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Montag, 28. September 2026

Kurz gebellt zu: Canvas



   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Canvas
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Ursula Poznanski
Übersetzt von: /
Verlag: Loewe
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenfortsetzung
Reihe: Cryptos
Teil: 2
Genre: Dystopie-Thriller
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 474
Preis: 24,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-7432-2620-3





Klappentext:

Janas neueste Welt ist eine Art Stellenvermittlung. Man kann sich hier für Jobs in anderen Welten bewerben: Arbeiten, die niemand machen will, die aber wichtig sind, damit alles möglichst echt wirkt. Als Entlohnung winken neue Pässe für die schönsten Welten von Mastermind. Denn seitdem die Erde für ein Leben zu heiß geworden ist, verbringen die Menschen ihre Tage überwiegend im Virtuellen. Nur eine kleine privilegierte Elite, zu der auch die Gründerfamilie von Mastermind gehört, genießt das milde Klima in den wenigen noch lebenswerten Regionen der Erde. Aber dann macht sich Widerstand bemerkbar …



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 13.08.2026
Beendet: 26.08.2026
Gebraucht: 14 Tage

Kurz gebellt


Teil 1 habe ich 2020 gelesen. Damals hat es mir gut gefallen. Die Rezension dazu findet ihr hier. 
Ich kann mich nicht mehr genau an die Handlung erinnern, aber auf der Verlagsseite steht, dass man den ersten Band nicht unbedingt gelesen haben muss. Deshalb habe ich auf ein Re-Read verzichtet.
Der Einstieg ist mir leicht gefallen. Obwohl sich die Charaktere und die Umgebung nicht vertraut angefühlt hatten, war ich sofort in der Geschichte drin.
Ich fand es spannend, gemeinsam mit Jana die verschiedenen virtuellen Welten zu erkundigen. Durch die Beschreibungen sind sie vor meinem inneren Auge entstanden.
Mit Jana hatte ich allerdings so meine Schwierigkeiten und habe mich gefragt, ob das auch schon so in Teil 1 gewesen war. Sie wirkt auf mich sehr von sich überzeugt und hält sich offenbar für eine ausgesprochen intelligente Welten-Designerin. Gleichzeitig trifft sie Entscheidungen, die für mich nicht immer zu diesem Selbstbild passen, und tappt in meinen Augen teilweise ziemlich offensichtliche Fallen
Gegen Hälfte des Buches war es mir auch langsam genug, ständig in den virtuellen Welten abzutauchen. Ich wollte wissen, was es mit den wenigen noch lebenswerten Regionen der Erde und dem angekündigten Widerstand auf sich hat. Die Ansätze mit der gelben und der grünen Zone boten viel Potential. Leider wird nicht näher darauf eingegangen, und wir gehen auch nicht zu diesen brisanten Orten. Dabei hätte ich es sehr interessant gefunden, mit den betroffenen Personen an der "Front" zu stehen statt Jana, die in ihrer sicheren Kapsel liegt, in eine weitere Welt zu begleiten. Da das Buch aber ausschließlich in der Ich-Form aus Janas Sicht geschrieben ist, habe ich keine andere Wahl.
Der zugängliche Schreibstil liest sich einfach und flott. Allerdings bin ich bereits auf Seite 7 ins Stolpern geraten. Dort steht folgender Satz: "Elsie hat einen Exit-Point direkt neben dem Tor angelegt, aus man später die toten Gladiatoren tragen wird." Das fehlende "dem" zwischen "aus" und "man" hat mich aus dem Lesefluss gerissen. Ansonsten ist mir jedoch kein weiterer Fehler aufgefallen.
Die Geschichte an sich war spannend. Nur hätte sie noch spannender werden können, wenn man die Chance gehabt hätte, selbst einmal zur grünen Zone zu gehen, und wenn es nur ein oder zwei Kapitel aus der Sicht eines Betroffenen gewesen wären. Durch die Andeutungen in einem Gespräch bleibt es mir zu vage und nicht greifbar.


Zitate, die im Kopf geblieben sind

keine

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Kommt vielleicht ein 3. Teil?
Fazit: Ein spannender Zukunfts-Thriller, der jedoch noch mehr Potential gehabt hätte.
Bewertung: 

Montag, 7. September 2026

Tibi liest: Die Krone der Meere

 


Allgemeine Infos:



Originaltitel: Die Krone der Meere
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Johanna Dorn
Übersetzt von: ///
Verlag: blanvalet
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 704
Preis: 15,00 € (Taschenbuch)
ISBN:  978-3-7341-1217-1




Klappentext:
1593. Die Hanse kämpft um ihr Überleben, misstrauisch beäugen die Kaufleute Lübecks den Aufstieg des rivalisierenden Amsterdam. Der junge Arjen, unehelich in eine Lübecker Kaufmannsfamilie geboren und voller Neugier auf die weite Welt, macht sich auf, um in der niederländischen Metropole das Glück zu finden. Dank seinem Geschäftssinn erarbeitet er sich schnell Reichtum und Respekt. Doch als er sich ausgerechnet in Marianna verliebt, die längst einem anderen versprochen ist, muss Arjen erkennen, dass Erfolg seinen Preis hat und man die Vergangenheit niemals ganz hinter sich lassen kann ...

