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Montag, 7. September 2026

Tibi liest: Die Krone der Meere

 


Allgemeine Infos:



Originaltitel: Die Krone der Meere
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Johanna Dorn
Übersetzt von: ///
Verlag: blanvalet
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 704
Preis: 15,00 € (Taschenbuch)
ISBN:  978-3-7341-1217-1




Klappentext:
1593. Die Hanse kämpft um ihr Überleben, misstrauisch beäugen die Kaufleute Lübecks den Aufstieg des rivalisierenden Amsterdam. Der junge Arjen, unehelich in eine Lübecker Kaufmannsfamilie geboren und voller Neugier auf die weite Welt, macht sich auf, um in der niederländischen Metropole das Glück zu finden. Dank seinem Geschäftssinn erarbeitet er sich schnell Reichtum und Respekt. Doch als er sich ausgerechnet in Marianna verliebt, die längst einem anderen versprochen ist, muss Arjen erkennen, dass Erfolg seinen Preis hat und man die Vergangenheit niemals ganz hinter sich lassen kann ...

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 24.08.2026
Beendet: 05.09.2026
Gebraucht: 13 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext von Die Krone der Meere klingt durchaus interessant. Allerdings hatte hatte ich in diesem Jahr bisher kein besonders glückliches Händchen bei meiner Bücherauswahl. Entsprechend vorsichtig bin ich an diesen Roman herangegangen und hatte durchaus die Befürchtung, am Ende wieder enttäuscht zu werden.

 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover ist passend zum Thema in verschiedenen Blautönen gehalten. Im unteren Bereich sind zahlreiche Schiffe zu sehen, die auf Lübeck beziehungsweise die Hanse zufahren.
Der Roman ist in vier Teile mit jeweils mehreren Kapiteln gegliedert. Die Kapitel sind nicht nummeriert, sondern mit Monat, Jahr und Ort versehen. Das hat mir gut gefallen, denn dadurch weiß man immer sofort, wann und wo die Handlung gerade spielt. Gerade bei einer Geschichte, die sich über mehrere Jahre und verschiedene Schauplätze erstreckt, ist das sehr hilfreich.
Auch die Schriftgröße empfand ich als angenehm.
 
~*~Charaktere~*~
Besonders gut gefallen haben mir Agnes und Thilo.
Agnes ist ein Waisenkind in Lübeck, das wir im Alter von zwölf Jahren kennenlernen. Sie ist gewitzt, selbstbewusst und weiß sich zu behaupten. Am liebsten ist sie allein unterwegs, denn andere sind ihrer Meinung nach ohnehin nur eine Behinderung – insbesondere beim Stehlen. Gleichzeitig hat sie aber auch eine soziale Seite und setzt sich für andere ein. Sie redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und wirkte auf mich dadurch sehr authentisch. Insgesamt fand ich Agnes angenehm vielschichtig und sie gehörte für mich eindeutig zu den interessantesten Figuren des Romans. Ihre Geschichte habe ich am liebsten verfolgt.
Thilo stammt dagegen aus einem wohlhabenden Elternhaus. Als seine Eltern ermordet werden und er selbst unter Verdacht gerät, muss er fliehen und landet schließlich auf der Straße. Dort ist er zunächst völlig überfordert und auf Agnes' Hilfe angewiesen. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich jedoch weiter und lernt, mit seiner neuen Lebenssituation zurechtzukommen. Sein Schicksal ist eng mit dem von Agnes verbunden, weshalb ich auch seine Geschichte gerne verfolgt habe.
Arjen ist unehelich geboren und wächst bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf, der ihn immer wieder spüren lässt, dass er nicht sein leiblicher Sohn ist. Schließlich macht Arjen sich auf den Weg nach Amsterdam, um dort seinen Vater zu finden und sich ein eigenes Leben aufzubauen.
Mit Arjen bin ich leider von Anfang an nicht richtig warm geworden. Seine Geschichte konnte mich deshalb deutlich weniger fesseln als die von Agnes und Thilo. Obwohl seine Entwicklung durchaus interessant ist, habe ich seine Kapitel im weiteren Verlauf eher halbherzig verfolgt.
Es gibt noch viele weitere Personen. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, näher auf alle einzugehen.

