davon singen, dass sie jeden Tag ein Stück mehr sterben, gibt sich Mondego gegenüber Mercédès verständnisvoll und mitfühlend. Erst als er die Bühne verlässt, zeigt er sein wahres Gesicht. Ein kurzer Blick ins Publikum und ein gehässiges, siegessicheres Grinsen genügen, um deutlich zu machen, dass sein Plan aufgegangen ist.



Technisch verliefen die Vorstellungen weitgehend problemlos. Vereinzelt kam es jedoch zu Tonausfällen, oder die Mikrofone wurden etwas zu spät eingeschaltet. Da wir beide Male relativ weit vorne saßen, konnte ich die Darsteller dennoch problemlos verstehen. Wie sich diese Aussetzer in den hinteren Reihen ausgewirkt haben, kann ich allerdings nicht beurteilen.
 
Für einen ungeplanten Schmunzler sorgte in der ersten Vorstellung Abbé Farias Bart. Vermutlich hatte die Hitze dem Hautkleber zugesetzt, sodass sich der Bart immer wieder löste. Der Darsteller versuchte zunächst mehrfach, ihn unauffällig zu befestigen, gab dies jedoch irgendwann auf. Beeindruckend fand ich dabei, wie professionell die Situation überspielt wurde. Weder er selbst noch sein Bühnenpartner ließen sich davon aus der Ruhe bringen und spielten ihre Szenen routiniert weiter.
 


Bereits vor Vorstellungsbeginn hatte das Bühnenbild meine Aufmerksamkeit geweckt. Im Verlauf des Abends zeigte sich dann, wie vielseitig die Konstruktion tatsächlich genutzt wird.
Der Schiffbug in der Bühnenmitte bildet dabei das zentrale Element. In zwei Szenen werden zusätzlich Segel aufgezogen, wodurch tatsächlich der Eindruck eines Segelschiffes in voller Fahrt entsteht.
Besonders gelungen fand ich die Verwandlungsfähigkeit des Bühnenbildes. Durch aufklappbare Elemente wird aus dem Schiffsrumpf das Verlies des Château d’If. Einzelne Steinblöcke können entfernt werden, später lösen sich sogar Felsstücke, die schließlich zu Abbé Farias Tod führen. Während dieser in der Romanvorlage an den Folgen mehrerer Schlaganfälle stirbt, hat man sich im Musical für eine deutlich visuellere Lösung entschieden.
Später verwandelt sich dieselbe Konstruktion in die Schatzkammer der Insel Monte Christo. Die riesigen Münzberge vermitteln eindrucksvoll, welchen Reichtum Edmond dort erwartet.
Für den zweiten Akt werden zusätzlich Säulen und ein Dach aufgebaut, die mich an einen antiken, griechischen Tempel erinnerten. Auf ihnen prangen die Initialen „MC“. Spätestens an diesem Punkt dürfte selbst der letzte Zweifler von Edmonds Macht und Vermögen überzeugt sein.




 
Während sich das zentrale Bühnenelement immer wieder verändert, bleiben die seitlichen Häuserfassaden weitgehend bestehen. Dort werden unter anderem Szenen aus dem neuen Leben von Mercédès und ihrer Familie gezeigt. Dadurch entsteht das Gefühl, dass mehrere Handlungsorte gleichzeitig existieren.
Seine volle Wirkung entfaltet das Bühnen- und Lichtdesign vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. Erst dann kommen die beleuchteten Fenster und die angestrahlte Schatzhöhle richtig zur Geltung. Häufig wird die Bühne in warme Gelb- und Goldtöne getaucht. Für mich wirkte dies wie eine Anspielung auf den gewaltigen Reichtum des Grafen. Gleichzeitig bildet diese warme Farbgebung einen interessanten Kontrast zu den düsteren Themen der Handlung und Edmonds Racheplänen.
Einen besonders eindrucksvollen Effekt gibt es bei der ersten öffentlichen Erscheinung des Grafen von Monte Christo. Mehrere Feuerfontänen schießen in die Höhe und unterstreichen seinen spektakulären Auftritt. Deutlicher hätte man kaum zeigen können, dass hier jemand großen Eindruck hinterlassen möchte.
 
Die Kostüme wirken größtenteils authentisch und passend zur dargestellten Epoche. Bis auf wenige Ausnahmen, auf die ich gleich noch eingehen werde, hatte ich durchgehend das Gefühl, Kleidung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vor mir zu sehen.
Während viele Figuren eher gedeckte und unauffällige Farben tragen, sticht Mercédès mit ihren kräftigen roten Kleidern sofort hervor.
Besonders deutlich wird die Entwicklung Edmonds durch seine Kostüme sichtbar. Zu Beginn tritt er als einfacher Seemann mit schlichter Kleidung und Pferdeschwanz auf. Während seiner Gefangenschaft im Château d’If trägt er eine Sträflingsuniform, sein Haar hängt offen und ungepflegt ins Gesicht. Als Graf von Monte Christo erscheint er schließlich in eleganter schwarzer Kleidung mit silberglitzernden Schuhen und Weste. Dazu kommen kurz geschnittene, gepflegte Haare. Die Verwandlung ist so überzeugend, dass er tatsächlich wie ein völlig anderer Mensch wirkt.
 