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 24.08.2026
Beendet: 05.09.2026
Gebraucht: 13 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext von Die Krone der Meere klingt durchaus interessant. Allerdings hatte hatte ich in diesem Jahr bisher kein besonders glückliches Händchen bei meiner Bücherauswahl. Entsprechend vorsichtig bin ich an diesen Roman herangegangen und hatte durchaus die Befürchtung, am Ende wieder enttäuscht zu werden.

 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover ist passend zum Thema in verschiedenen Blautönen gehalten. Im unteren Bereich sind zahlreiche Schiffe zu sehen, die auf Lübeck beziehungsweise die Hanse zufahren.
Der Roman ist in vier Teile mit jeweils mehreren Kapiteln gegliedert. Die Kapitel sind nicht nummeriert, sondern mit Monat, Jahr und Ort versehen. Das hat mir gut gefallen, denn dadurch weiß man immer sofort, wann und wo die Handlung gerade spielt. Gerade bei einer Geschichte, die sich über mehrere Jahre und verschiedene Schauplätze erstreckt, ist das sehr hilfreich.
Auch die Schriftgröße empfand ich als angenehm.
 
~*~Charaktere~*~
Besonders gut gefallen haben mir Agnes und Thilo.
Agnes ist ein Waisenkind in Lübeck, das wir im Alter von zwölf Jahren kennenlernen. Sie ist gewitzt, selbstbewusst und weiß sich zu behaupten. Am liebsten ist sie allein unterwegs, denn andere sind ihrer Meinung nach ohnehin nur eine Behinderung – insbesondere beim Stehlen. Gleichzeitig hat sie aber auch eine soziale Seite und setzt sich für andere ein. Sie redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und wirkte auf mich dadurch sehr authentisch. Insgesamt fand ich Agnes angenehm vielschichtig und sie gehörte für mich eindeutig zu den interessantesten Figuren des Romans. Ihre Geschichte habe ich am liebsten verfolgt.
Thilo stammt dagegen aus einem wohlhabenden Elternhaus. Als seine Eltern ermordet werden und er selbst unter Verdacht gerät, muss er fliehen und landet schließlich auf der Straße. Dort ist er zunächst völlig überfordert und auf Agnes' Hilfe angewiesen. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich jedoch weiter und lernt, mit seiner neuen Lebenssituation zurechtzukommen. Sein Schicksal ist eng mit dem von Agnes verbunden, weshalb ich auch seine Geschichte gerne verfolgt habe.
Arjen ist unehelich geboren und wächst bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf, der ihn immer wieder spüren lässt, dass er nicht sein leiblicher Sohn ist. Schließlich macht Arjen sich auf den Weg nach Amsterdam, um dort seinen Vater zu finden und sich ein eigenes Leben aufzubauen.
Mit Arjen bin ich leider von Anfang an nicht richtig warm geworden. Seine Geschichte konnte mich deshalb deutlich weniger fesseln als die von Agnes und Thilo. Obwohl seine Entwicklung durchaus interessant ist, habe ich seine Kapitel im weiteren Verlauf eher halbherzig verfolgt.
Es gibt noch viele weitere Personen. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, näher auf alle einzugehen.

 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung erstreckt sich über die Jahre 1593 bis 1606 und führt an verschiedene Orte. Neben Lübeck spielen unter anderem Hamburg, Amsterdam und Genua eine Rolle.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Die Grundidee des Romans hat mir gut gefallen. Ich hatte mir einen spannenden Einblick in die Welt der Kaufleute und in die Zeit der Hanse im ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhundert erhofft – und grundsätzlich konnte mich das Buch in dieser Hinsicht auch überzeugen.
Besonders gut gelungen ist für mich der Einstieg. Die Geschichte beginnt mit der zwölfjährigen Agnes, die in ein wohlhabendes Haus einbricht, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Dabei wird sie Zeugin eines Mordes. Der Junge des Hauses, Thilo, folgt ihr anschließend nach draußen, denn plötzlich steht er selbst unter dem Verdacht, seine Eltern ermordet zu haben.
Von diesem Moment an sind die beiden miteinander verbunden und müssen ihren Weg gemeinsam bestreiten. Ich habe Agnes und Thilo gerne begleitet und war gespannt darauf, was als Nächstes passieren würde und wie sich ihr Leben weiterentwickelt. Auch ihr treuer Begleiter Albrecht, ein großer, struppiger Hund, ist mir dabei ans Herz gewachsen.
Neben Agnes und Thilo fand ich auch die Geschichten der Familien Schellbach und Hinnerk interessant. Generell hat mir gefallen, dass der Roman verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensumständen begleitet. Dadurch bekommt man einen recht vielfältigen Einblick in die damalige Zeit.
Weniger interessant fand ich dagegen Arjens Geschichte. Während mich Agnes und Thilo schnell für sich gewinnen konnten, hat mich sein Weg nach Amsterdam und sein dortiger Aufstieg zum erfolgreichen Kaufmann kaum gefesselt. Irgendwann habe ich seine Kapitel deshalb eher überflogen, anstatt sie wirklich aufmerksam zu lesen. Auf diese Handlung hätte ich persönlich auch verzichten können.
Etwas zwiespältig stand ich außerdem den Liebesszenen gegenüber. Sie sind keineswegs peinlich oder unangenehm beschrieben, allerdings waren sie mir gerade in der Mitte des Romans zu häufig. Für meinen Geschmack hätte es davon deutlich weniger gebraucht.
Insgesamt hat mir die Handlung aber gut gefallen. Besonders positiv fand ich, dass die Geschichte nicht alles beschönigt und auch nicht in einem typischen, rundum glücklichen Ende endet. Stattdessen bleiben einige Fragen offen und auch das Schicksal einzelner Figuren wird nicht vollständig geklärt. Das passte für mich aber gut zur Geschichte und ihrer eher realistischen Grundstimmung.

