Samstag, 31. Oktober 2026

Schiggy unterwegs... Diebe im Olymp - Das Percy Jackson Musical in Bonn


 

Schiggy war wieder unterwegs und hat „Diebe im Olymp“ gesucht. Mir ist das Gerücht zu Ohren gekommen, dass sie sich im Jungen Theater in Bonn verstecken. Also habe ich mich am 18. Oktober 2026 auf den Weg dorthin gemacht.
Die Percy Jackson-Buchreihe gehört zu meinen Lieblingsreihen. Dementsprechend war die Fallhöhe sehr hoch. Würde mich diese Inszenierung ebenso begeistern können wie die Bücher oder würde ich den Saal am Ende enttäuscht verlassen?


1. Eckdaten zur Vorstellung

 

Titel der Veranstaltung: Diebe im Olymp – Das Percy Jackson Musical
Art der Veranstaltung: Musical
Ort: Junges Theater Bonn
Sprache: Deutsch
Besuch: 18.10.2026
Beginn: 15:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden (inkl. Pause)
Reihe / Platz: Parkett Reihe 1, Platz 9

Vorlage: Teil 1 der Percy Jackson-Reihe von Rick Riordan („Diebe im Olymp“)
Hinweise: In diesem Erlebnisbericht gehe ich sehr ausführlich auf die Inszenierung ein und werde auch spoilern.


2. Mein Eindruck von der Show
 




Während ich sämtliche Bücher der Reihe gelesen habe und schon sehnsüchtig auf den nächsten Band warte, kennt meine Schwester, die mich begleitet hat, bisher nur die Filme und die Serie.
Es ist unser erster Besuch im Jungen Theater Bonn. Für unsere Plätze in der ersten Reihe haben wir gerade einmal 20,00 Euro pro Ticket bezahlt.
Bis wir in den Saal dürfen, machen wir es uns zunächst in einer Art Bistro des Theaters gemütlich und gönnen uns jeweils eine Brezel für 2,00 Euro. Auch Programmhefte für 3,00 Euro und sogar Poster für 1,50 Euro werden angeboten. Da wir beide gerne solche Dinge sammeln, schlagen wir natürlich zu. Außerdem bekommen wir eine Besetzungsliste. Das finde ich besonders praktisch, weil ich die Besetzung dadurch nicht selbst heraussuchen und zusammenstellen muss.
Eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn öffnet sich der Saal. Die Sitze sind ganz schön tief, aber dafür ist die Sicht auf die Bühne wirklich gut. Einen Vorhang gibt es nicht, sodass wir bereits einen ersten Blick auf das Bühnenbild werfen können. Die Bühnenelemente sind mit Tüchern verhängt, und auf einem Schild ist „Metropolitan Museum of Arts“ zu lesen.
Meine Vorfreude steigt. Allerdings bekomme ich kurz darauf einen kräftigen Tritt gegen die Rückenlehne. Ich hoffe, dass das nur beim Hinsetzen passiert ist und ich nicht während der gesamten Vorstellung durchgeschüttelt werde.
Dann betreten die Jugendlichen die Bühne, und ich denke zunächst: Ach ja, Percy ist ja von Anfang an dabei! Kurz darauf höre ich hinter ihnen eine Stimme, die mich korrigiert: Verwechslung, er ist gerade erst aufgetaucht.
 
Schon das erste Lied (Originaltitel: „My Day I Got Expelled“) ist mitreißend. Meine Schwester erzählt mir später, dass sie bereits zu diesem Zeitpunkt wusste, dass uns eine tolle Show erwarten würde.
Als sich Mrs. Dodds, die vermeintliche Lehrerin, als Harpyie entpuppt, bin ich zum ersten Mal richtig beeindruckt. Ensemblemitglieder stellen das Wesen mit zwei riesigen schwarzen Flügeln dar. Ich denke nur: Wow, wie genial! So einfach und doch so wirkungsvoll!
Natürlich darf auch Percys Schwert Springflut nicht fehlen. Percy selbst ist davon allerdings zunächst ziemlich verwirrt. Hat sich der Kugelschreiber, den Mr. Brunner ihm gegeben hat, tatsächlich in ein Schwert verwandelt? Und warum hält er plötzlich wieder einen ganz gewöhnlichen Kugelschreiber in der Hand?
Mr. Brunner scheint sich an nichts mehr erinnern zu können, und auch Grover behauptet, dass es niemals eine Lehrerin namens Mrs. Dodds gegeben habe. Der arme Percy beginnt allmählich, an seinem eigenen Verstand zu zweifeln. Als wäre das nicht schon genug, fliegt er auch noch von der Schule.
 
