Montag, 11. Mai 2026

Schiggy unterwegs... Hair in Ludwigshafen

 1. Eckdaten zur Vorstellung

Titel: Hair
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Theater im Pfalzbau
Datum: 09.05.2026
Beginn: 19:30 Uhr
Vorlage: ///
Stück gesehen: 3. Mal
Stück in dieser Inszenierung gesehen: 3. Mal

2. Mein Eindruck

Schiggy war wieder unterwegs und hat ein haariges Musical besucht.
Wenn ihr meinen Bericht von den beiden letzten Besuchen 2025 gelesen habt, wisst ihr, dass mir das Stück an sich nicht so gut gefällt, die Inszenierung in Ludwigshafen aber so viel durch die Energie und Spielfreude der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewonnen hat, dass ich mir sogar Tickets für einen 3. Besuch gekauft habe.
Da mir die Songs inzwischen deutlich vertrauter waren, konnte ich die Show diesmal auch mehr genießen. Besonders das Duett „What a Piece of Work Is Man“ ist mir bei dieser Inszenierung positiv in Erinnerung geblieben. Die beiden Stimmen harmonierten sehr schön miteinander.
Es war übrigens die Dernière. Deshalb gab es einige Momente, die für die eigentliche Handlungszeit nicht wirklich logisch gewesen wären und die ich deshalb als Dernièrenscherze einordnen würde. Woof hat z. B. in den ersten beiden Vorstellungen erzählt, dass er auf Mick Jagger steht, und bekommt später auch ein Poster von ihm. In der letzten Show sprach er dagegen von Beyoncé. Auch fiel plötzlich der Name „C & A“.
Gleichzeitig passten diese kleinen Änderungen irgendwie trotzdem, weil sie eine Brücke zur heutigen Zeit geschlagen haben. Hair wirkt stellenweise erschreckend aktuell. Das Stück behandelt Themen wie Krieg, Diskriminierung und Rassismus und vermittelt gleichzeitig die Botschaft, dass es egal ist, wer man ist oder wen man liebt.
Bei Claudes Trip erscheint Uncle Sam, der am Samstag im vorderpfälzischen Dialekt „Mir wolle dich“ statt „We want you“ rief. 
Die Besetzung war die gleiche wie bei meinem zweiten Besuch. Ein Darsteller, der damals noch etwas unsicher wirkte, trat bei der Dernière deutlich selbstbewusster auf. Generell gefielen mir die Stimmen der jungen Leute wieder sehr gut. Die Spielfreude war unglaublich ansteckend, und die schwungvollen Choreografien wirkten dabei völlig mühelos, als wäre das alles überhaupt nicht anstrengend. Insgesamt wirkte die gesamte Produktion sehr harmonisch und darstellerisch überzeugend.
Relativ zu Beginn gab es eine kleine „Panne“: Ein Ball rollte von der Bühne direkt zu meiner Begleitung. Sie warf ihn zurück und bekam dafür ein Winken von der Bühne. Gerade solche ungeplanten Momente machen für mich den Reiz eines Live-Erlebnisses aus.
Auch ansonsten gab es einige direkte Interaktionen mit dem Publikum, etwa wenn Berger jemanden nach seinem Namen fragt (allerdings leider keine Antwort bekam), Chrissy fragte, ob wir ihren Frank gesehen hätten, oder die Darsteller um Dollar bettelten.
Wir saßen dieses Mal in der ersten Reihe. In einer Szene lagen die Darsteller am Boden, krochen langsam auf das Publikum zu und streckten ihre Arme nach uns aus. Meine Begleitung erzählte mir später, dass sie dabei unweigerlich ein Stück zurückgewichen ist. Diese intensive und leicht surreale Stimmung blieb definitiv in Erinnerung.
Leider gab es vermehrt Tonprobleme. Manche Mikrofone funktionierten nicht oder wurden zu spät eingeschaltet. Gerade wenn gleichzeitig die Band spielte, gingen dadurch leider einige Texte unter.
Hair wird wohl nie zu meinen Lieblingsmusicals gehören. Ich denke, dass mir das Stück in einer anderen Inszenierung vermutlich deutlich weniger gefallen würde. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Ludwigshafen haben hier wirklich sehr viel herausgeholt.
Ich bin einfach kein großer Fan von (fast) durchkomponierten Musicals. Ich mag es lieber, wenn zwischendurch auch längere gesprochene Szenen vorkommen und nicht ein Song nahezu direkt auf den nächsten folgt. Die Botschaft des Stücks ist zwar wichtig, mir persönlich ist die Handlung aber auf Dauer etwas zu dünn.
Mein Fazit lautet deshalb: Das nächste Stück der Jugendlichen und jungen Erwachsenen – Footloose – werde ich mir auf jeden Fall anschauen. Hair dagegen muss für mich kein viertes Mal mehr sein.

3. Persönliche Highlights

Schönstes Solo: „Easy To Be Hard“
Schönstes Duett: „What a Piece of Work Is Man“
Beste Ensemblenummer: „Black Boys / White Boys“
Überraschendster Moment: Uncle Sam redet vorderpfälzisch


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hallo,
ich freue mich immer über neue Kommentare und komme auch gerne auf einen Gegenbesuch vorbei.
Mit der Veröffentlichung seid ihr damit einverstanden, dass euer Name, eure Website, die E-Mail-Adresse, die IP-Adresse und natürlich euer Kommentar gespeichert werden.
Vor der Veröffentlichung könnt ihr gerne auf Vorschau nochmal überprüfen, wie eure Nachricht aussieht. :-)
Liebe Grüße
Tinette

Schon gelesen?

Ein paar Sätze zu... Die Edda - Die germanischen Sagen

Die Texte der Edda sind die Vorlage fast aller überlieferten germanischen Göttersagen. Durch sie wissen wir erst von Odin und Thor, Loki und...