 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines personalen Erzählers. Dabei wechseln die Perspektiven zwischen verschiedenen Figuren, sodass man die unterschiedlichen Lebenswege und Sichtweisen kennenlernen kann.
Der Schreibstil ist eher einfach und dadurch sehr angenehm zu lesen. Gleichzeitig wirkte die Sprache für mich authentisch und passend zur Geschichte. Auch die verschiedenen Handlungsorte wurden anschaulich beschrieben, sodass sie während des Lesens gut vor meinem inneren Auge entstanden sind.
 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich hätte gerne gewusst, was aus XXX geworden ist.
Fazit: 
Ein spannender historischer Roman mit größtenteils interessanten und authentischen Charakteren, der mich vor allem mit der Geschichte rund um Agnes und Thilo überzeugen konnte.

Bewertung:

 

Ein paar Sätze zu... Das Nibelungenlied

 







Das um 1200 entstandene »Nibelungenlied« ist das bekannteste deutsche Heldenepos: Jeder kennt Siegfrieds Tarnkappe und seine Haut aus Drachenblut, das Schwert Balmung, den Schatz der Nibelungen und die fürchterliche Rache der Kriemhild. Wie kaum ein anderes Werk diente das »Nibelungenlied« als Vorlage für Literatur, Kunst und Film: Spätestens seit dem Welterfolg von »Der Herr der Ringe« sind die sagenhaften Bilderwelten fester Bestandteil moderner Populärkultur.




Ich habe mich dazu entschieden, Das Nibelungenlied in der Prosaform zu lesen. Die Strophen sind in dieser Ausgabe auf 39 Kapitel aufgeteilt.
Wir mussten damals in der Schule Das Nibelungenlied auf Mittelhochdeutsch lesen, was ich deutlich schwieriger fand. Die Prosaform war für mich daher wesentlich angenehmer und ließ sich flüssiger lesen. Der Schreibstil, vor allem die Dialoge, orientiert sich dabei durchaus an der damaligen Zeit, ohne schwer verständlich zu sein.
Besonders gut gefallen hat mir, dass sich die Sprache für mich tatsächlich nach Mittelalter angefühlt hat. Ich habe schon historische Romane gelesen, bei denen ich manchmal das Gefühl hatte, dass die Figuren eigentlich viel zu modern sprechen oder bestimmte Begriffe eher aus unserer heutigen Zeit stammen. Das war hier anders. Natürlich handelt es sich um eine moderne Prosafassung, trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Geschichte in einer anderen Zeit verankert ist.
Die grobe Handlung des Nibelungenlieds war mir noch bekannt, auch wenn ich mich längst nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern konnte. Umso schöner war es, beim Lesen immer wieder auf Stellen zu stoßen, bei denen ich dachte: „Stimmt, daran kann ich mich noch erinnern.“ Insgesamt konnte ich der Handlung gut folgen, und vieles fühlte sich dadurch überraschend vertraut an.
Interessant fand ich auch einen Gedanken, über den ich durch eine Dokumentation am Wochenende noch einmal neu nachgedacht habe. In der Schule hatte ich das Nibelungenlied immer mit den Ereignissen um die Burgunder im 5. Jahrhundert verbunden. Dabei entstand das Epos selbst erst um 1200 – also viele Jahrhunderte später. In der Dokumentation wurde erklärt, dass der Verfasser offenbar eigene Erfahrungen und Eindrücke aus seiner Zeit in die Geschichte einfließen ließ. Gerade die ausführlichen Beschreibungen bestimmter Orte können darauf hindeuten.
Dieser Gedanke hat für mich noch einmal dazu beigetragen, dass sich das Buch trotz der modernen Prosafassung erstaunlich authentisch anfühlt. Es erzählt zwar eine Geschichte, deren Stoff auf eine viel ältere Zeit zurückgeht, wurde aber von jemandem niedergeschrieben, der selbst im Mittelalter gelebt hat. Vielleicht ist es genau das, was ich beim Lesen in der Sprache gespürt habe.
Nach der eigentlichen Geschichte gibt es noch ein Nachwort, das ich ebenfalls sehr interessant fand. Auch die Geschichte der Übersetzung hat mir gut gefallen und war für mich eine schöne Ergänzung zur eigentlichen Lektüre.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die Prosafassung war für mich eine angenehme Möglichkeit, das Nibelungenlied noch einmal neu zu entdecken – diesmal, ohne mich durch das Mittelhochdeutsche kämpfen zu müssen.



