Mittwoch, 11. Februar 2026

Tibi liest: Das Signal

 Allgemeine Infos:





Originaltitel: Das Signal
Originalsprache: Deutsch
Geschrieben von: Ursula Ponanski
Übersetzt von: ///
Verlag: Knaur
Einzelband/Teil einer Reihe: Einzelband
Reihe: ///
Teil: ///
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 398
Preis: 24,00 € (Hardcover)
ISBN:  978-3-426-56812-5





Klappentext:
Gefangen im eigenen Haus: Bei einem Unfall verliert die junge Innenarchitektin Viola Decker ein Bein – und plötzlich besteht ihre Welt nur noch aus Hindernissen. Zwar kümmert ihr Mann Adam sich rührend um sie; mit dem barrierefreien Umbau ihres abgelegenen alten Hauses scheint er es allerdings nicht eilig zu haben. Viola sitzt buchstäblich im Erdgeschoss fest, alleine mit einer wortkargen Pflegerin, von der sie sich ständig überwacht fühlt.Und immer wieder verschwinden wichtige Dinge aus Violas Reichweite. Um nicht lange danach suchen zu müssen, stattet sie sie mit winzigen GPS-Trackern aus. Als Adams Verhalten sich zu verändern beginnt und er immer häufiger spät nach Hause kommt, beginnt sie heimlich, auch ihn zu tracken, und entdeckt schon bald beunruhigende Muster. Offensichtlich belügt er sie über seinen Tagesablauf – und nicht nur er. Warum? Mit jedem Tag und jeder Lüge wächst in Viola ein furchtbarer Verdacht …

 

Meine Schnüffelstatistik:
Zugangsart: Neu gekauft
Zugangsjahr: 2026
Status: gelesen
Lesesprache: deutsch
Format: Hardcover
Begonnen: 09.02.2026
Beendet: 10.02.2026
Gebraucht: 2 Tage
 
~*~Erwartung~*~
Der Klappentext zu Das Signal hat mich direkt neugierig gemacht, sodass ich das Buch vorbestellt habe, obwohl ich von Die Burg und Shelter nicht so begeistert war.
Ursula Poznanski greift hier aktuelle Themen, wie digitale Überwachung, auf. Es geht aber auch um Manipulation und Kontrolle innerhalb einer Beziehung. Diese Idee finde ich stark und erhoffe mir Spannung, die in Richtung Psycho-Thriller geht, zumal im Klappentext die Rede von „psychologischer Spannung“ ist.

 
Lob und Tadel
 
~*~Gestaltung~*~
Das Cover sticht mit seinen intensiven pink-lilafarbenen Tönen hervor. Sie fallen sofort ins Auge und verleihen ihm eine geheimnisvolle Ausstrahlung. 
Erst bei genauerer Betrachtung ist mir aufgefallen, dass das dargestellte Motiv ein Treppengeländer zeigt. 
Es erinnert mich aber auch irgendwie an ein Schneckenhaus, eine Assoziation, die für mich gut zur inhaltlichen Ebene passt.
Ich deute diese Form symbolisch wie folgt: Viola möchte sich nach ihrem Unfall nicht in ihr Schneckenhaus zurückziehen und von der Außenwelt abschotten. Ihr Mann Adam hingegen scheint genau das für sie zu bevorzugen: Rückzug statt Konfrontation.
Das Buh ist in 71 durchnummerierte, sehr kurze Kapitel sowie einen Epilog gegliedert. Die Kürze verleitet dazu, immer noch ein Kapitel mehr zu lesen.
Die Schriftgröße ist angenehm gewählt und unterstützt das zügige Lesen.
Ein Pluspunkt ist auch der Kartenausschnitt von Wien. Da ich mich dort nicht auskenne, fand ich ihn hilfreich, mich wenigstens etwas zu orientieren.
 