Eine auffällige Ausnahme bilden die drei Tänzerinnen und drei Tänzer des Balletts. Mit ihren pastellfarbenen, barockartigen Kostümen, den weißen Perücken der Männer und den modernen weißen Turnschuhen fallen sie sofort ins Auge. Auch ihre Choreografien wirken bewusst zeitlos und deutlich moderner als die eigentliche Handlung. Historisch passen sie nicht in die dargestellte Epoche, und vermutlich sollen sie das auch gar nicht.
Da die sechs Figuren ständig präsent sind, ohne dass die übrigen Charaktere sie wahrzunehmen scheinen, habe ich sie weniger als reale Personen interpretiert. Für mich wirkten sie wie Geister des Verrats, der Rache, der Vergangenheit oder der Zukunft, die die Handlung begleiten und beeinflussen.
Diesen Eindruck verstärken mehrere Szenen. Als die Tänzer Edmond die Gefängniskleidung vom Leib reißen und sein Haarband lösen, erinnerten mich ihre weißen Perücken beinahe an Richter, die ein Urteil vollstrecken. Später drückt eine Tänzerin dem Baron Danglars die Pistole in die Hand, mit der er sich kurz darauf erschießt. Gérard de Villefort wird sogar direkt von den Tänzern getötet, als sie ihm symbolisch das Genick brechen.
Am Ende des Musicals, als Edmond und Mercédès wieder zueinanderfinden, verlassen die sechs Tänzer langsam die Bühne. Für mich wirkte dies wie ein Zeichen dafür, dass die Schatten der Vergangenheit endlich überwunden sind. Die Geister des Verrats und der Rache haben ihre Macht verloren und können nun verschwinden.



 
Einige Unterschiede zur Romanvorlage habe ich bereits erwähnt. Manche Änderungen fallen dabei kaum ins Gewicht. So wurde beispielsweise aus Luigi Vampa die Piratenkapitänin Luisa Vampa, und Abbé Faria stirbt nicht an den Folgen mehrerer Schlaganfälle, sondern nachdem er von herabstürzenden Felsbrocken getroffen wurde.
Im Roman ist Albert der Sohn von Fernand Mondego. Im Musical wird dagegen angedeutet, dass Edmond Dantès sein Vater sein könnte. Ausgesprochen wird dies zwar nie, doch Mercédès versucht Edmond mit den Worten „Er ist ... alles, was mir noch geblieben ist“ davon abzuhalten, das Duell gegen Albert auszutragen.
Auch das Schicksal Mondegos wurde verändert. Während er im Roman Selbstmord begeht, stirbt er im Musical durch Edmonds Hand, nachdem er diesen hinterrücks angegriffen hat.
Die größte Änderung betrifft jedoch das Ende der Geschichte: Während Edmond und Mercédès im Buch nicht mehr zueinanderfinden, weil die Ereignisse der Vergangenheit zu schwer wiegen, gönnt das Musical den beiden ein Happy End.
Da ich die Romanvorlage sehr mag, war ich zunächst etwas skeptisch gegenüber solchen Änderungen. Während der Vorstellung haben sie mich jedoch kaum gestört. Viele davon funktionieren innerhalb der Musicalhandlung nachvollziehbar und sorgen teilweise sogar für stärkere emotionale Momente.


 
Die Reihen im Parktheater steigen an. Ich hatte sowohl in Reihe 1 als auch Reihe 5 eine gute Sicht auf die Bühne, wobei ich aber den Klang in der fünften Reihe etwas besser fand. In Reihe 1 hörte sich die Musik stellenweise etwas dumpf an.
Leider saßen in beiden Vorstellungen störende Zuschauer hinter mir, die meinten, das Geschehen auf der Bühne kommentieren zu müssen.
 
Wie bereits in den Vorjahren gab es auch diesmal nach der Aufführung ein Meet & Greet mit den Darstellern. Dabei bestand die Möglichkeit, kurz mit den Hauptdarstellern zu sprechen, gemeinsame Fotos zu machen und Autogrammkarten zu erhalten. Auf Wunsch wurden diese sogar mit einer persönlichen Widmung versehen. Diese Begegnungen bilden einen schönen Abschluss des Theaterabends.
 



