Posts mit dem Label Kurz gebellt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kurz gebellt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 28. September 2026

Kurz gebellt zu: Canvas



   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Canvas
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Ursula Poznanski
Übersetzt von: /
Verlag: Loewe
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenfortsetzung
Reihe: Cryptos
Teil: 2
Genre: Dystopie-Thriller
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 474
Preis: 24,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-7432-2620-3





Klappentext:

Janas neueste Welt ist eine Art Stellenvermittlung. Man kann sich hier für Jobs in anderen Welten bewerben: Arbeiten, die niemand machen will, die aber wichtig sind, damit alles möglichst echt wirkt. Als Entlohnung winken neue Pässe für die schönsten Welten von Mastermind. Denn seitdem die Erde für ein Leben zu heiß geworden ist, verbringen die Menschen ihre Tage überwiegend im Virtuellen. Nur eine kleine privilegierte Elite, zu der auch die Gründerfamilie von Mastermind gehört, genießt das milde Klima in den wenigen noch lebenswerten Regionen der Erde. Aber dann macht sich Widerstand bemerkbar …



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 13.08.2026
Beendet: 26.08.2026
Gebraucht: 14 Tage

Kurz gebellt


Teil 1 habe ich 2020 gelesen. Damals hat es mir gut gefallen. Die Rezension dazu findet ihr hier. 
Ich kann mich nicht mehr genau an die Handlung erinnern, aber auf der Verlagsseite steht, dass man den ersten Band nicht unbedingt gelesen haben muss. Deshalb habe ich auf ein Re-Read verzichtet.
Der Einstieg ist mir leicht gefallen. Obwohl sich die Charaktere und die Umgebung nicht vertraut angefühlt hatten, war ich sofort in der Geschichte drin.
Ich fand es spannend, gemeinsam mit Jana die verschiedenen virtuellen Welten zu erkundigen. Durch die Beschreibungen sind sie vor meinem inneren Auge entstanden.
Mit Jana hatte ich allerdings so meine Schwierigkeiten und habe mich gefragt, ob das auch schon so in Teil 1 gewesen war. Sie wirkt auf mich sehr von sich überzeugt und hält sich offenbar für eine ausgesprochen intelligente Welten-Designerin. Gleichzeitig trifft sie Entscheidungen, die für mich nicht immer zu diesem Selbstbild passen, und tappt in meinen Augen teilweise ziemlich offensichtliche Fallen
Gegen Hälfte des Buches war es mir auch langsam genug, ständig in den virtuellen Welten abzutauchen. Ich wollte wissen, was es mit den wenigen noch lebenswerten Regionen der Erde und dem angekündigten Widerstand auf sich hat. Die Ansätze mit der gelben und der grünen Zone boten viel Potential. Leider wird nicht näher darauf eingegangen, und wir gehen auch nicht zu diesen brisanten Orten. Dabei hätte ich es sehr interessant gefunden, mit den betroffenen Personen an der "Front" zu stehen statt Jana, die in ihrer sicheren Kapsel liegt, in eine weitere Welt zu begleiten. Da das Buch aber ausschließlich in der Ich-Form aus Janas Sicht geschrieben ist, habe ich keine andere Wahl.
Der zugängliche Schreibstil liest sich einfach und flott. Allerdings bin ich bereits auf Seite 7 ins Stolpern geraten. Dort steht folgender Satz: "Elsie hat einen Exit-Point direkt neben dem Tor angelegt, aus man später die toten Gladiatoren tragen wird." Das fehlende "dem" zwischen "aus" und "man" hat mich aus dem Lesefluss gerissen. Ansonsten ist mir jedoch kein weiterer Fehler aufgefallen.
Die Geschichte an sich war spannend. Nur hätte sie noch spannender werden können, wenn man die Chance gehabt hätte, selbst einmal zur grünen Zone zu gehen, und wenn es nur ein oder zwei Kapitel aus der Sicht eines Betroffenen gewesen wären. Durch die Andeutungen in einem Gespräch bleibt es mir zu vage und nicht greifbar.


Zitate, die im Kopf geblieben sind

keine

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Kommt vielleicht ein 3. Teil?
Fazit: Ein spannender Zukunfts-Thriller, der jedoch noch mehr Potential gehabt hätte.
Bewertung: 

Freitag, 31. Juli 2026

Kurz gebellt zu: Robin - Heldin wider Willen

  



   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Robin Hood aged 10 3/4
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Ben Miller
Übersetzt von: Leena Flegler
Verlag: arsEdition
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Kinderbuch
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 286
Preis: 14,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-8458-6692-5





Klappentext:
Charlie ist neu an der Schule und hat keine Freunde. Sie ist eher schüchtern und verbringt ihre Zeit am liebsten mit Büchern – bis sie plötzlich in der Schulbibliothek in eine magische Welt hineingezogen wird. Dort soll sie eine entführte Königin retten und die Waldbewohner vor einem finsteren Sheriff beschützen, der ihrem strengen Lehrer verdächtig ähnelt. Zum Glück ist sie nicht allein: Ein mutiger Mitschüler, ein schlauer Rabe und unerwartete Verbündete stehen ihr zur Seite. Mit Pfeil und Bogen stellt sie sich der Ungerechtigkeit entgegen – und erkennt, dass wahre Stärke in uns allen steckt, wenn wir nur den Mut haben, über uns hinauszuwachsen.