Mit Gabe, dem Lebensgefährten seiner Mutter, versteht sich Percy überhaupt nicht. Allein dessen Körpergeruch lässt ihn würgen. Auch ansonsten geraten die beiden immer wieder aneinander. Gabe ist faul und erwartet, rund um die Uhr bedient zu werden. Percy kann einfach nicht verstehen, wie seine Mutter mit einem solchen Menschen zusammen sein kann.
Mit seiner Mutter Sally verbindet ihn dagegen ein wirklich schönes Verhältnis. Die beiden fahren gemeinsam ans Meer und gönnen sich dort blaue Speisen und Getränke – darunter blaue Marshmallows. Dafür fühlt Percy sich offenbar noch lange nicht zu alt. Eine kleine Beobachtung fällt mir dabei auf: Percy fischt ein weißes Marshmallow zwischen den blauen Stückchen heraus und steckt es sich in den Mund. Da frage ich mich, ob die blauen Teile vielleicht aus Styropor bestehen.
Bei Percy wurden ADHS und Legasthenie diagnostiziert. Er fühlt sich wie ein Versager, weil er innerhalb von sechs Jahren bereits von der fünften Schule geflogen ist. Seine Mutter macht ihm deswegen jedoch keine Vorwürfe. Stattdessen baut sie ihn auf und erzählt ihm, wie sie seinen Vater kennengelernt hat. (Originaltitel: „Strong“)
 
Auf dem Weg zum Camp werden die beiden von einem Minotaurus verfolgt. Das Monster besteht aus mehreren einzelnen Elementen, darunter Mund, Augen und Hörner. Besonders interessant finde ich, dass das Mädchen, das sich im Maul des Monsters befindet, passend zu den abgespielten Geräuschen selbst mitbrüllt.
Hier stellt sich bei mir dasselbe Gefühl ein wie zuvor bei der Harpyie. Ich überlege nicht eine Sekunde lang, ob das Monster realistisch aussieht. Mein einziger Gedanke ist: Natürlich, der Minotaurus!
Mit Springflut gelingt es Percy schließlich, den Minotaurus zu besiegen. Danach fällt er allerdings in Ohnmacht.
Wir begegnen zum ersten Mal Annabeth, die offenbar nicht so recht glauben will, was geschehen ist, und ihren Unmut darüber deutlich zum Ausdruck bringt.
Percy beweist auch hier wieder sein Talent, in jedes erdenkliche Fettnäpfchen zu treten. Das kenne ich bereits aus den Büchern. Er ist einfach ein liebenswerter, verpeilter Chaot.
Als Percy Annabeth sieht, entfährt ihm: „Du bist mein Traummädchen!“ Kurz darauf wird ihm bewusst, wie ungeschickt das gerade geklungen hat. Stammelnd versucht er zu erklären, dass er sie in seinem Traum gesehen hat.
Der Arme muss wirklich einiges verkraften. Erst bekommt er einen Schock, als er Grover plötzlich mit behaarten Beinen und Hörnern sieht. Dann muss er auch noch erfahren, dass er sich das alles keineswegs eingebildet hat. Es ist tatsächlich wahr: Grover ist ein Satyr und wurde zu Percys Beschützer bestimmt. Außerdem soll Percy der Sohn eines Gottes sein.
Das ist ganz schön viel auf einmal für einen Jungen. Dass Percy in dieser Situation völlig überfordert ist, kann ich gut nachvollziehen.
Nachdem er die Neuigkeiten einigermaßen verdaut hat, wird Percy zunächst in Lukes Hütte untergebracht. Dort leben nicht nur die Kinder des Götterboten Hermes, sondern auch diejenigen, zu denen sich bislang noch kein Gott bekannt hat.
 
