Mittwoch, 15. April 2026

Kurz gebellt zu: Gefährliche Gestalten

  




   Allgemeine Infos:

OriginaltitelGefährliche Gestalten
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Katja Brandis
Übersetzt von: ///
Verlag: Arena
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Seawalkers
Teil: 1
Genre: Urband Fantasy
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 301
Preis11,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-401-51300-3







Klappentext:
Für Tiago ist es ein Schock, als er herausfindet, dass er ein Gestaltwandler ist. Und was für einer: In seiner zweiten Gestalt als Tigerhai wird er sogar von seinen Mitschülern gefürchtet. Einzig das fröhliche Delfinmädchen Shari hat keine Angst vor ihm. Doch ihre Freundschaft wird bereits beim ersten großen Abenteuer, das sie an der Blue Reef High erwartet, auf die Probe gestellt.


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Geschenk
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 08.04.2026
Beendet: 14.04.2026
Gebraucht: 7 Tage

Kurz gebellt


Weil mir die Woodwalkers-Reihe so gut gefallen hat und ich Haie faszinierend finde, war ich sehr neugierig auf den ersten Teil von Seawalkers. Schließlich ist Tiago, der Protagonist, in seiner Tiergestalt ein Tigerhai. Gerade deshalb war meine Erwartung entsprechend hoch.
Leider wurde ich mit ihm überhaupt nicht warm. Er wirkt oft sehr oberflächlich und bewertet andere nach ihrem Aussehen, wirft aber genau das seiner Erzfeindin vor. Fiese Bemerkungen haut er ebenfalls gerne raus. 
An dieser Stelle möchte ich einen seiner Gedanken von Seite 158 nennen:
„Vielleicht ein bisschen oberflächlich, aber auch nicht schlimmer als manche fetten, in Jogginganzügen und nach billigem Parfüm stinkenden Mütter in meiner alten Highschool.“
Gerade weil ich Haie unglaublich faszinierend finde und mich sehr auf einen Hai-Wandler als Protagonisten gefreut habe, war meine Enttäuschung über Tiago besonders groß. Ich hatte erwartet, dass ich mich mit ihm gut identifizieren kann und vielleicht sogar mit ihm mitfühle – vor allem in Momenten, in denen andere ihn aufgrund seiner Hai-Gestalt fürchten oder meiden. Diese Angst kann ich selbst nämlich überhaupt nicht nachvollziehen.
Umso schwieriger fand ich es, dass Tiago selbst immer wieder sehr oberflächliche und abwertende Gedanken über andere äußert. Damit hat er für mich viel von dem zerstört, was ich mir von einem solchen Charakter erhofft hatte. Statt Mitgefühl auszulösen, entstand bei mir eher Distanz.
Als Carag auftaucht, reagiert Tiago zudem mit einer sehr starken Eifersucht, was ihn für mich nicht sympathischer macht. Über den Puma-Wandler aus der Woodwalkers-Reihe habe ich mich dagegen sehr gefreut – Carag mochte ich ja von Anfang an.
Von Shari, dem Delfinmädchen, erfährt man leider nicht allzu viel. Sie wird von Tiago vor allem über ihr Aussehen beschrieben – als das schönste Mädchen der Welt und sehr schlank. Auch hier fiel mir wieder diese starke Oberflächlichkeit auf.
Die Rivalität zwischen Tiago und einigen der Süßwasser-Wandler hat mich ein wenig an die Situation zwischen Carag und den Wölfen erinnert.
Der Schreibstil ist dagegen sehr angenehm. Die Sätze sind klar und nicht unnötig verschachtelt, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Das war auch ein wichtiger Grund, warum ich weitergelesen habe, obwohl ich mit Tiago nicht warm wurde. Außerdem war ich natürlich gespannt auf das „Wiedersehen“ mit Carag.
Normalerweise mag ich die Ich-Perspektive sehr, weil man dadurch eine enge Verbindung zur Hauptfigur aufbauen kann. Hier hätte ich mir allerdings gewünscht, etwas weniger in Tiagos Gedankenwelt zu stecken.
Was mich ebenfalls gewundert hat: Er nimmt es erstaunlich gelassen hin, dass er ein Seawalker ist. Da er bis zu seiner Verwandlung als Mensch gelebt hat und nichts von dieser Welt wusste, hätte ich mehr Unsicherheit, Fragen oder auch Ängste erwartet. Stattdessen findet er sich sehr schnell damit ab.
Mit der Cafeteria hatte ich ein wenig Schwierigkeiten beim Vorstellen. Das Konzept mit dem gefluteten Raum, damit die Wandler in Tiergestalt hineinschwimmen können, fand ich zwar grundsätzlich interessant. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, wie das für die Wandler in Menschengestalt praktisch umgesetzt ist, wenn dort auch Tische und Bänke stehen.
Vielleicht habe ich mir das auch zu realistisch vorgestellt, aber für mich wirkte das nicht ganz stimmig, weil ich mir schwer vorstellen konnte, wie man dort trocken und bequem essen soll.
Ab dem Zeitpunkt, an dem Shari, Ella, Tiago und Carag auf ihre Rettungsmission gehen, wird es deutlich spannender. Der mysteriöse Hilferuf sorgt für eine interessante Entwicklung, die mich dann auch mehr fesseln konnte.
Das Buch behandelt außerdem Themen wie Naturschutz, insbesondere den Schutz der Gewässer, und setzt sich kritisch mit Tiershows auseinander. Dabei wirkt es nicht belehrend, sondern regt eher dazu an, sich eigene Gedanken zu machen.
Insgesamt hat mir das Buch also durchaus gefallen. Nur Tiago hätte ich mir weniger oberflächlich und dafür deutlich sympathischer gewünscht. Gerade weil er ein Hai-Wandler ist, hat mich das besonders enttäuscht.


Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Schade. Ich hatte erwartet, dass mir die Geschichte mit einem Hai-Wandler als Protagonisten besonders gut gefallen würde.
Fazit: Eine interessante Idee, die für mich durch den unsympathischen Protagonisten etwas an Lesespaß verliert.
Bewertung


Schiggy unterwegs... Grease in Dortmund

 


1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel der Veranstaltung: Grease – Das Musical
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Opernhaus Dortmund
Sprache: Dialoge auf Deutsch, Songs auf Englisch
Besuch: 12.04.2026
Beginn: 14:30 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten inkl. Pause
Reihe / Platz: Reihe 6, Platz 169
Vorlage: originäres Stück
Wichtige Hinweise: Sing-along-Show (zwei Songs wurden jeweils einmal regulär und einmal zum Mitsingen gespielt)

2. Die Besetzung der besuchten Vorstellung

Danny Zuko: Philipp Büttner
Sandy Dumbrowski: Antonia Kalinowski

Pink Ladies:
Betty Rizzo – Maria-Danaé Bansen
Frenchy – Friederike Zeidler
Marty Maraschino – Katalin Rohse
Jan – Anna Teodora Donosa-Danila

Burger Palace Boys:
Kenickie Murdock – Markus Schneider
Doody – Pedro Reichert
Roger – Julius Störmer
Dominic „Sonny“ LaTierri – Jonathan Guth

Weitere Rollen:
Patty Simcox – Kelly Parnier
Eugene Florczyk – Albert Gaßmann
Charlene „Cha-Cha“ DiGregorio – Giulia Vazzoler
Miss Lynch – Brigitte Schirlinger
Vince Fontaine – Mark Seibert

Ensemble:
Alina Adam, Sofia Elena Coretti, Carina Leopold, Marie Pioner, Lucia Prader-Pscheidl, Christina Verrieth, Andrew Chadwick, Jan-Marten Gerve, Christoph Gründinger, Timm Moritz Marquardt, Tamino Herzog, Ivan Keim

Grease-Band:
Keyboard / Musikalische Leitung – Stephan Kanyar
Gitarre I – Julien Castanie
Gitarre II – Bastian Ruppert
Bass – Malt Winter
Drums – Stefan Schott
Saxophon I – Wim Wollmer
Saxophon II – Nappo (Klaus) Bernatzky

3. Mein Eindruck von der Show

Schiggy war wieder unterwegs – dieses Mal unternahmen wir eine Zeitreise in die späten 1950er-Jahre. 
Das Musical habe ich bereits zweimal komplett auf Englisch gesehen, außerdem kenne ich die Filmadaption. Entsprechend war ich gespannt auf diese Inszenierung.
Als wir die Tickets gebucht hatten, war noch nichts von einer Sing-along-Show bekannt. Erst durch Zufall erfuhr ich davon, als ich ein Gespräch in einer anderen Vorstellung aufschnappte. Ehrlich gesagt hatte ich zunächst ein mulmiges Gefühl – ich befürchtete, dass das Publikum permanent laut mitsingen und man die Darsteller kaum noch hören würde.
Diese Sorge erwies sich zum Glück als unbegründet: Jeweils das letzte Lied vor der Pause und das Finale wurden zunächst regulär gespielt und anschließend noch einmal als Mitsing-Version wiederholt. Das empfand ich als sehr gelungene Lösung. Aus anderen Produktionen kenne ich es so, dass die Mitsing-Parts direkt in die Handlung integriert sind – diese Variante hier war deutlich angenehmer. Ein klarer Pluspunkt.
Beim Betreten des Saals war ich zunächst überrascht vom Bühnenbild – es wirkte fast wie eine Baustelle, sogar ein Betonmischer stand auf der Bühne. Ich überlegte kurz, ob ich mich an etwas Vergleichbares aus früheren Inszenierungen oder dem Film erinnere, konnte es aber nicht einordnen. Entsprechend gespannt war ich, welche Bedeutung dieses Setting haben würde.
Noch vor Beginn tritt der „Schulleiter“ auf und erklärt, dass das Schuljahr heute endet – passend dazu, dass wir die vorletzte Vorstellung besuchten. Außerdem erläuterte er das Konzept des Sing-alongs.
Die eigentliche Vorstellung beginnt dann mit einem ungewöhnlichen Bild: Vier sichtbar gebrechliche Senioren betreten mühsam die Bühne. Dieser Einstieg weckte sofort meine Neugier. Schnell entsteht der Eindruck, dass es sich um ehemalige Schüler handelt, die an ihre Schulzeit zurückdenken. Als eine der Frauen ein Radio einschaltet und plötzlich Figuren im Stil der 1950er-Jahre erscheinen, wird klar: Die Handlung springt zurück in die Vergangenheit. Ein origineller und sehr stimmungsvoller Beginn, der mir ausgesprochen gut gefallen hat. Vermutlich handelt es sich bei der älteren Frau um Sandy, die sich an ihre Jugend erinnert.

erinnert mich irgendwie an ein Roboter-Gesicht

Die Darsteller überzeugten mich nahezu durchweg und ich nahm ihnen ihre Rollen glaubhaft ab.
Sandy, die neu an die Rydell High kommt, wirkt sehr unschuldig, beinahe naiv. Sie ist überglücklich, Danny wiederzutreffen, umso größer ist ihre Enttäuschung, als er ihre gemeinsame Vergangenheit herunterspielt. Ihre Disziplin und das eher konservative Elternhaus zeigen sich darin, dass sie weder raucht noch trinkt und immer pünktlich zu Hause ist. Dass die Pink Ladies sich darüber lustig machen, setzt ihr sichtlich zu.
Besonders emotional wird es, als sie beim Tanzwettbewerb von Danny stehen gelassen wird und im Waschraum ihr Solo „Hopelessly devoted to you“ singt – ein Moment, in dem sie sehr verletzlich wirkt.
Danny hingegen versucht, vor seinen Freunden besonders cool zu erscheinen und verdrängt dabei seine echten Gefühle. Seine Unsicherheit wird jedoch immer wieder sichtbar, etwa in seinem Solo „Sandy“, in dem deutlich wird, dass er sich ändern möchte, weil er erkannt hat, dass er Sandy liebt.
Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern war sehr stimmig, auch gesanglich harmonierten sie hervorragend.
Die Pink Ladies werden von Betty Rizzo angeführt. Sie ist selbstbewusst, schlagfertig und weiß genau, was sie will. Hinter ihrer harten Fassade zeigt sich in „There are worse things I could do“ jedoch eine verletzlichere Seite.
Frenchy ist offen und herzlich, ohne dabei zu überdreht zu wirken, was mir hier besonders gut gefiel. In einer anderen Vorstellung war sie wirklich extrem quietschig.
Marty wirkt stark auf materielle Dinge fixiert und nutzt ihren Charme gezielt aus, was sich in „Freddy my love“ zeigt.
Jan tritt zunächst eher zurückhaltend auf, beweist aber durchaus Schlagfertigkeit.
Auch die T-Birds – Kenickie, Doody, Roger und Sonny – geben sich betont cool, halten aber fest zusammen. Ihr Umgang mit Eugene, den sie regelmäßig schikanieren, zeigt jedoch auch die Schattenseiten ihres Verhaltens.
Eugene selbst wirkt unsicher und geduckt, als wolle er möglichst wenig auffallen. Gleichzeitig sehnt er sich danach, dazuzugehören, was besonders deutlich wird, als er Dannys Jacke tragen darf.
Die Cheerleaderin Patty Simcox hingegen ist ehrgeizig, selbstbewusst und sehr darauf bedacht, im Mittelpunkt zu stehen.
Cha-Cha bringt als temperamentvolle Tänzerin zusätzliche Dynamik in die Handlung, während Miss Lynch als strenge, aber faire Lehrerin auftritt.
Alle diese Rollen waren überzeugend besetzt und auch das Ensemble versprühte eine ansteckende Energie.
Als einzige Rolle konnte mich die des Vince Fontaine nicht überzeugen. Sein Auftritt beim Tanzwettbewerb wirkte auf mich unangenehm und insgesamt zu überzeichnet. Die ohnehin selbstverliebte und „schmierige“ Art der Figur wurde hier für meinen Geschmack zu stark durch ausladende Gestik betont, wodurch sie eher ins Karikaturhafte abglitt und an Charme verlor.
Bei anderen Inszenierungen wirkte diese Figur ebenfalls selbstbewusst, aber deutlich zugänglicher. Zudem fiel auf, dass ein zunächst angedeuteter amerikanischer Akzent nicht konsequent beibehalten wurde. Auch stimmlich sagte mir die Klangfarbe nicht zu, sodass diese Rolle im Vergleich zu den übrigen Darstellern für mich abfiel.



