Dienstag, 17. März 2026

Schiggy unterwegs... Mrs. Doubtfire in Düsseldorf

 


1. Eckdaten zur besuchten Vorstellung

Titel: Mrs Doubtfire
Veranstaltung: Musical
Ort: Capitol Theater Düsseldorf
Besuch: 15.03.2026
Beginn: 13:30 Uhr 
Ort: Capitol Theater Düsseldorf
Reihe / Platz: Reihe 1, Platz 8
X. Besuch der Show: 1.
Vorlage: gleichnamiger Film


2. Die Besetzung der besuchten Matinee



Daniel Hillard – Dani Spampinato
Miranda Hillard – Jessica Kessler
Lydia Hillard – Alina Simon
Frank Hillard – Nicolas Tenerani
Andre Mayem – Malick Afocozi
Janet Lundy / Donna S. – Anneka Dacres
Wanda Sellner – Tamara Wörner
Stuart Dunmire – Christian Funk
Christopher Hillard – Tim
Natalie Hillard – Marlene
Richter / Jolly – Mark van Beelen

Ensemble:
Flamenco-Tänzerin – Lilian Nikolić
Chef Amy – Laya Höfling
Grace Kelly – Marlen Praxmarer
Cher – Daisy Quainton
Fashion Associate – Julia Waldmayer
Chef Louis / Maître D. – Julian Schier
Loopy Lenny – Daniel Délyon
Flamenco-Tänzer – Jack Walker
Make-Up Artist – Teya Quarmyne
Oscar Wilde / Flamenco-Tänzer – Calum Flynn

Live-Band unter der Leitung von Joe Schmitz:
David Holz, Oliver Kerstan, Oliver Poschmann, Markus Wienstroer, Olaf Krüger, Thorsten Heitzmann, Matthias Jahner

 