Mr. D., der in der Mythologie als Dionysos bekannt ist, kann Kinder überhaupt nicht leiden. Dass er das Camp Half-Blood leiten muss, ist für ihn eine Strafe, und das lässt er seine Schützlinge bei jeder Gelegenheit spüren. Er macht keinen Hehl daraus, wie sehr sie ihn nerven. Die Sorgen der Jugendlichen wischt er kurzerhand beiseite – ganz gleich, ob jemand einen gebrochenen Arm oder ein gebrochenes Herz hat. (Originaltitel: „Another Terrible Day“)
Zwei Ensemblemitglieder, an deren Schuhspitzen sich Rollen befinden, halten ihm ein Brett hin, auf das er sich stützen kann. Das reicht vollkommen aus, um die Situation als sein Büro zu erkennen.
Percys Namen spricht Mr. D. konsequent falsch aus. Den richtigen Namen zu lernen, liegt allerdings außerhalb seines Interesses. Seine Reaktion auf entsprechende Korrekturen lautet: „Wie auch immer!“
In seinem Solo inszeniert er sich als den Besten und Größten überhaupt. Und ich glaube ihm sofort, dass er selbst fest davon überzeugt ist. Mr. D. wirkt wie ein Egozentriker, der die Schuld grundsätzlich bei anderen sucht. Als die Ensemblemitglieder auf ihren Rollen stürzen, kommt er jedenfalls nicht auf die Idee, sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Stattdessen scheucht er sie einfach aus seinem Büro.
Mr. Brunner, der zuvor im Rollstuhl saß, zeigt sich als Chiron in seiner Zentaurengestalt. In einer braunen Hose in Felloptik und mit dem gleichfarbigen Pferdekörper, den er hinter sich herzieht, sieht er tatsächlich wie diese mythologische Gestalt aus. Im Stand und während der Bewegung winkelt er ein Vorderbein an und prustet wie ein Pferd. Charakterlich ist er das Gegenteil von Mr. D. Er wirkt gelassen und hilfsbereit.
 
Wie im Buch übt das Camp „Capture the Flag“. Clarisse, die Tochter des Kriegsgottes Ares, sucht direkt Streit und provoziert ihre Mitstreiter. (Originaltitel: „Put You in Your Place“)
Von Annabeths Helm fällt eine Feder ab und schwebt von der Bühne. Diese nehme ich später als Andenken für meinen Erlebnisordner mit. Annabeth teilt jedem in ihrem Team eine Aufgabe zu. Percy soll währenddessen im Waschraum der Jungs warten.
Clarisse folgt ihm dorthin und fordert ihn zum Kampf heraus. Percy scheint mangels Trainings vollkommen unterlegen zu sein. Doch plötzlich erstrahlt das Waschbecken in blauem Licht, und Nebel wabert aus dem Abfluss. Clarisse schreit auf und starrt Percy entsetzt an. Auch wenn bei dieser Inszenierung nicht wirklich Wasser zum Einsatz kommt, wird trotzdem deutlich, dass Clarisse gerade einen ordentlichen Schwall davon abbekommen hat.
Percy wird von den anderen Camp-Bewohnern als Held gefeiert. Annabeths Eroberung der gegnerischen Flagge geht dabei völlig unter, was sie ziemlich wütend macht.
Percy stellt sie zur Rede, weil sie ihn als Köder benutzt hat. Doch Annabeth kontert, dass er Clarisse abgelenkt habe, sodass sie die Flagge erobern konnte. Ein kluger Plan, findet sie.
Percy fragt sie nach ihrem Vater und reagiert auf ihre Antwort entsetzt: „Er ist ein Mensch?“
Annabeth schnaubt und nennt ihn einen „Sexisten“. Bei ihr ist eben die Mutter göttlicher Abstammung: Athene, die Göttin der Weisheit.
 