Die bekannten Songs sorgten für gute Stimmung, ohne dass das Publikum permanent mitklatschte – was ich persönlich sehr angenehm fand. Die Live-Band, bestehend aus sieben Musikern, spielte schwungvoll und gut abgestimmt, ohne den Gesang zu übertönen. Besonders gelungen fand ich ihre Integration in die Handlung beim Tanzwettbewerb.
Das Bühnenbild ist grundsätzlich fest angelegt, wird jedoch durch zahlreiche Requisiten flexibel ergänzt. Szenenwechsel erfolgen sichtbar, aber schnell und fließend, was ich eher charmant als störend empfand. Mit wenigen Mitteln entstehen Klassenzimmer (Stühle, Tische), Schlafzimmer (Bett, Schrank), Sporthalle (Basketballkorb), Werkstatt (Schild, auf dem Garage steht), Waschraum (Waschbecken), riesige Schilder in Autoform (Autokino) oder Café (Bistrotische, riesige Schallplatte mit den Worten Burger Palace). 
Als Kenickies Cabrio zum ersten Mal auf die Bühne geschoben wurde, war das schon ein kleiner „Wow-Moment“. Das war so ein richtiger amerikanischer Schlitten, wie man ihn sich aus dieser Zeit vorstellt.
Auch die Kostüme transportieren das Flair der 1950er-Jahre sehr gut – von Petticoats bis Lederjacken. Sandys Wandel wird dabei auch optisch deutlich unterstrichen. Trägt sie zunächst noch weite Petticoats, Turnschuhe und einen Pferdeschwanz, betont sie am Ende mit enganliegender Kleidung, High-Heels und Locken ihr erwachtes Selbstbewusstsein.
Das Lichtkonzept unterstützt die Szenen stimmungsvoll, und die Choreografien wirken schwungvoll und präzise.
Positiv hervorzuheben ist auch das Publikum, das aufmerksam und respektvoll war. Störungen wie Gespräche oder Handy-Nutzung habe ich dieses Mal nicht mitbekommen.
Das Sing-along-Konzept war insgesamt gelungen, auch wenn die Platzierung der Übertitel nicht optimal war, weil man sich entscheiden musste, ob man die Texte liest oder den Darstellern zuschaut. Während „We go together“ eher zurückhaltend aufgenommen wurde, sorgte „You’re the one that I want“ am Ende für deutlich mehr Beteiligung.
Der Schluss der Inszenierung gefiel mir besonders gut: Die Handlung kehrt zur älteren Sandy zurück und schließt damit den Kreis zum Anfang. Dieser dramaturgische Rahmen wirkte sehr stimmig und rundete die Inszenierung gelungen ab.
Positiv hervorheben möchte ich außerdem: Im Foyer gab es eine Fotoecke mit einem Bistrotisch und Requisiten-Milkshakes. Da haben wir uns dann direkt angestellt, um Erinnerungsfotos zu machen.
Als kleines Geschenk gab es am Infostand einen Kamm aus Holz, in dem „Grease“ und „Opernhaus Dortmund“ eingebrannt waren. Dieser steckte in einer Verpackung, auf der „Kamm to Dortmund“ stand. Ein witziges Wortspiel.
Insgesamt handelt es sich um eine schwungvolle Inszenierung mit viel Spielfreude, starken Stimmen und einer gelungenen Umsetzung. Besonders die kreative Verbindung von Anfang und Ende bleibt positiv in Erinnerung, auch wenn die Darstellung von Vince Fontaine für mich etwas hinter dem ansonsten hohen Niveau zurückblieb.



4. Persönliche Highlights

Lieblingsszene: Beauty School Dropout
Bestes Solo: Hopelessly devoted to you (Sandy)
Bestes Duett: Rock’n’Roll Party Queen (Doody und Roger)
Ohrwurm des Tages: Das Musical ist voller Ohrwürmer – keine eindeutige Wahl möglich
Überraschung des Tages: Das erste Auftauchen des Autos
Beste Ensemblenummer: Greased Lightning
Lustigster Moment: „Sie sind so… so alt.“ sowie Doodys Gitarrenversuch
Emotionalster Moment: „Hopelessly devoted to you“ – sehr berührend und verletzlich dargestellt



Dienstag, 14. April 2026

Aktuell lese ich...

 Hallo,





... einen Reihenauftakt und einen Einzelband.

Mein aktuelles Lesefutter



Für Tiago ist es ein Schock, als er herausfindet, dass er ein Gestaltwandler ist. Und was für einer: In seiner zweiten Gestalt als Tigerhai wird er sogar von seinen Mitschülern gefürchtet. Einzig das fröhliche Delfinmädchen Shari hat keine Angst vor ihm. Doch ihre Freundschaft wird bereits beim ersten großen Abenteuer, das sie an der Blue Reef High erwartet, auf die Probe gestellt.





»Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast ... «, behauptet der Verfasser eines anonymen Briefs und versetzt damit Julie, Ray, Helen und Barry in Angst und Schrecken. Eigentlich war es »nur« ein Unfall – doch an jenem Juliabend vor einem Jahr beschlossen die vier Freunde, das tödliche Ereignis für immer als ihr Geheimnis zu bewahren. Aber irgendjemand kennt die Wahrheit – und will Rache! Und damit beginnt ein albtraumhafter Wettlauf auf Leben und Tod ...