Montag, 24. August 2026

Tibi liest: Die Auferstehung

  Allgemeine Infos:






Originaltitel: Die Auferstehung
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Andreas Eschbach
Übersetzt von: ///
Verlag: Kosmos
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 442
Preis: 24,00 € (Hardcover)
ISBN:  978-3-440-17974-1




Klappentext:
Können Tote wieder auferstehen? Eine junge Frau ist vor vielen Jahren nicht mehr aus dem brasilianischen Regenwald zurückgekehrt. Nun taucht sie plötzlich wieder auf. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews kommen - inzwischen erwachsen geworden - auf verschiedenen Wegen mit ihrer Rückkehr in Verbindung und in gewohnt detektivischer Manier ziehen sie ihre Schlüsse. Irgendwann kreuzen sich ihre Wege und die drei Freunde von einst müssen sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 10.08.2026
Beendet: 22.08.2026
Gebraucht: 13 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext klingt interessant, aber das war beim vorherigen Buch genau so, und das habe ich nach knapp zwei Wochen abgebrochen. Überhaupt hatte ich dieses Jahr bisher kein glückliches Händchen bei der Bücherauswahl. Deshalb habe ich bei diesem Buch ein bisschen Angst, dass ich am Ende wieder enttäuscht werde.

 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover mit den zwei überlagerten Gesichtern finde ich sehr interessant. Dabei werden die Farben der drei ??? (Weiß, Rot und Blau) aufgegriffen. Gleichzeitig passt das Motiv auch gut zu meiner Wahrnehmung während des Lesens, denn ich war mir lange nicht sicher, ob Tracy tatsächlich mit offenen Karten spielt oder vielleicht doch ein falsches Spiel treibt und nicht ihr wahres Gesicht zeigt. Die drei Fragezeichen in Schwarz sind durch ein leichtes Relief hervorgehoben, sodass man sie beim Darüberstreichen auch ertasten kann. Allerdings sind sie mir erst auf den zweiten Blick aufgefallen.
Neben dem Prolog ist das Buch in 40 nicht allzu lange Kapitel aufgeteilt. Da ich nicht gerne mitten in einem Kapitel aufhöre, gefällt mir das gut. Gleichzeitig animiert mich eine solche Kapiteleinteilung immer dazu, „nur noch ein Kapitel“ weiterzulesen.
Auch die Schriftgröße finde ich angenehm. Ich habe weder das Gefühl, eine Lupe zu brauchen, noch die Befürchtung, von den Buchstaben erschlagen zu werden.
 
~*~Charaktere~*~
Im Gegensatz zu den Hörspielen und den Verfilmungen sind Justus, Peter und Bob hier erwachsen und nicht mehr als Detektive tätig. Sie haben sich mit der Zeit aus den Augen verloren. Warum es zum Bruch zwischen Justus und Peter kam, wird im Laufe der Handlung aufgelöst – da möchte ich aber nicht zu viel vorwegnehmen.
Justus lebt immer noch auf dem alten Schrottplatz, gemeinsam mit seiner Tante Mathilda. Sein Onkel Titus ist vor ein paar Jahren gestorben. Justus hat es sich zur Aufgabe gemacht, Dinge zu reparieren und sie so vor dem Müll zu retten. Nachhaltigkeit ist ihm sehr wichtig. Sein Wissen gibt er in Kursen weiter. Als er gebeten wird, einen Auftrag als Detektiv zu übernehmen, zögert er zunächst, sagt dann aber doch zu. Die Detektivarbeit packt ihn schnell, und man merkt, dass ihm daran vielleicht doch etwas gefehlt hat – vor allem seine beiden Freunde. Allerdings gerät er auch in einen Konflikt, als er Gefühle für die Verdächtige entwickelt.
Bob ist inzwischen bei der Quencher Literary Agency angestellt. Da er früher schon immer für Recherche und Archiv zuständig war, finde ich das eine sehr schlüssige Berufswahl. Sein Chef will, dass er Tracy dazu überredet, einen Roman über ihr Leben im Regenwald zu schreiben, weil er darin einen Bestseller wittert. So kommt Bob in Kontakt mit dem Fall und schließlich auch wieder mit Justus. Er zögert keine Sekunde, als er erkennt, dass an der Sache etwas faul sein könnte, und begibt sich sofort auf die Suche nach der Wahrheit.
Peter schrieb zuerst Reiseführer. Nachdem er merkte, dass diese nicht mehr so gefragt sind, wechselte er zu Google. Nur mit Bob hat er noch unregelmäßig Kontakt, während er mit Justus überhaupt nicht mehr spricht. Seine aktuelle Stelle erweist sich als nützlich, weil er praktisch an der Quelle für Netz-Recherchen sitzt, auch wenn ich diese Aufgabe gefühlsmäßig eher bei Bob verortet hätte.
Tracy ist die totgeglaubte Tochter des reichen Alec Hitfield. Sie gibt sich sehr unnahbar sowie geheimnisvoll und behauptet, unter Gedächtnislücken zu leiden. Durch die Überforderung braucht sie viel Ruhe, was nach sieben Jahren im brasilianischen Regenwald verständlich wirkt. Aber spricht sie wirklich die Wahrheit? 
Mary Kingsley ist Tracys Tante und gleichzeitig die Auftraggeberin. Sie zweifelt öffentlich an, dass es sich bei Tracy wirklich um ihre Nichte handelt. Doch auch ihr habe ich nicht zu hundert Prozent getraut: Will sie wirklich nur die Wahrheit erfahren, oder geht es ihr primär darum, ihre kurz vor der Insolvenz stehende Firma zu retten?


