Montag, 7. September 2026

Tibi liest: Die Krone der Meere

 


Allgemeine Infos:



Originaltitel: Die Krone der Meere
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Johanna Dorn
Übersetzt von: ///
Verlag: blanvalet
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsjahr: 2025
Seiten: 704
Preis: 15,00 € (Taschenbuch)
ISBN:  978-3-7341-1217-1




Klappentext:
1593. Die Hanse kämpft um ihr Überleben, misstrauisch beäugen die Kaufleute Lübecks den Aufstieg des rivalisierenden Amsterdam. Der junge Arjen, unehelich in eine Lübecker Kaufmannsfamilie geboren und voller Neugier auf die weite Welt, macht sich auf, um in der niederländischen Metropole das Glück zu finden. Dank seinem Geschäftssinn erarbeitet er sich schnell Reichtum und Respekt. Doch als er sich ausgerechnet in Marianna verliebt, die längst einem anderen versprochen ist, muss Arjen erkennen, dass Erfolg seinen Preis hat und man die Vergangenheit niemals ganz hinter sich lassen kann ...

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Gebraucht gekauft
Zugangsjahr: 2025
Status: gelesen
Lesesprache: deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 24.08.2026
Beendet: 05.09.2026
Gebraucht: 13 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext von Die Krone der Meere klingt durchaus interessant. Allerdings hatte hatte ich in diesem Jahr bisher kein besonders glückliches Händchen bei meiner Bücherauswahl. Entsprechend vorsichtig bin ich an diesen Roman herangegangen und hatte durchaus die Befürchtung, am Ende wieder enttäuscht zu werden.

 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover ist passend zum Thema in verschiedenen Blautönen gehalten. Im unteren Bereich sind zahlreiche Schiffe zu sehen, die auf Lübeck beziehungsweise die Hanse zufahren.
Der Roman ist in vier Teile mit jeweils mehreren Kapiteln gegliedert. Die Kapitel sind nicht nummeriert, sondern mit Monat, Jahr und Ort versehen. Das hat mir gut gefallen, denn dadurch weiß man immer sofort, wann und wo die Handlung gerade spielt. Gerade bei einer Geschichte, die sich über mehrere Jahre und verschiedene Schauplätze erstreckt, ist das sehr hilfreich.
Auch die Schriftgröße empfand ich als angenehm.
 
~*~Charaktere~*~
Besonders gut gefallen haben mir Agnes und Thilo.
Agnes ist ein Waisenkind in Lübeck, das wir im Alter von zwölf Jahren kennenlernen. Sie ist gewitzt, selbstbewusst und weiß sich zu behaupten. Am liebsten ist sie allein unterwegs, denn andere sind ihrer Meinung nach ohnehin nur eine Behinderung – insbesondere beim Stehlen. Gleichzeitig hat sie aber auch eine soziale Seite und setzt sich für andere ein. Sie redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und wirkte auf mich dadurch sehr authentisch. Insgesamt fand ich Agnes angenehm vielschichtig und sie gehörte für mich eindeutig zu den interessantesten Figuren des Romans. Ihre Geschichte habe ich am liebsten verfolgt.
Thilo stammt dagegen aus einem wohlhabenden Elternhaus. Als seine Eltern ermordet werden und er selbst unter Verdacht gerät, muss er fliehen und landet schließlich auf der Straße. Dort ist er zunächst völlig überfordert und auf Agnes' Hilfe angewiesen. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich jedoch weiter und lernt, mit seiner neuen Lebenssituation zurechtzukommen. Sein Schicksal ist eng mit dem von Agnes verbunden, weshalb ich auch seine Geschichte gerne verfolgt habe.
Arjen ist unehelich geboren und wächst bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf, der ihn immer wieder spüren lässt, dass er nicht sein leiblicher Sohn ist. Schließlich macht Arjen sich auf den Weg nach Amsterdam, um dort seinen Vater zu finden und sich ein eigenes Leben aufzubauen.
Mit Arjen bin ich leider von Anfang an nicht richtig warm geworden. Seine Geschichte konnte mich deshalb deutlich weniger fesseln als die von Agnes und Thilo. Obwohl seine Entwicklung durchaus interessant ist, habe ich seine Kapitel im weiteren Verlauf eher halbherzig verfolgt.
Es gibt noch viele weitere Personen. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, näher auf alle einzugehen.

