Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: Gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Gebraucht: 3 Tage
Lob und Tadel
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext klingt nach einer spannenden Geschichte für Leseratten. Außerdem hoffe ich, dass die Liebesgeschichte keinen zu großen Anteil einnimmt.
~*~Gestaltung~*~
Das Cover ist in Gold-/Bronzetönen gehalten. Es zeigt eine Person bzw. ihr Schattenbild von hinten.
Neben Prolog und Epilog hat das Buch 33 Kapitel. Am Ende gibt es ein Glossar, in dem einige Begriffe erklärt werden.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Auch die Schrift lässt sich gut lesen.
~*~Charaktere~*~
Annie: Die Protagonistin wurde als Baby adoptiert. Das Buch Silberkorn bedeutet ihr alles. Es überrascht sie, als sie erfährt, dass sie eine Migra ist. Großartig Fragen stellt sie aber nicht, sondern akzeptiert es und geht einfach mit nach Irland.
Sie ist eine schlagfertige Person. Allerdings ist mir negativ aufgefallen, dass ihr praktisch alles gelingt. Es gibt scheinbar nichts, was sie nicht kann. Und sie scheint alles auch viel schneller als andere zu können.
Caspian: Mit dem Protagonisten bin ich nicht richtig warm geworden. Ich konnte ihn nicht so richtig einordnen, was aber auch Annies Erzählung geschuldet ist. Zuerst hasst sie ihn. Dann ist er von einem Moment auf den anderen ihre große Liebe, ohne die sie nicht mehr leben will. Als Charakter fand ich ihn eher blass.
Fitz und Mac sind Annies beste Freunde. Die Drei sind ein tolles Team. Mir gefällt, wie sie zueinander stehen und sich gegenseitig unterstützen. Fitz und Mac necken sich auch gerne. Ich finde beide sympathisch.
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Kapitel 1 beginnt in Berlin. Hauptsächlich spielt das Buch aber in Irland in der heutigen Zeit.
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Die Idee finde ich hochinteressant. Die Vorstellung, in Bücher reisen zu können und dort auf Lieblingscharaktere zu treffen sehr spannend.
Der Einstieg ist mir leichtgefallen. Der Prolog hat mich direkt neugierig gemacht. Was hat das zu bedeuten?
Im ersten Kapitel lernen wir Annie kennen, die zu der Zeit noch Anne genannt wird. Ihre Adoptivmutter stimmt ohne Bedenken sofort zu, dass Annie mit nach Irland geht, was mich erst zumuten ließ, dass sie die Wahrheit kennt. Allerdings passt dazu nicht die Erzählung von der adeligen Familie. Sie hätten ja dann offen sprechen können.
Dafür dass Annie ihre Mutter so sehr liebt, scheint sie sie schnell zu vergessen. Die beiden haben seitdem keinen Kontakt mehr. Erst gegen Ende (S. 302) gibt es ein Telefongespräch.
Ein Zeitsprung zu Beginn hat mich sehr überrascht und zunächst auch verwirrt. Annie war gerade im Internat angekommen, und plötzlich erzählt sie, dass sie gerade Fechtunterricht hatte. Direkt am ersten Tag? Außerdem ist plötzlich die Rede von Fitz und Mac. Da dachte ich erst, ich hätte irgendwie etwas überlesen. Das habe ich aber nicht. Die Auflösung gibt es auf Seite 103. "Seit drei Wochen war ich schon auf Bookford Manor, und die beiden hatten mich direkt am zweiten Tag in der Schule adoptiert."
Dass die ersten Wochen samt des Kennenlernens in einem Satz zusammengefasst wurden, finde ich sehr schade.
Ich hätte auch gerne mehr über die einzelnen Unterrichtsstunden gelesen. So gibt es zwar einmal eine Aufzählung, aber Annie nimmt uns nur einmal in den Unterricht mit, was aber auch nicht großartig behandelt wird.
Das Buch an sich ist spannend. Die Liebesgeschichte ging mir aber viel zu schnell. Der urplötzliche Wechsel von Hass zu Liebe war mir zu unglaubwürdig. Ich konnte ihn wirklich nicht nachvollziehen.
Auch das Ende war für mich zu hektisch und zu schnell gelöst.
Die Anspielungen auf andere Bücher sowie das Auftauchen anderer Buchcharaktere finde ich eine nette Idee.
Bei der Sache mit der nicht geklärten Affinität von Caspian musste ich irgendwie an die Fraktionseinteilung in Die Bestimmung denken, während mich die Buchreisen an die Zeitreisen in der Edelstein-Trilogie erinnert haben.
Der Epilog hat mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht, die ich gerne lösen möchte, auch wenn ich von diesem Reihenauftakt enttäuscht bin. Da waren meine Erwartungen einfach zu hoch gewesen.
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Das Buch ist im Präteritum in der Ich-Form aus Annies Sicht geschrieben. Der Schreibstil lässt sich größtenteils flüssig lesen, wobei mich einige Begriffe aus dem Lesefluss gebracht haben. So bin ich schon früh über Idea gestolpert. Ich war mir nicht sicher, ob das ein Schreibfehler war und eigentlich Idee lauten sollte, oder absichtlich auf Englisch geschrieben war. Das Wort taucht so geschrieben mehrfach auf, und ich dachte immer, was das mit der Idee soll. Später wird erklärt, dass Idea eine Art Lebenskraft für die Migras bedeutet. Ich bin aber trotzdem immer wieder an diesem Wort hängengeblieben, weil ich es automatisch immer mit Idee übersetzt habe. Das hat mich dann jedes Mal rausgebraucht.
Auch über Freilernzeit bin ich gestolpert. Ich dachte erst, dass es Ferien bedeuten soll, aber scheinbar ist damit einfach die Freizeit gemeint. Eine genaue Erklärung habe ich aber nicht gefunden, sodass ich mir nicht ganz sicher bin.
Im Buch wird gegendert, was den Lesefluss so weit nicht gestört hat. Nur Lernende fand ich holprig, vor allem, wenn es in den Dialogen verwendet wurde. Das klang dann für mich eher künstlich. Da hätte ich Schüler*innen besser gefunden.
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich werde mir Teil 2 bei Gelegenheit kaufen...
Fazit: Die Lesefreude wird trotz der spannenden Idee leider durch den verwirrenden Zeitsprung und die unglaubwürdige Liebesgeschichte getrübt.
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