Die Aktion
findet auf dem Blog Weltenwanderer statt.
Heutige Aufgabe:
*~* Nenne uns 10 Klischees die du entweder magst oder gar nicht leiden kannst – am besten mit einem Buch als Beispiel.... *~*
Hallo,
es gibt Klischees in Büchern, die scheinbar nie aussterben. Sie bekommen nur neue Namen und andere Haarfarben. Viele davon stammen aus dem New Adult-Genre, weshalb ich es inzwischen nicht mehr lese.
Die Liste heute trägt einen alten Hut und wird mit kaltem Kaffee serviert.
1. „Ich verstehe nicht, warum alle auf mich stehen.“
Die Protagonistin ist natürlich „nicht schön“, zumindest behauptet sie das ständig, während alle anderen ihr permanent das Gegenteil bestätigen. Ach, die Gute ist ja so bescheiden. Sie erkennt einfach nicht, wie toll sie aussieht.
Den Sabber ihrer Mitmenschen ihretwegen hält sie sicher für Regentropfen.
Beispiel: Daire aus Soulseeker von Alyson Noël
Diese Protagonistinnen sollen gleichzeitig auch superschlau sein. Sie wissen es nur selbst nicht und verhalten sich gerne so, als wären sie das komplette Gegenteil. Wahrscheinlich ist das aber nur Tarnung. Wer kennt nicht den Spruch: „Lieber heimlich schlau als unheimlich doof.“
Beispiel: Elena aus Chosen by Death von Rebecca Humbert
Und natürlich sind sie auch gerne „anders“, und zwar ganz anders als alle anderen Mädchen im gesamten Universum. Sie sind eben etwas ganz Besonderes...
Beispiel: Audrey aus Stalking Jack the Ripper von Kerri Maniscalco
2. Der total unbekannte Superstar
Die Protagonistin kennt den Superstar natürlich nicht, stolpert ihm aber gern zufällig auf der Straße direkt in die Arme.
Alternativ wird sie unvorbereitet in ein Interview geworfen. Ist er Sportler, hat sie selbstverständlich keine Ahnung von dieser Sportart.
Warum kommen sie zusammen? Weil sie ihn „als Menschen, nicht als Star“ sieht, was ihn sofort überzeugt, dass sie kein Fan sein kann und die Liebe seines Lebens sein muss. Also schauspielerische Fähigkeiten traut er ihr schon mal nicht zu.
Beispiel: Leighton und Kaleb aus Catching Hope von Natalie Elin
Eine Rezension habe ich dazu nicht geschrieben.
Klappentext:
Sie ist eine aufstrebende Journalismusstudentin, die hart für ihren großen Traum arbeitet. Er steht nach einem schweren Unfall im Schatten seines älteren Bruders und will zurück auf den Basketballplatz – eine Sports Romance um zwei ganz unterschiedliche Menschen…
Für Leighton geht es nach einer schwierigen Kindheit endlich bergauf: Sie studiert in Chicago Journalismus und hat noch dazu einen begehrten Aushilfsjob bei der Chicago Tribune ergattert. Welch Ironie des Schicksals, dass sie ausgerechnet in der Sportredaktion landet und das Nachwuchstalent der Windy City Bulls interviewen soll. Ob das gut geht? Schließlich hat Leighton keine Ahnung von Sport und schon gar nicht von Basketball.
3. „Ich kann das sicher nicht, habe es ja noch nie gemacht… Oh, das war ja einfach.“
„Ich kann das nicht“, sagt die Hauptfigur, die es dann im ersten Versuch besser kann als alle anderen zusammen. Talent ist eben einfach immer ein Zufallsprodukt.
Beispiel: Annie
4. Schweigen ist der neue Endgegner
Probleme entstehen nicht (nur) durch Bösewichte, sondern durch das uralte Erzfeind-Element jeder Beziehung: mangelnde Kommunikation. Ein ehrliches Gespräch würde 90 % aller Plots beenden, aber das wäre ja langweilig.
Beispiel: Brydie aus Sitz, Platz, Plätzchen von Annie England Noblin
5. Werkseinstellung: Perfektion
Alle sind auf Modelniveau optimiert: perfekte Haut, perfekte Körper, perfekte Haare, perfekte Gene. Vermutlich auch perfektes W-LAN (das ist leider nicht eindeutig belegbar, weil es nicht explizit erwähnt wird.)