 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung erstreckt sich über die Jahre 1593 bis 1606 und führt an verschiedene Orte. Neben Lübeck spielen unter anderem Hamburg, Amsterdam und Genua eine Rolle.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Die Grundidee des Romans hat mir gut gefallen. Ich hatte mir einen spannenden Einblick in die Welt der Kaufleute und in die Zeit der Hanse im ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhundert erhofft – und grundsätzlich konnte mich das Buch in dieser Hinsicht auch überzeugen.
Besonders gut gelungen ist für mich der Einstieg. Die Geschichte beginnt mit der zwölfjährigen Agnes, die in ein wohlhabendes Haus einbricht, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Dabei wird sie Zeugin eines Mordes. Der Junge des Hauses, Thilo, folgt ihr anschließend nach draußen, denn plötzlich steht er selbst unter dem Verdacht, seine Eltern ermordet zu haben.
Von diesem Moment an sind die beiden miteinander verbunden und müssen ihren Weg gemeinsam bestreiten. Ich habe Agnes und Thilo gerne begleitet und war gespannt darauf, was als Nächstes passieren würde und wie sich ihr Leben weiterentwickelt. Auch ihr treuer Begleiter Albrecht, ein großer, struppiger Hund, ist mir dabei ans Herz gewachsen.
Neben Agnes und Thilo fand ich auch die Geschichten der Familien Schellbach und Hinnerk interessant. Generell hat mir gefallen, dass der Roman verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensumständen begleitet. Dadurch bekommt man einen recht vielfältigen Einblick in die damalige Zeit.
Weniger interessant fand ich dagegen Arjens Geschichte. Während mich Agnes und Thilo schnell für sich gewinnen konnten, hat mich sein Weg nach Amsterdam und sein dortiger Aufstieg zum erfolgreichen Kaufmann kaum gefesselt. Irgendwann habe ich seine Kapitel deshalb eher überflogen, anstatt sie wirklich aufmerksam zu lesen. Auf diese Handlung hätte ich persönlich auch verzichten können.
Etwas zwiespältig stand ich außerdem den Liebesszenen gegenüber. Sie sind keineswegs peinlich oder unangenehm beschrieben, allerdings waren sie mir gerade in der Mitte des Romans zu häufig. Für meinen Geschmack hätte es davon deutlich weniger gebraucht.
Insgesamt hat mir die Handlung aber gut gefallen. Besonders positiv fand ich, dass die Geschichte nicht alles beschönigt und auch nicht in einem typischen, rundum glücklichen Ende endet. Stattdessen bleiben einige Fragen offen und auch das Schicksal einzelner Figuren wird nicht vollständig geklärt. Das passte für mich aber gut zur Geschichte und ihrer eher realistischen Grundstimmung.

 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines personalen Erzählers. Dabei wechseln die Perspektiven zwischen verschiedenen Figuren, sodass man die unterschiedlichen Lebenswege und Sichtweisen kennenlernen kann.
Der Schreibstil ist eher einfach und dadurch sehr angenehm zu lesen. Gleichzeitig wirkte die Sprache für mich authentisch und passend zur Geschichte. Auch die verschiedenen Handlungsorte wurden anschaulich beschrieben, sodass sie während des Lesens gut vor meinem inneren Auge entstanden sind.
 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Ich hätte gerne gewusst, was aus XXX geworden ist.
Fazit
Ein spannender historischer Roman mit größtenteils interessanten und authentischen Charakteren, der mich vor allem mit der Geschichte rund um Agnes und Thilo überzeugen konnte.

Bewertung:

 

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