 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung erstreckt sich über die Jahre 1593 bis 1606 und führt an verschiedene Orte. Neben Lübeck spielen unter anderem Hamburg, Amsterdam und Genua eine Rolle.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Die Grundidee des Romans hat mir gut gefallen. Ich hatte mir einen spannenden Einblick in die Welt der Kaufleute und in die Zeit der Hanse im ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhundert erhofft – und grundsätzlich konnte mich das Buch in dieser Hinsicht auch überzeugen.
Besonders gut gelungen ist für mich der Einstieg. Die Geschichte beginnt mit der zwölfjährigen Agnes, die in ein wohlhabendes Haus einbricht, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Dabei wird sie Zeugin eines Mordes. Der Junge des Hauses, Thilo, folgt ihr anschließend nach draußen, denn plötzlich steht er selbst unter dem Verdacht, seine Eltern ermordet zu haben.
Von diesem Moment an sind die beiden miteinander verbunden und müssen ihren Weg gemeinsam bestreiten. Ich habe Agnes und Thilo gerne begleitet und war gespannt darauf, was als Nächstes passieren würde und wie sich ihr Leben weiterentwickelt. Auch ihr treuer Begleiter Albrecht, ein großer, struppiger Hund, ist mir dabei ans Herz gewachsen.
Neben Agnes und Thilo fand ich auch die Geschichten der Familien Schellbach und Hinnerk interessant. Generell hat mir gefallen, dass der Roman verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensumständen begleitet. Dadurch bekommt man einen recht vielfältigen Einblick in die damalige Zeit.
Weniger interessant fand ich dagegen Arjens Geschichte. Während mich Agnes und Thilo schnell für sich gewinnen konnten, hat mich sein Weg nach Amsterdam und sein dortiger Aufstieg zum erfolgreichen Kaufmann kaum gefesselt. Irgendwann habe ich seine Kapitel deshalb eher überflogen, anstatt sie wirklich aufmerksam zu lesen. Auf diese Handlung hätte ich persönlich auch verzichten können.
Etwas zwiespältig stand ich außerdem den Liebesszenen gegenüber. Sie sind keineswegs peinlich oder unangenehm beschrieben, allerdings waren sie mir gerade in der Mitte des Romans zu häufig. Für meinen Geschmack hätte es davon deutlich weniger gebraucht.
Insgesamt hat mir die Handlung aber gut gefallen. Besonders positiv fand ich, dass die Geschichte nicht alles beschönigt und auch nicht in einem typischen, rundum glücklichen Ende endet. Stattdessen bleiben einige Fragen offen und auch das Schicksal einzelner Figuren wird nicht vollständig geklärt. Das passte für mich aber gut zur Geschichte und ihrer eher realistischen Grundstimmung.

 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines personalen Erzählers. Dabei wechseln die Perspektiven zwischen verschiedenen Figuren, sodass man die unterschiedlichen Lebenswege und Sichtweisen kennenlernen kann.
Der Schreibstil ist eher einfach und dadurch sehr angenehm zu lesen. Gleichzeitig wirkte die Sprache für mich authentisch und passend zur Geschichte. Auch die verschiedenen Handlungsorte wurden anschaulich beschrieben, sodass sie während des Lesens gut vor meinem inneren Auge entstanden sind.
 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich hätte gerne gewusst, was aus XXX geworden ist.
Fazit
Ein spannender historischer Roman mit größtenteils interessanten und authentischen Charakteren, der mich vor allem mit der Geschichte rund um Agnes und Thilo überzeugen konnte.

Bewertung:

 

Montag, 24. August 2026

Tibi liest: Die Auferstehung

  Allgemeine Infos:






Originaltitel: Die Auferstehung
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Andreas Eschbach
Übersetzt von: ///
Verlag: Kosmos
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 442
Preis: 24,00 € (Hardcover)
ISBN:  978-3-440-17974-1




Klappentext:
Können Tote wieder auferstehen? Eine junge Frau ist vor vielen Jahren nicht mehr aus dem brasilianischen Regenwald zurückgekehrt. Nun taucht sie plötzlich wieder auf. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews kommen - inzwischen erwachsen geworden - auf verschiedenen Wegen mit ihrer Rückkehr in Verbindung und in gewohnt detektivischer Manier ziehen sie ihre Schlüsse. Irgendwann kreuzen sich ihre Wege und die drei Freunde von einst müssen sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 10.08.2026
Beendet: 22.08.2026
Gebraucht: 13 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext klingt interessant, aber das war beim vorherigen Buch genau so, und das habe ich nach knapp zwei Wochen abgebrochen. Überhaupt hatte ich dieses Jahr bisher kein glückliches Händchen bei der Bücherauswahl. Deshalb habe ich bei diesem Buch ein bisschen Angst, dass ich am Ende wieder enttäuscht werde.

 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover mit den zwei überlagerten Gesichtern finde ich sehr interessant. Dabei werden die Farben der drei ??? (Weiß, Rot und Blau) aufgegriffen. Gleichzeitig passt das Motiv auch gut zu meiner Wahrnehmung während des Lesens, denn ich war mir lange nicht sicher, ob Tracy tatsächlich mit offenen Karten spielt oder vielleicht doch ein falsches Spiel treibt und nicht ihr wahres Gesicht zeigt. Die drei Fragezeichen in Schwarz sind durch ein leichtes Relief hervorgehoben, sodass man sie beim Darüberstreichen auch ertasten kann. Allerdings sind sie mir erst auf den zweiten Blick aufgefallen.
Neben dem Prolog ist das Buch in 40 nicht allzu lange Kapitel aufgeteilt. Da ich nicht gerne mitten in einem Kapitel aufhöre, gefällt mir das gut. Gleichzeitig animiert mich eine solche Kapiteleinteilung immer dazu, „nur noch ein Kapitel“ weiterzulesen.
Auch die Schriftgröße finde ich angenehm. Ich habe weder das Gefühl, eine Lupe zu brauchen, noch die Befürchtung, von den Buchstaben erschlagen zu werden.
 