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 21.07.2026
Beendet: 26.07.2026
Gebraucht: 6 Tage

Kurz gebellt


Nach meiner zweifachen Odyssee-Lektüre war mir nach etwas Leichtem und Unterhaltsamem für zwischendurch. Beim Stöbern stieß ich auf dieses Kinderbuch – und bei einer Robin-Hood-Adaption bin ich natürlich direkt am Start.

Die knapp 290 Seiten verteilen sich auf 32 Kapitel. Diese angenehme Kürze sorgt für einen tollen Lesefluss. Die liebevollen Illustrationen von Elisa Paganelli lassen die Szenen zudem direkt vor dem inneren Auge lebendig werden. Die Schrift ist kinderbuchtypisch groß gedruckt – was nach den dicht gesetzten Versen der Odyssee eine wahre Wohltat für die Augen war.

Im Mittelpunkt steht die fast 11-jährige Charlie. Sie ist neu an der Schule, hat noch keinen Anschluss gefunden und wird zu allem Überfluss von den Zwillingen (ohne Namen) sowie Mitschülerin Aruna gemobbt. Die Beklemmung ist förmlich greifbar: Charlie macht sich in ihrer Gegenwart regelrecht klein, in der Hoffnung, einfach übersehen zu werden. Umso schöner ist ihre Entwicklung, nachdem sie durch das magische Portal schlüpft. Anfangs noch überfordert, erwacht nach und nach ihr Mut. Es tut richtig gut mitzuerleben, wie sie über sich hinauswächst, es mit stärkeren Gegnern aufnimmt und dabei erfrischend offen bleibt, ihre Meinung über andere zu revidieren.

Nathan, ebenfalls ein Mobbingopfer, ist mir besonders ans Herz gewachsen. Seine Begeisterung für Pilze wirkt ansteckend. Da sehe ich förmlich das Funkeln in seinen Augen, wenn er in sein Lieblingsthema eintaucht. Ich hätte ihm stundenlang zuhören können, weil es ein herrlich unverbrauchtes Hobby für einen Buchcharakter ist. Zudem verleiht ihm seine leicht tollpatschige Art unheimlich viel Charme.

Auch Aruna zeigt Tiefe: Schnell wird klar, dass sie eher als Mitläuferin agiert, um nicht selbst ins Visier der schikanierenden Zwillinge zu geraten. Wie diese drei Kinder nach und nach Vorurteile abbauen, Vertrauen fassen und echte Freunde werden, finde ich wunderschön erzählt. Komplettiert wird die Gruppe durch Widsith: In der realen Welt ein gewöhnlicher Rabe, verwandelt er sich hinter dem Portal in einen klugen, sprechenden Begleiter mit feinem Gespür für Gefahren und einer wunderbar sarkastischen Ader.

Einen besonderen Pluspunkt verdient das Nachwort des Autors. Er betont dort ausdrücklich, dass Nathan ein Experte ist und man keinesfalls unbedacht Pilze im Wald sammeln darf. Das hat mich schmerzlich an mein eigenes kleines Pilzabenteuer erinnert: Inspiriert von erfolgreichen Sammlern zog ich voller Vorfreude selbst los. Zur Sicherheit zeigte ich meine Ausbeute meinem Vater, der sich damit auskennt. Das ernüchternde Ergebnis: Jedes einzelne Exemplar war giftig und landete direkt im Müll. Die Enttäuschung war riesig – aber die Lektion gelernt. Man sollte das Thema wirklich nicht unterschätzen!

Ein durchweg gelungenes Kinderbuch! Eine magische, kindgerechte Robin-Hood-Adaption, die zeigt, wie viel Stärke in jedem von uns steckt. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, lässt aber genau das richtige Hintertürchen für ein neues Abenteuer offen. Ich wäre bei einer Fortsetzung jedenfalls sofort wieder an Charlies, Nathans und Arunas Seite.



Zitate, die im Kopf geblieben sind

keine

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Da könnte der Autor doch ein zweites Buch über die Freunde schreiben.
Fazit: Eine herzliche, magische Geschichte über Mut, Freundschaft und zweite Chancen.
Bewertung: 


Freitag, 24. Juli 2026

Kurz gebellt zu: Katzenmond

 



   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Katzenmond
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Antonia Michaelis
Übersetzt von: /
Verlag: Oetinger
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Kinderbuch
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 318
Preis: 16,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-7512-0789-8





Klappentext:
Der 11-jährige Jeremias fährt mit seinen Eltern nach Griechenland ans Meer. Schon bald bemerkt er, dass die vielen wilden Katzen dort ihn beobachten. Der geheimnisvolle Junge Mond erzählt Jeremias von einer verschwundenen Tür, die einst in eine magische Nachtwelt führte, in der Katzen Dinge können, zu denen sie im echten Leben nicht fähig sind. Gemeinsam mit Mond, der schüchternen Nyx und einem Haufen streunender Katzen begibt sich Jeremias auf Spurensuche. Ist die Nachtwelt in Gefahr? Was hat es mit dem unheimlichen Schatten auf sich, der sie verfolgt? Und warum interessiert sich der Mann im silbernen Anzug so sehr für die rätselhafte Tür? Jeremias muss sich entscheiden, wie weit er gehen will, um die Nachtwelt zu retten.