Lesefortschritt



Aktuell bin ich auf Seite 239 von 301. <Es dauerte eine Weile, bis ich herausfand, woher der Ruf gekommen war.> (Kapitel Mit Klauen und Zähnen)





Aktuell bin ich auf Seite 58 von 254.<Ray Bronson war nicht überrascht, als er morgens den Umschlag im Briefkasten entdeckte.> (Kapitel Fünf)



Warum dieses Buch?



Weil ich so einige Reihenauftakte auf dem SuB habe, dachte ich, ich lese in nächster Zeit überwiegend die ersten Bände und entscheide dann, ob ich die Reihe überhaupt weiterverfolgen will. Die Woodwalkers-Reihe hat mir gut gefallen. Von Haien bin ich ja fasziniert. Also war ich wirklich gespannt auf die Seawalkers.





Ich habe nach bestimmten gebrauchten Filmen gesucht, die es neu nicht mehr gibt. Dann haben mir gerade noch 1,29 € bis zur portofreien Lieferung gefehlt. Also habe ich bei den 1-2 € Büchern geschaut und das hier für 1,40 € entdeckt und mitbestellt. Weil ich so meine Schwierigkeiten mit dem Protagonisten aus Seawalkers habe, und dieser Thriller nur um die 250 Seiten hat, habe ich das Buch direkt begonnen. 



Was gibt es sonst noch zu sagen?


Ich hatte es ja schon angedeutet. Leider ist mir Tiago nicht sympathisch. Er ist ganz schön oberflächlich und auch fies. Auf Seite 158 sind seine Gedanken etwa "Vielleicht ein bisschen oberflächlich, aber auch nicht schlimmer als manche fetten, in Jogginganzügen und nach billigem Parfüm stinkenden Mütter in meiner alten Highschool." Überhaupt bewertet er die anderen nach ihrem Aussehen. Shari ist natürlich das schönste Mädchen der Welt. Als dann Carag auftaucht, reagiert Tiago sehr eifersüchtig. Dass er ein Seawalker ist, nimmt er außerdem schnell hin und findet sich ruckzuck zurecht. Und das mit der überfluteten Cafeteria stelle ich mir seltsam vor. Ja, es soll dafür sein, dass die Seawalkers in ihrer Tiergestalt hinschwimmen können, aber das bedeutet ja auch, dass diejenigen in Menschengestalt wahrscheinlich hüfthoch durchs Wasser waten und dann sich nass zum Essen hinsetzen. Das klingt nicht so angenehm.



Leider wurden bei meinem Exemplar die ersten Seiten rausgerissen. Die erste Seite ist dann Kapitel 1. Ich habe dann erst mal geschaut, ob da vielleicht der Prolog fehlt, aber es gibt keinen. Naja, die rausgerissenen Seiten sind nicht so toll, aber das Buch hat ja nicht mal 1,50 € gekostet. Weil eben auch nichts von der Handlung fehlt, kann ich drüber hinwegsehen.



Was ist sonst noch passiert?


Ich bin dabei, das neue Zuhause für Schiggy anzulegen. Es ist zwar noch etwas Zeit, aber ich wollte schon mal damit beginnen. Dann kann ich das in Ruhe ohne Druck erledigen. Als Eiablage-Platz (ich hatte ja schon erzählt, dass sie das braucht, weil sie sonst an Legenot sterben könnte) habe ich eine Kaninchentoilette gekauft. Die fülle ich dann mit Sand auf und pflanze Mini-Gräser ein, damit sie dann ungestört ist. Weil sie dreieckig ist, passt sie auch ideal in die Ecke auf ihre Höhle. Als Weg nach oben habe ich an eine Nagerbrücke aus Holz gedacht. Dabei habe ich schon eine als Sonnendeck. Das kennt sie also und hat keine Schwierigkeiten, daran hochzuklettern.
So eine Nagerbrücke meine ich. Sie ist mit Drähten durchzogen und lässt sich deshalb schön verbiegen.
Sobald das neue Zuhause fertig ist, werde ich dann mal ein Foto davon machen.


Liebe Grüße
Tinette

Mittwoch, 8. April 2026

Kurz gebellt zu: Der wilde Roboter

 



   Allgemeine Infos:

OriginaltitelThe Wild Robot
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Peter Brown
Übersetzt von: Uwe-Michael Gutzschhahn
Verlag: Penguin Junior
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Der wilde Roboter
Teil: 1
Genre: Kinderbuch
Erscheinungsjahr: 2017
Seiten: 282
Preis15,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-328-30403-6




Klappentext:
Als das Robotermädchen Roz erstmals die Augen öffnet, findet sie sich auf einer wilden, einsamen Insel wieder. Wie sie dorthin gekommen ist und warum, weiß sie nicht. Das Wetter und ein wilder Bär setzen ihr übel zu, und Roz begreift, dass sie sich ihrer Umgebung anpassen muss, wenn sie überleben will. Also beobachtet sie, erlernt die Sprache der Tiere und entdeckt, dass Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sie weiterbringen. Viele würden das Blechmonster zwar am liebsten verjagen, aber Roz gibt nicht auf. Sie zieht ein Gänseküken auf, und endlich fassen die Tiere Vertrauen. Als Roz dann in großer Gefahr schwebt, stehen sie ihr als Freunde bei.




Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 07.04.2026
Beendet: 07.04.2026
Gebraucht: 1 Tag

Kurz gebellt


Den gleichnamigen Film habe ich beim Stöbern zufällig entdeckt und spontan mitbestellt, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. Ich habe ihn dann ohne Erwartung begonnen, und er hat mich direkt emotional gepackt.
Dadurch wurde ich auch neugierig auf die Buchvorlage, die ich als Schnäppchen gebraucht ergattern konnte.

Es ist der 1. Teil der Reihe. Die Fortsetzungen sind (bisher) nicht auf Deutsch erschienen. Es ist ein Kinderbuch. Das merkt man direkt durch die sehr große Schrift und die vielen Illustrationen, die vom Autor selbst stammen.
Dass die Geschichte 80 Kapitel auf 283 Seiten hat, zeigt bereits, dass die einzelnen Kapitel nicht sehr lang sind – und genau so ist es auch. Teilweise sind sie sogar nur eine halbe Seite lang.
Die Sätze sind einfach und kurz gehalten. So liest sich das Buch sehr flott und flüssig.