~*~Charaktere~*~
Im Gegensatz zu den Hörspielen und den Verfilmungen sind Justus, Peter und Bob hier erwachsen und nicht mehr als Detektive tätig. Sie haben sich mit der Zeit aus den Augen verloren. Warum es zum Bruch zwischen Justus und Peter kam, wird im Laufe der Handlung aufgelöst – da möchte ich aber nicht zu viel vorwegnehmen.
Justus lebt immer noch auf dem alten Schrottplatz, gemeinsam mit seiner Tante Mathilda. Sein Onkel Titus ist vor ein paar Jahren gestorben. Justus hat es sich zur Aufgabe gemacht, Dinge zu reparieren und sie so vor dem Müll zu retten. Nachhaltigkeit ist ihm sehr wichtig. Sein Wissen gibt er in Kursen weiter. Als er gebeten wird, einen Auftrag als Detektiv zu übernehmen, zögert er zunächst, sagt dann aber doch zu. Die Detektivarbeit packt ihn schnell, und man merkt, dass ihm daran vielleicht doch etwas gefehlt hat – vor allem seine beiden Freunde. Allerdings gerät er auch in einen Konflikt, als er Gefühle für die Verdächtige entwickelt.
Bob ist inzwischen bei der Quencher Literary Agency angestellt. Da er früher schon immer für Recherche und Archiv zuständig war, finde ich das eine sehr schlüssige Berufswahl. Sein Chef will, dass er Tracy dazu überredet, einen Roman über ihr Leben im Regenwald zu schreiben, weil er darin einen Bestseller wittert. So kommt Bob in Kontakt mit dem Fall und schließlich auch wieder mit Justus. Er zögert keine Sekunde, als er erkennt, dass an der Sache etwas faul sein könnte, und begibt sich sofort auf die Suche nach der Wahrheit.
Peter schrieb zuerst Reiseführer. Nachdem er merkte, dass diese nicht mehr so gefragt sind, wechselte er zu Google. Nur mit Bob hat er noch unregelmäßig Kontakt, während er mit Justus überhaupt nicht mehr spricht. Seine aktuelle Stelle erweist sich als nützlich, weil er praktisch an der Quelle für Netz-Recherchen sitzt, auch wenn ich diese Aufgabe gefühlsmäßig eher bei Bob verortet hätte.
Tracy ist die totgeglaubte Tochter des reichen Alec Hitfield. Sie gibt sich sehr unnahbar sowie geheimnisvoll und behauptet, unter Gedächtnislücken zu leiden. Durch die Überforderung braucht sie viel Ruhe, was nach sieben Jahren im brasilianischen Regenwald verständlich wirkt. Aber spricht sie wirklich die Wahrheit? 
Mary Kingsley ist Tracys Tante und gleichzeitig die Auftraggeberin. Sie zweifelt öffentlich an, dass es sich bei Tracy wirklich um ihre Nichte handelt. Doch auch ihr habe ich nicht zu hundert Prozent getraut: Will sie wirklich nur die Wahrheit erfahren, oder geht es ihr primär darum, ihre kurz vor der Insolvenz stehende Firma zu retten?


 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung spielt hauptsächlich in den USA (Rocky Beach) sowie in Brasilien. Eine genaue Jahreszahl wird zwar nicht genannt, aber durch die gezeigte Technologie und die Lebensumstände lässt sich darauf schließen, dass die Geschichte in der Gegenwart spielt.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
In diesem Buch sind die drei Detektive bereits um die 50 Jahre alt und gehen seit vielen Jahren getrennte Wege. Die Vorstellung, die drei ??? als Erwachsene zu erleben, finde ich spannend, weil sich dadurch ganz neue Möglichkeiten für die Handlung ergeben.
Der Einstieg hat mich direkt gefesselt: Dass Tracy plötzlich nur mit einem Lendenschurz bekleidet auftaucht und behauptet, von den Toten auferstanden zu sein, hat mich sofort zum Spekulieren gebracht. Auf mich wirkte das Ganze recht inszeniert. Aber vielleicht lag ich da ja auch völlig falsch? Ich wollte lieber noch nicht zu schnell urteilen und habe gespannt weitergewälzt.
Auf dem Buchrücken ist ein Zitat von Oliver Rohrbeck (der Hörspiel-Stimme von Justus Jonas) abgedruckt. Er sagt dort, es sei für ihn „unvorstellbar, dass die drei Detektive diese Entwicklung nehmen werden“. Da ich vor allem die Verfilmungen kenne, kann ich das schwer beurteilen. Mit meinem Kenntnisstand wirkte der Lebensweg, den die drei eingeschlagen haben, aber keineswegs abwegig.
Besonders neugierig war ich auf die Auflösung und den wahren Grund für das Zerwürfnis zwischen Justus und Peter, denn in den Filmen wirkten sie immer unzertrennlich. Sicher sind mir einige Anspielungen entgangen, weil mir das Hörspiel-Vorwissen fehlt. Das Buch hat es aber geschafft, mich so neugierig zu machen, dass ich mir direkt die allererste Folge „Die drei ??? und der Super-Papagei“ gekauft habe!
Auch wenn der Fall für mich schon recht früh durchschaubar war, hat mich das nicht groß gestört. Der Reiz lag vor allem darin, zu beobachten, wie die drei auf ganz unterschiedlichen Wegen versuchen, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Erzählt wird die Geschichte aus der personalen Perspektive. Wir begleiten abwechselnd Justus, Peter und Bob, was einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der drei gealterten Freunde gewährt. Der häufige Perspektivwechsel sorgt für ein hohes Tempo und hält die Spannung aufrecht, da ich immer wissen möchte, wie der jeweils andere auf die neuen Erkenntnisse reagiert. 
Der Autor schreibt flüssig und schnörkellos. Die Dialoge wirken lebensnah und der Text lässt sich ohne Stolpersteine zügig lesen. Dass ich knapp zwei Wochen für die 40 Kapitel gebraucht habe, lag rein an meiner knappen Lesezeit im Alltag.

