Montag, 14. November 2022

Tibi liest: Die Stunde der Frauen

   Allgemeine Infos:



OriginaltitelDie Stunde der Frauen
Originalsprache: Deutsch
Autor*in: Anne Stern
Verlag: rowohlt polaris
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenfortsetzung
Reihe: Fräulein Gold
Teil: 4
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsjahr: 2021
Seiten: 461
Preis16,00 €
ISBN: 978-3-499-00652-4








Klappentext:
Berlin, 1925: Hulda Gold ist in der Frauenklinik in Berlin-Mitte zur leitenden Hebamme aufgestiegen. Gegen die Übermacht der männlichen Ärzte kämpft sie für das Wohlergehen der Schwangeren. Nur zu dem jungen Arzt Johann Wenckow hat sie großes Vertrauen. Zwischen ihnen entsteht ein zartes Band – obwohl er aus der wohlhabenden Villengegend Frohnau stammt und seine Eltern nicht gerade begeistert sind von der Verbindung ihres vielversprechenden Sohns mit der unabhängigen, starrsinnigen Hebamme. Hulda selbst fühlt sich zwischen den Welten hin- und hergerissen. Zum einen ist da das quirlige Viertel in Schöneberg, wo sie immer noch «Fräulein Hulda» ist, zum anderen die reiche Villenkolonie an der Havel mit all ihren Erwartungen und ihrer strengen Etikette. Aber wo Glanz ist, ist auch Schatten. Und schon bald merkt Hulda, dass ein Leben wenig zählt, wenn es darum geht, die Traditionen aufrechtzuerhalten.

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gekauft
Zugangsjahr: 2022
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Zu lesen begonnen: 28.10.2022
Beendet am: 11.11.2022
Gebraucht: 15 Tage

Lob und Tadel

~*~ Meine Erwartung ~*~
Teil 1 und 2 haben mir sehr, sehr gut gefallen und wurden beide mit der Höchstbewertung "Lieblingsknochen" bewertet. Der Himmel über der Stadt sollte der Abschluss dieser Reihe sein, und ich habe mich schon sehr gefreut. Er hat mich aber etwas enttäuscht. Deshalb war ich mir nicht sicher, ob ich Teil 4 lesen soll. Ich probiere es, habe aber keine Erwartungen an die Geschichte.

~*~Gestaltung~*~
Auch das Cover zum 4. Teil zeigt wieder eine Schwarz-Weiß-Fotografie einer Frau. Der Reihentitel ist dieses Mal in einem kühlen Eisblau abgedruckt. Es gefällt mir gut.
Der praktische Straßenplan von Berlin ist auch wieder dabei, dieses Mal von 1925, sodass wir erneut Huldas Weg verfolgen können.
Die Schriftgröße ist angenehm. So lässt sich das Buch gut lesen.
Aufgeteilt ist es in Prolog, 30 Kapitel und Epilog.

~*~Charaktere~*~
Hulda Gold: Sie ist mittlerweile zur leitenden Hebamme aufgestiegen. Sie setzt sich selbstbewusst durch und scheut sich dabei auch nicht, gegen Ärzte ihre Meinung zu vertreten, auch wenn das nicht gerne gesehen ist. Sie denkt sehr fortschrittlich und probiert gerne neue Methoden bei der Geburt an, die sie für richtig hält. Sie ist nach wie vor sehr sympathisch.
Johann: Er ist Arzt und mit Hulda zusammen. Abgesehen, dass er auch Jude ist, hat er mit ihr nicht wirklich etwas gemeinsam. So stammt er aus wohlhabenden Verhältnissen und muss sich nie Gedanken über Geld machen. Er ist konfliktscheu und passt seine Meinung gerne auf andere an. Er ist kein unsympathischer Charakter, aber mehr auch nicht.
Karl: Er ist nicht mehr bei der Polizei tätig und hat sich als Privatdetektiv selbstständig gemacht. Leider hat er im Gegensatz zu den Vorgängerbanden nur ganz kurze Szenen, bei denen er anwesend ist. Er hat mehr über seine Vergangenheit erfahren, und das habe ich ihm sehr gegönnt. Als Charakter ist er einfach interessanter als Johann.
Erna: Sie taucht neu in diesem Band auf und war mir direkt sympathisch. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge. Es ist ihr egal, was andere denken. Sie sagt und tut das, was sie will. Als neue Hebamme sorgt sie deshalb für Wirbel. Wirklich schade, dass sie nicht so oft vorkommt. Ich hätte gerne mehr Szenen mit ihr gelesen.


~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung spielt in Berlin im Jahr 1925.

~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Es ist über ein Jahr her, seit ich Teil 3 gelesen habe, aber ich hatte keine Schwierigkeiten, wieder in die Handlung einzusteigen. 
Wir begleiten Hulda auch weiterhin bei ihrer Tätigkeit als Hebamme, wobei sie dieses Mal hauptsächlich in der Frauenklinik arbeitet und nur noch selten bei Hausgeburten dabei ist. Es war wie immer interessant, ihr bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.
Erschreckend ist die Doppelmoral, die zu dieser Zeit galt: Frauen ist ein Abbruch untersagt, da es Mord ist, ungeborene Babys zu töten. Als dann aber ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt kommt, will der Arzt dieses sofort töten, weil es nicht lebenswert wäre.
Einen Krimifall gibt es dieses Mal nicht zu lösen. In diesem 4. Teil geht es dafür u. a. um dunkle Familiengeheimnisse, die allmählich ihren Weg ans Tageslicht finden. Auch Huldas Privatleben nimmt einen Großteil der Handlung an. Johann will sie unbedingt heiraten, aber Hulda zögert. Am liebsten würde sie alles so lassen, wie es ist. So richtig wohl scheint sie sich nicht in dieser vornehmen Gesellschaft zu fühlen.
Wir treffen außerdem auf Benjamin Gold, Huldas Vater. Mit seinen Kunst-Kenntnissen ist er ihr eine Hilfe bei ihren Ermittlungen. Da möchte ich aber nicht zu viel verraten.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und ich bin schon sehr auf den 5. Teil gespannt.


~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Das Buch ist im Präteritum aus der Sicht eines personellen Erzählers geschrieben. Die Dialoge sind der damaligen Zeit angepasst und teilweise auch im Berliner Dialekt geschrieben. Schwierigkeiten hatte ich dabei keine. Gerade durch die Dialekte wirkten die Dialoge authentisch.
Die Autorin schreibt flüssig und anschaulich, ohne jedoch zu langatmig zu werden. Die Szenen tauchen dabei vor dem inneren Auge auf.

~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///

~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Gut, dass ich dieses Buch doch gelesen habe.
FazitIm Gegensatz zu Teil 3 konnte mich dieses Buch wieder komplett überzeugen.
Bewertung

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