Dienstag, 18. August 2026

Schiggy unterwegs... Wildfreigehege Wildenburg

 

 

Schiggy war wieder unterwegs. Dieses Mal haben wir das Wildfreigehege Wildenburg in Kempfeld besucht.
Die Preise finde ich wirklich human: Erwachsene zahlen 5,00 Euro, Kinder bis einschließlich 17 Jahre sind kostenlos. Parkplätze sind ausreichend vorhanden und auch Hunde dürfen mit, allerdings nur an kurzer Leine und natürlich nicht in die Gehege.
Da es an diesem Sonntag wieder heiß werden sollte, haben wir beschlossen, direkt zur Öffnung um kurz nach 9:00 Uhr dort zu sein. Der Parkplatz war zu dieser Zeit praktisch leer. Neben uns waren gerade einmal drei weitere Besucher da.
Für die Kinder haben wir jeweils für 2,00 Euro einen Futterbecher gekauft. Dazu kommen 2,00 Euro Pfand, die man bei der Rückgabe wiederbekommt.
Direkt nachdem wir den Park betreten, werden wir von zwei Pfauen begrüßt. Einer davon springt auf die Mauer und beginnt erst einmal ausgiebig, sich zu putzen.
Hat er etwa so früh noch keine Besucher erwartet und muss sich jetzt noch schnell herausputzen? ;-)


Was mich als Hühnerbesitzerin natürlich besonders freut: Hier gibt es auch Hühner. Und zwar Deutsche Lachshühner und Deutsche Reichshühner.
Beide Rassen hatte ich selbst einmal. Leider fand der Fuchs sie unwiderstehlich. Da beide Rassen eher gemütlich sind, habe ich mich danach für aktivere Rassen entschieden. Nach wie vor finde ich sie aber toll.

Deutsche Reichshühner

Deutsches Lachshuhn (Hahn)

Deutsches Lachshuhn (Henne)

Auch Warzenenten, Hausgänse, Höckergänse und Pommerngänse laufen in diesem Bereich frei herum. Vielleicht erinnert ihr euch noch an meinen Beitrag vor vier Jahren, als ich vier Pommerngans-Gössel großgezogen habe. Das hat mich natürlich direkt wieder daran erinnert.


Besonders niedlich finden die Kinder die Meerschweinchen. Dort gibt es Nachwuchs in verschiedenen Altersstufen. Eines davon ist noch ganz winzig. Ich hätte es auf höchstens einen Tag alt geschätzt.
Und auch dazu fällt mir direkt eine Geschichte aus meiner Kindheit ein.
Als Kind hatte ich zwei Meerschweinchen, die beide als Weibchen gekauft worden waren. Nachdem das Meerschweinchen eines Nachbarn gestorben war, bekam ich dessen verbliebenes Tier – ein kastriertes Männchen.
Kurz darauf starb eines meiner vermeintlichen Weibchen. Und rund 68 Tage später lief plötzlich ein winziges Meerschweinchen mit herum.
Wir dachten damals natürlich: Das Männchen muss wohl doch noch aktiv gewesen sein.
Tja. War es nicht.
Es stellte sich heraus, dass das Männchen tatsächlich kastriert war. Das verstorbene „Weibchen“ war nämlich ein Männchen gewesen.
So kann es gehen. ;-)




Auf dem Plan steht nichts davon, aber da ich selbst fünf davon besitze, habe ich die Laufenten direkt erkannt. Vielleicht sind sie noch neu dort und der Plan wurde einfach noch nicht aktualisiert.

Bei den Ziegen freuen sich die Kinder, dass ihr Futtereimer zum ersten Mal zum Einsatz kommen kann.
Die Tiere kommen zwar tatsächlich zu uns und lassen sich auch streicheln. Am Futter sind sie allerdings überhaupt nicht interessiert.


Dafür sind die Kamerunschafe umso hungriger, was die Kinder sehr freut. Ich muss sie etwas zurückhalten, den Schafen nicht alles zu geben, weil wir ja auch noch an anderen Tieren vorbeikommen werden. Aber ich muss sagen: Diese Schafe haben es mir angetan. Davon würde ich mir auch eine Herde halten, wenn ich Platz und Zeit dafür hätte. :-) 




Nach den Schafen kommen wir zum Damwild.
Auf der einen Seite sehen wir das rötlich-braune, teilweise auch helle Damwild, auf der anderen Seite das weiße Damwild. Die Gehege sind sehr groß und wirken angenehm natürlich.
Ein Damhirsch scheint sich direkt in mein Herz schleichen zu wollen.
Er kommt sofort an den Zaun, lässt sich streicheln und füttern und läuft mir sogar hinterher – zumindest so lange, bis der Tierpfleger mit dem Futter erscheint.
Wir kommen mit ihm ins Gespräch und erfahren, dass dieser Hirsch von klein auf an Menschen gewöhnt ist und von Hand aufgezogen wurde. Während man das andere Damwild treiben muss, könnte man mit ihm sogar ohne Leine durch den Park spazieren gehen.