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 13.07.2026
Beendet: 23.07.2026
Gebraucht: 11 Tage

Kurz gebellt


Nachdem ich dieses Jahr noch kein Highlight gelesen hatte, setzte ich große Hoffnungen in diese Geschichte. Antonia Michaelis hat mich schon oft mit ihrem Schreibstil begeistert.
Auch bei Katzenmond habe ich mich sofort wohlgefühlt. Das Buch wird aus Jeremias' Sicht in der Ich-Form erzählt. Diese Erzählform mag ich, weil sie Nähe zum Protagonisten schafft.
Mit seinen Eltern macht er in den Herbstferien Urlaub auf Kreta und gerät dort in ein geheimnisvolles Abenteuer rund um streunende Katzen und den König der Nacht.
Jeremias ist ein sympathischer Junge, den ich sofort mochte. Er ist manchmal vergesslich – eine Eigenschaft, die ich ebenfalls gut kenne. So konnte ich mich gut in ihn hineinversetzen. Er ist ein ruhiger und netter Protagonist, der sich schnell für die Straßenkatzen interessiert und sich zum Ziel gesetzt hat, sie zu füttern und zu zähmen.
Schön finde ich, wie er mit Nyx umgeht. Das Mädchen, das auf Kreta lebt, sitzt im Rollstuhl. Jeremias nimmt es wahr, aber er macht keine große Sache daraus. Die Freundschaft, die zwischen den beiden entsteht, hat mir gut gefallen. Wie Jeremias ist auch Nyx eine eher ruhige Person. Sie möchte sich auch für die Katzen einsetzen.
Seine Eltern und auch Nyx' Mutter haben nur wenig Zeit für ihre Kinder. Während Nyx' Mutter viel arbeitet, ist Jeremias' Vater ständig mit seiner Kamera unterwegs. Seine Mutter wirkt unglücklich in ihrer Ehe und verliert dabei ihren Sohn zunehmend aus dem Blick.
Sehr mysteriös ist der Junge, der sich Mond nennt. Er scheint kein richtiges Zuhause zu haben, trägt zerrissene, aber saubere Kleidung und ist sehr mager. Gerade weil das niemanden wirklich zu stören scheint, begann ich zu rätseln und stellte meine eigene Theorie auf.
Zu Beginn des Buchs gibt es eine Triggerwarnung. Die Auflistung auf der letzten Seite habe ich vorab gelesen. Es werden einige schwerwiegende Themen angesprochen. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass Antonia Michaelis schwierige Inhalte stets kindgerecht behandelt – und das ist auch bei Katzenmond der Fall. Sie hat diese wirklich sehr behutsam in die Geschichte eingeflochten. Es wirkt stimmig, weder erzwungen noch aufgesetzt.
Das Buch fand ich durchgehend spannend. Ich wollte unbedingt wissen, ob meine Vermutung zu Mond richtig ist und was der Anzugmann, wie die Kinder ihn nennen, eigentlich plant. 
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verschwimmen Realität und Fantasie. Gerade dieses Gefühl, nie genau zu wissen, was wirklich geschieht, hat mich bis zum Schluss gefesselt. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten, weil das Entdecken für mich einen großen Teil des Leseerlebnisses ausgemacht hat.
Besonders gut hat mir wieder der Schreibstil gefallen. Er liest sich leicht und flüssig und wirkt dennoch authentisch für den elfjährigen Protagonisten. Gleichzeitig hat er etwas Poetisches. Die Autorin spielt mit ihren Worten und malt damit eine fantasievolle Geschichte über Freundschaft, Mut und Katzen, die lange nachhallt.
So zücke ich tatsächlich zum ersten Mal in diesem Jahr die Höchstbewertung.


