Montag, 9. September 2019

Warum ich für das Buch Blutgöttin keine gute Bewertung abgeben kann...


Allgemeine Infos:



Originaltitel Blutgöttin
Originalsprache: Deutsch
Autor/in: Daniela Winterfeldt
Verlag: Bastei Lübbe
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die Quellen von Malun
Teil: 1
Genre: High Fantasy
Erscheinungsjahr: 2019
Seiten: 589
Preis15,00 € (TB)
ISBN:: 978-3-404-20948-4






Klappentext:
Das Wasser auf Ruann versiegt, und die Dürre verurteilt die Völker zu Hunger und Durst. Um sich die letzten Ressourcen zu sichern, führt das Großreich Sapion erbitterte Kriege gegen seine Nachbarreiche. Die Politikertochter Feyla, der Offizier Dorgen, die Sklavin Alia und der Soldat Tailin sind alle auf verschiedene Weise von dem Krieg betroffen. Jeder versucht für sich einen Ausweg aus der hoffnungslosen Situation zu finden. Aber noch wissen die Vier nicht, dass ihre Schicksale miteinander verbunden sind und die Gründe für das Verschwinden des Wassers in einer Verschwörung von ungeahnten Ausmaßen liegen …



Meine Statistik
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2019
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Zu lesen begonnen: 01.08.2019
Beendet am: 24.08.2019
Gebraucht: 24 Tage
Meine Meinung
Ich habe zuerst überlegt, ob ich überhaupt eine Rezension schreiben soll.
Der geheime Name von der Autorin hat mir damals sehr gut gefallen. Das Buch war bei den Jahres-Highlights ganz vorne mit dabei.
Umso erfreuter war ich, als ich das neue Buch entdeckt habe. Ich wusste, ich muss es unbedingt lesen.
Das Cover ist wirklich sehr schön. Diese knorrigen Äste finde ich sehr passend zur Geschichte. Schließlich geht es u. a. auch um Dürre.
Die Schriftgröße ist auch angenehm – weder zu groß noch zu klein.
Das Buch ist in Prolog, 30 Kapitel und Epilog aufgeteilt.
Der Beginn ist erst einmal erschreckend, und ich musste schlucken. Aber ich bin auch sehr neugierig, was es zu bedeuten hat.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und mitreißend. Er lässt mich erst einmal an den Seiten kleben. Die Autorin beschreibt sehr gut und anschaulich, sodass die Szenen vor meinem inneren Auge aufgetaucht sind.
Die Welt, die sie sich ausgedacht hat, ist brutal und kennt keine Gnade. Sie schreibt so, dass ich das Leid der Bevölkerung spüren konnte.
Die erotischen Szenen sind nicht so platt wie beispielsweise in manchen New Adult-Romanen beschrieben, aber irgendwann waren mir diese Szenen zu viel. Ich hätte gut auf ein paar davon verzichten können.
Die verschiedenen Charaktere sind facettenreich und lebendig beschrieben.
Leider habe ich ein Problem mit Dorgen und sein Verhalten gegenüber Frauen. Er schlägt z. B. eine schwangere Frau. Auch wenn sie nicht die Sympathierolle übernehmen soll, verachte ich diesen Protagonisten für sein Verhalten. Seine Kindheit sehe ich nicht als Entschuldigung. Das liegt vor allem an persönlichen Gründen. Eine gute Bekannte von mir war lange Zeit Opfer häuslicher Gewalt. Ihr Ex-Freund hat ihr eingetrichtert, dass er das als Mann darf. Aber das Erschreckendste war ihre Antwort, als ich ihr angeboten habe, ihr aus ihrer Hölle rauszuhelfen. „Ach, das ist doch normal. Das steht ja sogar in Büchern.“ Irgendwann hat sie sich zwar endlich getraut, ihn zu verlassen, aber seit dieser Aussage muss ich bei solchen Büchern immer daran denken und mag es nicht, wenn es dort als normal und positiv angesehen wird. Ich weiß, dass es nur eine fiktive Geschichte ist, aber ich kann dem Buch aus diesen Gründen keine gute Bewertung geben. Aber es wäre wohl auch unfair, die Geschichte als Flop zu bezeichnen.
Deshalb werde ich hier keine Bewertung abgeben.
Zitat, das im Kopf geblieben ist: ///
Bewertung: ///

6 Kommentare:

  1. Hi Tinette,

    der Hintergrund deiner Freundin, der dir bei dieser Geschichte in den Kopf gekommen ist, ist natürlich traurig. Aber ich hab es nicht so empfunden, dass das Schlagen hier als positiv bewertet wird?
    Gerade Dorgen - wenn ich mich richtig erinnere ist es er, der in die reiche Familie einheiratet? - bemüht sich ja sehr sich in dieser Gesellschaft zurecht zu finden.

