Veranstaltung: Musical
Ort: English Theatre Frankfurt
Besuche: 15.02.2026 und 01.03.2026
Beginn: jeweils 18:00 Uhr
Vorlage: Shakespeare-Stücke und zahlreiche Musical-Anspielungen
Besetzung (beide Vorstellungen)
Brother Jeremiah – Bradley Adams
Viola – Lauren Arney
Tom Snout – Josh Belward
Bea – Beth Bradley
Lord Clapham – Luke Joseph Breathnach
Nick Bottom – Reuben Browne
Robin Starveling – Liam Huband
Rosalind – Francesca Jasmine
Nigel Bottom – Charlie Smart
Portia – Briana Kelly
Shylock – Jonathan Norman
Shakespeare – Benjamin Stratton
Peter Quince – Myles Waby
Nostradamus – Tom Watson
Das Musical habe ich zum ersten Mal am 26. November 2023 im English Theatre gesehen. Schon damals hat mich das Stück begeistert und ich habe viel gelacht. Für weitere Vorstellungen hatten wir zwar bereits Karten, doch diese mussten wegen einer notwendigen Sanierung des Theaters abgesagt werden.
Erst im Februar 2026 kam es schließlich zur Wiederaufnahme – und ich habe die Gelegenheit genutzt, gleich zwei Vorstellungen zu besuchen. Auch dieses Mal hat mich das Stück wieder vollkommen überzeugt.
Im Mittelpunkt stehen die Brüder Nick und Nigel Bottom, die im London der 1590er-Jahre verzweifelt versuchen, im Theatergeschäft Erfolg zu haben – vor allem, um ihrem übermächtigen Rivalen William Shakespeare etwas entgegenzusetzen.
Nick ist ehrgeizig und ständig auf der Suche nach einem großen Bühnenerfolg. Sein Bruder Nigel dagegen ist eher zurückhaltend und möchte vor allem ein Stück schreiben, das von Herzen kommt.
Die Rettung scheint ausgerechnet von Nostradamus, dem Neffen des berühmten Wahrsagers, zu kommen. Er hat eine Vision: Das nächste große Ding im Theater werden … Musicals sein.
Auch die Nebenfiguren tragen viel zum Humor der Geschichte bei:
Bea, Nicks resolute Ehefrau, möchte arbeiten und finanziell unabhängig sein – schließlich sind es die (15)90er Jahre.
Nigel verliebt sich in Portia, die Tochter von Brother Jeremiah, der seine Tochter am liebsten im Kloster sehen würde.
Der Rabbi Shylock finanziert die Produktion der Bottoms – hätte dafür aber gerne selbst eine Rolle im Stück.
Und Shakespeare wird als selbstverliebter Superstar dargestellt, dessen Fans ihm nicht nur zujubeln, sondern sogar in Ohnmacht fallen.
Man spürt während der gesamten Vorstellung die große Spielfreude des Ensembles. Es gab teilweise Neubesetzungen, aber es waren auch einige Darsteller aus der früheren Produktion dabei.
Alle spielten überzeugend, und auch stimmlich fand ich die gesamte Besetzung sehr stark.
Ich schaue Filme normalerweise nicht auf Englisch und bin es daher nicht so gewohnt. Trotzdem hatte ich keinerlei Probleme, der Handlung zu folgen oder die Darsteller zu verstehen.
Die Choreografien der großen Ensemblenummern sind so mitreißend, dass man am liebsten selbst aufspringen und mittanzen möchte.
Auch die Band spielt sehr schwungvoll. Ein- oder zweimal hat sie die Sänger kurz übertönt, doch die Tontechnik hat das schnell korrigiert.
Besonders begeistert aufgenommen wurde die Nummer „A Musical“, die minutenlangen Applaus bekam. Aber auch viele andere Songs bleiben im Ohr – meine Schwester hat dazu treffend gesagt: „Sie sind catchy.“
Ein großer Teil des Humors entsteht durch die vielen Anspielungen auf andere Musicals. Diese tauchen in Form von Zitaten, Wortspielen, Bewegungen, expliziten Erwähnungen oder kurzen musikalischen Motiven auf.
Wer die Referenzen erkennt, hat besonders viel Spaß – aber auch ohne dieses Wissen bietet das Stück zahlreiche witzige Momente. Beispiele sind etwa das zunächst geplante Musical der Bottoms „The Black Death“, die überdrehte „Omelette“-Nummer oder der herrlich arrogante Auftritt von Shakespeare. Seine Fans sorgen ebenfalls für Stimmung: Sie fallen in Ohnmacht, werfen Unterwäsche auf die Bühne oder schwenken Kerzen.
Auch nach mittlerweile drei gesehenen Vorstellungen habe ich nicht das Gefühl, mich an diesem Stück sattgesehen zu haben. Im Gegenteil: Ich würde es jederzeit wieder anschauen.
Inzwischen gibt es das Musical auch auf Deutsch. Darauf bin ich ebenfalls neugierig – besonders darauf, wie die vielen Wortspiele übersetzt wurden. Manche funktionieren ja im Englischen besonders gut, etwa:
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„When there’s a Will, there’s a way.“
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„Toby or not Toby, that is the question.“
Gerade solche Wortspiele dürften in der deutschen Version eine spannende Herausforderung gewesen sein.
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