Donnerstag, 25. Juni 2026

10 Klischees in Büchern... garniert mit einer Extra-Portion Sarkasmus

    Die Aktion


findet auf dem Blog Weltenwanderer statt.


Heutige Aufgabe:


*~* Nenne uns 10 Klischees die du entweder magst oder gar nicht leiden kannst – am besten mit einem Buch als Beispiel.... *~*



Hallo,
es gibt Klischees in Büchern, die scheinbar nie aussterben. Sie bekommen nur neue Namen und andere Haarfarben. Viele davon stammen aus dem New Adult-Genre, weshalb ich es inzwischen nicht mehr lese.
Die Liste heute trägt einen alten Hut und wird mit kaltem Kaffee serviert.

1. „Ich verstehe nicht, warum alle auf mich stehen.“

Die Protagonistin ist natürlich „nicht schön“, zumindest behauptet sie das ständig, während alle anderen ihr permanent das Gegenteil bestätigen. Ach, die Gute ist ja so bescheiden. Sie erkennt einfach nicht, wie toll sie aussieht. 
Den Sabber ihrer Mitmenschen ihretwegen hält sie sicher für Regentropfen.


Beispiel: Daire aus Soulseeker von Alyson Noël

Diese Protagonistinnen sollen gleichzeitig auch superschlau sein. Sie wissen es nur selbst nicht und verhalten sich gerne so, als wären sie das komplette Gegenteil. Wahrscheinlich ist das aber nur Tarnung. Wer kennt nicht den Spruch: „Lieber heimlich schlau als unheimlich doof.“



Beispiel: Elena aus Chosen by Death von Rebecca Humbert


Und natürlich sind sie auch gerne „anders“, und zwar ganz anders als alle anderen Mädchen im gesamten Universum. Sie sind eben etwas ganz Besonderes...



Beispiel: Audrey aus Stalking Jack the Ripper von Kerri Maniscalco

2. Der total unbekannte Superstar

Die Protagonistin kennt den Superstar natürlich nicht, stolpert ihm aber gern zufällig auf der Straße direkt in die Arme.
Alternativ wird sie unvorbereitet in ein Interview geworfen. Ist er Sportler, hat sie selbstverständlich keine Ahnung von dieser Sportart.
Warum kommen sie zusammen? Weil sie ihn „als Menschen, nicht als Star“ sieht, was ihn sofort überzeugt, dass sie kein Fan sein kann und die Liebe seines Lebens sein muss. Also schauspielerische Fähigkeiten traut er ihr schon mal nicht zu.



Beispiel: Leighton und Kaleb aus Catching Hope von Natalie Elin
Eine Rezension habe ich dazu nicht geschrieben. 
Klappentext:
Sie ist eine aufstrebende Journalismusstudentin, die hart für ihren großen Traum arbeitet. Er steht nach einem schweren Unfall im Schatten seines älteren Bruders und will zurück auf den Basketballplatz – eine Sports Romance um zwei ganz unterschiedliche Menschen…  
Für Leighton geht es nach einer schwierigen Kindheit endlich bergauf: Sie studiert in Chicago Journalismus und hat noch dazu einen begehrten Aushilfsjob bei der Chicago Tribune ergattert. Welch Ironie des Schicksals, dass sie ausgerechnet in der Sportredaktion landet und das Nachwuchstalent der Windy City Bulls interviewen soll. Ob das gut geht? Schließlich hat Leighton keine Ahnung von Sport und schon gar nicht von Basketball.


3. „Ich kann das sicher nicht, habe es ja noch nie gemacht… Oh, das war ja einfach.“

„Ich kann das nicht“, sagt die Hauptfigur, die es dann im ersten Versuch besser kann als alle anderen zusammen. Talent ist eben einfach immer ein Zufallsprodukt.



Beispiel: Annie

4. Schweigen ist der neue Endgegner

Probleme entstehen nicht (nur) durch Bösewichte, sondern durch das uralte Erzfeind-Element jeder Beziehung: mangelnde Kommunikation. Ein ehrliches Gespräch würde 90 % aller Plots beenden, aber das wäre ja langweilig.


Beispiel: Brydie aus Sitz, Platz, Plätzchen von Annie England Noblin

5. Werkseinstellung: Perfektion 

Alle sind auf Modelniveau optimiert: perfekte Haut, perfekte Körper, perfekte Haare, perfekte Gene. Vermutlich auch perfektes W-LAN (das ist leider nicht eindeutig belegbar, weil es nicht explizit erwähnt wird.) 
Eine Brille trägt da niemand. Das ist wohl nur etwas für Streber, was von 90% der klischee-wissenschaftlichen Studien bestätigt wird.
Hat die Protagonistin eine, wird sie erst als hübsch in Betracht gezogen, nachdem sie sie absetzt.
Geld wie Heu mit Anfang 20? Check.
Luxusvillen auf allen Kontinenten? Check.
Privatjet? Check.
Yacht? Doppelcheck (eine für werktags, eine fürs Wochenende)
Bei dem Vermögen muss man natürlich nicht arbeiten.