    Ich fand das Buch wirklich super, gerade auch die vielen Konflikte, die Vergangenheit und die Hilflosigkeit von Gewalt auslösen, sind sehr gut beschrieben und zeigen gerade nicht, dass das richtig ist ... aber so ist die Wahrnehmung eben unterschiedlich ...

    Liebste Grüße, Aleshanee


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    1. Hallo Aleshanee,
      ja, ich habe es anders aufgenommen. Es kam mir so vor, als wäre es eben normal so, dass die Frauen so behandelt werden. Vielleicht liegt das auch an meinem Erlebten.
      Ich mochte diesen Dorgen einfach nicht. Er sagt ja z. B. auf Seite 338 "Sie ist meine Frau, mein Eigentum." Das hat der Ex auch immer gesagt. Deshalb habe ich auch immer ein Problem, wenn ich diesen Satz in Büchern lese.
      Ich mochte Dorgens Gedankengänge nicht, als er eine der Frauen geschlagen hat und sie gestürzt ist. "Sie übertreibt. So schlimm ist sie nicht gestürzt." Gerade weil sie schwanger war, hätte ich erwartet, dass er ein schlechtes Gewissen hat.
      Mir hat das Buch an sich gefallen, nur diese Umstände eben nicht. Ich fand es einfach falsch, ein Buch gut zu bewerten, in dem Gewalt gegen Frauen vorkommt, wenn ich meiner Bekannten vorher gesagt habe, dass sie nicht auf solche Bücher hören soll. Vielleicht bin ich da inzwischen auch zu empfindlich und habe zu viel hineininterpretiert.
      Ich wollte nur irgendwie klarstellen, warum ich dem Buch keine 5 Sterne geben kann.
      Liebe Grüße
      Tinette

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    2. Naja, in dieser Gesellschaft wie sie sich entwickelt hat ist es ja auch normal, in dieser Geschichte. Aber ich finde schon dass es sehr klar rauskommt, dass sie schon mit sich hadern, dass es so ist und dass diejenigen ohne schlechtes Gewissen auch nicht gut wegkommen.

      Aber das ist eben sehr viel Empfindungssache von jedem einzelnen und kann man nicht objektiv betrachten

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    3. Ich glaube, ich bin die Einzige, die das Buch nicht mit der Höchstwertung bewertet hat. Bis jetzt habe ich nur komplett positive Meinungen gehört, auch im Freundeskreis.
      Eine Freundin meinte sogar, ich hätte das Buch total zerrissen. Aber das sehe ich nicht so. Ich denke, ein Zerriss sieht anders aus.

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  2. Hey Tinette :)

    Auf die Rezension hatte ich ja schon gewartet, weil ich doch neugierig war, warum es dir so schwer gefallen ist, eine Rezension zu schreiben.
    Ich kann das aber sehr gut nachvollziehen, warum dich das Verhalten von Dorgen nicht begeistert hat - gott sei dank hatte ich in meinem Umfeld solche Fälle nicht (und das darf gerne so bleiben), aber ich kann dich voll verstehen. Und ich finde, dass du es auch gut auf den Punkt bringst.

    Ich hatte auch mal ein Buch, was ich einfach nicht bewerten konnte. War eine andere Thematik, es ging um Krebs und ich hatte knapp ein Jahr vor dem lesen des Buches meinen Opa an den gleichen Krebs verloren. Das Buch hat mich mitgenommen und ja ich fand es gut, weil es mir irgendwie auch geholfen hat. Aber ich konnte da auch keine Bewertung abgeben, weil ich nicht wusste, ob ich das objektiv kann. Insofern kann ich deine Situation gut nachvollziehen.

    Liebe Grüße
    Andrea

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    Antworten
    1. Hallo Andrea,
      ja, ich habe auch lange für diese Rezension gebraucht. Sie ist mir sehr schwer gefallen. Ich finde es immer schwierig, Bücher mit bestimmter Thematik zu rezensieren, vor allem, wenn man selbst davon in irgendeiner Weise betroffen ist. Bei mir sind das eben die Themen Gewalt und Alzheimer. Da weiß ich meist nicht, wie ich die Bücher bewerten soll.
      Liebe Grüße
      Tinette

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