Das ist der liebe Kerl, der sofort zu mir kam.


Das weiße Damwild.

An jeder Tierstation gibt es eine Infotafel. Solche Tafeln stehen außerdem auch bei verschiedenen Bäumen und anderen Gewächsen.
Die Informationen dazu fand ich tatsächlich sehr interessant – und erstaunlicherweise sogar besonders die über die Bäume.
Zum Beispiel über den Riesenmammutbaum, der einen Stammdurchmesser von rund elf Metern erreichen kann. Elf Meter! Das ist schon ziemlich beeindruckend.


Als Nächstes kommen wir zu den Wildschweinen.
Wegen der Schweinepest dürfen diese nicht gefüttert werden. Deshalb wurden die Zäune erhöht. Der Tierpfleger, dem wir hier erneut begegnen, erzählt uns allerdings, dass es trotzdem Besucher gibt, die versuchen, Futter über den Zaun zu werfen.
Ein zusätzlicher Holzzaun vor dem eigentlichen Gehege soll die Besucher auf Abstand halten.
Dort gibt es außerdem eine kleine „Rennbahn“ für Kinder. Die Aufgabe: Innerhalb von zehn Sekunden möglichst weit geradeaus laufen und sich damit mit verschiedenen Tieren messen – zum Beispiel mit einer Schnecke, einem Eichhörnchen oder einem Käfer.
Die Jungs müssen es sofort testen.
Die Wildschweine lassen sich zunächst überhaupt nicht blicken. Irgendwann taucht das erste auf, kurz darauf folgen weitere.
Da habe ich ja schon ein bisschen Mitleid mit ihnen, weil sie von uns kein Futter bekommen dürfen. Deshalb entschuldige ich mich dann auch noch bei ihnen. :-D
Fotos habe ich von den Wildschweinen übrigens überhaupt keine gemacht. Das ist mir erst zu Hause aufgefallen.

Das Gehege des Sikawilds darf betreten werden. Das wollen die Jungs natürlich unbedingt ausprobieren.
Wir müssen lediglich auf dem Weg bleiben.
So hautnah zwischen Hirschen und Hirschkühen hindurchzugehen, hat schon etwas. Man merkt, dass die Tiere Menschen gewohnt sind. Sie bleiben die ganze Zeit entspannt und lassen sich von uns überhaupt nicht aus der Ruhe bringen.

Bei der nächsten Station bin ich besonders gespannt: das Wolfsgehege.
Wölfe finde ich unglaublich faszinierend, habe aber tatsächlich noch nie einen in echt gesehen.
Auf der Infotafel erfahren wir, dass die Wölfe als Welpen in den Park kamen und von Hand aufgezogen wurden. Jeden Sonntag um 14:00 Uhr werden sie gefüttert.
Schade. So lange wollen wir dann doch nicht warten.
Ich halte trotzdem Ausschau – und entdecke erst einmal gar nichts.
Wir vermuten, dass die Wölfe irgendwo hinten im Gebüsch liegen. Also stehen wir eine ganze Weile vor dem Zaun und suchen den hinteren Bereich nach irgendwelchen Bewegungen ab.
Und plötzlich entdecke ich drei Wölfe.
Allerdings nicht hinten.
Sie liegen direkt vor uns am Zaun.
Wir haben also die ganze Zeit direkt vor ihnen gestanden und sie einfach nicht gesehen.
Im vertrockneten Gras sind sie wirklich hervorragend getarnt.
Als der Pfleger mit seinem Mobil vorfährt, werden die drei wach. Kurz darauf erscheint auch der vierte Wolf.
Da hat sich für mich tatsächlich so ein kleiner Traum erfüllt: einmal Wölfe in echt zu sehen.

Such die Wölfe ;-)






In der Nähe des Wolfgeheges gibt es einen Spielplatz. Da sind die Jungs dann auch sofort Feuer und Flamme.