Die Geschichte an sich ist wirklich schön, aber ich muss sagen, dass mir der Film doch besser gefallen hat, auch wenn er zum Teil stark von der Buchvorlage abweicht. Im Film ist Roz noch herzlicher. Sie tut mir leid, als sie versucht, den Tieren zu helfen, und es dadurch nur noch schlimmer macht, etwa als sie die Stämme vom Biberdamm entfernt.
Im Buch bleibt sie eher kühl, was natürlich wiederum dazu passt, dass sie ein Roboter ist und daher keine Gefühle hat.
Das Buch geht offener mit dem Thema Tod um. So lesen wir schwarz auf weiß, dass Roz die Gänseeltern und vier Küken in den Eiern getötet hat, als sie auf sie gefallen ist, und der Fuchs sagt, dass er etwas Besseres als das Küken zu fressen hat. Es ist klar, dass er die toten Gänseeltern verschlingen wird. Im Film wird nur angedeutet, dass Roz für den Tod verantwortlich ist. Es ist aber nichts von den toten Gänsen zu sehen.
Außerdem wird beschrieben, dass viele Tiere den Winter nicht überlebt haben und der Frühling ihre Leichen freigibt, die dann zu Erde werden würden. Ich bin mir nicht sicher, ob das für jüngere Kinder nicht zu erschreckend sein könnte.
Geschrieben ist das Buch im Präteritum aus der Sicht eines neutralen Erzählers, wobei dieser aber auch öfter mal die Leser direkt anspricht und ihnen z. B. das mit den erfrorenen Tieren erklärt. Das finde ich einen guten Ansatz.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die Idee mit einem Roboter, der eigentlich keine Gefühle hat und sich dann um ein kleines Gänseküken kümmert, gefällt mir sehr gut. Die Beziehung der beiden ist schön dargestellt, bleibt aber etwas distanziert, was – wie bereits gesagt – zu Roz passt und dadurch realistischer wirkt als im Film.
Mir gefiel dieses viel herzlichere Verhältnis der beiden im Film trotzdem besser. Da hatte ich am Ende auch Tränen in den Augen, ohne jetzt spoilern zu wollen, was genau passiert.
Gespannt wäre ich trotzdem auf die Fortsetzung. Ich überlege, ob ich sie auf Englisch lesen soll. Mich würde schon interessieren, ob Roz die Flucht gelingt und wie das Wiedersehen mit Leuchtschnabel und den anderen Tieren der Insel sein könnte.

Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich wäre ja schon neugierig, wie es weitergeht...
Fazit: Eine schöne, ruhige Geschichte über eine ungewöhnliche Mutter-Kind-Beziehung, Freundschaften und Zusammenhalt – auch wenn mich die Buchversion emotional nicht ganz so erreicht hat wie der Film.
Bewertung


Kurz gebellt zu: Das Labyrinth der Knochen

 


   Allgemeine Infos:

Originaltitel: The Maze of Bones
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Rick Riordan
Übersetzt von: Bernd Stratthaus
Verlag: Adrian Verlag
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die 39 Zeichen
Teil: 1
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2024
Seiten: 216
Preis12,95 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3985851935






Klappentext:
Die Cahills sind die mächtigste Familie der Welt. Sie birgt ein Geheimnis, das das Schicksal der Menschheit für immer verändern kann… Als die Patriarchin Grace Cahill stirbt, hinterlässt sie ein folgenschweres Erbe: Sieben Teams aus den vier verschiedenen Häusern der Familie sollen sich auf eine gefährliche Mission begeben, auf der das lang vergessene Familiengeheimnis gelöst werden muss. Wem wird es zuerst gelingen, die 39 Zeichen zu entschlüsseln? Auch die Geschwister Dan und Amy entschließen sich, Grace Erbe anzunehmen und sich auf die abenteuerliche Suche nach den 39 Zeichen zu begeben. Der erste Hinweis führt sie auf den Spuren Benjamin Franklins von Boston nach Paris. Doch haben sie ohne Geld und nur mit der Hilfe ihres Kindermädchens Nellie überhaupt eine Chance, das Rennen zu gewinnen? Die anderen Teams trauen den Geschwistern offenbar einiges zu, denn sie versuchen alles, um Dan und Amy möglichst schnell aus dem Weg zu räumen…


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 24.03.2026
Beendet: 07.04.2026
Gebraucht: 15 Tage

Kurz gebellt


Das Labyrinth der Knochen ist der erste Band der Reihe Die 39 Zeichen, die ich eher zufällig entdeckt habe. Der Klappentext klingt interessant – und da mir bereits andere Bücher von Rick Riordan gefallen haben, war ich entsprechend neugierig auf diesen Auftakt.
Es werden viele Namen genannt, wodurch ich kurzzeitig etwas den Überblick verloren habe, wer eigentlich zu wem gehört. 
Im Mittelpunkt stehen jedoch klar die Geschwister Amy und Dan. Amy ist die Vernünftigere von beiden: vorsichtig, belesen und eher konfliktscheu. Dan hingegen handelt oft impulsiv, überrascht aber immer wieder mit nützlichem Wissen und einem erstaunlich guten Gedächtnis.
Als Waisen, die eine sehr enge Bindung zu Grace hatten, stehen die beiden plötzlich vor einer großen Entscheidung: Sie schlagen eine Million Dollar pro Person aus, ohne genau zu wissen, worauf sie sich einlassen. Genau darin liegt eines der zentralen Geheimnisse der Geschichte.
Die Spannung baut sich schnell auf, da die konkurrierenden Teams nicht davor zurückschrecken, auch zu drastischen und gefährlichen Mitteln zu greifen, um Amy und Dan aufzuhalten. Die Reise führt die Geschwister zunächst nach Paris, wo wir gemeinsam mit ihnen nach dem nächsten Hinweis suchen.
Erzählt wird die Geschichte im Präteritum aus einer neutralen Perspektive. Dadurch bleiben Amy und Dan zwar etwas auf Distanz, wirken aber dennoch sympathisch. Ich habe sie gerne auf ihrer Reise begleitet – ebenso wie ihr Kindermädchen Nellie – und mit ihnen gemeinsam die Hinweise entschlüsselt.
Das Buch endet mit einem Hinweis auf Mozart, der die Geschwister nach Wien führen wird. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, und möchte unbedingt weiterlesen.

Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Soll ich Teil 2 schon kaufen, obwohl ich eigentlich im Moment kaum zum Lesen komme?
Fazit: Ein spannender Reihenauftakt, bei dem man gemeinsam mit den ungleichen, aber sympathischen Geschwistern die ersten Rätsel entschlüsseln kann.
Bewertung

Dienstag, 7. April 2026

Schiggy unterwegs... The Bodyguard in Frankfurt

1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel: The Bodyguard – The Musical
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Alte Oper Frankfurt
Besuch: 05.04.2026
Beginn: 15:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden inkl. Pause
Sprache: Englisch
Musik: Live-Band
Reihe / Platz: Reihe 1 Platz 16
Vorlage: gleichnamiger Film
Wichtige Hinweise:
Die Inszenierung ist komplett auf Englisch, was einige wohl vorher nicht gelesen haben.

2. Die Besetzung der besuchten Vorstellung

Rachel Marron: Mireia Mambo
Frank Farmer: Matt Milburn
Fletcher: Rio Chigwedere
Nikki Marron: Sasha Monique
Bill Delvaney: John Macaulay
Sy Spector: Ryan Bennett
Ray Court: Luke Walsh
Tony Scibelli: Jonathan Alden
The Stalker: James-Lee Harris
 
Ensemble
Kayne Gordon
Taylor Bridges
Ohaana Greaves
Alice Readie
Theo UK Rose
Yiota Theo
Luke Woolaston
Zirihi Zadi