Zitate, die im Kopf geblieben sind

"Wenn mehr Leute träumen würden, statt die Welt in Schutt und Asche zu legen, wäre einiges besser." (S. 8)

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: (würde zu viel verraten)
Fazit: Eine wunderschöne magische Geschichte, nicht nur für Kinder.
Bewertung: 

Mittwoch, 15. Juli 2026

Kurz gebellt zu: Klänge einer neuen Zeit




   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Klänge einer neuen Zeit
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Eva Wagendorfer
Übersetzt von: /
Verlag: Penguin
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die Radioschwestern
Teil: 1
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsjahr: 2022
Seiten: 429
Preis: 15,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-328-10796-5




Klappentext:
Frankfurt, 1927: Ihre Zukunft ist das Radio – da sind sich Gesa, Inge und Margot sicher. Die Freundinnen haben eine Stelle bei einem neu gegründeten Radiosender ergattert und träumen nun von einer glänzenden Karriere. Gesa möchte Hörspielsprecherin werden, die lebenshungrige Inge als berühmte Sängerin die Bühnen der Welt erobern, und Margot möchte endlich als Cellistin von ihren männlichen Kollegen im Rundfunkorchester anerkannt werden. Denn obwohl eine kreative Aufbruchsstimmung in der Luft liegt, müssen die jungen Frauen gegen alte Konventionen ankämpfen. Unterstützung bekommen sie vom neuen Intendanten, zu dem sich Gesa immer mehr hingezogen fühlt. Voller Tatendrang blicken die Freundinnen in die Zukunft, um ihren gemeinsamen Traum wahr werden zu lassen: Endlich frei und glücklich zu sein!



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 05.07.2026
Beendet: 13.07.2026
Gebraucht: 9 Tage

Kurz gebellt


Seit der Fräulein Gold-Reihe lese ich gerne Bücher, die in den 1920ern spielen. Eine Geschichte rund um die Anfänge des Radios klang interessant. Außerdem war ich schon oft in Frankfurt und war gespannt, ob ich da irgendwelche Orte wiedererkenne, auch wenn es vor 100 Jahren vielleicht anders ausgesehen hat.
Die Kapitel sind nicht durchnummeriert, haben aber eine angenehme Länge. Interessant fand ich die Radiomeldungen zu Beginn jedes Kapitels sowie die kurze Information darüber, was aus der jeweiligen Persönlichkeit geworden ist.
Ich bin gut in das Buch hineingekommen. Der einfache Schreibstil mit eher kurzen und kaum verschachtelten Sätzen hat sich flüssig lesen lassen.
Leider schwang dabei viel Oberflächlichkeit mit. Das Aussehen der Figuren wird bewertet und daraus auf ihre Charaktereigenschaften geschlossen. Was hat die Größe der Nase damit zu tun, ob jemand bieder sein soll? 
Den drei Freundinnen fällt alles sehr leicht. Es wird zwar geschrieben, dass sie es als Frauen nicht einfach haben. Es gelingt ihnen trotzdem alles scheinbar mühelos. Da hätte ich mir gewünscht, dass deutlicher gezeigt wird, wie sehr sie wirklich darum kämpfen mussten. Obwohl die drei Freundinnen als starke, unabhängige Frauen dargestellt werden sollen, scheint letztlich jede von ihnen auf die Unterstützung eines Mannes angewiesen zu sein. Das passte für mich nicht zu dem Bild, das der Roman vermitteln wollte.
Die Handlung ist vorhersehbar, und mich hat die Liebesgeschichte sehr gestört. Als Gesa plötzlich zu Albert sagt, dass sie ihn liebt, hat mich das sehr stutzen lassen. Woher kam dieses Gefühl? Habe ich da etwas überlesen? Das konnte ich nicht nachvollziehen. Das kam für mich aus dem Nichts. Sie betont tatsächlich, dass sie ihn liebt, nicht nur verliebt ist. 
Von dem Zeitpunkt an hatte mich die Geschichte verloren, und ich habe sie eher überflogen als richtig gelesen.
Ich habe die weiteren Lebensstationen der drei Protagonistinnen nur noch zur Kenntnis genommen, statt mit ihnen mitzufiebern. 
Schade, ich hatte mir da eine spannende Geschichte und interessante Einblicke erhofft. Besonders in Margot als erste Cellistin im Rundfunkorchester habe ich Potential gesehen. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
So bleibt es für mich ein Buch, das ich nur in Ordnung fand, und ich verspüre kein Bedürfnis, die Freundinnen auf ihrem weiteren Lebensweg zu begleiten.


Zitate, die im Kopf geblieben sind

keine

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Das musste ja so kommen...
Fazit: Der flüssige Schreibstil konnte die negativen Punkte nicht wettmachen.
Bewertung: 

Dienstag, 16. Juni 2026

Kurz gebellt zu: Caspar und die Träne des Phönix



   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Rumblestar
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Abi Elphinstone
Übersetzt von: Annette von der Weppen
Verlag: Carlsen
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die vier verborgenen Reiche
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2022
Seiten: 330
Preis: 9,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-551-32173-2



Klappentext:
Caspar hasst Abenteuer. Am liebsten sitzt er in der Schulbibliothek und liest. Doch als er sich eines Tages vor den beiden Klassenfieslingen in der alten Standuhr versteckt, geschieht das Unglaubliche: Er findet sich in einem hohlen Baum wieder und vor ihm steht ein Mädchen mit Sommersprossen, die wie Sterne aussehen. Sie heißt Wilda Undank und bringt ihn unverzüglich vor die Zauberer von Wolkenstern. Damit nicht genug. Caspar muss die Rätsel der Nieselhexen lösen...