 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung spielt hauptsächlich in den USA (Rocky Beach) sowie in Brasilien. Eine genaue Jahreszahl wird zwar nicht genannt, aber durch die gezeigte Technologie und die Lebensumstände lässt sich darauf schließen, dass die Geschichte in der Gegenwart spielt.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
In diesem Buch sind die drei Detektive bereits um die 50 Jahre alt und gehen seit vielen Jahren getrennte Wege. Die Vorstellung, die drei ??? als Erwachsene zu erleben, finde ich spannend, weil sich dadurch ganz neue Möglichkeiten für die Handlung ergeben.
Der Einstieg hat mich direkt gefesselt: Dass Tracy plötzlich nur mit einem Lendenschurz bekleidet auftaucht und behauptet, von den Toten auferstanden zu sein, hat mich sofort zum Spekulieren gebracht. Auf mich wirkte das Ganze recht inszeniert. Aber vielleicht lag ich da ja auch völlig falsch? Ich wollte lieber noch nicht zu schnell urteilen und habe gespannt weitergewälzt.
Auf dem Buchrücken ist ein Zitat von Oliver Rohrbeck (der Hörspiel-Stimme von Justus Jonas) abgedruckt. Er sagt dort, es sei für ihn „unvorstellbar, dass die drei Detektive diese Entwicklung nehmen werden“. Da ich vor allem die Verfilmungen kenne, kann ich das schwer beurteilen. Mit meinem Kenntnisstand wirkte der Lebensweg, den die drei eingeschlagen haben, aber keineswegs abwegig.
Besonders neugierig war ich auf die Auflösung und den wahren Grund für das Zerwürfnis zwischen Justus und Peter, denn in den Filmen wirkten sie immer unzertrennlich. Sicher sind mir einige Anspielungen entgangen, weil mir das Hörspiel-Vorwissen fehlt. Das Buch hat es aber geschafft, mich so neugierig zu machen, dass ich mir direkt die allererste Folge „Die drei ??? und der Super-Papagei“ gekauft habe!
Auch wenn der Fall für mich schon recht früh durchschaubar war, hat mich das nicht groß gestört. Der Reiz lag vor allem darin, zu beobachten, wie die drei auf ganz unterschiedlichen Wegen versuchen, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Erzählt wird die Geschichte aus der personalen Perspektive. Wir begleiten abwechselnd Justus, Peter und Bob, was einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der drei gealterten Freunde gewährt. Der häufige Perspektivwechsel sorgt für ein hohes Tempo und hält die Spannung aufrecht, da ich immer wissen möchte, wie der jeweils andere auf die neuen Erkenntnisse reagiert. 
Der Autor schreibt flüssig und schnörkellos. Die Dialoge wirken lebensnah und der Text lässt sich ohne Stolpersteine zügig lesen. Dass ich knapp zwei Wochen für die 40 Kapitel gebraucht habe, lag rein an meiner knappen Lesezeit im Alltag.

 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ... (Den Gedanken kann ich hier leider nicht aufschreiben, ohne zu spoilern.)
Fazit: Ein packender und Nostalgie weckender Thriller, der weniger durch seinen Fall überrascht, sondern vor allem durch das spannende Wiedersehen mit den gealterten Detektiven überzeugt.

Bewertung:

 

Donnerstag, 2. Juli 2026

Ein paar Sätze zu... Ilias von Homer (Prosaform)

 




Die »Ilias« erzählt vom über zwanzig Jahre währenden Trojanischen Krieg. Der Kampf der Archäer gegen Troja, die Abenteuer des Achill und der Zorn der olympischen Götter gehören zu den Höhepunkten der Weltliteratur. Wie die »Odyssee« kann auch die gewaltige und schillernde »Ilias« in dieser modernen Prosafassung als das gelesen werden, was sie wirklich ist: ein fesselnder Roman.












 
Nachdem ich anfangs mit der Versform Schwierigkeiten hatte und die Prosa-Ausgabe entdeckt habe, habe ich kurz überlegt, komplett umzusteigen. Letztlich bin ich bei beiden Versionen geblieben, was sich für den Vergleich als interessant herausgestellt hat.
Die Prosaform lässt sich deutlich leichter lesen, ist aber trotzdem kein Buch für zwischendurch. Die Geschichte bleibt komplex und erfordert Aufmerksamkeit.
Insgesamt hat mir die Ilias sehr gut gefallen. Besonders durch die Prosa-Version wurde der Text für mich deutlich zugänglicher.

Ein paar Sätze zu... Ilias von Homer (Versform)

 




Homers Epos Ilias erzählt in 24 Kapiteln (Gesängen) die zehnjährige Eroberungsgeschichte Trojas und beruht auf Mythen und Erzählungen um den Trojanischen Krieg. Die »Ilias« ist das älteste nahezu vollständig erhaltene Zeugnis der europäischen Literatur. Sie entstand im 8. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und schildert in 24 Gesängen die zehnjährige Eroberungsgeschichte Trojas. Die unübertroffene Erzählkunst Homers bescherte dieser Dichtung eine überwältigende Wirkung und macht die »Ilias« zu einem bis heute lebendigen Meisterwerk. »Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus«, lautet der berühmte erste Vers, hier eingebunden in feinem Cabra-Leder mit Goldprägung.