Eine Brille trägt da niemand. Das ist wohl nur etwas für Streber, was von 90% der klischee-wissenschaftlichen Studien bestätigt wird.
Hat die Protagonistin eine, wird sie erst als hübsch in Betracht gezogen, nachdem sie sie absetzt.
Geld wie Heu mit Anfang 20? Check.
Luxusvillen auf allen Kontinenten? Check.
Privatjet? Check.
Yacht? Doppelcheck (eine für werktags, eine fürs Wochenende)
Bei dem Vermögen muss man natürlich nicht arbeiten.
Beispiel: so ziemlich alle aus der Rosemary Beach-Reihe von Abbi Glines, stellvertretend durch Della und Woods
Klappentext:
Della ist endlich frei. Als sie ins Auto steigt und einfach losfährt, lässt sie nicht nur ihr Elternhaus, sondern auch ihre Vergangenheit hinter sich. Sie will unbeschwert leben und die Welt entdecken. Bei einem Zwischenstopp im sonnigen Rosemary Beach lernt sie an einer Tankstelle den unverschämt charmanten Woods kennen. Doch was für Della als heißer One-Night-Stand beginnt, wird ihr Leben für immer verändern
6. Burger rein, Sixpack raus
Das passt auch zum vorherigen Punkt 5: ungesunder Lebensstil, aber Fitness-Influencer-Körper. Die Ernährung besteht aus Fast Food, Kaffee und Chaos. Das Training besteht höchstens aus gelegentlichem Sprinten vor emotionalen Problemen.
Ergebnis: Sixpack deluxe.
7. „Hallo. Wir kennen uns noch nicht. “ – „Stimmt. Wie heißt du? Ich bin…“ – „Ich heiße… Du bist die Liebe meines Lebens.“
Die beiden Hübschen müssen nicht lange miteinander reden. Spätestens beim fünften Satz ist beiden sowieso klar: unsterbliche Liebe, für die nur Punkt 4 ein paar Steine in den Weg legen könnte.
Meine Rezension
8. Vom Playboy zum Beziehungsmenschen… in 0,2 Sekunden
Der Protagonist, von der Autorin höchstpersönlich als Bad Boy deklariert, hatte vor der Protagonistin eine beeindruckende Karriere an belanglosen Affären und emotionaler Unverbindlichkeit – bis sie auftaucht. Innerhalb von Sekunden verwandelt er sich in einen treuen Beziehungsmenschen. Jeder Quick-Change-Künstler wäre neidisch über diese Geschwindigkeit.
Beispiel: Rush aus Rush of Love von Abbi Glines
Klappentext:
Sie ist seine Stiefschwester. Sie ist jung und unschuldig. Für Rush Finlay ist sie aber vor allem eines: verboten verführerisch. Nach dem Tod der Mutter verlässt Blaire ihr Zuhause, um bei ihrem Vater und dessen neuer Familie in einem luxuriösen Strandhaus zu leben. Vor allem ihr attraktiver Stiefbruder Rush lässt sie jedoch immer wieder spüren, dass sie nicht willkommen ist. Er ist so abweisend wie anziehend, so verletzend wie faszinierend, er ist verwirrend und unwiderstehlich und er kennt ein Geheimnis, das Blaires Herz mit einem Schlag für immer brechen könnte.
9. „Natürlich bist DU die Prophezeiung.“
Es geht nicht ohne Prophezeiung, und diese betrifft natürlich exakt die Hauptfigur. Sie ist die Auserwählte. Auf den ersten Blick traut man es dieser Person vielleicht nicht unbedingt zu. Die anderen Figuren haben wohl noch nie etwas von Punkt 3 gehört.
Beispiel: Percy Jackson von Rick Riordan (die Reihe gefällt mir übrigens gut :-D)
Klappentext:
Auf den ersten Blick ist der zwölfjährige Percy Jackson ein ganz normaler Jugendlicher: Nicht gerade ein Überflieger und in Sachen Selbstbewusstsein ist noch Luft nach oben. Wären da nicht diese merkwürdigen Vorkommnisse, die ihm ständig Ärger einbringen: So wie die Mathelehrerin, die sich in eine Furie verwandelt oder der überaus aggressive Minotaurus, der ihm auf den Fersen ist. Doch dann erfährt Percy endlich, warum ihn die fiesesten Gestalten der griechischen Mythologie ins Visier genommen haben: Er ist ein Halbgott und sein Vater ist der mächtige Meeresgott Poseidon! <...>
10. Der Gärtner war’s (schon wieder nicht)
Der Mörder ist immer der Gärtner – zumindest theoretisch. Praktisch scheint dieses Klischee allerdings unter Artenschutz zu stehen. So wird er zwar auch mal ins Karussell der Verdächtigen gesetzt, aber am Ende war es dann doch nie der Täter.
