Allgemeine Infos:
Originaltitel: Die Bestie von Dresden
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Frank Goldammer
Übersetzt von: ///
Verlag: dtv
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenfortsetzung
Reihe: Kriminalrat Gustav Heller
Teil:: 3
Genre: Historischer Krimi
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 366
Preis: 18,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-423-26459-4
Klappentext:
Der sonnige Mai 1883 wird für die Dresdner zum Schreckensmonat: Aus dem Zoologischen Garten soll ein Tiger ausgebrochen sein und die Stadt unsicher machen. Zeitgleich treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es offenbar auf die Söhne und Töchter reicher Bürger abgesehen hat. Ein äußerst heikler Fall für Kriminalrat Gustav Heller und seinen Assistenten Schrumm. Als ihr Verdacht auf einen Ex-Zuchthäusler fällt, werden sie sofort von dessen ehrgeizigem Anwalt unter Druck gesetzt. Zu Hellers großem Ärger mischt sich auch der vom Zoo wegen des Tigers um Hilfe gebetene Wildtierexperte namens Karl May immer mehr in die Polizeiarbeit ein. Während das Raubtier noch frei herumläuft, geschieht ein weiterer Mord an einer jungen Frau …
Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 19.02.2026
Beendet: 07.03.2026
Gebraucht: 17 Tage
Kurz gebellt
Der dritte Band der Reihe um den Kriminalrat Gustav Heller hat mich mit seinem Klappentext direkt neugierig gemacht. Bereits der erste Teil konnte mich überzeugen, und der zweite hat mich sogar richtig begeistert. Entsprechend gespannt war ich auf diesen Band.
Besonders gefällt mir an dieser Reihe, dass Heller ohne moderne Technik ermitteln muss. Es gibt keine DNA-Analysen und keine Überwachungskameras, die bei der Überführung der Täter helfen könnten. Gerade diese Ermittlungsarbeit im 19. Jahrhundert macht für mich einen großen Teil der Faszination dieser Bücher aus.
Der Titel ist dabei doppeldeutig gewählt. Mit der „Bestie“ könnte sowohl der ausgebrochene Tiger als auch der Täter, der in Dresden sein Unwesen treibt, gemeint sein.
Das Buch ist in 27 Kapitel unterteilt. Die Länge der einzelnen Kapitel finde ich gut. Übermäßig lange Kapitel mag ich persönlich nicht besonders gern, doch das war hier nicht der Fall. Auch die Schriftgröße ist angenehm gewählt, sodass sich das Buch insgesamt sehr flüssig lesen lässt.
Kriminalrat Gustav Heller bleibt auch in diesem Teil seinen Prinzipien treu. Zielstrebig verfolgt er sein Ziel, den Mörder hinter Gitter zu bringen. Dabei zeigt sich immer wieder, dass er durchaus stur und manchmal auch aufbrausend sein kann, ohne jedoch die Kontrolle über sich zu verlieren.
Da die Handlung im Jahr 1883 spielt, wird auch ein gesellschaftlicher Aspekt sichtbar: Der Hass auf die jüdische Bevölkerung beginnt sich bereits bemerkbar zu machen. Einige Bemerkungen lassen sich so deuten, dass dahinter zu dieser Zeit vor allem Neid steckt. Heller selbst hat jedoch keine Vorurteile. Von den Unterstellungen gegenüber Herrn Goldstein, er sei ein Hehler, hält er nichts. Besonders gefallen hat mir, dass Heller sich nicht von Gerüchten beeinflussen lässt, sondern sich auf seinen eigenen Verstand verlässt.
Der Fall selbst ist alles andere als einfach. Die Opfer stammen überwiegend aus wohlhabenden Familien – Söhne und Töchter aus gutem Hause. Da stellt sich natürlich die Frage, ob auch hier Neid eine Rolle als Motiv spielen könnte. Während des Lesens habe ich mir verschiedene Möglichkeiten überlegt, was hinter den Taten stecken könnte. Die Auflösung hat mich schließlich überrascht. Sie ist schlüssig, und am Ende bleiben keine offenen Fragen zurück.
Interessant fand ich außerdem, dass mit Karl May eine historische Persönlichkeit eine Rolle in der Handlung spielt. Sein teilweise merkwürdiges Verhalten hat mich mich spekulieren lassen, ob er vielleicht etwas mit dem Fall zu tun hat oder zumindest etwas Entscheidendes beobachtet haben könnte.
Der Roman ist aus der Sicht eines personellen Erzählers im Präteritum geschrieben. Als Leser begleiten wir durchgehend Gustav Heller und erfahren die Ereignisse sowie seine Gedanken aus seiner Perspektive. Dadurch rätselt man beim Lesen gewissermaßen gemeinsam mit ihm.
Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und wirkt authentisch. Da die Handlung im Jahr 1883 spielt, sollte die Sprache nicht zu modern klingen. Genau dieses Gefühl hatte ich hier aber nicht – der Stil passt gut zur Zeit und vermittelt eine glaubwürdige Atmosphäre des 19. Jahrhunderts.
Im zweiten Band der Reihe waren mir zwei kleine Flüchtigkeitsfehler aufgefallen. Das war dieses Mal nicht der Fall.
Insgesamt hat mich dieser Band zwar nicht ganz so sehr gepackt wie sein Vorgänger, dennoch fand ich die Geschichte spannend. Ich habe Heller und seinen Assistenten Schrumm wieder sehr gern bei ihren Ermittlungen begleitet und bin bereits neugierig auf ihren nächsten Fall.
Ich habe nur so lange für diese Geschichte gebraucht, weil ich kaum Zeit zum Lesen fand.
Zitate, die im Kopf geblieben sind
„Wenn die Schlacht aber vorbei ist, der Pulverdampf sich legt, da liegen auch nur Menschen da, da sieht man keinen Unterschied zwischen Freund und Feind.“ (S. 244)
Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Da war meine Vermutung also falsch gewesen …
Fazit: Ein atmosphärischer historischer Kriminalroman mit interessanten Figuren und einer überraschenden Auflösung, der zwar nicht ganz an den starken Vorgänger heranreicht, mich aber dennoch gut unterhalten hat.
Bewertung:

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