 
Die Ilias war 10. Buch meiner Challenge "10 von 30 Büchern". Wie es zu dieser Challenge kam, erfahrt ihr hier.
Die Versform war anfangs sehr ungewohnt, und ich habe etwas gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Wörter werden teilweise in der Mitte getrennt, wobei der zweite Teil in einer anderen Zeile steht. Das hat meinen Lesefluss zunächst immer wieder unterbrochen.
Nach etwa 100 Seiten wurde es jedoch leichter, und ich kam deutlich schneller durch die Geschichte.
Inhaltlich fand ich die Ilias sehr spannend. Besonders interessant ist die Vorstellung, dass die griechischen Götter aktiv in den Krieg eingreifen und so für einige überraschende Wendungen sorgen.
Allerdings ist das Buch nichts, das man „nebenbei“ lesen kann – man muss sich wirklich konzentrieren.
Insgesamt hat mir die Ilias gut gefallen.



Dienstag, 16. Juni 2026

Kurz gebellt zu: Caspar und die Träne des Phönix



   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Rumblestar
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Abi Elphinstone
Übersetzt von: Annette von der Weppen
Verlag: Carlsen
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die vier verborgenen Reiche
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2022
Seiten: 330
Preis: 9,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-551-32173-2



Klappentext:
Caspar hasst Abenteuer. Am liebsten sitzt er in der Schulbibliothek und liest. Doch als er sich eines Tages vor den beiden Klassenfieslingen in der alten Standuhr versteckt, geschieht das Unglaubliche: Er findet sich in einem hohlen Baum wieder und vor ihm steht ein Mädchen mit Sommersprossen, die wie Sterne aussehen. Sie heißt Wilda Undank und bringt ihn unverzüglich vor die Zauberer von Wolkenstern. Damit nicht genug. Caspar muss die Rätsel der Nieselhexen lösen...



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 28.05.2026
Beendet: 15.06.2026
Gebraucht: 18 Tage

Kurz gebellt


Dieses Kinderbuch lag schon eine Weile auf dem SuB. Ich habe mich dann dazu entschieden, es als Ausgleich zur Ilias zu lesen.
Caspar ist ein sehr zurückhaltender Junge, der sich nichts zutraut und von anderen gehänselt wird. Er liest lieber Bücher als selbst Abenteuer zu erleben, und er liebt To-do-Listen, die ihm scheinbar eine gewisse Sicherheit geben. So ist es für ihn ein richtiger Schock, als er sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wiederfindet. Mir gefiel gut, dass er nicht von einer Sekunde auf die andere mutig ist, weil er als sehr ängstlicher Charakter eingeführt wurde. Er braucht lange, wächst dann aber über sich hinaus. Diese langsame Entwicklung fand ich realistisch.
Im Gegensatz zu Caspar war mir Wilda nicht von Anfang an sympathisch. Sie beleidigt ihn ständig, nennt ihn z. B. einen Feigling und verschweigt ihm den Grund, warum sie ihn zu den Erhabenen bringen will. Sie wechselt auch gerne mal urplötzlich ihre Meinung. Im Laufe der Handlung erkennt man jedoch, dass sie sich eigentlich nur Akzeptanz und die Liebe ihrer Eltern wünscht. Deshalb versucht sie sich vor anderen zu beweisen. Ihren Minidrachen Arlo fand ich sofort sehr putzig.
Sowohl Caspar als auch Wilda entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter, und auch ihre Freundschaft wächst nach und nach. Das geschieht schleichend und wirkt dadurch sehr authentisch.
Die Welt, die sich die Autorin ausgedacht hat, ist sehr fantasievoll. Sie wird gut beschrieben. Die einzelnen Gebiete sind dadurch vor meinem inneren Auge entstanden. Es gibt viele verschiedene Fantasywesen, nicht nur die üblichen, denen man häufiger begegnet. So trifft man hier beispielsweise auf Schlammschlinger und Nieselhexen.
Beim Rätsel, das Caspar und Wilda lösen müssen, habe ich gerne mitgerätselt und war schon sehr auf die Lösung gespannt. Ich stand da wirklich auf dem Schlauch. „Je mehr man wegnimmt, desto größer wird es. Was ist es?“ (S. 149) 
Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Auch längere Sätze stören den Lesefluss nicht.
Normalerweise gehe ich nicht auf die Danksagung/das Nachwort ein. Hier muss ich es aber einfach. Die Überschrift lautet nicht einfach nur Nachwort oder Danksagung, sondern „Eine letzte To-do-Liste von Caspar Tock“. 
Die Danksagung ist aus Caspars Sicht geschrieben, was ich sehr kreativ finde, vor allem, weil Caspar ja To-do-Listen mag. Allein das ist schon eine tolle Verbindung zur eigentlichen Geschichte. Caspar dankt also der Familie, Freunden und Partnern der Autorin, darunter Bente Schlick, dass sie ihn „auf dem Einband so mutig, ja fast schon verwegen aussehen lässt.“ (S. 329) Da musste ich wirklich schmunzeln.
Nach all den positiven Aspekten könnte man meinen, dass mich das Buch begeistert hat. Leider konnte es mich nicht komplett packen. Ich fand es eine nette Geschichte, die ich gerne gelesen habe.
Trotz vieler gelungener Elemente blieb die Geschichte für mich aber etwas auf Distanz. Ich mochte die Figuren, die fantasievolle Welt und die Entwicklung der Freundschaft, doch emotional konnte mich das Buch nie vollständig erreichen. Es ist eine schöne und empfehlenswerte Geschichte, aber der Funke, der aus einem guten Buch ein persönliches Highlight macht, ist bei mir leider nicht ganz übergesprungen.





