Mittwoch, 14. November 2018

Gebell zu: Die Anarchie der Buchstaben


Allgemeine Infos:




OriginaltitelThe ACB with Honora Lee
Originalsprache: Englisch
Autor/in: Kate de Goldi
Verlag: Königskinder
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe:///
Teil: ///
Genre:Kinder, Jugend
Erscheinungsjahr: 2014
Seiten: 150
Preis: 13,90 €
ISBN:978-3-551-56003-2





Klappentext:
Jeden Donnerstag besucht Perry ihre Oma im Heim Santa Lucia. Oma weiß nicht immer, wer Perry eigentlich ist, und außerdem findet sie, Perry sei ein Jungenname. Aber Perry macht das nichts aus. Und dann hat sie diese gute Idee mit dem Abc. Ein Buch für alle und alles im Santa Lucia, bei dem Oma und die anderen mitmachen sollen. Es geht zwar etwas durcheinander, und das Ganze wird eher ein Acb oder ein Abv. Aber ein bisschen Anarchie hat noch niemanden geschadet.

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2017
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Zu lesen begonnen: 11.11.2018
Beendet am: 13.11.2018
Gebraucht: 3 Tage

Lob und Tadel

~*~Gestaltung~*~
Das Cover ist eher schlicht gestaltet, aber genau das gefällt mir. Es zeigt Hummeln, lebendige und tote, die auch in der Handlung vorkommen.
Das Format fand ich eher ungewöhnlich. Es ist ein recht kleines Hardcover. So etwas ist mir vorher noch nicht begegnet. Ich finde das interessant.
Die Schrift ist sehr groß. Da braucht man wirklich keine Lupe.
Das Buch enthält zahlreiche Illustrationen, die im abstrakten Stil gezeichnet sind. Das ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich fand es passend zu Perry und zur Geschichte.
Die Wörter der Kapitelüberschriften, wenn man sie so nennen kann, sind allesamt kleingeschrieben.

~*~Charaktere~*~
Perry: Die Protagonistin ist 9 Jahre alt und ein aufgewecktes Mädchen. Sie geht ohne Ängste auf andere Menschen zu, auch auf ältere, kränkliche Personen. Mit ihrem offenen und unbefangenen Charakter hat sie sich sofort in mein Herz geschlichen.
Perrys Eltern: Man kann sie fast als Statisten bezeichnen, denn sie kommen kaum in der Handlung vor. Besonders die Mutter hat ständig irgendwelche wichtigen Termine. Für ihre Tochter hat sie ebenfalls einen vollen Terminkalender vorgesehen.
Oma Honora: Sie hat Alzheimer und kann sich deshalb nicht immer an ihre Enkelin erinnern. Deshalb kommt sie vielleicht manchmal etwas ruppig rüber, aber im Grunde ist sie ein netter Mensch. Sie kennt viele Redewendungen und Eselsbrücken.
Auch die anderen Patienten und das Pflegepersonal lernt man mitsamt den liebeswürdigen Eigenarten kennen.

~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung spielt größtenteils im Altenteil Santa Lucia. Ein Zeitraum wird nicht genannt, aber ich gehe davon aus, dass das Buch in der heutigen Zeit spielt.

~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Die Idee gefällt mir sehr. Der Opa von meinem Freund hatte auch Alzheimer. Leider ist er gestorben, aber wir haben viel Zeit mit ihm verbracht. Deshalb konnte ich mich auch gut in die Situation hineinversetzen. Es ist nicht immer leicht, und am liebsten würde man weinen, wenn eine nahestehende Person einen nicht erkennt. Deshalb kann ich auf der einen Seite Perrys Vater verstehen, dass er seine Mutter ungern im Altenheim besucht. Es ist sicher auch Angst dabei, und nicht grundsätzlich Abneigung.
Perry hat einen geregelten Tagesablauf und kaum Zeit für Freizeit. Als der Donnerstagkurs ausfällt, sieht sie ihre Chance, ihre Oma zu besuchen. Es gelingt ihr, ihre Eltern zu überreden.
Im Altenheim wird Perry nicht immer freundlich von ihrer Oma empfangen. Oft kann die alte Frau ganz schön grantig sein, was auch ihrer Erkrankung geschuldet ist. Aber Perry überhört die „gemeinen“ Worte. Gerade diese Szenen mit ihrer Oma haben mir so gut gefallen.
Perry beginnt ein Buch mit dem Abc, oder besser gesagt, ein Acb, zu erstellen. Die Wörter haben dabei etwas mit Santa Lucia zu tun. Das Alphabet wird nicht der Reihe nach geführt, sondern so, wie es ihnen gerade einfällt. Ich fand es sehr schön, dass die Bewohner und die Pfleger sich an dieser Aktion beteiligen.
Die Handlung ist also eher ruhiger. Die Autorin hat das Leben im Altenteil sehr respektvoll dargestellt. Sie verurteilt auch nicht Perrys Eltern, die sich kaum bis gar nicht um die kranke Oma kümmern. Aber sie zeigt auch, dass sowohl die alten als auch die jungen Menschen davon profitieren, wenn sie Zeit miteinander verbringen.
Besonders der kindliche Umgang wird sehr schön beschrieben. Kinder gehen eben ganz anders mit Situationen um. Sie sind unbefangener und neugierig.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Nicht jede Geschichte braucht Action, um zu unterhalten.



~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Das Buch ist im Präteritum geschrieben und hat einen fast schon kindlichen Schreibstil. Das meine ich aber keineswegs negativ. Es passt zur Geschichte, weil Perry selbst erst 9 Jahre alt ist. Das Buch lässt sich dadurch auch flüssig und schnell lesen.

~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///

~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Schade, dass es schon vorbei ist. Ich hätte gerne noch mehr Zeit mit Perry und ihrer Oma verbracht.
Fazit: Ein wunderschönes, einfühlsames Buch mit einer wunderbar aufgeweckten Protagonistin.
Bewertung



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