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Dienstag, 16. Juni 2026

Kurz gebellt zu: Caspar und die Träne des Phönix



   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Rumblestar
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Abi Elphinstone
Übersetzt von: Annette von der Weppen
Verlag: Carlsen
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die vier verborgenen Reiche
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2022
Seiten: 330
Preis: 9,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-551-32173-2



Klappentext:
Caspar hasst Abenteuer. Am liebsten sitzt er in der Schulbibliothek und liest. Doch als er sich eines Tages vor den beiden Klassenfieslingen in der alten Standuhr versteckt, geschieht das Unglaubliche: Er findet sich in einem hohlen Baum wieder und vor ihm steht ein Mädchen mit Sommersprossen, die wie Sterne aussehen. Sie heißt Wilda Undank und bringt ihn unverzüglich vor die Zauberer von Wolkenstern. Damit nicht genug. Caspar muss die Rätsel der Nieselhexen lösen...



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 28.05.2026
Beendet: 15.06.2026
Gebraucht: 18 Tage

Kurz gebellt


Dieses Kinderbuch lag schon eine Weile auf dem SuB. Ich habe mich dann dazu entschieden, es als Ausgleich zur Ilias zu lesen.
Caspar ist ein sehr zurückhaltender Junge, der sich nichts zutraut und von anderen gehänselt wird. Er liest lieber Bücher als selbst Abenteuer zu erleben, und er liebt To-do-Listen, die ihm scheinbar eine gewisse Sicherheit geben. So ist es für ihn ein richtiger Schock, als er sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wiederfindet. Mir gefiel gut, dass er nicht von einer Sekunde auf die andere mutig ist, weil er als sehr ängstlicher Charakter eingeführt wurde. Er braucht lange, wächst dann aber über sich hinaus. Diese langsame Entwicklung fand ich realistisch.
Im Gegensatz zu Caspar war mir Wilda nicht von Anfang an sympathisch. Sie beleidigt ihn ständig, nennt ihn z. B. einen Feigling und verschweigt ihm den Grund, warum sie ihn zu den Erhabenen bringen will. Sie wechselt auch gerne mal urplötzlich ihre Meinung. Im Laufe der Handlung erkennt man jedoch, dass sie sich eigentlich nur Akzeptanz und die Liebe ihrer Eltern wünscht. Deshalb versucht sie sich vor anderen zu beweisen. Ihren Minidrachen Arlo fand ich sofort sehr putzig.
Sowohl Caspar als auch Wilda entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter, und auch ihre Freundschaft wächst nach und nach. Das geschieht schleichend und wirkt dadurch sehr authentisch.
Die Welt, die sich die Autorin ausgedacht hat, ist sehr fantasievoll. Sie wird gut beschrieben. Die einzelnen Gebiete sind dadurch vor meinem inneren Auge entstanden. Es gibt viele verschiedene Fantasywesen, nicht nur die üblichen, denen man häufiger begegnet. So trifft man hier beispielsweise auf Schlammschlinger und Nieselhexen.
Beim Rätsel, das Caspar und Wilda lösen müssen, habe ich gerne mitgerätselt und war schon sehr auf die Lösung gespannt. Ich stand da wirklich auf dem Schlauch. „Je mehr man wegnimmt, desto größer wird es. Was ist es?“ (S. 149) 
Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Auch längere Sätze stören den Lesefluss nicht.
Normalerweise gehe ich nicht auf die Danksagung/das Nachwort ein. Hier muss ich es aber einfach. Die Überschrift lautet nicht einfach nur Nachwort oder Danksagung, sondern „Eine letzte To-do-Liste von Caspar Tock“. 
Die Danksagung ist aus Caspars Sicht geschrieben, was ich sehr kreativ finde, vor allem, weil Caspar ja To-do-Listen mag. Allein das ist schon eine tolle Verbindung zur eigentlichen Geschichte. Caspar dankt also der Familie, Freunden und Partnern der Autorin, darunter Bente Schlick, dass sie ihn „auf dem Einband so mutig, ja fast schon verwegen aussehen lässt.“ (S. 329) Da musste ich wirklich schmunzeln.
Nach all den positiven Aspekten könnte man meinen, dass mich das Buch begeistert hat. Leider konnte es mich nicht komplett packen. Ich fand es eine nette Geschichte, die ich gerne gelesen habe.
Trotz vieler gelungener Elemente blieb die Geschichte für mich aber etwas auf Distanz. Ich mochte die Figuren, die fantasievolle Welt und die Entwicklung der Freundschaft, doch emotional konnte mich das Buch nie vollständig erreichen. Es ist eine schöne und empfehlenswerte Geschichte, aber der Funke, der aus einem guten Buch ein persönliches Highlight macht, ist bei mir leider nicht ganz übergesprungen.