Zitate, die im Kopf geblieben sind

„Und es kann schon sein, dass ich oft Angst habe, aber im Gegensatz zu dir stehe ich wenigstens dazu! Du hast auch Angst, das weiß ich genau, und am meisten hast du Angst davor, jemanden zu verlieren, aber gleichzeitig bist du so garstig zu allen, dass keiner was mit dir zu tun haben will!“ (S. 166 – 167)
„Jeden Tag mindestens einmal in den Himmel schauen und sich daran erinnern, dass er randvoll ist mit Magie.“ (S. 330)

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine fantasievolle Geschichte über Freundschaft und Mut.
Bewertung: 


Dienstag, 2. Juni 2026

Kurz gebellt zu: Der Greif erwacht



   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Der Greif erwacht
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Benedict Mirow
Übersetzt von: ///
Verlag: Thienemann
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die Chroniken von Mistle End
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2020
Seiten: 416
Preis: 17,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-522-18540-0





Klappentext:
Der Greif stand aufgerichtet auf dem Dach, mit weit ausgebreiteten Schwingen und sah ihn an. Er neigte kurz sein Haupt und Cedrik hörte wieder die Stimme des Fabelwesens in seinem Kopf. „Da ist sie. Die Kraft, ich spüre sie. So alt, uralt ...“ Cedrik schluckte und nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Um was geht es hier?“ Der Greif musterte ihn mit seinen Adleraugen. „Ich muss wissen, welches Geheimnis du vor mir verbirgst. Du wirst dich meiner Prüfung unterziehen müssen.“



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 11.05.2026
Beendet: 28.05.2026
Gebraucht: 18 Tage

Kurz gebellt


„Der Greif erwacht“ von Benedict Mirow ist ein Kinderbuch, das sich angenehm und flüssig lesen lässt. Es hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war, weil mir dafür am Ende ein wenig das Besondere gefehlt hat.
Schon die Gestaltung des Buches hat mir gefallen. Die Schrift ist angenehm groß und dadurch sehr lesefreundlich, wirkt aber nicht so riesig, dass das Buch künstlich gestreckt erscheint. Auch die 36 Kapitel auf 416 Seiten fand ich gut eingeteilt. Die Kapitel sind nicht zu lang, sodass ich nicht mitten in einem Kapitel aufhören musste. Titel besitzen sie zwar nicht, sondern heißen einfach nur „Kapitel 1“, „Kapitel 2“ usw., dafür sind sie aber mit Bannern und Schnörkeln verziert. Diese wirkten auf mich fast wie kleine Kronen, was ich gut mit dem Greif und dessen erhabener Wirkung verbinden konnte.
Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Der graue Himmel vermittelt direkt eine eher düstere Stimmung und deutet schon an, dass in der Geschichte nicht alles friedlich bleibt. Der Greif im Kreis in der Mitte macht außerdem sofort klar, dass er eine zentrale Rolle spielen wird. Unten auf dem Cover erkennt man drei Kinder, wodurch man bereits ahnen kann, dass die Geschichte sich um diese Figuren drehen wird.
Die Handlung spielt im schottischen, fiktiven Ort Mistle End. Dort zieht Cedric gemeinsam mit seinem Vater hin, nachdem dieser eine neue Stelle als Lehrer angenommen hat. Schnell freundet er sich mit den Geschwistern Emily und Elliot Golden an, die ihm den Ort und dessen Geheimnisse näherbringen. Dass die drei sich recht schnell anfreunden, fand ich bei den jungen Figuren überhaupt nicht unrealistisch. Kinder gehen oft viel offener miteinander um und hinterfragen neue Bekanntschaften nicht so stark wie Erwachsene.
Cedric war mir als Protagonist sympathisch. Besonders mochte ich, dass er sich nicht die Meinung von Emily und Elliot über Crutch aufdrängen lässt. Während die Geschwister ihm eher kritisch begegnen, versucht Cedric, sich selbst ein Bild von ihm zu machen. Gerade Crutch fand ich deshalb sehr interessant, weil lange nur Andeutungen über ihn gemacht werden und man nie genau weiß, was wirklich hinter ihm steckt.
Gut gefallen hat mir auch, dass Cedric die magischen Ereignisse nicht sofort vollkommen selbstverständlich hinnimmt. Anfangs reagiert er skeptisch. Dass er sich später dennoch vergleichsweise schnell damit arrangiert, hat mich hier nicht gestört, weil durch den früheren Beruf seines Vaters bereits gewisse Berührungspunkte vorhanden sind. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, erfährt Cedric im Laufe der Geschichte außerdem einiges über sich selbst und über seine Mutter, wodurch manches, was er bisher geglaubt hat, infrage gestellt wird.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und sehr gut auf die Zielgruppe abgestimmt. Die Sätze sind nicht unnötig verschachtelt und lassen sich flüssig lesen. Auch die Dialoge wirkten auf mich authentisch für Zehnjährige. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Kinder wie deutlich ältere Personen sprechen.
Allerdings wirkte die Handlung stellenweise etwas gehetzt auf mich. Manche Entwicklungen hätten ruhig etwas mehr Raum bekommen dürfen. 
Emily und Elliot waren mir außerdem manchmal etwas zu überdreht. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Ruhe gewünscht.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen und ich möchte die Reihe auf jeden Fall weiterlesen. Positiv fand ich auch, dass der erste Band ohne Cliffhanger endet. Ich hatte nach dem Ende nicht das Bedürfnis, sofort den nächsten Band lesen zu müssen, war aber trotzdem neugierig genug, um die Reihe fortsetzen zu wollen.
Trotzdem muss ich sagen, dass mir „Joshua Jackelby“ vom selben Autor noch etwas besser gefallen hat. Die Geschichte rund um die Weltausstellung von 1851 wirkte auf mich frischer und origineller. Bei „Der Greif erwacht“ hatte ich dagegen öfter das Gefühl, ähnliche Fantasygeschichten schon einmal gelesen zu haben. Genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum mir das Buch zwar gefallen hat, aber nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.
Dennoch ist „Der Greif erwacht“ für mich eine gelungene, angenehm lesbare Fantasygeschichte mit sympathischen Figuren und einer interessanten magischen Welt.




