Montag, 8. August 2022

Meine Meinung zu: Deutsch sein und schwarz dazu

    

Allgemeine Infos

OriginaltitelDeutsch sein und schwarz dazu
Originalsprache: Deutsch
Autor*in: Theodor Michael
Verlag: dtv
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Biografie
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 199
Preis: 14,90 €
ISBN 978-3-423-26005-3









Klappentext:

Theodor Michaels Vater kam vor dem Ersten Weltkrieg aus Kamerun, damals deutsches »Schutzgebiet«, nach Deutschland und wurde wie andere Kolonialmigranten freundlich aufgenommen. Er heiratete eine Deutsche und gründete eine Familie. Doch schon während der Weimarer Republik fand man, Farbige sollten den Deutschen keine Arbeitsplätze mehr wegnehmen. Bald konnten sie nur noch in den sehr beliebten »Völkerschauen« unterkommen. In der Nazizeit wurden ihnen die deutschen Pässe entzogen. Nur als stumme Komparsen in den zahlreichen Kolonialfilmen waren sie noch gefragt. 

Lob und Tadel

Das Buch habe ich durch Zufall entdeckt, und es hat direkt mein Interesse geweckt. In der Schule haben wir damals nichts über Kameruner in Deutschland besprochen. So wusste ich zwar, dass Kamerun früher eine deutsche Kolonie nie, aber nicht, dass damals viele Menschen damals aus Kamerun nach Deutschland kamen, herzlich willkommen waren, nur um später in Volksschauen bloßgestellt zu werden.
Ich finde es sehr interessant, gerade die Geschichten von Zeitzeugen zu lesen. Der Vater von Theodor Michael kam vor dem Ersten Weltkrieg aus Kamerun nach Deutschland und lernte hier eine Deutsche kennen und lieben. Zu dieser Zeit war das noch nicht unüblich und niemand regte sich darüber auf. Es war ein schleichender Prozess. Irgendwann war die geläufige Meinung, dass Menschen die nicht so aussahen, wie sich das ein Großteil der Bevölkerung vorstellte, minderwertig sind. Der Autor war damals noch ein Kind. Er merkte, dass er anders behandelt wurde, aber er verstand es nicht. Schließlich hatte er niemanden etwas getan.
Wir begleiten Theodor Michael durch seine Kindheit und erleben, welche Ablehnung er erfuhr, auch noch, als er erwachsen war. So bekam er im Theater nicht die großen Rollen, und das nicht, weil er kein Talent gehabt hätte, sondern einfach nur aufgrund seiner Hautfarbe. Er durfte ja nicht einmal vorsprechen, um die Leute von sich zu überzeugen. Selbst die Rolle des Othellos wurde nicht an ihn vergeben. Es wurde lieber eine hellhäutige Person dunkel geschminkt.
Schön fand ich, dass es in der Mitte einige Fotos gibt. So hatte ich dann die entsprechenden Personen bei ihrer Erwähnung vor Augen. Außerdem sind 2 Arbeitszeugnisse und sein Pass abgebildet.
Ich fand das Buch spannend, weil ich einiges Neues erfahren habe, wie etwa über die Volksschauen. Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.


~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine interessante, bewegende Autobiografie eines Zeitzeugen der Nazizeit.
Bewertung: Sehr empfehlenswert.

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