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 28.05.2026
Beendet: 15.06.2026
Gebraucht: 18 Tage

Kurz gebellt


Dieses Kinderbuch lag schon eine Weile auf dem SuB. Ich habe mich dann dazu entschieden, es als Ausgleich zur Ilias zu lesen.
Caspar ist ein sehr zurückhaltender Junge, der sich nichts zutraut und von anderen gehänselt wird. Er liest lieber Bücher als selbst Abenteuer zu erleben, und er liebt To-do-Listen, die ihm scheinbar eine gewisse Sicherheit geben. So ist es für ihn ein richtiger Schock, als er sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wiederfindet. Mir gefiel gut, dass er nicht von einer Sekunde auf die andere mutig ist, weil er als sehr ängstlicher Charakter eingeführt wurde. Er braucht lange, wächst dann aber über sich hinaus. Diese langsame Entwicklung fand ich realistisch.
Im Gegensatz zu Caspar war mir Wilda nicht von Anfang an sympathisch. Sie beleidigt ihn ständig, nennt ihn z. B. einen Feigling und verschweigt ihm den Grund, warum sie ihn zu den Erhabenen bringen will. Sie wechselt auch gerne mal urplötzlich ihre Meinung. Im Laufe der Handlung erkennt man jedoch, dass sie sich eigentlich nur Akzeptanz und die Liebe ihrer Eltern wünscht. Deshalb versucht sie sich vor anderen zu beweisen. Ihren Minidrachen Arlo fand ich sofort sehr putzig.
Sowohl Caspar als auch Wilda entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter, und auch ihre Freundschaft wächst nach und nach. Das geschieht schleichend und wirkt dadurch sehr authentisch.
Die Welt, die sich die Autorin ausgedacht hat, ist sehr fantasievoll. Sie wird gut beschrieben. Die einzelnen Gebiete sind dadurch vor meinem inneren Auge entstanden. Es gibt viele verschiedene Fantasywesen, nicht nur die üblichen, denen man häufiger begegnet. So trifft man hier beispielsweise auf Schlammschlinger und Nieselhexen.
Beim Rätsel, das Caspar und Wilda lösen müssen, habe ich gerne mitgerätselt und war schon sehr auf die Lösung gespannt. Ich stand da wirklich auf dem Schlauch. „Je mehr man wegnimmt, desto größer wird es. Was ist es?“ (S. 149) 
Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Auch längere Sätze stören den Lesefluss nicht.
Normalerweise gehe ich nicht auf die Danksagung/das Nachwort ein. Hier muss ich es aber einfach. Die Überschrift lautet nicht einfach nur Nachwort oder Danksagung, sondern „Eine letzte To-do-Liste von Caspar Tock“. 
Die Danksagung ist aus Caspars Sicht geschrieben, was ich sehr kreativ finde, vor allem, weil Caspar ja To-do-Listen mag. Allein das ist schon eine tolle Verbindung zur eigentlichen Geschichte. Caspar dankt also der Familie, Freunden und Partnern der Autorin, darunter Bente Schlick, dass sie ihn „auf dem Einband so mutig, ja fast schon verwegen aussehen lässt.“ (S. 329) Da musste ich wirklich schmunzeln.
Nach all den positiven Aspekten könnte man meinen, dass mich das Buch begeistert hat. Leider konnte es mich nicht komplett packen. Ich fand es eine nette Geschichte, die ich gerne gelesen habe.
Trotz vieler gelungener Elemente blieb die Geschichte für mich aber etwas auf Distanz. Ich mochte die Figuren, die fantasievolle Welt und die Entwicklung der Freundschaft, doch emotional konnte mich das Buch nie vollständig erreichen. Es ist eine schöne und empfehlenswerte Geschichte, aber der Funke, der aus einem guten Buch ein persönliches Highlight macht, ist bei mir leider nicht ganz übergesprungen.





Zitate, die im Kopf geblieben sind

„Und es kann schon sein, dass ich oft Angst habe, aber im Gegensatz zu dir stehe ich wenigstens dazu! Du hast auch Angst, das weiß ich genau, und am meisten hast du Angst davor, jemanden zu verlieren, aber gleichzeitig bist du so garstig zu allen, dass keiner was mit dir zu tun haben will!“ (S. 166 – 167)
„Jeden Tag mindestens einmal in den Himmel schauen und sich daran erinnern, dass er randvoll ist mit Magie.“ (S. 330)

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine fantasievolle Geschichte über Freundschaft und Mut.
Bewertung: 


Dienstag, 2. Juni 2026

Kurz gebellt zu: Der Greif erwacht



   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Der Greif erwacht
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Benedict Mirow
Übersetzt von: ///
Verlag: Thienemann
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die Chroniken von Mistle End
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2020
Seiten: 416
Preis: 17,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-522-18540-0