In regelmäßigen Abständen gibt es Sitzbänke und Tische, an denen man sich ausruhen und die gekauften oder selbst mitgebrachten Speisen und Getränke genießen kann.
Auch Mülleimer, beispielsweise für Papier und Biomüll, stehen dort bereit.
Gerade bei einem heißen Tag finde ich solche Sitzmöglichkeiten wirklich angenehm.

Das Rotwild haben wir zwar schon vorher bemerkt, allerdings waren wir zunächst mehr mit den Wildschweinen und dem Sikawild beschäftigt.
Sind die jetzt etwa beleidigt?
Zunächst kommt nämlich überhaupt keiner von ihnen zu uns, obwohl wir versuchen, sie anzulocken.
Ich probiere es noch einmal.
Und tatsächlich: Schließlich kommt ein Hirsch auf uns zu.
Erst ganz langsam. Dann wird er schneller und verfällt schließlich in einen kleinen Trab.
Ein zweiter Hirsch folgt ihm, wird vom ersten allerdings direkt wieder vertrieben.
Der Gewinner darf sich dafür das restliche Futter schmecken lassen.




In der Voliere wohnt ein Uhu, der nicht mehr ausgewildert werden kann.
Ich entdecke ihn am Boden sitzend.
Leider ist mir vor ein paar Tagen mein Handy aus der Hand gefallen und dabei sind zwei der Kameralinsen zersprungen. Ersatz habe ich zwar schon, aber ich habe es noch nicht geschafft, sie auszutauschen.
Deshalb kann ich momentan nicht besonders gut heranzoomen. Sobald ich näher heranzoome, wird das Bild milchig und verschwommen.
Das merkt man den Fotos leider auch an.

Auch in diesem Wildfreigehege ist man vor Interviews nicht geschützt.
Ein Pärchen stellt sich neben uns und sofort geht es los:
„Schatz, was bist du nochmal von Beruf?“
Meine Augen fahren Karussell.
Fabian hat allerdings eine Idee und fängt einfach an, auf Finnisch zu sprechen.
Ich nicke zustimmend.
Irgendwann sagt die Frau dann:
„Wir können damit aufhören. Die verstehen nichts.“
Ich muss mir wirklich das Lachen verkneifen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die Leute immer davon haben, solche „Interviews“ zu führen.


Neben der Voliere stehen mehrere Bienenvölker.
Da halten wir aber lieber gebührend Abstand und gehen weiter.
Vorbei geht es wieder am Damwild. Die Tiere kommen sofort angelaufen – ziehen aber genauso schnell wieder ab, nachdem sie festgestellt haben, dass wir kein Futter mehr haben.
Beim nächsten Mal müssen wir also wohl einen dritten Futtereimer kaufen.



Eine Wildkatze können wir trotz intensiver Suche nicht entdecken.
Dafür sieht Fabian den Waschbären.
Der liegt gemütlich in einem Reifen und schläft.
Offenbar hat er es sich deutlich bequemer gemacht als wir.


Die Ziegen werden gerade freigelassen. Wir sehen sie noch vorbeihuschen.
Da sind wir allerdings schon ziemlich am Ende der Strecke.
Der Aussichtsturm der Wildenburg ist momentan für Besucher gesperrt. Deshalb kann ich ihn nur aus der Entfernung fotografieren und einmal näher heranzoomen.
Wobei „näher heranzoomen“ mit meinen kaputten Kameralinsen momentan eher bedeutet: „etwas verschwommener darstellen“.
Etwas verschwommen




Zuletzt kommen wir noch an Hausschafen und Ziegen vorbei.
Ein Mutterschaf hat Zwillingslämmer.
Wirklich süß.
Natürlich habe ich in diesem Moment glatt vergessen, ein Foto zu machen.

Im Park ist inzwischen deutlich mehr los als am frühen Morgen. Die Kinder sind vom Ausflug müde und wir machen uns langsam auf den Heimweg.
Wir haben viele verschiedene Tiere gesehen, konnten einige davon füttern und teilweise sogar ganz nah erleben. Besonders schön fand ich die großen, natürlich wirkenden Gehege und natürlich die Wölfe.
Für die Kinder waren die Tiere, der Spielplatz und die Futterbecher die Highlights. Für mich waren es vermutlich die Wölfe, der zutrauliche Damhirsch und die Kamerunschafe.
Und so steht am Ende fest: Es war ein toller Tag. Wir werden auf jeden Fall noch einmal hierherkommen. Beim nächsten Mal dann vielleicht mit drei Futtereimern. ;-)

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