3. Mein Eindruck von der Show

Am 15. März war ich zum ersten Mal im Capitol Theater Düsseldorf und habe mir dort die Musicaladaption von Mrs. Doubtfire angeschaut. Den Film finde ich sehr lustig, deshalb war ich neugierig, wie die Geschichte auf der Bühne umgesetzt wurde. Ich bin ohne große Erwartungen in die Vorstellung gegangen – einfach mit der Hoffnung, positiv überrascht zu werden. Und genau das ist passiert.
Die Geschichte orientiert sich stark am Film, wurde aber an die heutige Zeit angepasst. So sucht Miranda das Kindermädchen nicht mehr über eine Zeitungsannonce, sondern online. Handys und Tablets gehören selbstverständlich zur Handlung. Statt einer Fernbedienung, die ins Aquarium fliegt, werden Geräte einfach per App gesperrt.
Besonders witzig fand ich die Szene, in der Daniel versucht, Kochen zu lernen. Im Film schaut er dafür Fernsehsendungen – im Musical greift er auf Onlinevideos zurück. Das Ensemble stellt diese Videos live nach, sodass Daniel sie gewissermaßen hautnah erlebt. Zwischendurch wird das Video sogar von Werbung unterbrochen – in diesem Fall für ein Mittel, das bei Reizdarm helfen soll. Daniel kommentiert das genervt mit einem Spruch über die ständige Werbung, was im Publikum für Lacher sorgt.
Die Inszenierung ist sehr flott und abwechslungsreich. Mir war zu keiner Zeit langweilig, weil auf der Bühne ständig etwas passiert.
Eine Szene werde ich besonders in Erinnerung behalten – auch, weil ich selbst unfreiwillig Teil davon wurde. In der Modenschau, bei der Miranda ihre eigene Kollektion präsentiert, hilft ihr Daniel als Mrs. Doubtfire im knappen Zweiteiler als Curvy Model aus. Aus Eifersucht wirft er danach einen Apfel nach Stuart, dem neuen Verehrer seiner Exfrau. Und plötzlich zeigt er auf mich – ich saß ja in der ersten Reihe – und behauptet dreist, ich wäre das gewesen. Der Stuart-Darsteller schaut mich daraufhin richtig giftig an, während auch das Ensemble mich fixiert. Ich konnte nur lachen. Am Ende bedankt sich Daniel sogar noch einmal bei mir. Eine wirklich lustige Art, das Publikum einzubinden.
Sehr unterhaltsam war auch Daniels Albtraum, in dem er plötzlich mehreren Mrs. Doubtfires gegenübersteht. Diese tragen alle identische Kostüme und zeigen gemeinsam eine Steptanznummer, die stilistisch an Lord of the Dance erinnert.
Herrlich überdreht ist außerdem die Szene im Restaurant „La Rosa“. Besonders die Flamenco-Tänzerin sorgt mit dramatischem Gesang und ausdrucksstarker Mimik für viele Lacher im Saal.
Musikalisch bietet das Stück eine abwechslungsreiche Mischung: schwungvolle Ensemblenummern, eine witzige Rap-Einlage zum Lernen der Uhrzeit sowie gefühlvolle Balladen. Besonders Mirandas traurige Ballade ging meiner Begleitung sehr nahe – sie meinte sogar, sie hätte die Figur am liebsten tröstend in den Arm genommen. Das spricht für die Glaubwürdigkeit der Darstellung.
Das ganze Ensemble sprühte vor Energie, was sich deutlich auf das Publikum übertrug.
Der Darsteller des Daniel Hillard steht praktisch permanent auf der Bühne.Besonders beeindruckend fand ich, wie er verschiedene Stimmen imitieren kann – unter anderem Figuren wie Mickey Maus, Kermit oder SpongeBob Schwammkopf.
Daniel wirkt wie ein großer Kindskopf, der manchmal noch mehr Flausen im Kopf hat als seine eigenen Kinder. Gleichzeitig merkt man aber auch, wie sehr er seine Familie liebt und wie sehr ihn die Trennung belastet. Dadurch bleibt die Figur trotz aller Verrücktheit sympathisch.
Miranda ist im Gegensatz zu Daniel vernünftig und eher ernst. Wie im Film steht sie auf eigenen Beinen und ist finanziell unabhängig. Es ist verständlich, warum sie nicht länger mit Daniel zusammenbleiben kann und die Scheidung will.
Daniels Bruder Frank wird immer laut, wenn er lügt, was zu einigen sehr lustigen Momenten führt – etwa, wenn er plötzlich einer Schauspielerin hinterherbrüllt, sie sei „sehr talentiert“. Sein Mann Andre ist da ruhiger, wodurch sich die beiden sehr gut ergänzen.
Stuart Dunmire wird ebenfalls passend dargestellt. Der Darsteller wirkt groß und muskulös und bildet damit einen deutlichen Gegenpol zu Daniel. Gleichzeitig redet Stuart immer wieder schlecht über ihn, sodass man klar merkt, dass die beiden Rivalen sind, die um Mirandas Gunst konkurrieren.
Auch die Kinderrollen haben mir gut gefallen. Lydia wird zwar von einer erwachsenen Darstellerin gespielt, aber man nimmt ihr das Alter von etwa 15 Jahren trotzdem ab. Zusammen mit ihren Bühnen-Geschwistern ergibt sich ein sehr glaubwürdiges Geschwistertrio, das zusammen sehr gut harmonisiert.
Die Sozialarbeiterin Wanda tritt resolut auf und lässt sich nicht so leicht abwimmeln. Daniels Chef beim Fernsehen ist im Musical eine Frau, die zunächst völlig emotionslos wirkt, bevor sie gegen Ende plötzlich einen unerwarteten Lachanfall bekommt. Da konnte man nur mitlachen. Das fand ich herrlich.
Jolly, ein alter Mann, der seit Jahrzehnten eine langweilige Fernsehsendung für Kinder moderiert, ist durch das geplante Aufpeppen seiner Show „so verwirrt“.
Das Bühnenbild ist sehr wandelbar und ermöglicht schnelle Wechsel zwischen den verschiedenen Schauplätzen der Handlung. Mal befindet man sich in Mirandas Haus, dann wieder in Daniels Wohnung, im Fernsehstudio, im Salon von Frank und Andre, im Gerichtssaal, auf dem Laufsteg der Modenschau oder im Restaurant „La Rosa“. Die Übergänge funktionieren reibungslos. Häufig werden einfach neue Bühnenelemente hereingeschoben. Bei größeren Umbauten wird vorne weitergespielt, während im Hintergrund der Vorhang fällt. Dadurch entstehen keine längeren Pausen.
Die Kostüme wirken insgesamt sehr authentisch. Da die Handlung in der Gegenwart spielt, tragen viele Figuren ganz normale Alltagskleidung, wie man sie auch auf der Straße sehen könnte. Einzelne Figuren werden aber auch über ihre Kleidung charakterisiert. Mrs. Lundy erscheint zum Beispiel in einem eleganten dunkelblauen Hosenanzug, während die Mitarbeiterin des Jugendamts etwas altmodischer wirkt. Frank und Andre sind dagegen etwas flippiger gekleidet und strahlen ein selbstbewusstes „Wir tragen, was wir wollen“-Auftreten aus. Insgesamt passen die Kostüme sehr gut zu den jeweiligen Figuren. Die Kostüme von Mrs. Doubtfire orientieren sich stark an der Filmvorlage. Maske und Perücke passen hervorragend dazu. Daniel zieht sich im Laufe der Handlung mehrfach direkt auf der Bühne um – ganz ähnlich wie im Film. Sogar die Szene, in der die Maske aus dem Fenster fällt, wurde übernommen.
Auch in anderen Szenen wird mit Kostümen gespielt. In der Kochlernszene ist das Ensemble beispielsweise als Köche verkleidet und schwingt tanzend die Kochlöffel, während Daniel versucht, mithilfe von Onlinevideos kochen zu lernen. Bei der Modenschau dreht sich alles um das Thema Sport, weshalb das Ensemble in figurbetonter Sportbekleidung über den Laufsteg läuft.
Wenn der Besuch nicht so teuer wäre, würde ich mir die Show definitiv noch einmal ansehen.
Erwähnenswert ist auch das hochwertige Programmheft, das für 12 Euro erhältlich ist. Neben Szenenfotos enthält es Informationen zur Besetzung. Viele Theater verzichten inzwischen darauf, weil sie als veraltet gelten – ich persönlich finde solche Hefte jedoch eine schöne Erinnerung und blättere auch gerne in der Pause darin.
Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass mir dieses Musical so gut gefallen würde. Doch die Mischung aus Humor, Tempo, kreativen Ideen und einem sehr energiegeladenen Ensemble hat mich wirklich begeistert. Mir war es keine Sekunde langweilig, und ich habe das Theater mit bester Laune verlassen.
Von den Musicals, die ich in diesem Jahr bisher gesehen habe, steht Mrs. Doubtfire aktuell sogar auf Platz 1 meines persönlichen Rankings und hat damit Something Rotten! auf den zweiten Platz verwiesen. Das hätte ich am Sonntagmorgen noch nicht erwartet.

4. Persönliche Highlights

Lieblingsszene: die Szene mit der Flamenco-Tänzerin
Unvergessen: Die Apfelwerf-Szene :-D
Lustigster Moment: schwierig, es gab so viele lustige Szenen, u.a. die Kochlernszene
Emotionalster Moment: Mirandas Solo „Lass los“
Schönste Songnummer: Weil nichts als Liebe bleibt

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