Mittwoch, 12. Juli 2023

Mein Erlebnis-Bericht von... Artus Excalibur in Plauen

 



Veranstaltung: Artus Excalibur
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Parktheater Plauen
Datum: 01. Juli 2023
Beginn: 20:30 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr




Eigentlich war es gar nicht geplant, nach Plauen zu fahren. Es war eine eher spontane Entscheidung. Das Musical Artus Excalibur habe ich schon zweimal gesehen: einmal in St. Gallen und einmal in Tecklenburg. Eine Freundin von mir wollte es aber unbedingt einmal sehen, fand aber niemand, der sie begleitet. Also habe ich zugesagt. Außerdem haben uns noch Fabian und meine Schwester, die zudem Fan der Artus-Sage ist, begleitet, weil wir einen Tag später nach Ludwigshafen wollten, um uns dort 3 Musketiere anzuschauen.
Am Freitagnachmittag sind wir also losgefahren. Von Köln aus sind es rund 500 km, und die reine Fahrtzeit war etwa 5 1/2 Stunden.
Am Samstag sind wir dann gegen 19:30 Uhr vom Hotel aus losgefahren. Das Parken hat nichts gekostet. Es war gut geregelt.
Die restliche Strecke sind wir zu Fuß gegangen. Vor der eigentlichen Show gab es eine Art mittelalterlichen Markt mit Ständen, Musik, Gauklern und Bogenschießen.

Die Zuschauertribüne steigt steil an. Das gefällt mir gut. So hat man auch von weiter hinten eine gute Übersicht.




Wir saßen in Reihe 4. Das war mir persönlich schon etwas zu nah an der Bühne. Ich hätte gerne etwas weiter hinten gesessen.


Besetzung


Artus, späterer König -   Friedrich Rau 
Guinevere, Artus’ Geliebte -   Elisabeth Birgmeier 
Merlin, Zauberer -  Chris Murray 
Morgana, Artus’ Halbschwester - Melanie Gebhard 
Lanzelot, Artus’ bester Freund - Arvid Fagerfjäll 
Ector, Artus’ Ziehvater -  Andrey Valiguras 
Lot von Orkney, Morganas Mann -   Marcus Sandmann                       
Sir Gareth, Lots Sohn - André Gass 
Uther Pendragon, Vater von Artus und Morgana - Luca Di Giorgio                             
Igraine, Artus’ Mutter - Kristina Kelly Zaidner
Mutter Oberin -  Manja Ilgen  
Ein Priester  - Dietmar Wölker

Ritter der Tafelrunde:
Lucan - Alcaios Papanagis
Tristan - Davide Gentilini
Bedwyr - Marco Palamone
Kay - Luca Di Geiogio
Lamorac - Lucien Zumofen

Kinder - Friedrich Hoffmann/Emil Riehle/Manuel Scheffler/Luke Seidel

außerdem:
Opernchor und Extrachor des Theaters Plauen-Zwickau
Ballett des Theaters Plauen-Zwickau
Clara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau

Friedrich Rau - Artus
Er hat die Rolle des Artus überzeugend dargestellt. Ich habe ihm den Wandel vom jungen, etwas unbeholfenen Mann über den rachsüchtigen Sohn zum König, der sich für die Gerechtigkeit einsetzt, abgenommen.
Die Stimme fand ich angenehm und passend zu den Liedern. Sie harmonisierte sehr gut mit der von Elisabeth Birgmeier.

Elisabeth Birgmeier - Guinevere
Sie hat sowohl die verliebte Frau, die ihrer Hochzeit entgegengefiebert, als auch die verletzte, traurige Person glaubwürdig gespielt, und sich im Verlauf des Stückes zu einer starken Persönlichkeit entwickelt.
Ihre hohe Stimme war immer klar. Ihre Solos haben mir gut gefallen.

Chris Murray - Merlin
Ich muss direkt sagen: Stimmlich fand ich ihn am besten von allen. Seine Stimme war sehr kraftvoll und zitterte auch bei langgezogenen Tönen nicht. 
Auch schauspielerisch hat er mir sehr gut gefallen. Er spielte den Zauberer mit einem gewissen Augenzwinkern.

Melanie Gebhard - Morgana
Ich hatte sie letztes Jahr zweimal bei Robin Hood als Äbtissin gesehen. Die Rolle war nicht so groß. 
Die Rolle der Morgana scheint wie gemacht für sie zu sein. In ihren Gesangparts zeigte sie ihre tolle Stimme. Ihre Blicke, wenn sie auf Rache sann, waren sehr unheimlich. Sie zeigte aber auch eine verletzliche Seite.

Arvid Fagerfjäll - Lanzelot
Er hat vielleicht nicht jeden Ton getroffen. Seine Stimme fand ich aber trotzdem angenehm. Schauspielerisch konnte er mich komplett überzeugen. Mal war er der mutige Kämpfer, mal der unglücklich Verliebte und mal der Lustige. Ich fand es immer authentisch.




Das Bühnenbild hat mir gut gefallen. Es wirkte nicht überladen, aber auch nicht kahl. An den Seiten waren jede Menge Holzkreuze, die ich symbolisch für die vielen Toten deute. Eine Seite war meistens blau, die andere rot angestrahlt. Da vermute ich, dass das Blau für Artus und das Rot für Morgana steht, da beide Kleidung in der jeweiligen Farbe trugen.
In der Mitte stand eine Art Felsenvorsprung. Aus diesem "löste" sich plötzlich ein runder Tisch, der nach oben fuhr und so Artus` Tafelrunde repräsentierte.
Im hinteren Bereich waren teils abgebrochene Bögen zu finden: die Ruine von Camelot.