Zitate, die im Kopf geblieben sind

„Und es kann schon sein, dass ich oft Angst habe, aber im Gegensatz zu dir stehe ich wenigstens dazu! Du hast auch Angst, das weiß ich genau, und am meisten hast du Angst davor, jemanden zu verlieren, aber gleichzeitig bist du so garstig zu allen, dass keiner was mit dir zu tun haben will!“ (S. 166 – 167)
„Jeden Tag mindestens einmal in den Himmel schauen und sich daran erinnern, dass er randvoll ist mit Magie.“ (S. 330)

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine fantasievolle Geschichte über Freundschaft und Mut.
Bewertung


Dienstag, 2. Juni 2026

Kurz gebellt zu: Der Greif erwacht



   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Der Greif erwacht
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Benedict Mirow
Übersetzt von: ///
Verlag: Thienemann
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die Chroniken von Mistle End
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2020
Seiten: 416
Preis: 17,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-522-18540-0





Klappentext:
Der Greif stand aufgerichtet auf dem Dach, mit weit ausgebreiteten Schwingen und sah ihn an. Er neigte kurz sein Haupt und Cedrik hörte wieder die Stimme des Fabelwesens in seinem Kopf. „Da ist sie. Die Kraft, ich spüre sie. So alt, uralt ...“ Cedrik schluckte und nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Um was geht es hier?“ Der Greif musterte ihn mit seinen Adleraugen. „Ich muss wissen, welches Geheimnis du vor mir verbirgst. Du wirst dich meiner Prüfung unterziehen müssen.“



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 11.05.2026
Beendet: 28.05.2026
Gebraucht: 18 Tage

Kurz gebellt


„Der Greif erwacht“ von Benedict Mirow ist ein Kinderbuch, das sich angenehm und flüssig lesen lässt. Es hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war, weil mir dafür am Ende ein wenig das Besondere gefehlt hat.
Schon die Gestaltung des Buches hat mir gefallen. Die Schrift ist angenehm groß und dadurch sehr lesefreundlich, wirkt aber nicht so riesig, dass das Buch künstlich gestreckt erscheint. Auch die 36 Kapitel auf 416 Seiten fand ich gut eingeteilt. Die Kapitel sind nicht zu lang, sodass ich nicht mitten in einem Kapitel aufhören musste. Titel besitzen sie zwar nicht, sondern heißen einfach nur „Kapitel 1“, „Kapitel 2“ usw., dafür sind sie aber mit Bannern und Schnörkeln verziert. Diese wirkten auf mich fast wie kleine Kronen, was ich gut mit dem Greif und dessen erhabener Wirkung verbinden konnte.
Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Der graue Himmel vermittelt direkt eine eher düstere Stimmung und deutet schon an, dass in der Geschichte nicht alles friedlich bleibt. Der Greif im Kreis in der Mitte macht außerdem sofort klar, dass er eine zentrale Rolle spielen wird. Unten auf dem Cover erkennt man drei Kinder, wodurch man bereits ahnen kann, dass die Geschichte sich um diese Figuren drehen wird.
Die Handlung spielt im schottischen, fiktiven Ort Mistle End. Dort zieht Cedric gemeinsam mit seinem Vater hin, nachdem dieser eine neue Stelle als Lehrer angenommen hat. Schnell freundet er sich mit den Geschwistern Emily und Elliot Golden an, die ihm den Ort und dessen Geheimnisse näherbringen. Dass die drei sich recht schnell anfreunden, fand ich bei den jungen Figuren überhaupt nicht unrealistisch. Kinder gehen oft viel offener miteinander um und hinterfragen neue Bekanntschaften nicht so stark wie Erwachsene.
Cedric war mir als Protagonist sympathisch. Besonders mochte ich, dass er sich nicht die Meinung von Emily und Elliot über Crutch aufdrängen lässt. Während die Geschwister ihm eher kritisch begegnen, versucht Cedric, sich selbst ein Bild von ihm zu machen. Gerade Crutch fand ich deshalb sehr interessant, weil lange nur Andeutungen über ihn gemacht werden und man nie genau weiß, was wirklich hinter ihm steckt.
Gut gefallen hat mir auch, dass Cedric die magischen Ereignisse nicht sofort vollkommen selbstverständlich hinnimmt. Anfangs reagiert er skeptisch. Dass er sich später dennoch vergleichsweise schnell damit arrangiert, hat mich hier nicht gestört, weil durch den früheren Beruf seines Vaters bereits gewisse Berührungspunkte vorhanden sind. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, erfährt Cedric im Laufe der Geschichte außerdem einiges über sich selbst und über seine Mutter, wodurch manches, was er bisher geglaubt hat, infrage gestellt wird.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und sehr gut auf die Zielgruppe abgestimmt. Die Sätze sind nicht unnötig verschachtelt und lassen sich flüssig lesen. Auch die Dialoge wirkten auf mich authentisch für Zehnjährige. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Kinder wie deutlich ältere Personen sprechen.
Allerdings wirkte die Handlung stellenweise etwas gehetzt auf mich. Manche Entwicklungen hätten ruhig etwas mehr Raum bekommen dürfen. 
Emily und Elliot waren mir außerdem manchmal etwas zu überdreht. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Ruhe gewünscht.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen und ich möchte die Reihe auf jeden Fall weiterlesen. Positiv fand ich auch, dass der erste Band ohne Cliffhanger endet. Ich hatte nach dem Ende nicht das Bedürfnis, sofort den nächsten Band lesen zu müssen, war aber trotzdem neugierig genug, um die Reihe fortsetzen zu wollen.
Trotzdem muss ich sagen, dass mir „Joshua Jackelby“ vom selben Autor noch etwas besser gefallen hat. Die Geschichte rund um die Weltausstellung von 1851 wirkte auf mich frischer und origineller. Bei „Der Greif erwacht“ hatte ich dagegen öfter das Gefühl, ähnliche Fantasygeschichten schon einmal gelesen zu haben. Genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum mir das Buch zwar gefallen hat, aber nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.
Dennoch ist „Der Greif erwacht“ für mich eine gelungene, angenehm lesbare Fantasygeschichte mit sympathischen Figuren und einer interessanten magischen Welt.




Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine spannende Fantasygeschichte, die aber leider nicht besonders hervorsticht...
Bewertung

Freitag, 22. Mai 2026

Kurz gebellt zu: Anna Karenina

 




   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Анна Каренина
Originalsprache: Russisch
Geschrieben von: Leo Tolstoi
Übersetzt von: Hermann Röhl
Verlag: Anaconda
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Klassiker
Erscheinungsjahr: 1957
Seiten: 991
Preis: 9,95 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-86647-8





Klappentext:
Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern …



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2024
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 27.04.2026
Beendet: 19.05.2026
Gebraucht: 23 Tage

Kurz gebellt


Anna Karenina ist wirklich ein Wälzer. Meine Ausgabe vom Anaconda-Verlag hat zum Beispiel stolze 991 Seiten. Das Buch lag schon eine ganze Weile auf meinem SuB, und ich habe beschlossen, es endlich zu lesen.
Die Übersetzung stammt aus dem Jahr 1957, und die alte Rechtschreibung wurde beibehalten. Trotzdem lässt sich das Buch erstaunlich flüssig lesen, sodass ich unerwartet schnell durchgekommen bin. Gerade durch diese ältere Übersetzung wirkt der Schreibstil besonders authentisch. Auch die Dialoge erscheinen dadurch passend zur Zeit und nicht künstlich modernisiert.
Wie schon bei Krieg und Frieden gibt es einige Fußnoten, etwa um französische oder englische Passagen zu übersetzen oder Begriffe zu erklären. Mich reißt so etwas oft aus dem Lesefluss, deshalb habe ich die Fußnoten an Stellen, die ich verstanden habe, einfach ignoriert.
Der Roman erzählt drei verschiedene Handlungsstränge mit vielen unterschiedlichen Figuren. Dadurch musste ich mich sehr konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren.
Bereits der erste Satz zeigt, dass uns hier keine leichte Nebenbei-Lektüre erwartet: „Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, aber jede unglückliche Familie ist auf ihre besondere Art unglücklich.“
Anna Karenina, nach der der Roman benannt ist, ist dabei nicht die alleinige Protagonistin, sondern nur eine von mehreren zentralen Figuren. Sie ist verheiratet, jedoch offensichtlich unglücklich, und beginnt eine Affäre mit Graf Wronski, die sie nicht verheimlicht, sondern offen auslebt. Für sie hält das Schicksal allerdings kein gutes Ende bereit.
Im Gegensatz dazu steht Konstantin Ljewin, der zunächst scheinbar vergeblich um Kitty wirbt. Doch auch die beiden müssen hart für ihr Familienglück kämpfen.
Im dritten Handlungsstrang, mit dem das Buch beginnt, geht es um die Familie Oblonski. Fürstin Dolly Oblonskaja erfährt, dass ihr Ehemann Stepan sie betrogen hat, und denkt über eine Scheidung nach.
Neben den persönlichen Schicksalen erfährt man auch viel über die russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Ich empfand es trotz seines Umfangs nicht als langatmig. Gerade weil nicht alles in einem zuckersüßen Happy End endet, wirkt die Geschichte auf mich besonders authentisch.



Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch in einem Monat schaffe...
Fazit: Durch die verschiedenen Handlungsstränge und die vielen Personen entsteht ein komplexer, aber zugleich lebendig und realistisch wirkender Roman über das gesellschaftliche Leben im 19. Jahrhundert.
Bewertung


Mittwoch, 15. April 2026

Kurz gebellt zu: Gefährliche Gestalten

  




   Allgemeine Infos:

OriginaltitelGefährliche Gestalten
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Katja Brandis
Übersetzt von: ///
Verlag: Arena
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Seawalkers
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 301
Preis11,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-401-51300-3







Klappentext:
Für Tiago ist es ein Schock, als er herausfindet, dass er ein Gestaltwandler ist. Und was für einer: In seiner zweiten Gestalt als Tigerhai wird er sogar von seinen Mitschülern gefürchtet. Einzig das fröhliche Delfinmädchen Shari hat keine Angst vor ihm. Doch ihre Freundschaft wird bereits beim ersten großen Abenteuer, das sie an der Blue Reef High erwartet, auf die Probe gestellt.


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Geschenk
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 08.04.2026
Beendet: 14.04.2026
Gebraucht: 7 Tage

Kurz gebellt


Weil mir die Woodwalkers-Reihe so gut gefallen hat und ich Haie faszinierend finde, war ich sehr neugierig auf den ersten Teil von Seawalkers. Schließlich ist Tiago, der Protagonist, in seiner Tiergestalt ein Tigerhai. Gerade deshalb war meine Erwartung entsprechend hoch.
Leider wurde ich mit ihm überhaupt nicht warm. Er wirkt oft sehr oberflächlich und bewertet andere nach ihrem Aussehen, wirft aber genau das seiner Erzfeindin vor. Fiese Bemerkungen haut er ebenfalls gerne raus. 
An dieser Stelle möchte ich einen seiner Gedanken von Seite 158 nennen:
„Vielleicht ein bisschen oberflächlich, aber auch nicht schlimmer als manche fetten, in Jogginganzügen und nach billigem Parfüm stinkenden Mütter in meiner alten Highschool.“
Gerade weil ich Haie unglaublich faszinierend finde und mich sehr auf einen Hai-Wandler als Protagonisten gefreut habe, war meine Enttäuschung über Tiago besonders groß. Ich hatte erwartet, dass ich mich mit ihm gut identifizieren kann und vielleicht sogar mit ihm mitfühle – vor allem in Momenten, in denen andere ihn aufgrund seiner Hai-Gestalt fürchten oder meiden. Diese Angst kann ich selbst nämlich überhaupt nicht nachvollziehen.
Umso schwieriger fand ich es, dass Tiago selbst immer wieder sehr oberflächliche und abwertende Gedanken über andere äußert. Damit hat er für mich viel von dem zerstört, was ich mir von einem solchen Charakter erhofft hatte. Statt Mitgefühl auszulösen, entstand bei mir eher Distanz.
Als Carag auftaucht, reagiert Tiago zudem mit einer sehr starken Eifersucht, was ihn für mich nicht sympathischer macht. Über den Puma-Wandler aus der Woodwalkers-Reihe habe ich mich dagegen sehr gefreut – Carag mochte ich ja von Anfang an.
Von Shari, dem Delfinmädchen, erfährt man leider nicht allzu viel. Sie wird von Tiago vor allem über ihr Aussehen beschrieben – als das schönste Mädchen der Welt und sehr schlank. Auch hier fiel mir wieder diese starke Oberflächlichkeit auf.
Die Rivalität zwischen Tiago und einigen der Süßwasser-Wandler hat mich ein wenig an die Situation zwischen Carag und den Wölfen erinnert.
Der Schreibstil ist dagegen sehr angenehm. Die Sätze sind klar und nicht unnötig verschachtelt, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Das war auch ein wichtiger Grund, warum ich weitergelesen habe, obwohl ich mit Tiago nicht warm wurde. Außerdem war ich natürlich gespannt auf das „Wiedersehen“ mit Carag.
Normalerweise mag ich die Ich-Perspektive sehr, weil man dadurch eine enge Verbindung zur Hauptfigur aufbauen kann. Hier hätte ich mir allerdings gewünscht, etwas weniger in Tiagos Gedankenwelt zu stecken.
Was mich ebenfalls gewundert hat: Er nimmt es erstaunlich gelassen hin, dass er ein Seawalker ist. Da er bis zu seiner Verwandlung als Mensch gelebt hat und nichts von dieser Welt wusste, hätte ich mehr Unsicherheit, Fragen oder auch Ängste erwartet. Stattdessen findet er sich sehr schnell damit ab.
Mit der Cafeteria hatte ich ein wenig Schwierigkeiten beim Vorstellen. Das Konzept mit dem gefluteten Raum, damit die Wandler in Tiergestalt hineinschwimmen können, fand ich zwar grundsätzlich interessant. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, wie das für die Wandler in Menschengestalt praktisch umgesetzt ist, wenn dort auch Tische und Bänke stehen.
Vielleicht habe ich mir das auch zu realistisch vorgestellt, aber für mich wirkte das nicht ganz stimmig, weil ich mir schwer vorstellen konnte, wie man dort trocken und bequem essen soll.
Ab dem Zeitpunkt, an dem Shari, Ella, Tiago und Carag auf ihre Rettungsmission gehen, wird es deutlich spannender. Der mysteriöse Hilferuf sorgt für eine interessante Entwicklung, die mich dann auch mehr fesseln konnte.
Das Buch behandelt außerdem Themen wie Naturschutz, insbesondere den Schutz der Gewässer, und setzt sich kritisch mit Tiershows auseinander. Dabei wirkt es nicht belehrend, sondern regt eher dazu an, sich eigene Gedanken zu machen.
Insgesamt hat mir das Buch also durchaus gefallen. Nur Tiago hätte ich mir weniger oberflächlich und dafür deutlich sympathischer gewünscht. Gerade weil er ein Hai-Wandler ist, hat mich das besonders enttäuscht.


Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Schade. Ich hatte erwartet, dass mir die Geschichte mit einem Hai-Wandler als Protagonisten besonders gut gefallen würde.
Fazit: Eine interessante Idee, die für mich durch den unsympathischen Protagonisten etwas an Lesespaß verliert.
Bewertung


Mittwoch, 8. April 2026

Kurz gebellt zu: Der wilde Roboter

 



   Allgemeine Infos:

OriginaltitelThe Wild Robot
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Peter Brown
Übersetzt von: Uwe-Michael Gutzschhahn
Verlag: Penguin Junior
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Der wilde Roboter
Teil: 1
Genre: Kinderbuch
Erscheinungsjahr: 2017
Seiten: 282
Preis15,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-328-30403-6




Klappentext:
Als das Robotermädchen Roz erstmals die Augen öffnet, findet sie sich auf einer wilden, einsamen Insel wieder. Wie sie dorthin gekommen ist und warum, weiß sie nicht. Das Wetter und ein wilder Bär setzen ihr übel zu, und Roz begreift, dass sie sich ihrer Umgebung anpassen muss, wenn sie überleben will. Also beobachtet sie, erlernt die Sprache der Tiere und entdeckt, dass Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sie weiterbringen. Viele würden das Blechmonster zwar am liebsten verjagen, aber Roz gibt nicht auf. Sie zieht ein Gänseküken auf, und endlich fassen die Tiere Vertrauen. Als Roz dann in großer Gefahr schwebt, stehen sie ihr als Freunde bei.




Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 07.04.2026
Beendet: 07.04.2026
Gebraucht: 1 Tag

Kurz gebellt


Den gleichnamigen Film habe ich beim Stöbern zufällig entdeckt und spontan mitbestellt, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. Ich habe ihn dann ohne Erwartung begonnen, und er hat mich direkt emotional gepackt.
Dadurch wurde ich auch neugierig auf die Buchvorlage, die ich als Schnäppchen gebraucht ergattern konnte.

Es ist der 1. Teil der Reihe. Die Fortsetzungen sind (bisher) nicht auf Deutsch erschienen. Es ist ein Kinderbuch. Das merkt man direkt durch die sehr große Schrift und die vielen Illustrationen, die vom Autor selbst stammen.
Dass die Geschichte 80 Kapitel auf 283 Seiten hat, zeigt bereits, dass die einzelnen Kapitel nicht sehr lang sind – und genau so ist es auch. Teilweise sind sie sogar nur eine halbe Seite lang.
Die Sätze sind einfach und kurz gehalten. So liest sich das Buch sehr flott und flüssig.

Die Geschichte an sich ist wirklich schön, aber ich muss sagen, dass mir der Film doch besser gefallen hat, auch wenn er zum Teil stark von der Buchvorlage abweicht. Im Film ist Roz noch herzlicher. Sie tut mir leid, als sie versucht, den Tieren zu helfen, und es dadurch nur noch schlimmer macht, etwa als sie die Stämme vom Biberdamm entfernt.
Im Buch bleibt sie eher kühl, was natürlich wiederum dazu passt, dass sie ein Roboter ist und daher keine Gefühle hat.
Das Buch geht offener mit dem Thema Tod um. So lesen wir schwarz auf weiß, dass Roz die Gänseeltern und vier Küken in den Eiern getötet hat, als sie auf sie gefallen ist, und der Fuchs sagt, dass er etwas Besseres als das Küken zu fressen hat. Es ist klar, dass er die toten Gänseeltern verschlingen wird. Im Film wird nur angedeutet, dass Roz für den Tod verantwortlich ist. Es ist aber nichts von den toten Gänsen zu sehen.
Außerdem wird beschrieben, dass viele Tiere den Winter nicht überlebt haben und der Frühling ihre Leichen freigibt, die dann zu Erde werden würden. Ich bin mir nicht sicher, ob das für jüngere Kinder nicht zu erschreckend sein könnte.
Geschrieben ist das Buch im Präteritum aus der Sicht eines neutralen Erzählers, wobei dieser aber auch öfter mal die Leser direkt anspricht und ihnen z. B. das mit den erfrorenen Tieren erklärt. Das finde ich einen guten Ansatz.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die Idee mit einem Roboter, der eigentlich keine Gefühle hat und sich dann um ein kleines Gänseküken kümmert, gefällt mir sehr gut. Die Beziehung der beiden ist schön dargestellt, bleibt aber etwas distanziert, was – wie bereits gesagt – zu Roz passt und dadurch realistischer wirkt als im Film.
Mir gefiel dieses viel herzlichere Verhältnis der beiden im Film trotzdem besser. Da hatte ich am Ende auch Tränen in den Augen, ohne jetzt spoilern zu wollen, was genau passiert.
Gespannt wäre ich trotzdem auf die Fortsetzung. Ich überlege, ob ich sie auf Englisch lesen soll. Mich würde schon interessieren, ob Roz die Flucht gelingt und wie das Wiedersehen mit Leuchtschnabel und den anderen Tieren der Insel sein könnte.

Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich wäre ja schon neugierig, wie es weitergeht...
Fazit: Eine schöne, ruhige Geschichte über eine ungewöhnliche Mutter-Kind-Beziehung, Freundschaften und Zusammenhalt – auch wenn mich die Buchversion emotional nicht ganz so erreicht hat wie der Film.
Bewertung


Kurz gebellt zu: Das Labyrinth der Knochen

 


   Allgemeine Infos:

Originaltitel: The Maze of Bones
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Rick Riordan
Übersetzt von: Bernd Stratthaus
Verlag: Adrian Verlag
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die 39 Zeichen
Teil: 1
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2024
Seiten: 216
Preis12,95 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3985851935






Klappentext:
Die Cahills sind die mächtigste Familie der Welt. Sie birgt ein Geheimnis, das das Schicksal der Menschheit für immer verändern kann… Als die Patriarchin Grace Cahill stirbt, hinterlässt sie ein folgenschweres Erbe: Sieben Teams aus den vier verschiedenen Häusern der Familie sollen sich auf eine gefährliche Mission begeben, auf der das lang vergessene Familiengeheimnis gelöst werden muss. Wem wird es zuerst gelingen, die 39 Zeichen zu entschlüsseln? Auch die Geschwister Dan und Amy entschließen sich, Grace Erbe anzunehmen und sich auf die abenteuerliche Suche nach den 39 Zeichen zu begeben. Der erste Hinweis führt sie auf den Spuren Benjamin Franklins von Boston nach Paris. Doch haben sie ohne Geld und nur mit der Hilfe ihres Kindermädchens Nellie überhaupt eine Chance, das Rennen zu gewinnen? Die anderen Teams trauen den Geschwistern offenbar einiges zu, denn sie versuchen alles, um Dan und Amy möglichst schnell aus dem Weg zu räumen…


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 24.03.2026
Beendet: 07.04.2026
Gebraucht: 15 Tage

Kurz gebellt


Das Labyrinth der Knochen ist der erste Band der Reihe Die 39 Zeichen, die ich eher zufällig entdeckt habe. Der Klappentext klingt interessant – und da mir bereits andere Bücher von Rick Riordan gefallen haben, war ich entsprechend neugierig auf diesen Auftakt.
Es werden viele Namen genannt, wodurch ich kurzzeitig etwas den Überblick verloren habe, wer eigentlich zu wem gehört. 
Im Mittelpunkt stehen jedoch klar die Geschwister Amy und Dan. Amy ist die Vernünftigere von beiden: vorsichtig, belesen und eher konfliktscheu. Dan hingegen handelt oft impulsiv, überrascht aber immer wieder mit nützlichem Wissen und einem erstaunlich guten Gedächtnis.
Als Waisen, die eine sehr enge Bindung zu Grace hatten, stehen die beiden plötzlich vor einer großen Entscheidung: Sie schlagen eine Million Dollar pro Person aus, ohne genau zu wissen, worauf sie sich einlassen. Genau darin liegt eines der zentralen Geheimnisse der Geschichte.
Die Spannung baut sich schnell auf, da die konkurrierenden Teams nicht davor zurückschrecken, auch zu drastischen und gefährlichen Mitteln zu greifen, um Amy und Dan aufzuhalten. Die Reise führt die Geschwister zunächst nach Paris, wo wir gemeinsam mit ihnen nach dem nächsten Hinweis suchen.
Erzählt wird die Geschichte im Präteritum aus einer neutralen Perspektive. Dadurch bleiben Amy und Dan zwar etwas auf Distanz, wirken aber dennoch sympathisch. Ich habe sie gerne auf ihrer Reise begleitet – ebenso wie ihr Kindermädchen Nellie – und mit ihnen gemeinsam die Hinweise entschlüsselt.
Das Buch endet mit einem Hinweis auf Mozart, der die Geschwister nach Wien führen wird. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, und möchte unbedingt weiterlesen.

Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Soll ich Teil 2 schon kaufen, obwohl ich eigentlich im Moment kaum zum Lesen komme?
Fazit: Ein spannender Reihenauftakt, bei dem man gemeinsam mit den ungleichen, aber sympathischen Geschwistern die ersten Rätsel entschlüsseln kann.
Bewertung

Donnerstag, 2. April 2026

Kurz gebellt zu: Die weiße Nacht


   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Die weiße Nacht
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Anne Stern
Übersetzt von: ///
Verlag: Piper
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Lou & König
Teil:: 1
Genre: Historischer Krimi
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 400
Preis25,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-492-07461-2






Klappentext:
Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näher rückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 09.03.2026
Beendet: 24.03.2026
Gebraucht: 16 Tage

Kurz gebellt


Da mich die Reihe Fräulein Gold von Anne Stern so begeistert hat, wollte ich unbedingt weitere Bücher der Autorin lesen. Auch der Klappentext zu Die weiße Nacht hat mich direkt neugierig gemacht.
Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen, denn die Spannung ist sofort da. Die Leiche wird bereits auf den ersten Seiten entdeckt, sodass man direkt beginnt, eigene Theorien zu entwickeln. Besonders die gefalteten Hände der Toten wirken bedeutungsvoll – nur welche Rolle sie spielen, bleibt lange unklar.
Lou ist eine junge Fotografin, die eher zufällig in den Fall hineingezogen wird. Sie war mir schnell sympathisch: aufmerksam, eigenständig und durchaus resolut, auch wenn sie manchmal etwas vorschnell handelt. 
Kriminalkommissar König bildet dazu einen interessanten Gegenpol. Er wirkt zunächst distanziert und streng, fast etwas steif, doch gleichzeitig merkt man, dass er den Fall ernst nimmt und alles daransetzt, weitere Morde zu verhindern.
Beim Lesen habe ich wieder mitgerätselt und verschiedene Theorien zu Täter und Motiv entwickelt. Durch einen Hinweis kam ich schließlich selbst auf die richtige Spur. 
Die Auflösung ist schlüssig und lässt keine offenen Fragen zurück. Besonders die Hintergründe des Falls sind erschreckend und bleiben im Gedächtnis.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und wirkt dabei authentisch. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass die Figuren zu modern sprechen – die Sprache passt gut zur Zeit der Handlung in den 1940er-Jahren. 
Gerade bei historischen Krimis finde ich es immer spannend zu sehen, wie Ermittlungen ohne die heutigen technischen Möglichkeiten funktionieren.
Da der Roman – wie auch Fräulein Gold – in Berlin spielt, war ich zudem neugierig, ob es kleine Verbindungen zwischen den Reihen geben könnte.
Insgesamt hat mir dieser Reihenauftakt sehr gut gefallen. Dass ich etwas länger dafür gebraucht habe, lag nicht an der Geschichte, sondern schlicht daran, dass mir die Zeit zum Lesen gefehlt hat. Ich hätte das Buch sonst gern in kürzerer Zeit verschlungen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung und darauf, was Lou und König im nächsten Fall erwartet.

Zitate, die im Kopf geblieben sind

///

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Da war meine Vermutung also richtig gewesen...
Fazit: Ein spannender und atmosphärischer Reihenauftakt, der mit interessanten Figuren, einem erschreckenden Hintergrund und einer schlüssigen Auflösung überzeugt
Bewertung

Montag, 9. März 2026

Kurz gebellt zu: Die Bestie von Dresden



   Allgemeine Infos:
OriginaltitelDie Bestie von Dresden
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Frank Goldammer
Übersetzt von: ///
Verlag: dtv
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenfortsetzung
Reihe: Kriminalrat Gustav Heller
Teil:: 3
Genre: Historischer Krimi
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 366
Preis18,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-423-26459-4






Klappentext:
Der sonnige Mai 1883 wird für die Dresdner zum Schreckensmonat: Aus dem Zoologischen Garten soll ein Tiger ausgebrochen sein und die Stadt unsicher machen. Zeitgleich treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es offenbar auf die Söhne und Töchter reicher Bürger abgesehen hat. Ein äußerst heikler Fall für Kriminalrat Gustav Heller und seinen Assistenten Schrumm. Als ihr Verdacht auf einen Ex-Zuchthäusler fällt, werden sie sofort von dessen ehrgeizigem Anwalt unter Druck gesetzt. Zu Hellers großem Ärger mischt sich auch der vom Zoo wegen des Tigers um Hilfe gebetene Wildtierexperte namens Karl May immer mehr in die Polizeiarbeit ein. Während das Raubtier noch frei herumläuft, geschieht ein weiterer Mord an einer jungen Frau …


Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 19.02.2026
Beendet: 07.03.2026
Gebraucht: 17 Tage