Für das Lagerfeuer stapeln einige Bewohner Holz. Das rötliche Licht vermittelt den Eindruck eines echten Feuers. Die Camp-Kinder singen: „Das Leben ist Mist, wenn du Kind eines Gottes bist.“ (Originaltitel: „The Campfire-Song“) Der Refrain ist ein echter Ohrwurm. In jeder Strophe stellt sich ein Halbblut vor und erzählt von seinem göttlichen Elternteil: Demeters Tochter trägt Kleidung in Waldgrün und Braun und setzt sich für die Natur ein, während Aphrodites Tochter ständig mit Schminken beschäftigt ist.
Als Percy an der Reihe ist, singt er über seine Mutter, wird jedoch unterbrochen. Er soll von seinem Vater erzählen. Da er nicht weiß, wer dieser ist, muss er improvisieren.
Plötzlich erscheint ein Zeichen, das für uns Zuschauer nicht sichtbar ist. Percy ist wie so oft etwas verpeilt und deutet es als Gabel. Chiron weiß die Lösung: Es ist ein Dreizack. Poseidon ist also Percys Vater. Damit ist Percy ein Sohn eines der drei Großen. Da Zeus, Hades und Poseidon zu den mächtigsten Göttern gehören, ist es verboten, dass sie Kinder mit Menschen bekommen.
Nach diesem Bekenntnis kommt das Gerücht auf, dass Percy den Herrscherblitz gestohlen hat. Mr. D. beschuldigt ihn zunächst, schwenkt dann jedoch um. Da er auch der Gott des Theaters ist, merkt er angeblich sofort, wenn jemand kein Talent zum Schauspielern hat. Deshalb wisse er ganz genau, dass Percy nicht lüge und somit auch nicht der Dieb sein könne.
Chiron beschreibt das Aussehen des mächtigen Herrscherblitzes: Er wäre nicht wie in einem Broadway-Musical aus Alufolie. Ein weiterer von vielen lustigen Momenten!
 
Percy wird zum Orakel von Delphi geschickt. Dort erfährt er eine Prophezeiung über sich (Originaltitel: „The Oracle“) und erhält den Auftrag, den Herrscherblitz zurückzubringen. Luke schenkt ihm Flügelschuhe, die Percy sofort anzieht. Annabeth ist ziemlich sauer, denn sie wartet schon lange auf ihre erste eigene Mission. Trotzdem begleitet sie Percy und Grover. (Originaltitel: „Killer Quest!“)
Der Greyhound-Bus, den Percy, Annabeth und Grover nehmen, besteht aus bemalter Pappe. Die Harpyien finden die drei und greifen an. Eine Passagierin nimmt das Ganze erstaunlich gelassen und merkt nebenbei an: „Ich bin schlimmere Busfahrten gewöhnt. Ich bin schon mal Flixbus gefahren.“
Alle verlassen den Bus, der anschließend zerstört wird. Die Harpyien tragen ihn in drei Teilen von der Bühne.



 
In einem Wald in New Jersey, der ebenfalls durch bemalte Pappe dargestellt wird, finden sich die drei nicht mehr zurecht. Sie sind völlig orientierungslos. (Originaltitel: „Lost!“) Da ist es wirklich ein Glück, dass sich Grover mit Tieren unterhalten kann. Percy macht sich darüber lustig und verärgert dadurch ein Eichhörnchen. Annabeth und Grover zwingen ihn, sich zu entschuldigen. Das erledigt er eher halbherzig.
In Mrs. Ms. Gartencenter (laut Schild) stellt das mit gräulichen Tüchern bedeckte Ensemble Statuen dar. Grover bemerkt eine frappierende Ähnlichkeit zwischen einer der Statuen und seinem verschwundenen Onkel Ferdinand. Keiner der drei scheint jedoch zu erkennen, wen sie da tatsächlich vor sich haben.
Die zischende Mrs. M. lullt Annabeth und Percy mit Komplimenten ein und möchte ein Foto von ihnen machen. Erst als es beinahe zu spät ist, erkennen die beiden, dass sie es mit Medusa zu tun haben.
Percy stellt sich ihr mit Springflut entgegen. Allerdings darf er ihr nicht in die Augen schauen, was den Kampf erschwert. Er verfolgt sie. Plötzlich rollt ihr Kopf über die Bühne. Mit offenem Mund starrt Percy darauf. Hat er das gerade tatsächlich getan?
Percy und Annabeth geraten darüber in Streit, wer daran schuld ist, dass Medusa so rachsüchtig geworden ist. Annabeth wegen ihrer Mutter, die Medusa in ein Monster verwandelt hat? Oder doch Percy, dessen Vater Medusa das Herz gebrochen hat?
Percy schickt Medusas Kopf an den Olymp.
 