Klappentext:
Der Greif stand aufgerichtet auf dem Dach, mit weit ausgebreiteten Schwingen und sah ihn an. Er neigte kurz sein Haupt und Cedrik hörte wieder die Stimme des Fabelwesens in seinem Kopf. „Da ist sie. Die Kraft, ich spüre sie. So alt, uralt ...“ Cedrik schluckte und nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Um was geht es hier?“ Der Greif musterte ihn mit seinen Adleraugen. „Ich muss wissen, welches Geheimnis du vor mir verbirgst. Du wirst dich meiner Prüfung unterziehen müssen.“



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 11.05.2026
Beendet: 28.05.2026
Gebraucht: 18 Tage

Kurz gebellt


„Der Greif erwacht“ von Benedict Mirow ist ein Kinderbuch, das sich angenehm und flüssig lesen lässt. Es hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war, weil mir dafür am Ende ein wenig das Besondere gefehlt hat.
Schon die Gestaltung des Buches hat mir gefallen. Die Schrift ist angenehm groß und dadurch sehr lesefreundlich, wirkt aber nicht so riesig, dass das Buch künstlich gestreckt erscheint. Auch die 36 Kapitel auf 416 Seiten fand ich gut eingeteilt. Die Kapitel sind nicht zu lang, sodass ich nicht mitten in einem Kapitel aufhören musste. Titel besitzen sie zwar nicht, sondern heißen einfach nur „Kapitel 1“, „Kapitel 2“ usw., dafür sind sie aber mit Bannern und Schnörkeln verziert. Diese wirkten auf mich fast wie kleine Kronen, was ich gut mit dem Greif und dessen erhabener Wirkung verbinden konnte.
Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Der graue Himmel vermittelt direkt eine eher düstere Stimmung und deutet schon an, dass in der Geschichte nicht alles friedlich bleibt. Der Greif im Kreis in der Mitte macht außerdem sofort klar, dass er eine zentrale Rolle spielen wird. Unten auf dem Cover erkennt man drei Kinder, wodurch man bereits ahnen kann, dass die Geschichte sich um diese Figuren drehen wird.
Die Handlung spielt im schottischen, fiktiven Ort Mistle End. Dort zieht Cedric gemeinsam mit seinem Vater hin, nachdem dieser eine neue Stelle als Lehrer angenommen hat. Schnell freundet er sich mit den Geschwistern Emily und Elliot Golden an, die ihm den Ort und dessen Geheimnisse näherbringen. Dass die drei sich recht schnell anfreunden, fand ich bei den jungen Figuren überhaupt nicht unrealistisch. Kinder gehen oft viel offener miteinander um und hinterfragen neue Bekanntschaften nicht so stark wie Erwachsene.
Cedric war mir als Protagonist sympathisch. Besonders mochte ich, dass er sich nicht die Meinung von Emily und Elliot über Crutch aufdrängen lässt. Während die Geschwister ihm eher kritisch begegnen, versucht Cedric, sich selbst ein Bild von ihm zu machen. Gerade Crutch fand ich deshalb sehr interessant, weil lange nur Andeutungen über ihn gemacht werden und man nie genau weiß, was wirklich hinter ihm steckt.
Gut gefallen hat mir auch, dass Cedric die magischen Ereignisse nicht sofort vollkommen selbstverständlich hinnimmt. Anfangs reagiert er skeptisch. Dass er sich später dennoch vergleichsweise schnell damit arrangiert, hat mich hier nicht gestört, weil durch den früheren Beruf seines Vaters bereits gewisse Berührungspunkte vorhanden sind. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, erfährt Cedric im Laufe der Geschichte außerdem einiges über sich selbst und über seine Mutter, wodurch manches, was er bisher geglaubt hat, infrage gestellt wird.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und sehr gut auf die Zielgruppe abgestimmt. Die Sätze sind nicht unnötig verschachtelt und lassen sich flüssig lesen. Auch die Dialoge wirkten auf mich authentisch für Zehnjährige. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Kinder wie deutlich ältere Personen sprechen.
Allerdings wirkte die Handlung stellenweise etwas gehetzt auf mich. Manche Entwicklungen hätten ruhig etwas mehr Raum bekommen dürfen. 
Emily und Elliot waren mir außerdem manchmal etwas zu überdreht. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Ruhe gewünscht.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen und ich möchte die Reihe auf jeden Fall weiterlesen. Positiv fand ich auch, dass der erste Band ohne Cliffhanger endet. Ich hatte nach dem Ende nicht das Bedürfnis, sofort den nächsten Band lesen zu müssen, war aber trotzdem neugierig genug, um die Reihe fortsetzen zu wollen.
Trotzdem muss ich sagen, dass mir „Joshua Jackelby“ vom selben Autor noch etwas besser gefallen hat. Die Geschichte rund um die Weltausstellung von 1851 wirkte auf mich frischer und origineller. Bei „Der Greif erwacht“ hatte ich dagegen öfter das Gefühl, ähnliche Fantasygeschichten schon einmal gelesen zu haben. Genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum mir das Buch zwar gefallen hat, aber nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.
Dennoch ist „Der Greif erwacht“ für mich eine gelungene, angenehm lesbare Fantasygeschichte mit sympathischen Figuren und einer interessanten magischen Welt.




Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine spannende Fantasygeschichte, die aber leider nicht besonders hervorsticht...
Bewertung: 

Freitag, 22. Mai 2026

Kurz gebellt zu: Anna Karenina

 




   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Анна Каренина
Originalsprache: Russisch
Geschrieben von: Leo Tolstoi
Übersetzt von: Hermann Röhl
Verlag: Anaconda
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Klassiker
Erscheinungsjahr: 1957
Seiten: 991
Preis: 9,95 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-86647-8





Klappentext:
Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern …



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2024
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 27.04.2026
Beendet: 19.05.2026
Gebraucht: 23 Tage

Kurz gebellt


Anna Karenina ist wirklich ein Wälzer. Meine Ausgabe vom Anaconda-Verlag hat zum Beispiel stolze 991 Seiten. Das Buch lag schon eine ganze Weile auf meinem SuB, und ich habe beschlossen, es endlich zu lesen.
Die Übersetzung stammt aus dem Jahr 1957, und die alte Rechtschreibung wurde beibehalten. Trotzdem lässt sich das Buch erstaunlich flüssig lesen, sodass ich unerwartet schnell durchgekommen bin. Gerade durch diese ältere Übersetzung wirkt der Schreibstil besonders authentisch. Auch die Dialoge erscheinen dadurch passend zur Zeit und nicht künstlich modernisiert.
Wie schon bei Krieg und Frieden gibt es einige Fußnoten, etwa um französische oder englische Passagen zu übersetzen oder Begriffe zu erklären. Mich reißt so etwas oft aus dem Lesefluss, deshalb habe ich die Fußnoten an Stellen, die ich verstanden habe, einfach ignoriert.
Der Roman erzählt drei verschiedene Handlungsstränge mit vielen unterschiedlichen Figuren. Dadurch musste ich mich sehr konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren.
Bereits der erste Satz zeigt, dass uns hier keine leichte Nebenbei-Lektüre erwartet: „Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, aber jede unglückliche Familie ist auf ihre besondere Art unglücklich.“
Anna Karenina, nach der der Roman benannt ist, ist dabei nicht die alleinige Protagonistin, sondern nur eine von mehreren zentralen Figuren. Sie ist verheiratet, jedoch offensichtlich unglücklich, und beginnt eine Affäre mit Graf Wronski, die sie nicht verheimlicht, sondern offen auslebt. Für sie hält das Schicksal allerdings kein gutes Ende bereit.
Im Gegensatz dazu steht Konstantin Ljewin, der zunächst scheinbar vergeblich um Kitty wirbt. Doch auch die beiden müssen hart für ihr Familienglück kämpfen.
Im dritten Handlungsstrang, mit dem das Buch beginnt, geht es um die Familie Oblonski. Fürstin Dolly Oblonskaja erfährt, dass ihr Ehemann Stepan sie betrogen hat, und denkt über eine Scheidung nach.
Neben den persönlichen Schicksalen erfährt man auch viel über die russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Ich empfand es trotz seines Umfangs nicht als langatmig. Gerade weil nicht alles in einem zuckersüßen Happy End endet, wirkt die Geschichte auf mich besonders authentisch.



Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch in einem Monat schaffe...
Fazit: Durch die verschiedenen Handlungsstränge und die vielen Personen entsteht ein komplexer, aber zugleich lebendig und realistisch wirkender Roman über das gesellschaftliche Leben im 19. Jahrhundert.
Bewertung: 


Mittwoch, 15. April 2026

Kurz gebellt zu: Gefährliche Gestalten

  




   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Gefährliche Gestalten
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Katja Brandis
Übersetzt von: ///
Verlag: Arena
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Seawalkers
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 301
Preis: 11,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-401-51300-3







Klappentext:
Für Tiago ist es ein Schock, als er herausfindet, dass er ein Gestaltwandler ist. Und was für einer: In seiner zweiten Gestalt als Tigerhai wird er sogar von seinen Mitschülern gefürchtet. Einzig das fröhliche Delfinmädchen Shari hat keine Angst vor ihm. Doch ihre Freundschaft wird bereits beim ersten großen Abenteuer, das sie an der Blue Reef High erwartet, auf die Probe gestellt.