Zitate, die im Kopf geblieben sind

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Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine spannende Fantasygeschichte, die aber leider nicht besonders hervorsticht...
Bewertung: 

Freitag, 22. Mai 2026

Kurz gebellt zu: Anna Karenina

 




   Allgemeine Infos:
Originaltitel: Анна Каренина
Originalsprache: Russisch
Geschrieben von: Leo Tolstoi
Übersetzt von: Hermann Röhl
Verlag: Anaconda
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Klassiker
Erscheinungsjahr: 1957
Seiten: 991
Preis: 9,95 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-86647-8





Klappentext:
Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern …



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2024
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 27.04.2026
Beendet: 19.05.2026
Gebraucht: 23 Tage

Kurz gebellt


Anna Karenina ist wirklich ein Wälzer. Meine Ausgabe vom Anaconda-Verlag hat zum Beispiel stolze 991 Seiten. Das Buch lag schon eine ganze Weile auf meinem SuB, und ich habe beschlossen, es endlich zu lesen.
Die Übersetzung stammt aus dem Jahr 1957, und die alte Rechtschreibung wurde beibehalten. Trotzdem lässt sich das Buch erstaunlich flüssig lesen, sodass ich unerwartet schnell durchgekommen bin. Gerade durch diese ältere Übersetzung wirkt der Schreibstil besonders authentisch. Auch die Dialoge erscheinen dadurch passend zur Zeit und nicht künstlich modernisiert.
Wie schon bei Krieg und Frieden gibt es einige Fußnoten, etwa um französische oder englische Passagen zu übersetzen oder Begriffe zu erklären. Mich reißt so etwas oft aus dem Lesefluss, deshalb habe ich die Fußnoten an Stellen, die ich verstanden habe, einfach ignoriert.
Der Roman erzählt drei verschiedene Handlungsstränge mit vielen unterschiedlichen Figuren. Dadurch musste ich mich sehr konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren.
Bereits der erste Satz zeigt, dass uns hier keine leichte Nebenbei-Lektüre erwartet: „Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, aber jede unglückliche Familie ist auf ihre besondere Art unglücklich.“
Anna Karenina, nach der der Roman benannt ist, ist dabei nicht die alleinige Protagonistin, sondern nur eine von mehreren zentralen Figuren. Sie ist verheiratet, jedoch offensichtlich unglücklich, und beginnt eine Affäre mit Graf Wronski, die sie nicht verheimlicht, sondern offen auslebt. Für sie hält das Schicksal allerdings kein gutes Ende bereit.
Im Gegensatz dazu steht Konstantin Ljewin, der zunächst scheinbar vergeblich um Kitty wirbt. Doch auch die beiden müssen hart für ihr Familienglück kämpfen.
Im dritten Handlungsstrang, mit dem das Buch beginnt, geht es um die Familie Oblonski. Fürstin Dolly Oblonskaja erfährt, dass ihr Ehemann Stepan sie betrogen hat, und denkt über eine Scheidung nach.
Neben den persönlichen Schicksalen erfährt man auch viel über die russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Ich empfand es trotz seines Umfangs nicht als langatmig. Gerade weil nicht alles in einem zuckersüßen Happy End endet, wirkt die Geschichte auf mich besonders authentisch.



Zitate, die im Kopf geblieben sind

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Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch in einem Monat schaffe...
Fazit: Durch die verschiedenen Handlungsstränge und die vielen Personen entsteht ein komplexer, aber zugleich lebendig und realistisch wirkender Roman über das gesellschaftliche Leben im 19. Jahrhundert.
Bewertung: 


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