3. Mein Eindruck von der Show

Schiggy war wieder unterwegs – ohne eigenen Bodyguard, aber dafür stand „The Bodyguard“ auf der Bühne.
Der Besuch kam diesmal auf Initiative meiner Tante zustande, die den Film The Bodyguard sehr mag und sich das Musical unbedingt anschauen wollte. Da in ihrer Familie sonst niemand etwas mit Musicals anfangen kann, ich dafür umso mehr, hat sie mich kurzerhand eingeladen und mir die Tickets geschenkt.
Den Film selbst kannte ich vorher nicht, bekam aber auf der Fahrt eine kurze Einführung in die Handlung. Entsprechend bin ich ohne große Erwartungen, aber offen in die Vorstellung gegangen – mit dem Wissen, dass die Show komplett auf Englisch sein würde, was – wie ich schnell herausstellte – nicht allen klar gewesen war.
Unsere Plätze in der ersten Reihe erwiesen sich dabei als gute Entscheidung. Da die Reihen im Parkett erst weiter hinten ansteigen und ich nicht zu den Größten gehöre, hätte ich weiter hinten vermutlich deutlich weniger gesehen.
Obwohl ich den Film The Bodyguard vorher nicht kannte, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen. Die Inszenierung ist strukturiert aufgebaut und vermittelt alle wichtigen Informationen, ohne dass Lücken entstehen oder man sich etwas zusammenreimen muss.
Besonders gelungen ist, wie die Motivation der Figuren nachvollziehbar dargestellt wird. So wird schlüssig erklärt, warum Frank den Auftrag überhaupt annimmt, obwohl er normalerweise nicht als Bodyguard für Sänger oder Schauspieler arbeitet – ausschlaggebend ist letztlich Rachels kleiner Sohn.
Auch die zwischenmenschlichen Konflikte werden gut herausgearbeitet. Die unterschwellige Rivalität zwischen den Schwestern ist jederzeit spürbar: Nicki wirkt wie eine Person, die selbst gerne im Rampenlicht stehen würde, sich aber mit ihrer Rolle abgefunden hat und stattdessen in kleinen Bars auftritt – jedoch mit echter Leidenschaft für die Musik.
Gleichzeitig ist auch Rachels Ablehnung gegenüber dem Bodyguard absolut verständlich, da sie sich trotz ihres Ruhms nach einem möglichst normalen Leben sehnt, insbesondere für ihren Sohn.
Die Bedrohung durch den Stalker zieht sich konstant durch die Inszenierung und bleibt jederzeit präsent. Besonders eindrucksvoll ist die Szene in der Waldhütte:
Die plötzlich ausgeleuchtete Tür und die Erscheinung des maskierten Stalkers sorgen für einen spürbar angespannten Moment.
Emotionaler Höhepunkt dieses Handlungsstrangs ist für mich die Szene, in der Nicki in Rachels Armen stirbt, während diese „Jesus Loves Me“ singt – ein Lied, das die Schwestern verbindet und das auch an den Sohn weitergegeben wurde. Diese Kombination aus Handlung, Musik und Emotion hat mich besonders mitgenommen.
Besonders interessant ist die Einbettung moderner Elemente: Social Media und Handys spielen innerhalb der Handlung eine Rolle, etwa wenn Rachels Karaoke-Auftritt gefilmt und online verbreitet wird und dadurch die Handlung in Gang setzt. Dadurch wirkt die Inszenierung bewusst in die heutige Zeit verlegt und sehr stimmig.
Der musikalische Fokus liegt klar auf Rachel, ihrer Schwester Nicki und dem jungen Fletcher – die übrigen Rollen sind größtenteils als Sprechrollen angelegt.
Eine besonders unterhaltsame Ausnahme bildet jedoch die Karaoke-Szene: Frank kündigt selbst an, dass er nicht singen kann – und genau das setzt der Darsteller herrlich um. Seine bewusst schräg und unsauber gesungene Version von „I Will Always Love You“ sorgt für großen Applaus und viele Lacher im Publikum. Dabei singt er es so schlecht, dass ich anfangs nicht einmal erkennen konnte, welches Lied er interpretiert. Wirklich sehr gelungen.
Auch drei weitere Figuren überzeugen zuvor mit absichtlich schlechtem Karaoke, was vermutlich gerade für ausgebildete Sänger eine besondere Herausforderung darstellt – und entsprechend gewürdigt wurde. Diese Szene lockert die Handlung spürbar auf und gehört für mich zu den Highlights des Abends.
Rachel übernimmt den Großteil der Songs, die gesanglich durchaus anspruchsvoll sind. Dennoch wirkt ihr Gesang durchgehend mühelos: klar, kraftvoll und sehr präsent, ohne angestrengt zu klingen. Besonders die vielen Balladen entfalten durch ihre gefühlvolle Interpretation eine starke emotionale Wirkung. Gleich zu Beginn setzt sie mit „Queen of the Night“ ein energiegeladenes Ausrufezeichen und zeigt direkt ihr beeindruckendes Stimmvolumen.
Noch ein kleines Stück mehr überzeugt hat mich jedoch die Stimme von Nicki. Sie wirkt kraftvoll, angenehm klar und gleichzeitig sehr emotional. Vor allem in ruhigeren Songs wie „Saving All My Love for You“ oder „All at Once“ bringt sie eine spürbare Melancholie ein, die den Liedern zusätzliche Tiefe verleiht.
Für einen stimmungsvollen Abschluss sorgt „I Wanna Dance with Somebody“ als Zugabe nach dem Schlussapplaus. Hier kommen auch die Darsteller zum Singen, die zuvor nur gesprochen haben – was für einige Überraschungen sorgt.
Besonders der Stalker sticht dabei heraus: Während er zuvor mit wenigen, aber sehr bedrohlichen Momenten auffällt, zeigt er hier plötzlich eine völlig andere, völlig fröhliche Seite.
Auch der junge Darsteller des Fletcher überzeugt mit einer schönen, klaren Stimme. Gerade das noch Kindliche in seinem Gesang – passend zu seinem Alter von etwa zehn Jahren – verleiht seinen Auftritten eine besondere Authentizität.
Die darstellerischen Leistungen haben mich durchweg überzeugt – ich konnte allen Figuren ihre Rollen jederzeit abnehmen.
Rachel wird als selbstbewusste, nahbare Künstlerin dargestellt, die den Kontakt zu ihren Fans bewusst sucht und dabei sehr offen wirkt. Gerade diese Lockerheit macht sie sympathisch, zeigt aber auch ihre Verletzlichkeit: In einer Szene nach einem Auftritt kippt die Stimmung, als Fans zunehmend aufdringlich werden und ihre Nähe suchen. Hier wird deutlich, wie schnell die Situation außer Kontrolle geraten kann und wie wichtig Franks Eingreifen ist.
Gleichzeitig wird ihre Rolle als Mutter sehr glaubwürdig vermittelt. Ihre Beziehung zu ihrem Sohn ist spürbar liebevoll, und ihr Wunsch nach einem möglichst normalen Leben für ihn zieht sich nachvollziehbar durch die Handlung.
Der junge Darsteller des Fletcher überzeugt dabei besonders. Für sein Alter wirkt er erstaunlich souverän und natürlich – zu keinem Zeitpunkt nervös, sondern mit einer Selbstverständlichkeit auf der Bühne, die beeindruckt. Seine Unbekümmertheit passt perfekt zur Figur, die noch an das Gute im Menschen glaubt – was sich tragisch zeigt, als er sich nichtsahnend mit dem Stalker unterhält und diesem persönliche Informationen preisgibt.
Auch Nicki wird vielschichtig und glaubwürdig dargestellt. Man spürt ihren Wunsch, aus dem Schatten ihrer berühmten Schwester herauszutreten, gleichzeitig aber auch ihre Akzeptanz der eigenen Situation. Statt großer Bühnen steht sie in kleinen Bars – doch ihre Leidenschaft für die Musik bleibt unverkennbar.
Besonders gelungen ist die Darstellung der Beziehung zwischen den Schwestern: Trotz unterschwelliger Rivalität wirken sie als Team. Das zeigt sich unter anderem in einer schönen Szene, in der Rachel an einem Songtext arbeitet und nicht weiterkommt, bis Nicki die entscheidende Zeile ergänzt – ein Moment, der ihre Verbindung auf den Punkt bringt. Rachel beginnt: "No matter what they take from me They can't take away..." Hier stockt sie, und Nicki ergänzt: "…my dignity".
Diese Interpretation gefällt mir persönlich deutlich besser als die Filmversion von The Bodyguard, in der Nicki aus Eifersucht einen Auftragskiller engagiert. Im Musical bleibt sie eine durchweg nachvollziehbare und menschliche Figur, die ihre Schwester unterstützt, anstatt ihr zu schaden.
Der Stalker wird hingegen sehr intensiv und bedrohlich dargestellt. Mit ruhigen, kontrollierten Bewegungen, die mich an eine schleichende Katze erinnert haben, und seiner Präsenz auf der Bühne erzeugt der Darsteller eine durchgehend unangenehme Spannung. Besonders in Szenen, in denen er sich unbemerkt Zugang verschafft, Rachel beobachtet oder sich als jemand anderes ausgibt, wirkt er erschreckend glaubwürdig. In der Waldhütten-Szene erreicht diese Bedrohung ihren Höhepunkt – so sehr, dass ich unweigerlich ein Stück im Sitz zurückgerutscht bin. Der Moment, in dem er im Dunkeln Nicki für Rachel hält und zusticht, ist schockierend inszeniert. Seine Reaktion danach, als ihm bewusst wird, dass er die Falsche getroffen hat, verstärkt die Szene zusätzlich.