 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ... (Den Gedanken kann ich hier leider nicht aufschreiben, ohne zu spoilern.)
Fazit: Ein packender und Nostalgie weckender Thriller, der weniger durch seinen Fall überrascht, sondern vor allem durch das spannende Wiedersehen mit den gealterten Detektiven überzeugt.

Bewertung:

 

Mittwoch, 11. Februar 2026

Tibi liest: Das Signal

 Allgemeine Infos:





Originaltitel: Das Signal
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Ursula Poznanski
Übersetzt von: ///
Verlag: Knaur
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 398
Preis: 24,00 € (Hardcover)
ISBN:  978-3-426-56812-5





Klappentext:
Gefangen im eigenen Haus: Bei einem Unfall verliert die junge Innenarchitektin Viola Decker ein Bein – und plötzlich besteht ihre Welt nur noch aus Hindernissen. Zwar kümmert ihr Mann Adam sich rührend um sie; mit dem barrierefreien Umbau ihres abgelegenen alten Hauses scheint er es allerdings nicht eilig zu haben. Viola sitzt buchstäblich im Erdgeschoss fest, alleine mit einer wortkargen Pflegerin, von der sie sich ständig überwacht fühlt.Und immer wieder verschwinden wichtige Dinge aus Violas Reichweite. Um nicht lange danach suchen zu müssen, stattet sie sie mit winzigen GPS-Trackern aus. Als Adams Verhalten sich zu verändern beginnt und er immer häufiger spät nach Hause kommt, beginnt sie heimlich, auch ihn zu tracken, und entdeckt schon bald beunruhigende Muster. Offensichtlich belügt er sie über seinen Tagesablauf – und nicht nur er. Warum? Mit jedem Tag und jeder Lüge wächst in Viola ein furchtbarer Verdacht …

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 09.02.2026
Beendet: 10.02.2026
Gebraucht: 2 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext zu Das Signal hat mich direkt neugierig gemacht, sodass ich das Buch vorbestellt habe, obwohl ich von Die Burg und Shelter nicht so begeistert war.
Ursula Poznanski greift hier aktuelle Themen, wie digitale Überwachung, auf. Es geht aber auch um Manipulation und Kontrolle innerhalb einer Beziehung. Diese Idee finde ich stark und erhoffe mir Spannung, die in Richtung Psycho-Thriller geht, zumal im Klappentext die Rede von „psychologischer Spannung“ ist.

 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover sticht mit seinen intensiven pink-lilafarbenen Tönen hervor. Sie fallen sofort ins Auge und verleihen ihm eine geheimnisvolle Ausstrahlung. 
Erst bei genauerer Betrachtung ist mir aufgefallen, dass das dargestellte Motiv ein Treppengeländer zeigt. 
Es erinnert mich aber auch irgendwie an ein Schneckenhaus, eine Assoziation, die für mich gut zur inhaltlichen Ebene passt.
Ich deute diese Form symbolisch wie folgt: Viola möchte sich nach ihrem Unfall nicht in ihr Schneckenhaus zurückziehen und von der Außenwelt abschotten. Ihr Mann Adam hingegen scheint genau das für sie zu bevorzugen: Rückzug statt Konfrontation.
Das Buh ist in 71 durchnummerierte, sehr kurze Kapitel sowie einen Epilog gegliedert. Die Kürze verleitet dazu, immer noch ein Kapitel mehr zu lesen.
Die Schriftgröße ist angenehm gewählt und unterstützt das zügige Lesen.
Ein Pluspunkt ist auch der Kartenausschnitt von Wien. Da ich mich dort nicht auskenne, fand ich ihn hilfreich, mich wenigstens etwas zu orientieren.
 