Ich habe noch keinen einzigen Krimi/Thriller gelesen oder gesehen, in dem der Gärtner auch wirklich der Mörder ist. Stattdessen bleibt er zuverlässig das unschuldige Opfer.
Und ja – ich meine das ernst: Einmal würde ich diesen großen, revolutionären „Es war der Gärtner!“-Enthüllungsmoment erleben. Einfach, damit dieses Klischee nicht nur theoretisch existiert wie Einhörner oder meine nächste Gehaltserhöhung.
Wer hat diese Liste eigentlich erstellt? Der Gärtner war es jedenfalls nicht.
So, das war genug Sarkasmus für heute. :-D
Liebe Grüße
Tinette












Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenFreut mich sehr dass du heute mitgemacht hast und das Thema mit so viel Portionen Humor garniert hast :D
Nr. 1 und 2 kenne ich eher vom hören/sagen als vom selber lesen. Da ich kaum im Romance Bereich unterwegs bin kommt mir sowas nie vor - und das ist auch der Grund, warum ich diese Bücher schon länger nicht lese. Oder überhaupt wenn Romance erwähnt wird bin ich schon raus. Ich kann diese ganzen Klischees einfach nicht mehr lesen, die hängen mir zum Hals raus xD
Dass die Protagonisten plötzlich alles können - auch das hab ich selten. Ist vielleicht eher ein Jugendbuch Phänomen? Bei erwachsenen Protas kommt das eher selten vor, oder es fällt mir nicht auf?
Dafür mag ich diese Missverständnisse überhaupt gar nicht! Das hab ich tatsächlich auch ab und an und es nervt! Nichts sagen, Infos nicht weitergeben, etwas verschweigen... das ist oft so unnötig und ausgelutscht, das mag ich echt nicht.
5, 6, 7 und 8 ist ja auch eher was im Liebesbeziehungsbereich - also Dinge, über die ich nicht stolpere und denen ich auch bewusst aus dem Weg gehe :D
Der Auserwählte oder Prophezeiungen, ja das kommt natürlich oft vor im Fantasybereich, finde ich jetzt aber nicht so schlimm. Warum sollte man über eine Nebenfigur schreiben, wenn es einen Auserwählten gibt? xD
Der Gärtner war bei mir auch noch nie der Mörder, soweit ich weiß. Woher dieser Spruch kommt würde mich auch mal interessieren!
Liebste Grüße, Aleshanee
Hallo Aleshanee,
Löschenich lese auch keine Liebesromane (mehr), einfach wegen diesen ganzen Klischees, die ich nicht mag.
Prophezeiungen stören mich auch nicht so. Mir hat nur noch eine Sache gefehlt. Das mit dem Gärtner ist mir zuerst eingefallen, aber ich wollte es an letzter Stelle nennen. Da habe ich überlegt, was ich noch nennen könnte und habe an Prophezeiungen gedacht. Aber davon abgesehen, eine Nebenfigur als Auserwählten stelle ich mir gerade sehr interessant vor. Wie geht die Hauptfigur damit um, dass dadurch jemand anderes im Mittelpunkt steht und nicht sie selbst? Aber vielleicht spinne ich mir da gerade zu viel Verrücktes zusammen. :-D
Das mit dem Gärtner habe ich nicht wirklich herausgefunden. Ich bin auf das Lied "Der Mörder ist immer der Gärtner" als Parodie auf Klischees in frühen Krimis gestoßen. Aber ob das jetzt davon kommt, weiß ich nicht genau.
Liebe Grüße
Tinette
Beim Auserwählten ist es ja so, dass er logischerweise die Hauptfigur darstellt - aber es wäre definitiv mal interessant auch andere in den Fokus zu stellen. Wobei das bei einigen High Fantasy Reihen durchaus so ist... ich denke grade an Das Rad der Zeit, da wird aus so vielen Perspektiven geschrieben, da gerät der "Auserwählte" fast schon ins Abseits xD
LöschenGuten morgen Tinette,
AntwortenLöschencool, dass du so eine tolle Liste erstellt hast. Ich hab auf jeden Fall viel geschmunzelt beim Lesen. Ich selbst war leider völlig ohne Inspiration, was ich da für Klischees nehmen sollte (mir sind plötzlich gar keine mehr eingefallen) und hab deshalb keine Liste erstellt.