Da Plauen für uns nicht gerade um die Ecke liegt, hatten wir ursprünglich geplant, uns das Musical an einem Wochenende gleich zweimal anzuschauen. In der Hektik des Ticketkaufs ist mir allerdings ein Fehler unterlaufen: Statt Karten für den 19. und 21. Juni hatte ich versehentlich Tickets für den 19. und 28. Juni bestellt.
Da ein Umtausch nicht möglich war, überlegten wir zunächst, die Karten für den 28. Juni wieder zu verkaufen. Letztlich entschieden wir uns jedoch dagegen, und ich bestellte zusätzlich noch Tickets für den 21. Juni. Im Nachhinein sind wir über meinen Fehler sogar ziemlich froh, denn inzwischen haben wir beide große Lust, uns das Musical ein drittes Mal anzusehen.
Genau das zeigt wohl am besten, wie gut uns die Inszenierung gefallen hat. Wie schon die Romanvorlage konnte mich auch das Musical begeistern. Zu keinem Zeitpunkt kam Langeweile auf. Selbst bei meinem zweiten Besuch ertappte ich mich nicht dabei, auf die Uhr zu schauen. Im Gegenteil: Die knapp drei Stunden vergingen erstaunlich schnell.
Auch die Änderungen gegenüber der Buchvorlage haben meinen Gesamteindruck nicht geschmälert. Die meisten Anpassungen funktionieren innerhalb des Musicals sehr gut und tragen dazu bei, die Geschichte für die Bühne zu verdichten. Und ganz ehrlich: Nach all dem Leid, das Edmond und Mercédès durchstehen müssen, habe ich den beiden ihr spätes Glück von Herzen gegönnt.




3. Schiggys persönliche Highlights

Lieblingsszene: Die beiden großartigen, humorvollen „gesanglosen“ Szenen rund um Luisas Taschentuch-Falle und die anschließende Schein-Fechtszene.
 
Bestes Solo: Unentschieden zwischen Mercédès’ verzweifeltem „All die Zeit“ und Edmonds nachdenklichem „Der Mann, der ich einst war“.
 
Bestes Duett: Ganz klar „Niemals allein“.
 
Ohrwurm des Tages: „Piraten – Wahrheit oder Wagnis“, dicht gefolgt von „Hölle auf Erden“.
 
Überraschung des Tages: Als sich das erste Kulissenteil krachend aus der Gefängniswand löste.
 
Beste Ensemblenummer: „Piraten – Wahrheit oder Wagnis“ mit seiner schwungvollen und abwechslungsreichen Melodie.
 
Lustigster Moment: Die Schein-Fechtszene zwischen Edmond, Luisa und Jacopo.
 
Emotionalster Moment: Das Paralleldrama in „Jeden Tag ein kleiner Tod“, in dem sowohl Mercédès als auch Edmond jeden Hoffnungsschimmer verlieren.




4. Die Besetzung

Schiggy saß im Publikum. Aber wer stand auf der Bühne?

Edmond Dantès / Graf von Monte Christo – Jannik Harneit
Mercédès – Christina Maria Gass
Fernand Mondego / Graf von Morcerf – André Gass
Gérard de Villefort – Nikolaus Nitzsche
Baron Danglars – Gabriel Wernick
Abbé Faria – Marian Hadraba
Albert von Morcerf – Tobias Gerisch
Valentine – Natalia Willot
Luisa Vampa – Karen Helbing
Morrel – Andrey Valiguras
Jacopo – Fabian Broermann
Sopran-Solo – Qiuyaxu Jin / Natalia Willot
Louis Dantès – Taehyeon Kim / Michael Simmen
Kommissar – Michael Kieslich / Jaeho Lee
Mme. Villefort – Beata Panfil / Manja Ilgen
Isabella – Silke Jahn-Popov / Joanna Jaworowska
Sophie – Viktorija Narvidaité / Jacqueline Treydel
Gabriella – Beata Panfil
Ein Witzbold – Alcäus Papanagis
 
Paare 1–3:
Jacqueline Treydel, Young Chan Cho, Manja Ilgen / Viktorija Narvidaité, Taehyeon Kim, Beata Panfil / Iwona Semla, Michael Simmen
Piraten 1–5:
Silke Jahn-Popov, Michael Kieslich, Alcäus Papanagis, Norman Sengewald, Michael Simmen / Dong-Bum Kim, Taehyeon Kim, Jaeho Lee, Michael Simmen, Jacqueline Treydel
Mann 1 - Norman Sengewald / Young Chan Cho
Mann 2 - Manja Ilgen / Viktorija Narvidaité / Dietmar Wölker
Mann 3 - Dong-Bum Kim
Frau 1 - Silke Jahn-Popov
Frau 2 - Viktorija Narvidaité
Frau 3 - Jacqueline Treydel
Frau 4 - Beata Panfil
Es spielten die Clara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau unter der musikalischen Leitung von Michael Nündel.
 

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