~*~Charaktere~*~
Viola: Die Protagonistin ist 36 Jahre alt, Innenarchitektin und seit fünf Jahren mit Adam verheiratet. Sie ist eine starke und sympathische Protagonistin. Man spürt, dass sie mit ihrem neuen Leben zurechtkommen könnte, wenn man sie nur ließe.
Ihr sofortiges Misstrauen gegenüber ihrem Mann mag vielleicht übertrieben und unschlüssig wirken. Das habe ich aber der Amputation und ihrem dadurch zunächst verschwundenen Selbstvertrauen zugeschrieben. Ich halte sie für eine authentische Figur.
Adam: Er ist Violas Mann und ihr zufolge ein Perfektionist. Durch Fernsehauftritte und Social Media hat er sich eine große, scheinbar überwiegend weibliche Fangemeinde aufgebaut. Nach außen hin wirkt er vielleicht charmant und fürsorglich, doch es haftet einfach etwas Unaufrichtiges an ihm. Er war mir von Anfang an nicht sympathisch. Er bleibt auch vergleichsweise blass, weil man nur die negativen Seiten – sein falsches Spiel – mitbekommt.
Otilia: Sie ist die Pflegekraft aus Rumänien, die Viola betreut. Sie ist vielschichtig und schwer einzuordnen. Lange wusste ich nicht, was ich von ihr halten soll – ob ich ihr misstrauen oder sie vielleicht sogar bemitleiden soll.
Gegen Ende sammelt sie jede Menge Sympathiepunkte bei mir und entwickelt sich durch ihre Hintergrundgeschichte zur interessantesten Figur im Buch.
Benno: Er ist Mitte 20 und der Sohn der Nachbarn. Bedingt durch seine geistige Behinderung hat er eine kindliche Art, die ihn sehr liebenswert erscheinen lässt.
Romy und Marit: Violas beste Freundinnen fallen eher negativ auf. Romy nahm ich ihre Euphorie und ihre Freundlichkeit nicht ab und habe ihr nicht über den Weg getraut. 
Marit ist abweisend, aber ihr Verhalten wirkt zumindest teilweise nachvollziehbar. Die Hintergründe, warum sie so ist, habe ich erahnt.

 
~*~Handlungsort und -zeit~*~
Die Handlung spielt in Österreich (Wien) in der heutigen Zeit.
 
~*~Idee und Umsetzung, Einstieg, Handlung~*~
Im Zentrum steht die 36jährige Viola, die nach einem Unfall im eingestürzten Weinkeller ihr Bein verliert und seitdem auf den Rollstuhl angewiesen ist. Doch nicht nur körperlich ist sie eingeschränkt. Auch in ihrem persönlichen Umfeld werden ihr Stolpersteine in den Weg gelegt.
Viola wird zunehmend isoliert. Sie soll das Haus nicht verlassen und den Kontakt zu ihrer Schwester Winnie und ihren Freunden meiden. Für all das hat Adam scheinbar vernünftige Begründungen.
Er gibt vor, aus Sorge um Viola zu handeln. Seine Erklärungen klingen oberflächlich betrachtet schlüssig. Doch wenn man darüber nachdenkt, hat man das Gefühl, dass er gar nicht will, das Viola selbständig ist.
Im Internet bestellt Viola Tracker, womit sie ihren Mann und andere Personen aus ihrem Umfeld digital überwachen will.
Die versteckten Tracker widersprechen Adams Aussagen über seine Tagesabläufe und Aufenthaltsorte. Was hat er zu verbergen?
Einen Teil von seinen Geheimnissen finde ich früh durchschaubar. Das ist zu offensichtlich und dadurch vorhersehbar. Mein Lesevergnügen hat es nicht getrübt.
Die Autorin hält auch überraschende Wendungen bereit, mit denen ich nicht gerechnet habe. 
Über die Auflösung lässt sich streiten, aber es gibt ausreichend Erklärungen, sodass bei mir keine Fragen offen geblieben sind.
Dieses Buch hat mich im Gegensatz zu den beiden oben genannten Büchern wieder überzeugt. 
Ich fand die Umsetzung spannend, wie Viola durch die Tracker wieder etwas Kontrolle bekommt und nicht mehr so hilflos ist, sondern den Spieß umdreht.

 
~*~Schreibstil und Stilmittel~*~
Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Violas Sicht erzählt. Verwendet wird Präsens, was nicht meine bevorzugte Zeitform ist. Gerade in dieser Geschichte finde ich sie aber sehr passend.
Durch die Ich-Form werden ihre Ängste und Zweifel greifbar. Wir erleben ihr Gefühl des Ausgeliefertseins und ihre daraus resultierende Wut unmittelbar mit.
Die Kommentare von Adams Quietschies, wie ich gerne fanatische Fans nenne, haben mich teilweise schockiert. "Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich hoffe, dass es um seine Frau geht und er bald wieder Single ist?" (Seite 15)
Die Sätze sind eher kurz gehalten, wirken aber nicht abgehackt. Sie erzeugen ein hohes Tempo, wodurch ich das Buch flott gelesen und innerhalb von zwei Tagen beendet habe.

 
~*~Zitate, die im Kopf geblieben sind~*~
///
 
~*~Abschlussgedanken~*~
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe: Das ging schnell...
FazitEin mit aktuellen Themen versehener spannender Thriller, der ein beklemmendes Gefühl hinterlässt.

Bewertung:

 


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