Beispiel: so ziemlich alle aus der Rosemary Beach-Reihe von Abbi Glines, stellvertretend durch Della und Woods
Klappentext: 
Della ist endlich frei. Als sie ins Auto steigt und einfach losfährt, lässt sie nicht nur ihr Elternhaus, sondern auch ihre Vergangenheit hinter sich. Sie will unbeschwert leben und die Welt entdecken. Bei einem Zwischenstopp im sonnigen Rosemary Beach lernt sie an einer Tankstelle den unverschämt charmanten Woods kennen. Doch was für Della als heißer One-Night-Stand beginnt, wird ihr Leben für immer verändern

6. Burger rein, Sixpack raus

Das passt auch zum vorherigen Punkt 5: ungesunder Lebensstil, aber Fitness-Influencer-Körper. Die Ernährung besteht aus Fast Food, Kaffee und Chaos. Das Training besteht höchstens aus gelegentlichem Sprinten vor emotionalen Problemen. 
Ergebnis: Sixpack deluxe.



7. „Hallo. Wir kennen uns noch nicht. “ – „Stimmt. Wie heißt du? Ich bin…“  – „Ich heiße… Du bist die Liebe meines Lebens.“

Die beiden Hübschen müssen nicht lange miteinander reden. Spätestens beim fünften Satz ist beiden sowieso klar: unsterbliche Liebe, für die nur Punkt 4 ein paar Steine in den Weg legen könnte.


Beispiel: Kahlen und Akinli 
Meine Rezension

8. Vom Playboy zum Beziehungsmenschen… in 0,2 Sekunden

Der Protagonist, von der Autorin höchstpersönlich als Bad Boy deklariert, hatte vor der Protagonistin eine beeindruckende Karriere an belanglosen Affären und emotionaler Unverbindlichkeit – bis sie auftaucht. Innerhalb von Sekunden verwandelt er sich in einen treuen Beziehungsmenschen. Jeder Quick-Change-Künstler wäre neidisch über diese Geschwindigkeit.


Beispiel: Rush aus Rush of Love von Abbi Glines 
Klappentext:
Sie ist seine Stiefschwester. Sie ist jung und unschuldig. Für Rush Finlay ist sie aber vor allem eines: verboten verführerisch. Nach dem Tod der Mutter verlässt Blaire ihr Zuhause, um bei ihrem Vater und dessen neuer Familie in einem luxuriösen Strandhaus zu leben. Vor allem ihr attraktiver Stiefbruder Rush lässt sie jedoch immer wieder spüren, dass sie nicht willkommen ist. Er ist so abweisend wie anziehend, so verletzend wie faszinierend, er ist verwirrend und unwiderstehlich und er kennt ein Geheimnis, das Blaires Herz mit einem Schlag für immer brechen könnte.

9. „Natürlich bist DU die Prophezeiung.“

Es geht nicht ohne Prophezeiung, und diese betrifft natürlich exakt die Hauptfigur. Sie ist die Auserwählte. Auf den ersten Blick traut man es dieser Person vielleicht nicht unbedingt zu. Die anderen Figuren haben wohl noch nie etwas von Punkt 3 gehört.



Beispiel: Percy Jackson von Rick Riordan (die Reihe gefällt mir übrigens gut :-D)
Klappentext:
Auf den ersten Blick ist der zwölfjährige Percy Jackson ein ganz normaler Jugendlicher: Nicht gerade ein Überflieger und in Sachen Selbstbewusstsein ist noch Luft nach oben. Wären da nicht diese merkwürdigen Vorkommnisse, die ihm ständig Ärger einbringen: So wie die Mathelehrerin, die sich in eine Furie verwandelt oder der überaus aggressive Minotaurus, der ihm auf den Fersen ist. Doch dann erfährt Percy endlich, warum ihn die fiesesten Gestalten der griechischen Mythologie ins Visier genommen haben: Er ist ein Halbgott und sein Vater ist der mächtige Meeresgott Poseidon!   <...>

10. Der Gärtner war’s (schon wieder nicht)

Der Mörder ist immer der Gärtner – zumindest theoretisch. Praktisch scheint dieses Klischee allerdings unter Artenschutz zu stehen. So wird er zwar auch mal ins Karussell der Verdächtigen gesetzt, aber am Ende war es dann doch nie der Täter.
Ich habe noch keinen einzigen Krimi/Thriller gelesen oder gesehen, in dem der Gärtner auch wirklich der Mörder ist. Stattdessen bleibt er zuverlässig das unschuldige Opfer.
Und ja – ich meine das ernst: Einmal würde ich diesen großen, revolutionären „Es war der Gärtner!“-Enthüllungsmoment erleben. Einfach, damit dieses Klischee nicht nur theoretisch existiert wie Einhörner oder meine nächste Gehaltserhöhung.





Wer hat diese Liste eigentlich erstellt? Der Gärtner war es jedenfalls nicht.
So, das war genug Sarkasmus für heute. :-D
Liebe Grüße
Tinette

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