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Donnerstag, 3. Mai 2018

Gast-Beitrag: Wie es ganz sicher mit dem Buch-Flop klappt




Hallo,
heute gibt es wieder einen Gast-Beitrag, dieses Mal von Luisa.
Vielen Dank dafür und nun gehört die Tastatur dir, liebe Luisa. :-)

*~*~*~*

Hi liebe Leser,
mein Name ist Luisa und heute darf ich einen Gast-Beitrag auf Tinettes Blog veröffentlichen.
Statt euch vorzustellen, was mir an Büchern besonders gut gefällt, dachte ich mir, ich mache es genau umgekehrt:
Wie schafft es ein Autor mit seinem Buch einen Flop bei mir zu landen?

1. Schreibstil/Sprache


Emotionslos, einfach den Text runterrattern, als wäre es ein Bericht bei den Nachrichten. Mit holprigen Sätzen, bei denen der Leser kräftig durchgeschüttelt wird, klappt es genauso gut. Am besten extra noch ein paar Rechtschreibefehler einbauen. Das treibt den Blutdruck hoch. Der Autor oder die Autorin sollte entweder so einen einfachen Schreibstil haben, damit es Erstklässler verstehen, oder aber in jeden Satz mindestens drei Fachbegriffe einbauen. Wer das dann nicht versteht, hat Pech gehabt. ;-)
Für den perfekten Flop sollte man abgedroschene Sätze nicht vergessen! Ruhig jede Menge Floskeln einbauen, die man schon in 100 anderen Romanen gelesen hat.
Schreibe ausführlich über das Wetter. Vergiss nicht, wie viele Wolken am Himmel stehen bzw. nicht stehen. Wichtig ist auch die Temperatur, am besten natürlich ganz genau. Beispiel gefällig? Sicher gerne.
Die dreizehn Wolken schimmerten in verschiedenen Grautönen: weiß, hellgrau, mittelgrau, hellgrau mit dunklen Sprenkeln, usw. Die Sonne erhitzte die Luft auf 34,5 Grad Celsius. Im Schatten waren es 29,7 Grad. Geregnet hatte es zuletzt gestern um 11:23 und 16 Sekunden…
Ja, das ist ein Vergnügen. Am besten zu Beginn jeder Szene ausführlich über das Wetter und die Umgebung schreiben. Bei mir ist das ein Garant für Punkteabzug. :-D
Bitte bloß nicht die gesprochene Sprache anpassen! Die Pickel sprießen so schön, wenn die Protagonistin im 15. Jahrhundert Sätze wie „Ey, das glaube ich nicht“ sagt. Oder das zwölfjährige Kind: „Heute gehen wir bei XXX dinieren.“ Herrlich!

2. Handlung


Je unrealistischer, desto besser!  Mit langweiligen Szenen bloß nicht sparen!  Gerne auch verworrene Szenen, bei denen man sich wie in einem Labyrinth fühlt, aus dem man nicht mehr herausfindet.
Schlüssige Handlungen werden sowieso überbewertet. Und hier geht es ja um einen Flop! Da muss so etwas sein! Also keine (oder möglichst wenige) nachvollziehbaren Handlungen einbauen! Wer braucht schon Logik?
Die Handlung sollte außerdem vorhersehbar sein. Überraschende Wendungen haben in einem Flop NICHTS zu suchen.
Die Zeit mit Recherchen kann man sich sparen, weil die Handlung sowieso nicht glaubwürdig sein muss. Stattdessen kann man sich lieber möglichst kitschige Szenen ausdenken. Baue zudem möglichst hanebüchene Liebeszenen ein! Stellungen, bei denen man schon vom Lesen Muskelkater bekommt, sind ideal! Oder lass die Handlung gleich ganz weg und verstecke eine Pornogeschichte im Deckmantel eines Liebesromans!
Verwende bevorzugt ausgelutschte Themen und spare nicht mit Klischees

3. Charaktere


Der ideale Protagonist/ die ideale Protagonistin, der/die mir jedes Buch verdirbt,…
… verhält sich nicht authentisch.
… ist ausschließlich herzensgut.
… ist langweilig.
… verändert sich vom Charakter her urplötzlich.
… ist eindimensional.
… handelt ganz anders, als er/sie „angepriesen“ wird. (z. B. soll besonders intelligent sein, verhält sich aber dermaßen dumm)
… das absolute Top-Model mit makelloser Haut.
… findet die ewige Liebe und weiß das nach zwei Sekunden.
… ist arrogant/überheblich.
… zieht über andere her, ist aber selber kein Stück besser.
… verurteilt andere anhand ihrer Kleidung. (z. B. Mädchen mit Minirock muss einfach eine Schlampe sein, denn sonst würde sie ja keinen Minirock tragen.)
Dann klappt es auch mit dem Flop!

