Dienstag, 16. Juni 2026

Kurz gebellt zu: Caspar und die Träne des Phönix



   Allgemeine Infos:

Originaltitel: Rumblestar
Originalsprache: Englisch
Geschrieben von: Abi Elphinstone
Übersetzt von: Annette von der Weppen
Verlag: Carlsen
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die vier verborgenen Reiche
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2022
Seiten: 330
Preis: 9,00 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-551-32173-2



Klappentext:
Caspar hasst Abenteuer. Am liebsten sitzt er in der Schulbibliothek und liest. Doch als er sich eines Tages vor den beiden Klassenfieslingen in der alten Standuhr versteckt, geschieht das Unglaubliche: Er findet sich in einem hohlen Baum wieder und vor ihm steht ein Mädchen mit Sommersprossen, die wie Sterne aussehen. Sie heißt Wilda Undank und bringt ihn unverzüglich vor die Zauberer von Wolkenstern. Damit nicht genug. Caspar muss die Rätsel der Nieselhexen lösen...



Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 28.05.2026
Beendet: 15.06.2026
Gebraucht: 18 Tage

Kurz gebellt


Dieses Kinderbuch lag schon eine Weile auf dem SuB. Ich habe mich dann dazu entschieden, es als Ausgleich zur Ilias zu lesen.
Caspar ist ein sehr zurückhaltender Junge, der sich nichts zutraut und von anderen gehänselt wird. Er liest lieber Bücher als selbst Abenteuer zu erleben, und er liebt To-do-Listen, die ihm scheinbar eine gewisse Sicherheit geben. So ist es für ihn ein richtiger Schock, als er sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wiederfindet. Mir gefiel gut, dass er nicht von einer Sekunde auf die andere mutig ist, weil er als sehr ängstlicher Charakter eingeführt wurde. Er braucht lange, wächst dann aber über sich hinaus. Diese langsame Entwicklung fand ich realistisch.
Im Gegensatz zu Caspar war mir Wilda nicht von Anfang an sympathisch. Sie beleidigt ihn ständig, nennt ihn z. B. einen Feigling und verschweigt ihm den Grund, warum sie ihn zu den Erhabenen bringen will. Sie wechselt auch gerne mal urplötzlich ihre Meinung. Im Laufe der Handlung erkennt man jedoch, dass sie sich eigentlich nur Akzeptanz und die Liebe ihrer Eltern wünscht. Deshalb versucht sie sich vor anderen zu beweisen. Ihren Minidrachen Arlo fand ich sofort sehr putzig.
Sowohl Caspar als auch Wilda entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter, und auch ihre Freundschaft wächst nach und nach. Das geschieht schleichend und wirkt dadurch sehr authentisch.
Die Welt, die sich die Autorin ausgedacht hat, ist sehr fantasievoll. Sie wird gut beschrieben. Die einzelnen Gebiete sind dadurch vor meinem inneren Auge entstanden. Es gibt viele verschiedene Fantasywesen, nicht nur die üblichen, denen man häufiger begegnet. So trifft man hier beispielsweise auf Schlammschlinger und Nieselhexen.
Beim Rätsel, das Caspar und Wilda lösen müssen, habe ich gerne mitgerätselt und war schon sehr auf die Lösung gespannt. Ich stand da wirklich auf dem Schlauch. „Je mehr man wegnimmt, desto größer wird es. Was ist es?“ (S. 149) 
Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Auch längere Sätze stören den Lesefluss nicht.
Normalerweise gehe ich nicht auf die Danksagung/das Nachwort ein. Hier muss ich es aber einfach. Die Überschrift lautet nicht einfach nur Nachwort oder Danksagung, sondern „Eine letzte To-do-Liste von Caspar Tock“. 
Die Danksagung ist aus Caspars Sicht geschrieben, was ich sehr kreativ finde, vor allem, weil Caspar ja To-do-Listen mag. Allein das ist schon eine tolle Verbindung zur eigentlichen Geschichte. Caspar dankt also der Familie, Freunden und Partnern der Autorin, darunter Bente Schlick, dass sie ihn „auf dem Einband so mutig, ja fast schon verwegen aussehen lässt.“ (S. 329) Da musste ich wirklich schmunzeln.
Nach all den positiven Aspekten könnte man meinen, dass mich das Buch begeistert hat. Leider konnte es mich nicht komplett packen. Ich fand es eine nette Geschichte, die ich gerne gelesen habe.
Trotz vieler gelungener Elemente blieb die Geschichte für mich aber etwas auf Distanz. Ich mochte die Figuren, die fantasievolle Welt und die Entwicklung der Freundschaft, doch emotional konnte mich das Buch nie vollständig erreichen. Es ist eine schöne und empfehlenswerte Geschichte, aber der Funke, der aus einem guten Buch ein persönliches Highlight macht, ist bei mir leider nicht ganz übergesprungen.





Zitate, die im Kopf geblieben sind

„Und es kann schon sein, dass ich oft Angst habe, aber im Gegensatz zu dir stehe ich wenigstens dazu! Du hast auch Angst, das weiß ich genau, und am meisten hast du Angst davor, jemanden zu verlieren, aber gleichzeitig bist du so garstig zu allen, dass keiner was mit dir zu tun haben will!“ (S. 166 – 167)
„Jeden Tag mindestens einmal in den Himmel schauen und sich daran erinnern, dass er randvoll ist mit Magie.“ (S. 330)

Abschlussgedanken
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: ...
Fazit: Eine fantasievolle Geschichte über Freundschaft und Mut.
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