~*~Charaktere~*~
Viola: Die Protagonistin ist 36 Jahre alt, Innenarchitektin und seit fünf Jahren mit Adam verheiratet. Sie ist eine starke und sympathische Protagonistin. Man spürt, dass sie mit ihrem neuen Leben zurechtkommen könnte, wenn man sie nur ließe.
Ihr sofortiges Misstrauen gegenüber ihrem Mann mag vielleicht übertrieben und unschlüssig wirken. Das habe ich aber der Amputation und ihrem dadurch zunächst verschwundenen Selbstvertrauen zugeschrieben. Ich halte sie für eine authentische Figur.
Adam: Er ist Violas Mann und ihr zufolge ein Perfektionist. Durch Fernsehauftritte und Social Media hat er sich eine große, scheinbar überwiegend weibliche Fangemeinde aufgebaut. Nach außen hin wirkt er vielleicht charmant und fürsorglich, doch es haftet einfach etwas Unaufrichtiges an ihm. Er war mir von Anfang an nicht sympathisch. Er bleibt auch vergleichsweise blass, weil man nur die negativen Seiten – sein falsches Spiel – mitbekommt.
Otilia: Sie ist die Pflegekraft aus Rumänien, die Viola betreut. Sie ist vielschichtig und schwer einzuordnen. Lange wusste ich nicht, was ich von ihr halten soll – ob ich ihr misstrauen oder sie vielleicht sogar bemitleiden soll.
Gegen Ende sammelt sie jede Menge Sympathiepunkte bei mir und entwickelt sich durch ihre Hintergrundgeschichte zur interessantesten Figur im Buch.
Benno: Er ist Mitte 20 und der Sohn der Nachbarn. Bedingt durch seine geistige Behinderung hat er eine kindliche Art, die ihn sehr liebenswert erscheinen lässt.
Romy und Marit: Violas beste Freundinnen fallen eher negativ auf. Romy nahm ich ihre Euphorie und ihre Freundlichkeit nicht ab und habe ihr nicht über den Weg getraut. 
Marit ist abweisend, aber ihr Verhalten wirkt zumindest teilweise nachvollziehbar. Die Hintergründe, warum sie so ist, habe ich erahnt.

 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung spielt in Österreich (Wien) in der heutigen Zeit.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Im Zentrum steht die 36jährige Viola, die nach einem Unfall im eingestürzten Weinkeller ihr Bein verliert und seitdem auf den Rollstuhl angewiesen ist. Doch nicht nur körperlich ist sie eingeschränkt. Auch in ihrem persönlichen Umfeld werden ihr Stolpersteine in den Weg gelegt.
Viola wird zunehmend isoliert. Sie soll das Haus nicht verlassen und den Kontakt zu ihrer Schwester Winnie und ihren Freunden meiden. Für all das hat Adam scheinbar vernünftige Begründungen.
Er gibt vor, aus Sorge um Viola zu handeln. Seine Erklärungen klingen oberflächlich betrachtet schlüssig. Doch wenn man darüber nachdenkt, hat man das Gefühl, dass er gar nicht will, das Viola selbständig ist.
Im Internet bestellt Viola Tracker, womit sie ihren Mann und andere Personen aus ihrem Umfeld digital überwachen will.
Die versteckten Tracker widersprechen Adams Aussagen über seine Tagesabläufe und Aufenthaltsorte. Was hat er zu verbergen?
Einen Teil von seinen Geheimnissen finde ich früh durchschaubar. Das ist zu offensichtlich und dadurch vorhersehbar. Mein Lesevergnügen hat es nicht getrübt.
Die Autorin hält auch überraschende Wendungen bereit, mit denen ich nicht gerechnet habe. 
Über die Auflösung lässt sich streiten, aber es gibt ausreichend Erklärungen, sodass bei mir keine Fragen offen geblieben sind.
Dieses Buch hat mich im Gegensatz zu den beiden oben genannten Büchern wieder überzeugt. 
Ich fand die Umsetzung spannend, wie Viola durch die Tracker wieder etwas Kontrolle bekommt und nicht mehr so hilflos ist, sondern den Spieß umdreht.

 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Violas Sicht erzählt. Verwendet wird Präsens, was nicht meine bevorzugte Zeitform ist. Gerade in dieser Geschichte finde ich sie aber sehr passend.
Durch die Ich-Form werden ihre Ängste und Zweifel greifbar. Wir erleben ihr Gefühl des Ausgeliefertseins und ihre daraus resultierende Wut unmittelbar mit.
Die Kommentare von Adams Quietschies, wie ich gerne fanatische Fans nenne, haben mich teilweise schockiert. "Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich hoffe, dass es um seine Frau geht und er bald wieder Single ist?" (Seite 15)
Die Sätze sind eher kurz gehalten, wirken aber nicht abgehackt. Sie erzeugen ein hohes Tempo, wodurch ich das Buch flott gelesen und innerhalb von zwei Tagen beendet habe.

