Originaltitel: Katzenmond
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Antonia Michaelis
Übersetzt von: /
Verlag: Oetinger
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Kinderbuch
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 318
Preis: 16,00 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-7512-0789-8
Klappentext:
Der 11-jährige Jeremias fährt mit seinen Eltern nach Griechenland ans Meer. Schon bald bemerkt er, dass die vielen wilden Katzen dort ihn beobachten. Der geheimnisvolle Junge Mond erzählt Jeremias von einer verschwundenen Tür, die einst in eine magische Nachtwelt führte, in der Katzen Dinge können, zu denen sie im echten Leben nicht fähig sind. Gemeinsam mit Mond, der schüchternen Nyx und einem Haufen streunender Katzen begibt sich Jeremias auf Spurensuche. Ist die Nachtwelt in Gefahr? Was hat es mit dem unheimlichen Schatten auf sich, der sie verfolgt? Und warum interessiert sich der Mann im silbernen Anzug so sehr für die rätselhafte Tür? Jeremias muss sich entscheiden, wie weit er gehen will, um die Nachtwelt zu retten.
Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Begonnen: 13.07.2026
Beendet: 23.07.2026
Gebraucht: 11 Tage
Kurz gebellt
Nachdem ich dieses Jahr noch kein Highlight gelesen hatte, setzte ich große Hoffnungen in diese Geschichte. Antonia Michaelis hat mich schon oft mit ihrem Schreibstil begeistert.
Auch bei Katzenmond habe ich mich sofort wohlgefühlt. Das Buch wird aus Jeremias' Sicht in der Ich-Form erzählt. Diese Erzählform mag ich, weil sie Nähe zum Protagonisten schafft.
Mit seinen Eltern macht er in den Herbstferien Urlaub auf Kreta und gerät dort in ein geheimnisvolles Abenteuer rund um streunende Katzen und den König der Nacht.
Jeremias ist ein sympathischer Junge, den ich sofort mochte. Er ist manchmal vergesslich – eine Eigenschaft, die ich ebenfalls gut kenne. So konnte ich mich gut in ihn hineinversetzen. Er ist ein ruhiger und netter Protagonist, der sich schnell für die Straßenkatzen interessiert und sich zum Ziel gesetzt hat, sie zu füttern und zu zähmen.
Schön finde ich, wie er mit Nyx umgeht. Das Mädchen, das auf Kreta lebt, sitzt im Rollstuhl. Jeremias nimmt es wahr, aber er macht keine große Sache daraus. Die Freundschaft, die zwischen den beiden entsteht, hat mir gut gefallen. Wie Jeremias ist auch Nyx eine eher ruhige Person. Sie möchte sich auch für die Katzen einsetzen.
Seine Eltern und auch Nyx' Mutter haben nur wenig Zeit für ihre Kinder. Während Nyx' Mutter viel arbeitet, ist Jeremias' Vater ständig mit seiner Kamera unterwegs. Seine Mutter wirkt unglücklich in ihrer Ehe und verliert dabei ihren Sohn zunehmend aus dem Blick.
Sehr mysteriös ist der Junge, der sich Mond nennt. Er scheint kein richtiges Zuhause zu haben, trägt zerrissene, aber saubere Kleidung und ist sehr mager. Gerade weil das niemanden wirklich zu stören scheint, begann ich zu rätseln und stellte meine eigene Theorie auf.
Zu Beginn des Buchs gibt es eine Triggerwarnung. Die Auflistung auf der letzten Seite habe ich vorab gelesen. Es werden einige schwerwiegende Themen angesprochen. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass Antonia Michaelis schwierige Inhalte stets kindgerecht behandelt – und das ist auch bei Katzenmond der Fall. Sie hat diese wirklich sehr behutsam in die Geschichte eingeflochten. Es wirkt stimmig, weder erzwungen noch aufgesetzt.
Das Buch fand ich durchgehend spannend. Ich wollte unbedingt wissen, ob meine Vermutung zu Mond richtig ist und was der Anzugmann, wie die Kinder ihn nennen, eigentlich plant.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verschwimmen Realität und Fantasie. Gerade dieses Gefühl, nie genau zu wissen, was wirklich geschieht, hat mich bis zum Schluss gefesselt. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten, weil das Entdecken für mich einen großen Teil des Leseerlebnisses ausgemacht hat.
Besonders gut hat mir wieder der Schreibstil gefallen. Er liest sich leicht und flüssig und wirkt dennoch authentisch für den elfjährigen Protagonisten. Gleichzeitig hat er etwas Poetisches. Die Autorin spielt mit ihren Worten und malt damit eine fantasievolle Geschichte über Freundschaft, Mut und Katzen, die lange nachhallt.
So zücke ich tatsächlich zum ersten Mal in diesem Jahr die Höchstbewertung.
Zitate, die im Kopf geblieben sind
"Wenn mehr Leute träumen würden, statt die Welt in Schutt und Asche zu legen, wäre einiges besser." (S. 8)


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