Allgemeine Infos:
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Benedict Mirow
Übersetzt von: ///
Verlag: Thienemann
Einzelband/Teil einer Reihe: Reihenauftakt
Reihe: Die Chroniken von Mistle End
Teil: 1
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: 2020
Seiten: 416
Preis: 17,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-522-18540-0
Klappentext:
Der Greif stand aufgerichtet auf dem Dach, mit weit ausgebreiteten Schwingen und sah ihn an. Er neigte kurz sein Haupt und Cedrik hörte wieder die Stimme des Fabelwesens in seinem Kopf. „Da ist sie. Die Kraft, ich spüre sie. So alt, uralt ...“ Cedrik schluckte und nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Um was geht es hier?“ Der Greif musterte ihn mit seinen Adleraugen. „Ich muss wissen, welches Geheimnis du vor mir verbirgst. Du wirst dich meiner Prüfung unterziehen müssen.“
Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 11.05.2026
Beendet: 28.05.2026
Gebraucht: 18 Tage
Kurz gebellt
„Der Greif erwacht“ von Benedict Mirow ist ein Kinderbuch, das sich angenehm und flüssig lesen lässt. Es hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war, weil mir dafür am Ende ein wenig das Besondere gefehlt hat.
Schon die Gestaltung des Buches hat mir gefallen. Die Schrift ist angenehm groß und dadurch sehr lesefreundlich, wirkt aber nicht so riesig, dass das Buch künstlich gestreckt erscheint. Auch die 36 Kapitel auf 416 Seiten fand ich gut eingeteilt. Die Kapitel sind nicht zu lang, sodass ich nicht mitten in einem Kapitel aufhören musste. Titel besitzen sie zwar nicht, sondern heißen einfach nur „Kapitel 1“, „Kapitel 2“ usw., dafür sind sie aber mit Bannern und Schnörkeln verziert. Diese wirkten auf mich fast wie kleine Kronen, was ich gut mit dem Greif und dessen erhabener Wirkung verbinden konnte.
Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Der graue Himmel vermittelt direkt eine eher düstere Stimmung und deutet schon an, dass in der Geschichte nicht alles friedlich bleibt. Der Greif im Kreis in der Mitte macht außerdem sofort klar, dass er eine zentrale Rolle spielen wird. Unten auf dem Cover erkennt man drei Kinder, wodurch man bereits ahnen kann, dass die Geschichte sich um diese Figuren drehen wird.
Die Handlung spielt im schottischen, fiktiven Ort Mistle End. Dort zieht Cedric gemeinsam mit seinem Vater hin, nachdem dieser eine neue Stelle als Lehrer angenommen hat. Schnell freundet er sich mit den Geschwistern Emily und Elliot Golden an, die ihm den Ort und dessen Geheimnisse näherbringen. Dass die drei sich recht schnell anfreunden, fand ich bei den jungen Figuren überhaupt nicht unrealistisch. Kinder gehen oft viel offener miteinander um und hinterfragen neue Bekanntschaften nicht so stark wie Erwachsene.
Cedric war mir als Protagonist sympathisch. Besonders mochte ich, dass er sich nicht die Meinung von Emily und Elliot über Crutch aufdrängen lässt. Während die Geschwister ihm eher kritisch begegnen, versucht Cedric, sich selbst ein Bild von ihm zu machen. Gerade Crutch fand ich deshalb sehr interessant, weil lange nur Andeutungen über ihn gemacht werden und man nie genau weiß, was wirklich hinter ihm steckt.
Gut gefallen hat mir auch, dass Cedric die magischen Ereignisse nicht sofort vollkommen selbstverständlich hinnimmt. Anfangs reagiert er skeptisch. Dass er sich später dennoch vergleichsweise schnell damit arrangiert, hat mich hier nicht gestört, weil durch den früheren Beruf seines Vaters bereits gewisse Berührungspunkte vorhanden sind. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, erfährt Cedric im Laufe der Geschichte außerdem einiges über sich selbst und über seine Mutter, wodurch manches, was er bisher geglaubt hat, infrage gestellt wird.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und sehr gut auf die Zielgruppe abgestimmt. Die Sätze sind nicht unnötig verschachtelt und lassen sich flüssig lesen. Auch die Dialoge wirkten auf mich authentisch für Zehnjährige. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Kinder wie deutlich ältere Personen sprechen.
Allerdings wirkte die Handlung stellenweise etwas gehetzt auf mich. Manche Entwicklungen hätten ruhig etwas mehr Raum bekommen dürfen.
Emily und Elliot waren mir außerdem manchmal etwas zu überdreht. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Ruhe gewünscht.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen und ich möchte die Reihe auf jeden Fall weiterlesen. Positiv fand ich auch, dass der erste Band ohne Cliffhanger endet. Ich hatte nach dem Ende nicht das Bedürfnis, sofort den nächsten Band lesen zu müssen, war aber trotzdem neugierig genug, um die Reihe fortsetzen zu wollen.
Trotzdem muss ich sagen, dass mir „Joshua Jackelby“ vom selben Autor noch etwas besser gefallen hat. Die Geschichte rund um die Weltausstellung von 1851 wirkte auf mich frischer und origineller. Bei „Der Greif erwacht“ hatte ich dagegen öfter das Gefühl, ähnliche Fantasygeschichten schon einmal gelesen zu haben. Genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum mir das Buch zwar gefallen hat, aber nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.
Dennoch ist „Der Greif erwacht“ für mich eine gelungene, angenehm lesbare Fantasygeschichte mit sympathischen Figuren und einer interessanten magischen Welt.
Zitate, die im Kopf geblieben sind
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