Liebe Leser,
falls ihr es bis hierhin geschafft habt: Danke für eure Aufmerksamkeit! :-)
Hinterlasst uns gerne ein Kommentar, was ihr von meiner etwas anderen Kolumne haltet.
Vielleicht bis bald
Eure Luisa
*~*~*~*

Danke Luisa für deinen Gast-Beitrag. Ihr könnt gerne kommentieren, ob ihr das genau wie sie seht.
Liebe Grüße
Tinette






Montag, 23. April 2018

Gast-Beitrag: 5 Gründe, warum ich kein New Adult mehr lese



Hallo,
heute gibt es einen Gastbeitrag von Hannah, einer Freundin aus dem Leseclub. Sie hat keinen eigenen Blog, würde aber gerne ihre Meinung loswerden.
Also, dann Hannah, die Tastatur gehört dir… ;-)
 *~*~*~*

5 Gründe, warum ich kein New Adult mehr lese



1. Superreich und supersexy
Das ist mir in so vielen NA-Romanen aufgefallen und ich kann es nicht mehr lesen. Die Leute sind echt alle so was von sexy, wie aus Stein gemeißelt. Sie sind göttergleich, ohne Falten, ohne Cellulite, ohne irgendeinen Makel. Aber das ist nicht genug. Die Kerle sind meist so reich. Kaum 20, nie gearbeitet. Aber steinreich. 10 Villen, 5 Sportwagen. Privatjet.
Ganz ehrlich, mich nervt das.


2. Gestern Playboy, morgen Glucke
Grrr, das ist auch was, das mich dermaßen aufregt. Die Typen in NA sind so gut wie immer Playboy, 5 Mädels an einem Finger. Von Treue halten sie nichts. Reihenweise werden Herzen gebrochen. Bis SIE auftaucht, meist die Unschuld vom Lande. Ist schon eine Sensation, wenn sie vorher geküsst wurde. Von da an ist er treu. Nicht nur das: Er mutiert sogar zur Glucke. Und sie lebten glücklich, bis an ihr Lebensende. WÜRG. Das finde ich unrealistisch.


3. Lust wird mit Liebe verwechselt
Die beiden treffen sich. ZOOOM. Ewige Liebe. Ständig Komplimente. Die Komplimente sind ja schön und gut, aber das zeigt mir, dass die beiden einfach nur geil aufeinander sind. Die verwechseln körperliche Anziehung mit Liebe. Die haben doch kaum zwei Worte miteinander gewechselt. Woher wollen die wissen, dass der andere so gutmütig ist? Weil die Augen der Angebeteten so toll klimpern? Oder der Six-Pack des Typen zum Abschlecken ist? Ne, das ist keine Liebe.


4. Von der Nonne zur Sexgöttin
Das Mädel ist zu Beginn zu 99% Jungfrau. Das stört mich nicht. Auch nicht, dass sie sich nie selbst angefasst hat usw. Bitte, wenn sie das so will. Jedem das seine.
Was mich zum Kreischen bringt: Kaum erblickt sie den Protagonisten, da braucht sie einen Rettungsring, sonst ertrinkt sie doch in ihrem Höschen. Kommt es dann zur Sache, weiß sie oft genau, was zu tun ist. Spätestens beim 2. Mal wäre es so, als hätte sie nie etwas anderes getan, als mit Typen das Kamasutra zu zelebrieren. Die geborene Sexgöttin eben. Sie hat sich nur als Nonne getarnt.


5. Besitzergreifend ist das neue Gentleman
Der Typ hat seine Herzensdame erobert. Jetzt hat sie zu gehorchen. Wehe, sie guckt einen anderen Typen an. Oder der andere Kerl glotzt sie an. Das geht nicht. Das ist SEIN Eigentum. Fehlt nur noch, dass er ihr eine Leine umlegt, damit sie sich keine 2 Meter von ihm entfernen kann. Wehe die Gute antwortet nicht innerhalb von 10 Sekunden auf seine Nachricht. Innerhalb von 5 Minuten kommt er per Privatjet oder Pickup hinterhergeflogen. Einen Peilsender hat er sicher irgendwo unbemerkt an ihr befestigt. Es gehört sich schließlich nicht, dass sie mal allein sein will.
Da krieg ich die Krätze, wenn ich so was lese.

Aus diesen und weiteren Gründen habe ich dem New Adult-Genre abgeschworen.
*~*~*~*
Danke Hannah für deinen Gast-Beitrag. Fühlt euch frei, euch an dieser Diskussion zu beteiligen!
Seht ihr es genau wie Hannah? Oder seid ihr ganz anderer Meinung?
Liebe Grüße
Tinette

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