In einem unbeobachteten Moment zeigt sich Annabeth unerwartet verletzlich. (Originaltitel: „My Grand Plan“) Sie möchte nicht immer nur als die Kluge wahrgenommen werden. Sie sehnt sich nach Anerkennung und Liebe und möchte in Erinnerung bleiben. Es scheint ihr nicht gutzutun, dass Athene sie so sehr ignoriert und die neue Frau ihres Vaters sie nicht leiden kann.
 
Einige Stationen der Reise werden nur kurz angespielt. Dazu gehört beispielsweise die Begegnung mit der Frau und ihrem vermeintlichen „Chihuahua“, der sich als Chimäre entpuppt und Percy beißt.
Später, im Casino-Hotel Lotus, reicht es aus, dass eine Frau erzählt, sie sei seit Mai 1939 dort zu Gast – für sie fühlt es sich an, als wäre sie erst gestern angekommen. Im Buch verbringen Percy und seine Freunde mehrere Tage dort, weil sie völlig das Zeitgefühl verlieren.
Die Reise wird durch Städteschilder unterstützt, die von den Ensemblemitgliedern hochgehalten werden. So wird deutlich, dass das Ziel nicht gerade um die Ecke liegt.
Auch der Traktor, der die Freunde mitnimmt, besteht wieder aus Karton beziehungsweise Pappe. Dank der hoppelnden Bewegungen entsteht die Illusion, als würden sie tatsächlich damit fahren.
Schließlich treffen sie auf Ares, der sie auf seinem Motorrad mitnimmt. Im Zug Richtung Los Angeles träumt Percy von Hades und einer weiteren Person, die er zunächst nicht erkennt. Die Zuschauer sehen allerdings, dass es Luke ist. Hades spricht von einer gewissen Thalia. Mit diesem Namen kann Percy nichts anfangen. Als Hades bemerkt, dass sie beobachtet werden, wacht Percy auf.
Von Grover erfährt Percy, was mit Thalia geschehen ist. Ein leuchtendes rotes Auge steht für den Zyklopen, gegen den Thalia gekämpft und dadurch ihren Freunden Annabeth, Luke und Grover das Leben gerettet hat. Dabei hat sie sich jedoch geopfert und wurde von ihrem Vater Zeus in einen Baum verwandelt.
Hier lernen wir den ansonsten so fröhlichen Grover von einer ernsten und nachdenklichen Seite kennen. Man spürt, wie wichtig ihm Thalia war und wie sehr er sich wegen ihres Todes Vorwürfe macht. (Originaltitel: „The Tree on the Hill“)
 
Kurz vor dem Ziel wird Percy von scheinbar unsichtbaren Kräften beinahe in einen Krater gezogen. Krampfhaft hält er sich an der felsigen Kante fest. Grover zieht Percy kurzerhand die Schuhe aus. Annabeth hat eine Eingebung und durchsucht Percys Rucksack. Tatsächlich befindet sich darin der Herrscherblitz!
Die drei beschuldigen sich gegenseitig. Für Annabeth ist es verdächtig, dass Percy den Herrscherblitz die ganze Zeit mit sich herumgetragen hat. Percy dagegen erinnert sich an die Prophezeiung. Darin hieß es unter anderem, dass ein Freund ihn verraten werde. Ist Annabeth etwa die Verräterin?
 