 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Das ging schnell...
FazitEin mit aktuellen Themen versehener spannender Thriller, der ein beklemmendes Gefühl hinterlässt.

Bewertung:

 


Mittwoch, 21. Januar 2026

Tibi liest: Nachtschwarze Worte

  Allgemeine Infos:



OriginaltitelNachtschwarze Worte
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Mo Enders
Übersetzt von: ///
Verlag: Fischer Sauerländer
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Liga Lexis
Teil: 1
Genre: Romantasy
Erscheinungsjahr: 2024
Seiten: 397
Preis: 19,90 € (Hardcover)
ISBN:  978-3-7373-7260-2






Klappentext:
Als die sechzehnjährige Annie erfährt, dass sie eine Migra ist – ein Wesen halb Mensch, halb Buchfigur –, verändert sich alles für sie: Nicht nur, dass sie ab jetzt auf Bookford Manor, einer geheimnisvollen Akademie an der irischen Küste, unterrichtet wird, nein, sie soll sogar lernen, in Buchwelten zu reisen. Doch in diesen gehen merkwürdige Dinge vor sich und versetzen die Migra in Aufruhr. 

In der angespannten Lage wirft Annies Herkunft zusätzlich Rätsel auf, und ein warmer Empfang sieht anders aus. Plötzlich steht sie nicht nur einer Wand aus Misstrauen gegenüber, sondern auch unter der Aufsicht des ebenso gut aussehenden wie unausstehlichen Caspian de Vries. Aber als Caspian nach ihrem ersten gemeinsamen Ausflug in die Buchwelt verschwindet, kann nur Annie ihn retten. Und ihre Reise führt sie an Orte, an denen kein Migra je gewesen ist – in die Welt zwischen den Zeilen …

Meine Schnüffelstatistik:

Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: Gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Gebraucht: 3 Tage

 

Lob und Tadel 

~*~Erwartung~*~

Der Klappentext klingt nach einer spannenden Geschichte für Leseratten. Außerdem hoffe ich, dass die Liebesgeschichte keinen zu großen Anteil einnimmt.

~*~Gestaltung~*~

Das Cover ist in Gold-/Bronzetönen gehalten. Es zeigt eine Person bzw. ihr Schattenbild von hinten.
Neben Prolog und Epilog hat das Buch 33 Kapitel. Am Ende gibt es ein Glossar, in dem einige Begriffe erklärt werden.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Auch die Schrift lässt sich gut lesen.

~*~Charaktere~*~

Annie: Die Protagonistin wurde als Baby adoptiert. Das Buch Silberkorn bedeutet ihr alles. Es überrascht sie, als sie erfährt, dass sie eine Migra ist. Großartig Fragen stellt sie aber nicht, sondern akzeptiert es und geht einfach mit nach Irland.
Sie ist eine schlagfertige Person. Allerdings ist mir negativ aufgefallen, dass ihr praktisch alles gelingt. Es gibt scheinbar nichts, was sie nicht kann. Und sie scheint alles auch viel schneller als andere zu können.
Caspian: Mit dem Protagonisten bin ich nicht richtig warm geworden. Ich konnte ihn nicht so richtig einordnen, was aber auch Annies Erzählung geschuldet ist. Zuerst hasst sie ihn. Dann ist er von einem Moment auf den anderen ihre große Liebe, ohne die sie nicht mehr leben will. Als Charakter fand ich ihn eher blass.
Fitz und Mac sind Annies beste Freunde. Die Drei sind ein tolles Team. Mir gefällt, wie sie zueinander stehen und sich gegenseitig unterstützen. Fitz und Mac necken sich auch gerne. Ich finde beide sympathisch.

~*~Handlungsort und -zeit~*~

Kapitel 1 beginnt in Berlin. Hauptsächlich spielt das Buch aber in Irland in der heutigen Zeit.

 