In der Pause wurden die beiden Throne für Artus und Guinevere aufgebaut. Außerdem wurde eine Treppe freigelegt.
Im ersten Akt war dort oben z. B. Merlins Vision, dargestellt von Tänzern, zu sehen.
Mir hat das Bühnenbild gut gefallen, weil es mit wenigen Aspekten ein aussagekräftiges, stimmiges Bild lieferte.


Die Kostüme haben mir gut gefallen.
Merlin war nicht wie etwa im Disney-Film Die Hexe und der Zauberer mit Mantelkleid und langem, spitzem Hut verkleidet, sondern in erdigen Tönen, worin ich einen Bezug zur Natur deute.
Die Perücke und der Bart ließen ihn wie einen alten, weisen Zauberer wirken, während ich die eisig blauen Kontaktlinsen etwas unheimlich fand.
Das Blau von Artus zeigte seine neue Rolle als König, ohne dass es zu pompös wirkte. Meiner Schwester gefiel sein Kostüm nicht. Sie erklärte sich es aber, weil sie die Farbe Rot von der Merlin-Serie in Zusammenhang mit Camelot und Artus gewöhnt war.
Morganas Kleid strahlte in Blutrot und unterstrich ihre teuflische Seite, war für mich aber auch eine Anspielung auf das Lied "Die Rose". Die langen, weiten, wehenden Armen haben mir gut gefallen.
Guinevere trägt zunächst ein Kleid, das mich ein klein wenig an das eines Burgfräuleins erinnert an. Mit den zarten Blautönen steht es in Kontrast zu Morganas Kleid. Gegen Ende tauscht sie dieses gegen Hemd und Hosen, wodurch sie nicht mehr wie die zarte Person wie zu Beginn wirkt.

Das erste Lied des Stückes ist "Das Feld der Ehre", und es ist das, was mir schon nach dem ersten Besuch 2015 am besten in Erinnerung geblieben ist. Es hat etwas Mystisches, aber auch Trauriges, und gibt gleichzeitig Hoffnung. Es gefällt mir sehr gut, vor allem, wenn es von einem so großen Chor vorgetragen wird.
Der stimmungsvolle Einstieg wirkte direkt bei mir. Ich war sofort gefangen und gespannt, wie die weitere Umsetzung aussehen würde. Und da wurde ich nicht enttäuscht.
Es gab einige Überraschendes, etwa, als Morgana etwas zu Boden wirft, das mit großem Knall und Rauch verpufft. 
Den Einfall, dass Merlin Excalibur lenkt und Artus diesem hilflos folgen muss, fand ich gut.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz. So sorgt z. B. Sir Gareths Frage "Was?" für Lacher, weil er nicht mitbekommen hat, dass Artus das Schwert aus dem Stein gezogen hat und deshalb alle vor Ehrfurcht erstarren. Auch die Idee, dass Lanzelot mit Steine Hufgetrappel imitiert und damit eine Anspielung auf Die Ritter der Kokosnuss macht, fand ich lustig.
Die Fechtszenen waren gut choreografiert. Sie wirkten nicht plump oder aufgesetzt. 
Dramatisch war es bei den Sterbeszenen. Diese fand ich aber nicht kitschig, sondern mit dem richtigen Maß an Sentimentalität.
Insgesamt hat mir das Stück sehr gut gefallen. Es war mir zu keiner Zeit langweilig. Ich habe immer mitgefiebert. Mir gefiel es, dass die Balletttänzer so gut in das Stück integriert wurden und mit ihren Tänzen den Gesang unterstützten. Ein tolles audiovisuelles Erlebnis.
Auch der Chor sorgte für die richtige Stimmung. Ich mag es einfach, wenn viele Menschen auf der Bühne stehen und singen.
Ich habe ja drei verschiedene Inszenierungen angeschaut. Ich würde sie mit Tecklenburg gleichsetzen. Beide Inszenierungen haben mir gleich gut gefallen. St. Gallen fand ich zwar auch gut, aber die Inszenierung in Plauen wirkte in der Umsetzung doch frischer und auch origineller auf mich.
Das Publikum war ähnlich begeistert wie ich. Am Ende standen alle und applaudierten lange und kräftig, wodurch der Artus-Darsteller seine Ansprache zunächst abbrechen musste und eine weitere Runde Verbeugen von allen stattfand, ehe alle zum Meet & Greet eingeladen wurden.
Schön fand ich, dass auch der Dirigent und das Orchester zum Schlussapplaus auf die Bühne kamen.
Das Stück über Schneewittchen das nächstes Jahr gezeigt wird, interessiert mich nicht. Aber falls wieder ein interessantes Stück für mich dabei ist, werde ich nochmals hierhin kommen.

Wir sind auch zum Meet & Greet nach der Show gegangen. Meine Taktik war nicht schlau. Ich dachte, ich stelle mich zuerst dort an, wo die meisten anstehen. Bei manchen Darstellern war kaum jemand. Zu ihnen wäre ich besser zuerst hingegangen, denn während ich so lange angestanden habe, sind sie irgendwann weggegangen. So habe ich insgesamt nur 3 Autogramme (Melanie Gebhard, Chris Murray, Friedrich Rau) sammeln können. Schade. Beim nächsten Mal weiß ich es besser.



Und hier noch Pressefotos - alle © Christian Leischner





















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