Auf dem Weg zur Unterwelt müssen sie an Charon vorbei, dem Fährmann – Entschuldigung, ich meine natürlich der Fährfrau! Das ist allerdings nur ein Nebenjob für sie. Eigentlich träumt sie vom großen Durchbruch als Sängerin. Ob Percy, Annabeth und Grover wohl ihr Demo anhören möchten? Nein. Egal, sie singt es trotzdem. (Originaltitel: „D.O.A.“)
Das schwarze Gewand wird kurzerhand ausgezogen. In einem roten Kleid schwingt sie die Hüften. Unterstützt wird sie dabei von Janis Joplin, Kurt Cobain und Mozart – außerdem von einem Kinderchor, der verunglückt ist.
Grover ist begeistert und hakt nach, ob auch Florian Silbereisen dabei ist. Charon macht ihm Hoffnung: „Kommt noch!“
Das Demo erhält beim „Testpublikum“ im Zuschauerraum viel Applaus. Vielleicht wird das ja doch noch etwas mit Charons Musikkarriere. Die Stimme hat sie auf jeden Fall dafür.
 
Hades lebt in der Unterwelt und verachtet seinen Bruder. Immer wieder spuckt er dessen Namen geradezu aus: „PO- … seidon“. Er bietet Percy an, seine Mutter freizulassen, wenn dieser ihm im Gegenzug den Herrscherblitz überlässt.
Hades hofft auf einen Krieg zwischen den Göttern, unter dem auch die Menschen leiden würden. Viele Tote bedeuten schließlich auch viele Neuankömmlinge in der Unterwelt. Dann wäre Hades nicht mehr so allein. Eigentlich kann einem der Gott des Todes da schon leidtun, dass er sich so einsam fühlt.
Percy hat eine Idee und verspricht, seine Mutter später zu befreien. Die Freunde verlassen die Unterwelt und lassen einen gelangweilten Hades zurück.
Anschließend begegnet Percy seinem Vater. Der etwas zerstreut wirkende Poseidon hat lange Haare und trägt ein Hawaiihemd. Percy wird bewusst, dass er seinen Vater bereits im Traum gesehen hat.
Poseidon zeigt auf das Paket mit Medusas Kopf. Es hat tatsächlich seinen Weg zum Olymp gefunden. Er überlässt es Percy.
 
Percy muss sich dem Kriegsgott Ares zum Kampf stellen. Seine Fähigkeit, das Wasser zu kontrollieren, ermöglicht es ihm, Ares wegzuschleudern.
Percys Mutter erhält als Geschenk eine Art Do-it-youself-Skulptur, wie er Medusas Kopf nennt. Sie schickt ihm später ein Foto ihrer ersten Skulptur, die Gabe zum Verwechseln ähnlichsieht.
Am Ende offenbart sich der Freund, der Percy verraten hat. Percy geht zunächst als Sieger aus dem Kampf hervor, weiß aber, dass die Gefahr noch nicht gebannt ist.
Er hat Freunde und Mut gewonnen und singt voller Inbrunst: „Her mit den Monstern!“ (Originaltitel: „Bring on the Monsters“)
 
Mir gefällt besonders gut, wie das Licht eingesetzt wird: Blau steht für Meer und Wasser, Rot für Gefahr und die Unterwelt und Grün für den Wald. Die Beleuchtung ergänzt das Bühnenbild hervorragend und taucht die einzelnen Szenen in eine passende Atmosphäre.
Mir war keine Sekunde lang langweilig. Die Inszenierung hat mich von Anfang an gepackt. Ich finde, dass es eine sehr gelungene Adaption ist, die sich eng an die Buchvorlage hält. Sogar Annabeths Spitzname „Algenhirn“, den sie Percy gibt, kommt vor. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber bei der ersten Erwähnung muss ich trotzdem grinsen. Gerade solche winzigen Details finde ich toll!
Ich war wirklich überrascht, als die Pause begann. Es kam mir überhaupt nicht so vor, als wäre bereits eine Stunde vergangen. Auch der zweite Akt ging wie im Flug vorbei. Es war einfach immer etwas los.
Drei erwachsene Profis unterstützen die Jugendlichen. Die ungeheure Spielfreude aller Beteiligten ist so ansteckend, dass ich keinen Moment darüber nachdenke, ob jeder Ton getroffen wird. Ich möchte einfach nur wissen, wie es weitergeht und wie die nächste Szene umgesetzt wird.
Auch das Bühnenbild hat mich positiv überrascht. Das hatte ich wirklich nicht erwartet!
Man wusste immer, wo sich die Figuren gerade befanden, und die verschiedenen Schauplätze wurden meiner Meinung nach sehr kreativ umgesetzt.
 