Wenn mir was eingefallen wäre, wäre auf jeden Fall Punkt 7 dabei. Das nervt mich ja auch immer total, wenn die Liebesgeschichten so schnell gehen und man es null nachvollziehen kann.
Einige andere sind mir natürlich auch schon begegnet, vor allem Punkt 3 (Liga Lexis hab ich ja auch gelesen), aber das hat mich nicht soo gestört, genauso wie Punkt 9.
Liebe Grüße,
Steffi vom Lesezauber
Hallo Steffi,
Löschenmir sind auch nur die Klischees bei New Adult/Liebesromanen eingefallen. Sie sind der Hauptgrund, warum ich kein NA mehr lese. Ich mag das einfach nicht.
Das mit der Prophezeiung stört mich auch nicht so. Ich hatte nur noch ein Klischee gebraucht. :-D
Wenn ein Charakter aber alles direkt beim 1. Versuch kann, stört mich das sehr. Das wäre schön, wenn sie mal dafür üben würden.
Liebe Grüße
Tinette
Hallo Tinette,
AntwortenLöschenda hast du eine schöne Liste zusammengestellt. Beim Lesen musste ich selbst mit den Augen rollen ... und kann dir nur zustimmen. Je nach Geschichte, führen diese Klischees bei mir mittlerweile gleich zum Abbruch des Buches.
https://buchgarten.wordpress.com/2026/06/25/nenne-uns-10-klischees-die-du-entweder-magst-oder-gar-nicht-leiden-kannst-am-besten-mit-einem-buch-als-beispiel-toptenthursday/
Liebe Grüße
Tanja
Huhu Tinette :)
AntwortenLöschenOh, ich liebe den Sarkasmus, den du hier unterbringst! Er bringt das ganze auf eine Ebene, bei der man mehr drüber lachen als sich aufregen kann. Und jep, New Adult hat bei mir auch so einiges beeinflusst^^
Audrey ist definitiv anders als alle anderen. Aber stimmt, jetzt wo du es schreibst, das kommt definitiv öfter mal vor. Manchmal finde ich es gut, manchmal stört es. Das kommt tatsächlich sehr auf die Geschichte an.
"Schweigen ist der Endgegner" feier ich gerade sehr! Hab ich bei mir auch genannt und kann ich auf den Tod nicht leiden. Aber ja ... wenn man nur reden würde, bräuchte man wohl viele Geschichten auch nicht^^
Perfektion... das hätte ich auch noch nennen können! Das stört mich auch immer so extrem, dass alle so perfekt aussehen und nirgends mal ein Pickel auftaucht. Und wenn mal jemand nicht reich ist, dann ist es definitiv der Gegenpart.
Prophezeiung und Auserwählte ... definitiv häufig verwendet. Je nach Buch mag ich die Konstellation aber echt gerne, weil es einfach passt und gut gemacht ist. Zum Beispiel auch Rick Riordan, seine Bücher sind toll!
Jetzt bin ich natürlich auch neugierig geworden - woher kommt denn die Aussage, dass es immer der Gärtner war? Ich lese zu wenig Krimis, um das beurteilen zu können, aber ich hätte gedacht, dass es zumindest mal vorkommt.
Habs mal gegoogelt: "Der Ausspruch „Der Gärtner war’s“ (oder genauer: „Der Mörder ist immer der Gärtner“) stammt aus dem gleichnamigen, humoristischen Lied des Liedermachers Reinhard Mey aus dem Jahr 1971.In dem Chanson wird der Gärtner als der stets naheliegende, aber eigentlich unschuldige Verdächtige in Kriminalfällen besungen. Mey persifliert damit klassische Detektivgeschichten, in denen das unauffälligste oder typischste Mitglied der Dienerschaft am Ende der Täter ist. Der Satz hat sich im deutschen Sprachgebrauch als geflügeltes Wort etabliert, um scherzhaft oder ratlos auf den Schuldigen einer alltäglichen Misere hinzuweisen"
Lieben Gruß
Andrea
Mein Beitrag: https://buecher-seiten-zu-anderen-welten.blogspot.com/2026/06/top-ten-thursday-klischees.html