Mittwoch, 28. Januar 2026

My Fair Lady im Theater Trier

Veranstaltung: My Fair Lady
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Theater Trier
Datum: 25.01.2026
Beginn: geplant 16:00 Uhr, tatsächlich ca. 16:30 Uhr
Vorlage: Pygmalion von George Bernard Shaw

My Fair Lady habe ich bisher einmal als Open Air Veranstaltung in Bad Vilbel gesehen. Die Musik finde ich zeitlos und war sehr gespannt auf eine andere Inszenierung.
Die Vorstellung sollte um 16:00 Uhr beginnen, aber die Minuten verstrichen, ohne dass die Türen zum Saal geschlossen wurden. Man merkte schon eine leichte Unruhe im Publikum.
Nach ca. 15 Minuten trat der Intendant auf die Bühne und teilte mit, dass die Tontechnik nicht funktionieren würde und außerdem der Darsteller des Alfred P. Doolittle immer noch nicht ganz fit wäre und wir bitte Verständnis dafür zeigen sollten, falls er zu realistisch spielen würde.
Weitere 15 Minuten später kehrte der Intendant zurück. Der Ton ging immer noch nicht, aber sie wollten jetzt starten – ohne Tonverstärkung, weil sie das Publikum nicht einfach heimschicken wollten. Die Tontechniker würden aber weiterhin versuchen, den Fehler zu beheben.
Und so begann die Vorstellung. Ich muss sagen, dass ich gar nicht sicher bin, ob die Tonprobleme nicht doch rechtzeitig behoben werden konnten. Gemerkt habe ich nämlich nichts.
Ich saß in der 5. Reihe und habe alle jederzeit gut verstanden.
Es gab viele lustige Szenen, wobei nicht nur die Dialoge dafür sorgten, dass das Publikum laut lachte. Auch die Gesichtsausdrücke der Darsteller waren oft zum Schießen. Da zeigte sich große Spielfreude und eine tolle Harmonie. Besonders das Zusammenspiel der Darsteller von Eliza Dootlittle, Henry Higgins, Oberst Pickering und Mrs Pearce fand ich toll.
Dem Darsteller von Elizas Vater hat man nichts angemerkt, dass er krank ist. Einmal hatte er gehustet, aber das hätte auch so zu seiner Rolle gepasst, weil er ja gerade aus dem Pub kam. Von daher alle Achtung, dass er das so durchgezogen hat.
Bei den eher kleinen Rollen sind mir Mrs Higgins und der pfeifende Obsthändler sind mir in Erinnerung geblieben.
Die Stimmen haben mir durchweg gut gefallen. Wie das Zusammenspiel, so haben auch die Stimmen schön harmonisiert.
Eine Lieblingsszene könnte ich gar nicht richtig auswählen. Stellvertretend nenne ich das Pferderennen in Ascot, als Mrs Pearce Eliza hinterherläuft und noch letzte Näharbeiten am Kleid erledigt oder die Szene, als Oberst Pickering die imaginäre Schleppe aufwickelt und die Treppe hochträgt.
Die Kostüme wirken zeitlich passend und haben mir sehr gut gefallen. Eliza z. B. hat zunächst ein einfaches Kleid, einen groben, langen Mantel und einen alten Hut an. Später trägt sie schlichte, aber elegante, Kleider. Ihr Ballkleid fand ich sehr schön, gerade, weil es durch den cremefarbenen Ton und den schlichten Schnitt nicht zu auffällig wirkt.
In Ascot hat sich die feine Gesellschaft richtig herausgeputzt und zeigt ihre feine Garderobe, während die einfachen Leute stets in eher praktischer Kleidung unterwegs sind.
Das wirkte alles sehr stimmig.
Das Bühnenbild hat mich richtig begeistert. Es bestand aus Außenfassaden vom Haus von Higgins und dem Pub, in dem Elizas Vater immer seinen Durst stillt. Im Hintergrund wurde ein riesiges Schwarz-Weiß-Bild von London herabgelassen. Weil es nicht knallbunt war, wirkte es nicht aufdringlich und lenkte so auch nicht von den Darstellern ab.
Auch einen Ausschnitt vom Inneren von Higgins‘ Haus konnte man sehen. Dafür würde das entsprechende Bühnenelement, ein Teil von einem Zimmer, nach vorne gefahren. Die Wände waren grün gestrichen, was ich als Anspielung an Elizas Sprachübung „Es grünt so grünt, wenn Spaniens Blüten blühen“ gedeutet habe. Dieses Zimmer war entsprechend der Handlungszeit eingerichtet, u. a. mit einer Couch, einer Globus-Bar, Teppichen und einem Schreibtisch. Eine Treppe führte nach oben.
Beim großen Ball gab es außer einem Kronleuchter kein weiteres Bühnenbild. Meine Begleitung meinte später dazu, dass ihr diese Szene besonders gut gefallen hat. Diese Szene war sehr wirkungslos.
Als Requisiten/kleiner Bühnenelemente gab es z. B. Marktkarren mit Ware, ein Bett, eine Bett und eine Straßenlaterne.
Ich hatte nie das Gefühl, dass die Bühne leer oder überladen wirkte. Es passte immer zur jeweiligen Szene.
Das Lichtkonzept unterstützte das stimmige Gesamtbild.
Das Orchester spielte schwungvoll, ohne die Darsteller zu übertönen.
Mir hat diese Inszenierung sehr gut gefallen. Ich musste viel lachen, und für mich hat sich dieses Stück sehr kurzweilig angefühlt. Meine Begleitung hatte beim Vorbeigehen Stimmen gehört, die es zu lang fanden. Ca. 3 Stunden mit einer Pause finde ich bei einem Musical ganz normal.
Mir war es zu keiner Zeit langweilig.
Die Sicht von meinem Platz war sehr gut. Die Reihen steigen ab der 3. Reihe an und sind versetzt, sodass ich freie Sicht auf die Bühne hatte.
Bezahlt habe ich für mein Ticket 35,00 €. Im Verhältnis zu dem, was geboten wurde, finde ich diesen Preis sehr, sehr günstig.
Insgesamt bin ich also wirklich begeistert von diesem Abend gewesen.



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