Die abwechslungsreiche Musik gefällt mir ebenfalls gut. Sie ist schwungvoll, rockig und heiter, bietet aber auch ruhige Nummern. Ein Lied (Originaltitel: „Drive“) erinnert mich stark an Countrymusik. Leider kenne ich die deutschen Titel der Lieder nicht. Ich habe mir die MP3-Ausgabe aus London gekauft und deshalb in meinem Bericht immer die englischen Titel genannt.
Das einzige Manko, das mir bei dieser Inszenierung aufgefallen ist: Die Mikrofone wurden häufig zu spät eingeschaltet. Trotzdem habe ich alles gut verstanden.
 
Ich konnte fast pausenlos lachen. Vor allem das beleidigte Eichhörnchen fand ich klasse!
Immer wieder dachte ich: Wie genial umgesetzt!
Ich bin einfach nur begeistert davon, wie eine meiner liebsten Buchreihen auf die Bühne gebracht wurde.
Bis auf die Kategorien „Ton“ und „Mehrfachbesuch“ konnte diese Inszenierung die höchstmögliche Punktzahl erreichen. Insgesamt ergibt das 192 Punkte. Ohne die Tonprobleme wäre es Platz 1 geworden. So erreicht „Diebe im Olymp“ in Bonn zunächst einen Gleichstand mit „Romeo und Julia“, gewinnt aber die entscheidenden Tiebreakpunkte. Mit 192,1 Punkten landet das Musical damit auf Platz 2, hinter „Schneewittchen“ mit 193 Punkten.
 
Meine Schwester hat Percy übrigens zu Beginn ebenfalls verwechselt. Besonders gut gefiel ihr die Stimme der Darstellerin von Percys Mutter, die unter anderem auch die Harpyie, das Orakel und Charon spielte. Auch Annabeths Solo hat ihr sehr gefallen, ebenso die Darstellung von Chiron und Hades. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist sie absolut begeistert.
Ich habe eine Stimme gehört, die das Fehlen von Live-Musik bemängelt hat. Dazu sage ich nur: „20,00 Euro!“
Für mich ist diese Inszenierung die Überraschung des Jahres. Ein echtes Highlight!
 

3. Persönliche Highlights

Highlight des Tages: Charons Demo
Emotionalster Moment: unentschieden zwischen Annabeths Solo und Grovers Solo
Ohrwurm des Tages: „Her mit den Monstern!“
Ohrwurm des Tages: „Her mit den Monstern!“
Beste Ensemblenummer: das Lied am Lagerfeuer
Lustigster Moment: Das beleidigte Eichhörnchen



4. Besetzung der besuchten Vorstellung

Schiggy saß im Publikum – aber wer stand eigentlich auf der Bühne?


Percy Jackson: Maximilian Teschner
Annabeth Chase: Lina Gräfe
Grover Underwood: Zoltán Selo
Luke Castellan: Moritz Rheinisch
Clarisse La Rue: Clélia Oemus
Katie Gardner: Aila Olk
Silena Beauregard: Lina Sophie Kalisch
Lee Flechter: Konstantin Kluth
Lou Ellen Blackstone: Milena Hüsgen
Charly Beckendorf: Auden Hucho
 
Mr. Brunner/Chiron/Poseidon/Hades: Axel Becker
Mr. D./Ares u.v.m.: Thomas Kahle
Percys Mutter u.v.m.: Isabella Gonzalez
 
 

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