~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~

Die Idee finde ich hochinteressant. Die Vorstellung, in Bücher reisen zu können und dort auf Lieblingscharaktere zu treffen sehr spannend.
Der Einstieg ist mir leichtgefallen. Der Prolog hat mich direkt neugierig gemacht. Was hat das zu bedeuten?
Im ersten Kapitel lernen wir Annie kennen, die zu der Zeit noch Anne genannt wird. Ihre Adoptivmutter stimmt ohne Bedenken sofort zu, dass Annie mit nach Irland geht, was mich erst zumuten ließ, dass sie die Wahrheit kennt. Allerdings passt dazu nicht die Erzählung von der adeligen Familie. Sie hätten ja dann offen sprechen können. 
Dafür dass Annie ihre Mutter so sehr liebt, scheint sie sie schnell zu vergessen. Die beiden haben seitdem keinen Kontakt mehr. Erst gegen Ende (S. 302) gibt es ein Telefongespräch.
Ein Zeitsprung zu Beginn hat mich sehr überrascht und zunächst auch verwirrt. Annie war gerade im Internat angekommen, und plötzlich erzählt sie, dass sie gerade Fechtunterricht hatte. Direkt am ersten Tag? Außerdem ist plötzlich die Rede von Fitz und Mac. Da dachte ich erst, ich hätte irgendwie etwas überlesen. Das habe ich aber nicht. Die Auflösung gibt es auf Seite 103. "Seit drei Wochen war ich schon auf Bookford Manor, und die beiden hatten mich direkt am zweiten Tag in der Schule adoptiert."
Dass die ersten Wochen samt des Kennenlernens in einem Satz zusammengefasst wurden, finde ich sehr schade.
Ich hätte auch gerne mehr über die einzelnen Unterrichtsstunden gelesen. So gibt es zwar einmal eine Aufzählung, aber Annie nimmt uns nur einmal in den Unterricht mit, was aber auch nicht großartig behandelt wird.
Das Buch an sich ist spannend. Die Liebesgeschichte ging mir aber viel zu schnell. Der urplötzliche Wechsel von Hass zu Liebe war mir zu unglaubwürdig. Ich konnte ihn wirklich nicht nachvollziehen.
Auch das Ende war für mich zu hektisch und zu schnell gelöst.
Die Anspielungen auf andere Bücher sowie das Auftauchen anderer Buchcharaktere finde ich eine nette Idee.
Bei der Sache mit der nicht geklärten Affinität von Caspian musste ich irgendwie an die Fraktionseinteilung in Die Bestimmung denken, während mich die Buchreisen an die Zeitreisen in der Edelstein-Trilogie erinnert haben.
Der Epilog hat mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht, die ich gerne lesen möchte, auch wenn ich von diesem Reihenauftakt enttäuscht bin. Da waren meine Erwartungen einfach zu hoch gewesen.


~*~Schreibstil und Stilmittel~*~

Das Buch ist im Präteritum in der Ich-Form aus Annies Sicht geschrieben. Der Schreibstil lässt sich größtenteils flüssig lesen, wobei mich einige Begriffe aus dem Lesefluss gebracht haben. So bin ich schon früh über Idea gestolpert. Ich war mir nicht sicher, ob das ein Schreibfehler war und eigentlich Idee lauten sollte, oder absichtlich auf Englisch geschrieben war. Das Wort taucht so geschrieben mehrfach auf, und ich dachte immer, was das mit der Idee soll. Später wird erklärt, dass Idea eine Art Lebenskraft für die Migras bedeutet. Ich bin aber trotzdem immer wieder an diesem Wort hängengeblieben, weil ich es automatisch immer mit Idee übersetzt habe. Das hat mich dann jedes Mal rausgebraucht.
Auch über Freilernzeit bin ich gestolpert. Ich dachte erst, dass es Ferien bedeuten soll, aber scheinbar ist damit einfach die Freizeit gemeint. Eine genaue Erklärung habe ich aber nicht gefunden, sodass ich mir nicht ganz sicher bin.
Im Buch wird gegendert, was den Lesefluss so weit nicht gestört hat. Nur Lernende fand ich holprig, vor allem, wenn es in den Dialogen verwendet wurde. Das klang dann für mich eher künstlich. Da hätte ich Schüler*innen besser gefunden. 

~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~

///

 

~*~Abschlussgedanken~*~

Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich werde mir Teil 2 bei Gelegenheit kaufen...

Fazit: Die Lesefreude wird trotz der spannenden Idee leider durch den verwirrenden Zeitsprung und die unglaubwürdige Liebesgeschichte getrübt.

Bewertung



Tibi liest: This could be love

   Allgemeine Infos:




OriginaltitelThis could be love
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Lilly Lucas
Übersetzt von: ///
Verlag: Knaur
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Hawaii Love
Teil: 1
Genre: New Adult
Erscheinungsjahr: 2024
Seiten: 348
Preis: 15,00 € (Taschenbuch)
ISBN:  978-3-426-53089-4




Klappentext:
Deutschlands Tennis-Shootingstar Louisa ist nach einer Verletzung am Boden zerstört. In der Tennisschule ihrer Patentante Kay auf Hawaii will sie sich voll und ganz auf ihr Comeback konzentrieren. Als sie sich bereits beim ersten Lauftraining am Strand übernimmt, wacht sie ausgerechnet auf der Couch eines attraktiven Surferboys auf. Der ist aber spätestens dann tabu, als sie erfährt, dass es sich bei ihm um Vince Greenfield handelt, mit dem ihre Patentante auf Kriegsfuß steht, weil er in direkter Nachbarschaft zu ihrer Strandvilla ein Surfer-Hostel renoviert. Obwohl sie Kay nicht in den Rücken fallen will, zieht es Louisa immer häufiger zu Vince. Bis sie herausfindet, dass er ein paar wesentliche Kapitel seines Lebens unterschlagen hat ...

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Tausch
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 16.01.2026
Beendet: 20.01.2026
Gebraucht: 5 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Das Buch wurde mir empfohlen, aber es ist einfach nicht mein Genre. Deshalb habe ich auch keine Erwartungen daran.
 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover ist in einem Altrosaton gehalten. Goldsprenkel und das Schattenbild einer Pflanze sind abgebildet. Das Cover wirkt nicht überladen.
Aufgeteilt ist das Buch in 50 Kapitel mit einer angenehmen Länge. Auch die Schriftgröße ist gut gewählt. Ich finde sie weder zu groß noch zu klein.
 