Kurz gebellt


Der dritte Band der Reihe um den Kriminalrat Gustav Heller hat mich mit seinem Klappentext direkt neugierig gemacht. Bereits der erste Teil konnte mich überzeugen, und der zweite hat mich sogar richtig begeistert. Entsprechend gespannt war ich auf diesen Band.
Besonders gefällt mir an dieser Reihe, dass Heller ohne moderne Technik ermitteln muss. Es gibt keine DNA-Analysen und keine Überwachungskameras, die bei der Überführung der Täter helfen könnten. Gerade diese Ermittlungsarbeit im 19. Jahrhundert macht für mich einen großen Teil der Faszination dieser Bücher aus.
Der Titel ist dabei doppeldeutig gewählt. Mit der „Bestie“ könnte sowohl der ausgebrochene Tiger als auch der Täter, der in Dresden sein Unwesen treibt, gemeint sein.
Das Buch ist in 27 Kapitel unterteilt. Die Länge der einzelnen Kapitel finde ich gut. Übermäßig lange Kapitel mag ich persönlich nicht besonders gern, doch das war hier nicht der Fall. Auch die Schriftgröße ist angenehm gewählt, sodass sich das Buch insgesamt sehr flüssig lesen lässt.
Kriminalrat Gustav Heller bleibt auch in diesem Teil seinen Prinzipien treu. Zielstrebig verfolgt er sein Ziel, den Mörder hinter Gitter zu bringen. Dabei zeigt sich immer wieder, dass er durchaus stur und manchmal auch aufbrausend sein kann, ohne jedoch die Kontrolle über sich zu verlieren.
Da die Handlung im Jahr 1883 spielt, wird auch ein gesellschaftlicher Aspekt sichtbar: Der Hass auf die jüdische Bevölkerung beginnt sich bereits bemerkbar zu machen. Einige Bemerkungen lassen sich so deuten, dass dahinter zu dieser Zeit vor allem Neid steckt. Heller selbst hat jedoch keine Vorurteile. Von den Unterstellungen gegenüber Herrn Goldstein, er sei ein Hehler, hält er nichts. Besonders gefallen hat mir, dass Heller sich nicht von Gerüchten beeinflussen lässt, sondern sich auf seinen eigenen Verstand verlässt. 
Der Fall selbst ist alles andere als einfach. Die Opfer stammen überwiegend aus wohlhabenden Familien – Söhne und Töchter aus gutem Hause. Da stellt sich natürlich die Frage, ob auch hier Neid eine Rolle als Motiv spielen könnte. Während des Lesens habe ich mir verschiedene Möglichkeiten überlegt, was hinter den Taten stecken könnte. Die Auflösung hat mich schließlich überrascht. Sie ist schlüssig, und am Ende bleiben keine offenen Fragen zurück.
Interessant fand ich außerdem, dass mit Karl May eine historische Persönlichkeit eine Rolle in der Handlung spielt. Sein teilweise merkwürdiges Verhalten hat mich mich spekulieren lassen, ob er vielleicht etwas mit dem Fall zu tun hat oder zumindest etwas Entscheidendes beobachtet haben könnte.
Der Roman ist aus der Sicht eines personellen Erzählers im Präteritum geschrieben. Als Leser begleiten wir durchgehend Gustav Heller und erfahren die Ereignisse sowie seine Gedanken aus seiner Perspektive. Dadurch rätselt man beim Lesen gewissermaßen gemeinsam mit ihm.
Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und wirkt authentisch. Da die Handlung im Jahr 1883 spielt, sollte die Sprache nicht zu modern klingen. Genau dieses Gefühl hatte ich hier aber nicht – der Stil passt gut zur Zeit und vermittelt eine glaubwürdige Atmosphäre des 19. Jahrhunderts.
Im zweiten Band der Reihe waren mir zwei kleine Flüchtigkeitsfehler aufgefallen. Das war dieses Mal nicht der Fall.
Insgesamt hat mich dieser Band zwar nicht ganz so sehr gepackt wie sein Vorgänger, dennoch fand ich die Geschichte spannend. Ich habe Heller und seinen Assistenten Schrumm wieder sehr gern bei ihren Ermittlungen begleitet und bin bereits neugierig auf ihren nächsten Fall.
Ich habe nur so lange für diese Geschichte gebraucht, weil ich kaum Zeit zum Lesen fand. 

Zitate, die im Kopf geblieben sind

„Wenn die Schlacht aber vorbei ist, der Pulverdampf sich legt, da liegen auch nur Menschen da, da sieht man keinen Unterschied zwischen Freund und Feind.“ (S. 244)

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Da war meine Vermutung also falsch gewesen …
Fazit: Ein atmosphärischer historischer Kriminalroman mit interessanten Figuren und einer überraschenden Auflösung, der zwar nicht ganz an den starken Vorgänger heranreicht, mich aber dennoch gut unterhalten hat.
Bewertung


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