Frank wird als pflichtbewusster und professioneller Bodyguard dargestellt, der seine Aufgabe sehr ernst nimmt und wiederholt auf Sicherheitslücken hinweist. Gleichzeitig wird sein innerer Konflikt nachvollziehbar gezeigt, als er beginnt, Gefühle für Rachel zu entwickeln und zwischen Nähe und beruflicher Distanz schwankt.
Auch die Nebenfiguren tragen zur Glaubwürdigkeit der Inszenierung bei. Bill Devaney wirkt wie eine fürsorgliche, fast väterliche Figur für Rachel, während Tony im direkten Vergleich eher weniger engagiert erscheint. Sein Auftreten – etwa das ständige, demonstrative Kaugummikauen – vermittelt eher Gleichgültigkeit und hinterlässt einen leicht respektlosen Eindruck.
Musik und Gesang waren insgesamt gut ausbalanciert. Die Band übertönte zu keiner Zeit die Stimmen, sodass die Darsteller durchgehend klar verständlich waren. Lediglich ein kurzer Moment zu Beginn, als das Mikrofon von Frank für etwa ein bis zwei Sekunden verzögert einsetzte, fiel minimal auf, störte den Ablauf jedoch nicht.
Abgesehen davon lief die gesamte Vorstellung technisch stabil und ohne größere Probleme. Alle Darsteller waren jederzeit gut zu hören und deutlich zu verstehen. Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass eine frühere Aufführung aufgrund von Tonproblemen sogar abgebrochen werden musste – davon war bei unserer Vorstellung jedoch nichts zu merken.
Das Bühnenbild hat mich – gerade im Kontext einer Tourproduktion – positiv überrascht. Es wirkte durchgehend stimmig und wurde wirkungsvoll durch das Lichtdesign unterstützt, auch wenn mich zu Beginn während „Queen of the Night“ einzelne Scheinwerfer kurzzeitig blendeten.
Die Kulissen waren funktional und schnell wechselbar: Stühle und Tische wurden für Bar- und Karaoke-Szenen hereingeschoben, während andere Räume nur angedeutet waren. So wurden beispielsweise Fletchers Kinderzimmer durch ein Bett und Spielsachen dargestellt, Rachels Schlafzimmer durch ein schlichtes Bett, und die Waldhütte durch Fenster und eine markante Tür.
Auch die erhöhte Bühne auf der Bühne für bestimmte Auftritte sorgte für zusätzliche Dynamik. Trotz dieser wechselnden Elemente wirkte das Bühnenbild nie überladen – zu jeder Zeit war klar erkennbar, wo die jeweilige Szene spielt.
In Verbindung mit dem Lichtdesign ergab das ein stimmiges Gesamtbild.
Die Kostüme waren insgesamt sehr passend und unterstützten die Figurenzeichnung wirkungsvoll.
Im Alltag trägt Rachel eher bequeme, moderne Kleidung wie Jeans, Blusen oder Hosen, während sie auf der Bühne in deutlich glamouröseren Outfits auftritt und dabei auch bewusst inszeniert wirkt. Besonders eindrucksvoll ist ihr Auftritt bei den „Oscars“ in einem eleganten goldenen Kleid, das sehr edel wirkt.
Ein weiterer Höhepunkt ist „I Will Always Love You“: Zunächst steht Rachel in Alltagskleidung auf der Bühne, denn diese Szene geht nahtlos vom Abschied von Frank über, bevor sie hinter der Bühne verschwindet. Nach dem Vorhangwechsel erscheint sie in einem schwarzen, eleganten Kleid auf einem sich langsam hebenden Podest – ein klarer „Wow-Moment“, der im Publikum auch entsprechend mit Applaus reagiert wurde. Zusammen mit dem Einsatz von Nebel entsteht hier ein besonders eindrucksvolles Bild.
Frank wirkt durchgehend seriös in seinem Anzug, was seine Rolle als Bodyguard unterstreicht.
Nicki erscheint in der Bar-Szene in einem eleganten Kleid, das für den kleinen Rahmen fast overdressed und übertrieben wirkt und dadurch zusätzlich ihre Ambitionen, eigentlich auf den ganz großen Bühnen zu stehen, unterstreicht.
Der Stalker hingegen trägt unauffällige Alltagskleidung, wodurch er bewusst nicht sofort als Bedrohung wahrgenommen wird.
Fletcher trägt altersgerechte Alltagskleidung, die seine kindliche Unbeschwertheit unterstreicht.
Insgesamt wirken die Kostüme sehr stimmig und tragen wesentlich zur Atmosphäre der Inszenierung bei.
Leider gibt es einen sehr großen Kritikpunkt, der allerdings nichts mit der Show an sich zu tun hat: Die Atmosphäre im Saal war leider einer der größten Störfaktoren des Abends.
Bereits zu Beginn zeigte sich eigentlich, wie wirkungsvoll die Inszenierung ist: Ein lauter Schuss gleich am Anfang sorgte für einen spürbaren Schreckmoment im Publikum. Doch kaum fielen die ersten gesprochenen Sätze, machte sich schnell Unruhe breit. Offenbar war nicht allen bewusst, dass die Show komplett auf Englisch ist.
Besonders die Situation direkt neben mir entwickelte sich zunehmend zu einer Belastung. Ein Paar begann schon früh, sich – teilweise auch lautstark - über das Stück zu unterhalten. Anfangs versuchte ich noch, das zu ignorieren, in der Hoffnung, dass es sich legen würde – was leider nicht der Fall war. Selbst mehrfaches „Psst“ wurde entweder ignoriert oder mit irritierten Blicken quittiert, als wäre ich diejenige, die stört.
Vor allem der Mann fiel durch seine laute, tiefe Stimme auf, mit der er teilweise sogar die Darsteller übertönte. In der Pause beschwerten sich die beiden darüber, dass angeblich nirgendwo gestanden habe, dass das Stück auf Englisch sei. Gleichzeitig betonte er, durch seinen Beruf regelmäßig in London zu sein und daher „perfekt Englisch“ zu können – während er die Verständlichkeit der Darsteller kritisierte – angeblich hatten sie einen zu starken Akzent, weil es keine Muttersprachler wären. Das stimmt allerdings nicht. Es waren alles Muttersprachler. Da hat der Gute wohl nicht aufgepasst.
Die Aussprache war klar und gut verständlich im britischen Englisch gehalten. Ich hatte keinerlei Probleme, sie zu verstehen, obwohl ich ja regelmäßig Kontakt zur gesprochenen englischen Sprache habe.
Auch ein direktes Ansprechen in der Pause änderte nichts an der Situation. Mein Hinweis, während der Vorstellung bitte ruhiger zu sein, wurde eher herablassend aufgenommen und anschließend ignoriert. Nach der Pause ging das Gespräch unverändert weiter.
Ein weiterer störender Moment war, als der Mann während der Vorstellung sein Handy herausholte und begann zu filmen. Das leuchtende Display fiel im dunklen Saal sofort unangenehm auf. Erst als eine Mitarbeiterin eingriff – die dabei sogar über seine ausgestreckten Beine stolperte – steckte er es widerwillig wieder weg.
Insgesamt hat dieses Verhalten mein Erlebnis deutlich beeinträchtigt, da ich immer wieder aus der Handlung gerissen wurde. Gerade bei einer emotionalen und atmosphärisch dichten Inszenierung ist ein solches Verhalten besonders störend. In solchen Momenten wünscht man sich fast, die Vorstellung ganz in Ruhe und ohne Ablenkung genießen zu können.
Die Inszenierung an sich hat mich nämlich positiv sehr überrascht. Insgesamt ist es eine stimmige und gut verständliche Umsetzung von The Bodyguard, die auch ohne Vorkenntnisse des Films gut funktioniert. Die Handlung ist klar und emotional nachvollziehbar erzählt.
Umso mehr finde ich es schade, dass der tolle Nachmittag durch das rücksichtslose Verhalten einzelner Theaterbesucher getrübt wurde.

4. Persönliche Highlights

Lustigste Szene: eindeutig die Karaoke-Szene, vor allem Franks bewusst schiefe Performance von „I Will Always Love You“

Schönste Szene: der Oscarauftritt von Rachel in dem goldenen Kleid zu „One Moment in Time“, der durch seine Eleganz und Bühnenwirkung besonders in Erinnerung bleibt.

Emotionalste Szene: der Moment, in dem Nicki in Rachels Armen stirbt – eine sehr intensive und berührende Szene.

Wow-Moment: Rachels Auftritt bei „I Will Always Love You“, als sie zunächst nur im Dunkeln mit einem einzelnen Lichtstrahl zu sehen ist und sich anschließend ihr Podest im Nebel langsam nach oben fährt – ein stark inszenierter Gänsehautmoment.

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