Den gleichnamigen Film habe ich beim Stöbern zufällig entdeckt und spontan mitbestellt, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. Ich habe ihn dann ohne Erwartung begonnen, und er hat mich direkt emotional gepackt.
Dadurch wurde ich auch neugierig auf die Buchvorlage, die ich als Schnäppchen gebraucht ergattern konnte.
Es ist der 1. Teil der Reihe. Die Fortsetzungen sind (bisher) nicht auf Deutsch erschienen. Es ist ein Kinderbuch. Das merkt man direkt durch die sehr große Schrift und die vielen Illustrationen, die vom Autor selbst stammen.
Dass die Geschichte 80 Kapitel auf 283 Seiten hat, zeigt bereits, dass die einzelnen Kapitel nicht sehr lang sind – und genau so ist es auch. Teilweise sind sie sogar nur eine halbe Seite lang.
Die Sätze sind einfach und kurz gehalten. So liest sich das Buch sehr flott und flüssig.
Die Geschichte an sich ist wirklich schön, aber ich muss sagen, dass mir der Film doch besser gefallen hat, auch wenn er zum Teil stark von der Buchvorlage abweicht. Im Film ist Roz noch herzlicher. Sie tut mir leid, als sie versucht, den Tieren zu helfen, und es dadurch nur noch schlimmer macht, etwa als sie die Stämme vom Biberdamm entfernt.
Im Buch bleibt sie eher kühl, was natürlich wiederum dazu passt, dass sie ein Roboter ist und daher keine Gefühle hat.
Das Buch geht offener mit dem Thema Tod um. So lesen wir schwarz auf weiß, dass Roz die Gänseeltern und vier Küken in den Eiern getötet hat, als sie auf sie gefallen ist, und der Fuchs sagt, dass er etwas Besseres als das Küken zu fressen hat. Es ist klar, dass er die toten Gänseeltern verschlingen wird. Im Film wird nur angedeutet, dass Roz für den Tod verantwortlich ist. Es ist aber nichts von den toten Gänsen zu sehen.
Außerdem wird beschrieben, dass viele Tiere den Winter nicht überlebt haben und der Frühling ihre Leichen freigibt, die dann zu Erde werden würden. Ich bin mir nicht sicher, ob das für jüngere Kinder nicht zu erschreckend sein könnte.
Geschrieben ist das Buch im Präteritum aus der Sicht eines neutralen Erzählers, wobei dieser aber auch öfter mal die Leser direkt anspricht und ihnen z. B. das mit den erfrorenen Tieren erklärt. Das finde ich einen guten Ansatz.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die Idee mit einem Roboter, der eigentlich keine Gefühle hat und sich dann um ein kleines Gänseküken kümmert, gefällt mir sehr gut. Die Beziehung der beiden ist schön dargestellt, bleibt aber etwas distanziert, was – wie bereits gesagt – zu Roz passt und dadurch realistischer wirkt als im Film.
Mir gefiel dieses viel herzlichere Verhältnis der beiden im Film trotzdem besser. Da hatte ich am Ende auch Tränen in den Augen, ohne jetzt spoilern zu wollen, was genau passiert.
Gespannt wäre ich trotzdem auf die Fortsetzung. Ich überlege, ob ich sie auf Englisch lesen soll. Mich würde schon interessieren, ob Roz die Flucht gelingt und wie das Wiedersehen mit Leuchtschnabel und den anderen Tieren der Insel sein könnte.