~*~Charaktere~*~
Louisa: Die Protagonistin ist 22 Jahre alt. Sie spiel professionell Tennis und möchte die Erste der Weltrangliste werden. Sie ist sehr ehrgeizig und trainiert viel und hart, um ihr Ziel zu erreichen. Nach ihrer Verletzung setzt sie alles daran, um wieder auf Profi-Niveau spielen zu können.
Ihre ständigen Erwähnungen, wie gut Vince aussieht und wie einzigartig blau seine Augen doch sind, haben mich genervt. Davon abgesehen muss ich sagen, dass sie keine unsympathische Protagonistin wie ich sie schon in anderen New Adult-Romane erlebt habe.
Vince: Der Protagonist ist zum Glück keiner dieser typischen NA-Bad Boys, der jede Sekunde eine andere Liebschaft hat, bis er auf die Protagonistin trifft und plötzlich nur noch Augen für sie hat. Das ist schon mal ein Pluspunkt.
Er ist auch nicht übergriffig und zwingt sie auch nicht zu etwas, das sie gar nicht will. Er reagiert zwar einmal eifersüchtig, aber das verläuft überraschend ruhig. Er setzt auch nicht seine Fäuste ein, weil ein anderer Kerl sie ansieht.
Laurie: Sie ist die Schwester von Vince. Sie ist eine offene, lebensfrohe Person. Was mir aber negativ aufgefallen ist, dass sie Louisa dazu drängt, mit ihr eine Party zu besuchen, obwohl diese nicht will und das mehrfach auch sagt. Irgendwie passt das nicht zu diesem Charakter, denn ansonsten ist Laurie sympathisch.
Gabe: Er ist der Physiotherapeut, der Louisa während ihrer Zeit auf Hawaii betreut. Er hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten. Er ist ein netter, sympathischer Charakter, den ich direkt mochte.
 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung spielt hauptsächlich auf Hawaii in der heutigen Zeit.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Der Einstieg mit den Zeitungsberichten, durch die wir im Schnelldurchlauf Louisas Tenniskarriere von ihrem Auftritt bei Wimbledon mit 16 Jahren bis zu ihrer Verletzung mit 21 Jahren erfahren, gefällt mir gut.
Als Louisa dann auf Vince trifft, fängt sie mit dem Schwärmen an. Das hätte ich nicht gebraucht und habe schon überlegt, das Buch vorzeitig abzubrechen.
Dann ist da noch die Party, die ich bereits bei den Charakteren angesprochen habe. Louisa möchte nicht, aber Laurie akzeptiert kein Nein und drängt sie dazu, sie zu Chips Party am nächsten Tag zu begleiten, nur um 1 Stunde vor Beginn wegen Kopfschmerzen abzusagen. Louisa geht deshalb mit Vince hin. Das wirkt zu konstruiert, nur dass die beiden etwas gemeinsam unternehmen. Laurie hätte ich als Charakter nicht als eine Person eingeschätzt, die so lange quengelt, bis jemand nachgibt. Das hat mich wirklich gestört und die Augen rollen lassen.
Auf Seite 199 folgt dann „die feine Haarlinie, die in seinen Badeshorts verschwand.“ Diesen Satz kann ich so oder so ähnlich einfach nicht mehr lesen.
Das klingt nach einem Buch-Flop, doch das war es überraschenderweise nicht.
Positiv finde ich, dass die Liebesgeschichte an sich langsam verläuft. Es ist nicht nach 5 Minuten die Rede von großer Liebe, sondern es wird nur als körperliche Anziehungskraft vermittelt. Das ist schon mal authentischer als bei anderen Büchern des Genres.
Die Liebesszenen werden nicht mit derben Ausdrücken beschrieben, sondern bleiben vergleichsweise verhalten, was sie nicht so peinlich wirken lassen.
Ich war gespannt, ob Louisa am Ende ihren Tennisschläger an den Nagel hängt oder erkennt, dass sie für eine Liebe nicht auf ihrem Traum, die weltbeste Tennisspielerin zu werden, verzichten muss.
Abgesehen von den genannten Punkten, die mich gestört haben, hat mich die Geschichte positiv überrascht und mich gut unterhalten.
 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Das Buch ist in der Ich-Form aus Louisas Sicht im Präteritum geschrieben. Der einfach Schreibstil lässt sich flüssig lesen, auch wenn ich auf den ausgelutschten Haarlinien-Satz gut verzichten könnte.
Die Dialoge wirken authentisch.
 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Eine positive Überraschung…
Fazit: Trotz einiger negativer Aspekte konnte mich das Buch mit seiner langsam verlaufenden Liebesgeschichte und den eher angenehmen Charakteren dann doch überzeugen.

Bewertung:

 



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