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Geschenk
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 08.04.2026
Beendet: 14.04.2026
Gebraucht: 7 Tage

Kurz gebellt


Weil mir die Woodwalkers-Reihe so gut gefallen hat und ich Haie faszinierend finde, war ich sehr neugierig auf den ersten Teil von Seawalkers. Schließlich ist Tiago, der Protagonist, in seiner Tiergestalt ein Tigerhai. Gerade deshalb war meine Erwartung entsprechend hoch.
Leider wurde ich mit ihm überhaupt nicht warm. Er wirkt oft sehr oberflächlich und bewertet andere nach ihrem Aussehen, wirft aber genau das seiner Erzfeindin vor. Fiese Bemerkungen haut er ebenfalls gerne raus. 
An dieser Stelle möchte ich einen seiner Gedanken von Seite 158 nennen:
„Vielleicht ein bisschen oberflächlich, aber auch nicht schlimmer als manche fetten, in Jogginganzügen und nach billigem Parfüm stinkenden Mütter in meiner alten Highschool.“
Gerade weil ich Haie unglaublich faszinierend finde und mich sehr auf einen Hai-Wandler als Protagonisten gefreut habe, war meine Enttäuschung über Tiago besonders groß. Ich hatte erwartet, dass ich mich mit ihm gut identifizieren kann und vielleicht sogar mit ihm mitfühle – vor allem in Momenten, in denen andere ihn aufgrund seiner Hai-Gestalt fürchten oder meiden. Diese Angst kann ich selbst nämlich überhaupt nicht nachvollziehen.
Umso schwieriger fand ich es, dass Tiago selbst immer wieder sehr oberflächliche und abwertende Gedanken über andere äußert. Damit hat er für mich viel von dem zerstört, was ich mir von einem solchen Charakter erhofft hatte. Statt Mitgefühl auszulösen, entstand bei mir eher Distanz.
Als Carag auftaucht, reagiert Tiago zudem mit einer sehr starken Eifersucht, was ihn für mich nicht sympathischer macht. Über den Puma-Wandler aus der Woodwalkers-Reihe habe ich mich dagegen sehr gefreut – Carag mochte ich ja von Anfang an.
Von Shari, dem Delfinmädchen, erfährt man leider nicht allzu viel. Sie wird von Tiago vor allem über ihr Aussehen beschrieben – als das schönste Mädchen der Welt und sehr schlank. Auch hier fiel mir wieder diese starke Oberflächlichkeit auf.
Die Rivalität zwischen Tiago und einigen der Süßwasser-Wandler hat mich ein wenig an die Situation zwischen Carag und den Wölfen erinnert.
Der Schreibstil ist dagegen sehr angenehm. Die Sätze sind klar und nicht unnötig verschachtelt, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Das war auch ein wichtiger Grund, warum ich weitergelesen habe, obwohl ich mit Tiago nicht warm wurde. Außerdem war ich natürlich gespannt auf das „Wiedersehen“ mit Carag.
Normalerweise mag ich die Ich-Perspektive sehr, weil man dadurch eine enge Verbindung zur Hauptfigur aufbauen kann. Hier hätte ich mir allerdings gewünscht, etwas weniger in Tiagos Gedankenwelt zu stecken.
Was mich ebenfalls gewundert hat: Er nimmt es erstaunlich gelassen hin, dass er ein Seawalker ist. Da er bis zu seiner Verwandlung als Mensch gelebt hat und nichts von dieser Welt wusste, hätte ich mehr Unsicherheit, Fragen oder auch Ängste erwartet. Stattdessen findet er sich sehr schnell damit ab.
Mit der Cafeteria hatte ich ein wenig Schwierigkeiten beim Vorstellen. Das Konzept mit dem gefluteten Raum, damit die Wandler in Tiergestalt hineinschwimmen können, fand ich zwar grundsätzlich interessant. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, wie das für die Wandler in Menschengestalt praktisch umgesetzt ist, wenn dort auch Tische und Bänke stehen.
Vielleicht habe ich mir das auch zu realistisch vorgestellt, aber für mich wirkte das nicht ganz stimmig, weil ich mir schwer vorstellen konnte, wie man dort trocken und bequem essen soll.
Ab dem Zeitpunkt, an dem Shari, Ella, Tiago und Carag auf ihre Rettungsmission gehen, wird es deutlich spannender. Der mysteriöse Hilferuf sorgt für eine interessante Entwicklung, die mich dann auch mehr fesseln konnte.
Das Buch behandelt außerdem Themen wie Naturschutz, insbesondere den Schutz der Gewässer, und setzt sich kritisch mit Tiershows auseinander. Dabei wirkt es nicht belehrend, sondern regt eher dazu an, sich eigene Gedanken zu machen.
Insgesamt hat mir das Buch also durchaus gefallen. Nur Tiago hätte ich mir weniger oberflächlich und dafür deutlich sympathischer gewünscht. Gerade weil er ein Hai-Wandler ist, hat mich das besonders enttäuscht.


Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Schade. Ich hatte erwartet, dass mir die Geschichte mit einem Hai-Wandler als Protagonisten besonders gut gefallen würde.
Fazit: Eine interessante Idee, die für mich durch den unsympathischen Protagonisten etwas an Lesespaß verliert.
Bewertung: 


Schon gelesen?

Aktuell lese ich... Vergiss die Toten nicht und All better now

 H allo, ... zwei Bücher. Mein aktuelles Lesefutter 📖 Als die Journalistin und angehende Politikerin Nell MacDermott erfährt, dass ihr Mann...